Anthropologie Mehr Hirn statt KindheitSeite 2/2
Bislang waren Forscher davon ausgegangen, dass sich der Homo erectus ähnlich entwickelt hat wie der heutige Mensch. Das gut erhaltene Skelett eines Mannes, der vor etwa 1,5 Millionen Jahren in Kenia lebte, legte diese These nahe. Anhand des schlanken Körperbaus und den schmale Hüften des sogenannten Turkana Boys berechneten Forscher ähnlich kleine Beckenknochen für die Frauen dieser frühen Menschenart. Dies hieß bislang, dass ihre Neugeborenen mit kleinen Köpfen zur Welt kamen, die nach der Geburt rasant gewachsen sein mussten. "Diese Vorstellung müssen wir jetzt überdenken", sagt Hublin.
Die Frau mit dem breiten Becken war alles andere als groß und schlank. Mit einer geschätzten Körpergröße zwischen 1,20 und 1,40 Metern sei sie deutlich kleiner als der Turkana Boy gewesen, der 1,85 Meter groß wurde, schreiben die Autoren der Studie. Auch Hublin ist sich sicher: "Wir haben unterschätzt, wie sehr sich die Frühmenschen in der Größe ihrer Körper und ihrer Gehirne unterschieden haben". Wann der Mensch sich nun seine lange Kindheit angeeignet hat, ist damit wieder offen. Nur eins ist sicher: vermutlich sehr viel später als gedacht.
- Datum 13.02.2009 - 16:04 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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wer herausgefunden, ob und falls ja, wann, er definitiv erwachsen wurde, der mensch?
Sicher ist vermutlicher als gedacht...
mir Sorge bereitet, ist, dass die Kindheit des menschlichen Säugetiers seit dem Homo erectus immer länger wird. Ich denke, das liegt nicht nur am weiblichen Beckenknochen und einem kleiner gewordenen Geburtskanal, möglicherweise hängt das auch damit zusammen, dass sich der Mensch dem evolutionären Selektionsdruck entzieht. Die Kindheit wird definitiv immer länger. Um mich herum beobachte ich immer mehr Zeitgenossen, die überhaupt nicht erwachsen werden und vermutlich sterben, ohne ihre Kindheit jemals überwunden zu haben. Ich sehe nur einen Ausweg: Auswildern. Das wird hart in freier Wildbahn, aber die, die überleben, haben ihre Kindheit hinter sich gelassen.
bedeutet auch verlängerte geistige Flexibilität, Neugier, Entwicklungsmöglichkeiten. Insofern verdankt der Homo sapiens einen großen Teil seiner geistigen Überlegenheit seiner verlängerten Kindheit. Insofern, lieber wolff959, führt ihr Vorschlag tatsächlich direkt in die Steinzeit zurück...;-)
" Denn wenn Ihr nicht seid wie die Kindlein, werdet ihr niemals ins Himmelreich gelangen " Moeglichweise ist das Erwachsensein ja auch nur eine geistige Deformation, die durch entsprechende Wohlstandslebensumstaende abgemildert wird. Wer Zeit seines Lebens nur geistig und kreativ arbeitet hat einfach weniger Bedarf erwachsen zu werden. Die Not lehrt schliesslich erwachsen zu werden.
Zum Thema: Das Problem bei diesen palaeoanthropologischen Untersuchungen ist definitiv dass wahnwitzige Schlussfolgerungen aus einzelnen Fossilien gezogen werden. So muss dann oefter mal korrigiert werden , was man vorher aus dem (EINZELNEN) Turkana-Boy-Skelett herausgelesen hat.
Etwas mehr Zurueckhaltung waere da vielleicht auch mal angebracht. Aber so wird man ja nicht beruehmt.
In der Bildunterschrift der Beckenabbildungen steht: "Der Vergleich zeigt von links nach rechts die weiblichen Beckenknochen von Australopithecus Afarensis, einer Art, die dem Menschen ähnlich war und vor vier Millionen Jahren lebte, dann der aktuelle Fund und schließlich das Becken einer heutigen Frau. Klar zu erkennen: Der Geburtskanal (unten) vergrößerte sich stetig".
Und so ist es auch. Es bleibt festzuhalten, daß das Becken der Jetztmenschen den weitesten Geburtskanal aufweist.
Gemäß des Argumentatinsmusters, daß ein weiterer Geburtskanal einen ausgereifteren größeren Schädel wie Gehirn impliziert, müssten unsere Vorfahren ja geburtlich eine weniger ausgereifte Hirnstruktur gehabt haben. Im Text wird aber genau das Gegenteil behauptet.
Sprich, der ZEIT-Artikel ist hanebüchener Unsinn.
[Rest entfernt, bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich und vermeiden Sie Beleidigungen/ Redaktion; svb]
Erzählen Sie uns bitte mehr, Sven Stockrahm.
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