Pisa Sachsen zieht Bayern die Lederhose aus
Sächsische Lehrer hätten viel zu jammern - aber stattdessen setzen sie auf Leistung. Und was die Ergebnisse der Schulstudie sonst noch bedeuten

© photocase.de
Ein kleiner Bayer beim Turnunterricht. Die sächsischen Schüler schnitten beim Pisa-Test diesmal besser ab als die Bayern
Diesmal sorgt Sachsen für fröhliche Aufregung. Seine 15-Jährigen sind in den drei Pisa-Testbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften an der Spitze und haben Bayern als deutschen Primus abgelöst. Auch wenn der Vorsprung im Lesen und in der Mathematik im Bereich der Messungenauigkeit liegt, trägt Sachsen die deutsche Pisa-Krone zu Recht.
Der Ost-Primus verzeichnet durchweg höhere Leistungszuwächse seit der Pisa-Studie aus dem Jahr 2000 als der West-Primus. Und weist zudem unter allen Bundesländern die geringste Kopplung der Leseleistung an die soziale Herkunft der Schüler auf. Sachsen hat also nicht nur das beste, sondern auch das gerechteste Schulsystem.
Für die Bayern ist es natürlich eine Kränkung, nicht allein an der Spitze zu stehen. Dafür punktet der Südstaat an einer unerwarteten Ecke. Der Übergang aufs Gymnasium ist in Bayern seit dem Jahr 2000 deutlich gerechter geworden. Bei Pisa 2000 war Bayern (dem man sonst nichts konnte) in dieser Frage noch der Buhmann: Die Chance eines Akademikerkindes auf das Gymnasium zu kommen, war – bei gleicher Leistung! – sechseinhalb Mal größer als die eines Facharbeiterkindes. Jetzt ist die Chance nur noch knapp dreimal zu groß. Das ist noch immer ungerecht, aber deutscher Durchschnitt.
Nicht nur Sachsen, sondern der ganze Osten punktet bei Pisa überdurchschnittlich. Durchgängig weisen sie die höchsten Leistungszuwächse seit 2000 auf.
Dafür gibt es viele Gründe, einen der wichtigsten wird man in westlichen Lehrerzimmern nicht gern hören: Den ostdeutschen Lehrern fehlt das Jammer-Gen! Zwar haben die ostdeutschen Länder, wie ihnen gern vorgehalten wird, nur wenige Einwandererkinder unter ihren Schülern.
Dafür haben die Lehrer mit massenhaften Schulschließungen zu kämpfen, viele Eltern ihrer Schüler sind arbeitslos – und viele Pädagogen arbeiten auf Teilzeitbasis für Ost-Tarif. Aber die Lehrer haben einfach den professionellen Anspruch, Schülern etwas beizubringen, und nicht zu klagen, dass die Lage so schwierig sei.
Mit Sachsen, aber auch mit dem West-Primus Bayern hat die Pisa-Studie gezeigt, wie wichtig es für den Schulerfolg der Kinder ist, wenn großen Wert auf Leistung gelegt wird. Das gilt gerade für die Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern. Die Unterforderung der Schüler war vielleicht das größte Unrecht, das ihnen in den siebziger und achtziger Jahren an vielen Schulen angetan wurde.
- Datum 18.11.2008 - 17:38 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 51
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Schon in der Überschrift findet sich Stammtischjargon. Der zweite "Sieger" ist also der erste Verlierer? Und Hintergrundinformationen fehlen. Gibt es keinen Unterschied zwischen ehrgeizigen Mädchen mit vietnamesichen Wurzeln und jungen Helden aus Südostanatolien? Zusätzliche Angebote werden gefordert. Aber niemand soll in die Pflicht genommen werden dürfen? Aber in einem Punkt stimme ich zu: dieser fragwürdige Test liefert bunte Bilder.
Dem ist voll zuzustimmen!
und schon meldet sich der Ausländerfeind.
Glaubte man doch, in Deutschland würde der Rassismus seit 1945 der Geschichte angehören, erleben wir ein aufblühen des NS-Gedankengutes.
Na dann viel Erfolg Kamerad!
Dem ist voll zuzustimmen!
und schon meldet sich der Ausländerfeind.
Glaubte man doch, in Deutschland würde der Rassismus seit 1945 der Geschichte angehören, erleben wir ein aufblühen des NS-Gedankengutes.
Na dann viel Erfolg Kamerad!
Es ist mindestens ebenso wichtig sich um die Untersuchung der Lehrmethodik zu kümmern, also um das, was tatsächlich in den Klassenzimmern vor sich geht. Wenn man eine Antwort auf die Frage finden möchte, warum die soziale Bildungsschere sich in Deutschland so stark öffnet, findet man in Brandenburg die Antwort. Das Land hat in den letzten Jahren im Anfangsunterricht so ziemlich jeden Unsinn der (SPD-regierten) Westländer mitgemacht und in weiten Passagen das Unterrichtssystem von Nordrhein-Westphalen kopiert, inklusive Schuleingangsstufe, die das Leistungsspektrum im Anfangsunterricht verdoppelt. Gleichzeitig wurden Kompetenzerwartungen an Grundschüler stark herabgesetzt, im Ausgleich hierzu an Gymnasiasten erhöht. Das Ergebnis ist eindeutig: die soziale Schere in Brandenburg hat sich weit geöffnet und man muss kein Hellseher sein, um zu sagen, dass die Kluft sich bei der nächsten Testung gewiss vergrößert. Der Grund ist einfach, wird aber weder von Bildungspolitikern noch von Didaktikern wahrgenommen: Eltern der Mittel- und Oberschicht kennen die Erwartungen an ihre Kinder und steuern bereits in der Grundschule massiv unterstützend gegen schlechte Beschulung an, Unterschichteltern tun dies weitaus weniger.
Die outputorientierteren Konzepte in den Grundschulen sowie die erhöhten Leistungserwartungen an Grundschüler sind ein wesentlicher Grund, weshalb in den meisten CDU-regierten Ländern die soziale (und Migranten-) Schere weniger klafft als in den SPD- Ländern. Strukturierte Konzepte und hohe Leistungsanforderungen in den Schulen helfen vor allen Dingen schwächeren Schülern. Leider weigert sich eine Vielzahl universitärer Didaktiker und fast alle Grundschulfunktionäre, diesen Zusammenhang anzuerkennen. Bis heute werden didaktische Methoden nur unzureichend empirisch untersucht, bzw. Untersuchungen nicht zur Kenntnis genommen. Evidenzbasierte Unterrichtskonzepte werden Schülern vorenthalten zugunsten von didaktischen Konzepten die auf Ideen oder Annahmen beruhen. Oberschichteltern helfen ihnen Kindern bei lückenhafter Beschulung ohnehin, da kann kein Politiker oder Schulfunktionär gegensteuern, es sind die Unterschichtkinder, die die Folgen der heute gängigen miserablen und miserabel untersuchten Lehrmethodik ausbaden müssen.
Sie schreiben: "Strukturierte Konzepte und hohe Leistungsanforderungen in den Schulen helfen vor allen Dingen schwächeren Schülern".
Ist dies empirisch gesichert und wenn ja, wie ist der Effekt auf den lernerfolg der Klasse insgesamt?
Sie schreiben: "Strukturierte Konzepte und hohe Leistungsanforderungen in den Schulen helfen vor allen Dingen schwächeren Schülern".
Ist dies empirisch gesichert und wenn ja, wie ist der Effekt auf den lernerfolg der Klasse insgesamt?
National lässt die Studie Aufschlüsse darüber zu, dass Deutschland - relativ zu anderen EU Staaten - gut steht. Immerhin, ein erfreuliches Ergebnis. Aber statt wenigsten hier kurz einzuhalten, geht die Länderdiskussion los!
Auf einem Gebiet, wo nun Äpfel mit Birnen verglichen werden!
Der Autor gratuliert den Ostländern! Einverstanden.
Allerdings sollte man sich schon die OECD-Studie genau ansehen und sehen, was die Länderergebnisse bisher hergeben und NICHT hergeben. Angesichts der Tatsache, dass Schüler mit Migrationshintergrund aus bedauerlichen Gründen in der OECD-Studie oft 100(!) Punkte hinter ihren deutschen Mitschülern zurückliegen, wäre man fast geneigt zu fragen, weshalb Sachsen und der Osten trotz kleinerer Schulklassen und einem erheblich geringeren Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund keine weitaus besseren Pisaergebnisse als Bayern und Baden-Württemberg erzielt.
Die Diskussion über das adequate Schulsystem kann nur erfolgen, falls nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden! Dazu ist es notwendig, dezidiert die Anteile am Lernerfolg nach Kriterien wie Migrantenanteil, Klassengrösse etc. statistisch zu analysieren, was angesichts der Datenerhebung auf Länderebene im Detail gar nicht leicht sein wird (und vielleicht auch so gewollt ist, um ein politisches Gemetzel in der KMK zu verhindern).
Es wird noch lange dauern, bis endlich auf Länderebene statistisch verwertbare Daten vorliegen, anhand derer erkannt werden kann, warum/wo beispielsweise bei gegebener Klassengrösse und gegebenem Migrationshintergrund Migranten und deutsche Schüler einen höheren Lernerfolg aufzeigen. Dann würde endlich dieses `Fischen im Trüben` aufhören uund eine rationalere Diskussion stattfinden können.
Bisher ist es leider immer noch so, dass die Ergebnisse - selbst auf Bundesebene - es erlauben, willkürlich von Interessengruppen (Lehrer-, Elternverbände, Kultusministern etc.) interpretiert zu werden! Die Reaktionen zeigen es ja - man sitzt in den lobbyistischen Startlöchern!
"bis [...] Daten vorliegen, anhand derer erkannt werden kann,..."
anhand deren...
(sorry, aber musste bei dem Thema sein!)
"bis [...] Daten vorliegen, anhand derer erkannt werden kann,..."
anhand deren...
(sorry, aber musste bei dem Thema sein!)
Dem ist voll zuzustimmen!
Sie schreiben: "Strukturierte Konzepte und hohe Leistungsanforderungen in den Schulen helfen vor allen Dingen schwächeren Schülern".
Ist dies empirisch gesichert und wenn ja, wie ist der Effekt auf den lernerfolg der Klasse insgesamt?
Es gibt beispielsweise eine initial methodisch recht saubere Studie "Modellversuch Schriftsprache Moderatoren" von Schulte-Körne, dem medizinischem Legastheniepapst in Deutschland. Sie sollte untersuchen, mit welcher Methode Schüler am besten lesen und schreiben können. Dort kam heraus, dass ein gut aufgebauter Fibel-Unterricht im Erstunterricht zu wesentlich besseren Ergebnissen in Lesefertigkeit und Rechtschreibung führt als Unterricht nach der Methode "Rechtschreibwerkstatt", die ähnlich aufgebaut ist wie die Methode "Lesen durch Schreiben" oder "Reichenmethode" Die Untersuchung war auf zwei Jahre angesetzt. Nach zwei Jahren zeigte sich ein deutlicher Vorteil der Fibel-Beschulung bei höheren sozialen Schichten der Nicht-Fibel-Klassen. In diesem Stadium wurde die Studie aber nicht beendet. Das beauftragende hessiche Bildungsministerium unterdrückte zunächst die Kenntnisnahme und setzte nach Erstveröffentlichung der Daten die Verlängerung der Untersuchung an. Die Endergebnisse wurden erst nach vier Jahren veröffentlich Resultat: Es gab weiterhin einen Unterschied zugunsten der Fibel-Methode, der war aber weitausgeringer als nach zwei Jahren. Nicht systematisch mituntersucht (weil das im ursprünglichen Setting nicht vorgesehen war), wurde die Hilfe der Eltern. Nun passiert hierzulande Folgendes: Grundschulfunktionäre als Multiplikatoren weisen auf die angebliche Gleichrangigkeit der Methoden nach vier Jahren hin. Und dies ist wissenschaftlich einfach unredlich. Natürlich ist davon auszugehen, dass interessierte Eltern mit ihren Kindern üben, zumal, wenn die Schullaufbahn davon abhängt. Und so kommt es, dass weiterhin in diesem Land in großem Maße mit ungeeigneten Methoden beschult wird.
Es gibt beispielsweise eine initial methodisch recht saubere Studie "Modellversuch Schriftsprache Moderatoren" von Schulte-Körne, dem medizinischem Legastheniepapst in Deutschland. Sie sollte untersuchen, mit welcher Methode Schüler am besten lesen und schreiben können. Dort kam heraus, dass ein gut aufgebauter Fibel-Unterricht im Erstunterricht zu wesentlich besseren Ergebnissen in Lesefertigkeit und Rechtschreibung führt als Unterricht nach der Methode "Rechtschreibwerkstatt", die ähnlich aufgebaut ist wie die Methode "Lesen durch Schreiben" oder "Reichenmethode" Die Untersuchung war auf zwei Jahre angesetzt. Nach zwei Jahren zeigte sich ein deutlicher Vorteil der Fibel-Beschulung bei höheren sozialen Schichten der Nicht-Fibel-Klassen. In diesem Stadium wurde die Studie aber nicht beendet. Das beauftragende hessiche Bildungsministerium unterdrückte zunächst die Kenntnisnahme und setzte nach Erstveröffentlichung der Daten die Verlängerung der Untersuchung an. Die Endergebnisse wurden erst nach vier Jahren veröffentlich Resultat: Es gab weiterhin einen Unterschied zugunsten der Fibel-Methode, der war aber weitausgeringer als nach zwei Jahren. Nicht systematisch mituntersucht (weil das im ursprünglichen Setting nicht vorgesehen war), wurde die Hilfe der Eltern. Nun passiert hierzulande Folgendes: Grundschulfunktionäre als Multiplikatoren weisen auf die angebliche Gleichrangigkeit der Methoden nach vier Jahren hin. Und dies ist wissenschaftlich einfach unredlich. Natürlich ist davon auszugehen, dass interessierte Eltern mit ihren Kindern üben, zumal, wenn die Schullaufbahn davon abhängt. Und so kommt es, dass weiterhin in diesem Land in großem Maße mit ungeeigneten Methoden beschult wird.
hört, hört - auch Herrn Kerstan dämmert es, dass man aus dem Zahlensalat, den PISA liefert, alles und nichts herauslesen kann.
Es gibt beispielsweise eine initial methodisch recht saubere Studie "Modellversuch Schriftsprache Moderatoren" von Schulte-Körne, dem medizinischem Legastheniepapst in Deutschland. Sie sollte untersuchen, mit welcher Methode Schüler am besten lesen und schreiben können. Dort kam heraus, dass ein gut aufgebauter Fibel-Unterricht im Erstunterricht zu wesentlich besseren Ergebnissen in Lesefertigkeit und Rechtschreibung führt als Unterricht nach der Methode "Rechtschreibwerkstatt", die ähnlich aufgebaut ist wie die Methode "Lesen durch Schreiben" oder "Reichenmethode" Die Untersuchung war auf zwei Jahre angesetzt. Nach zwei Jahren zeigte sich ein deutlicher Vorteil der Fibel-Beschulung bei höheren sozialen Schichten der Nicht-Fibel-Klassen. In diesem Stadium wurde die Studie aber nicht beendet. Das beauftragende hessiche Bildungsministerium unterdrückte zunächst die Kenntnisnahme und setzte nach Erstveröffentlichung der Daten die Verlängerung der Untersuchung an. Die Endergebnisse wurden erst nach vier Jahren veröffentlich Resultat: Es gab weiterhin einen Unterschied zugunsten der Fibel-Methode, der war aber weitausgeringer als nach zwei Jahren. Nicht systematisch mituntersucht (weil das im ursprünglichen Setting nicht vorgesehen war), wurde die Hilfe der Eltern. Nun passiert hierzulande Folgendes: Grundschulfunktionäre als Multiplikatoren weisen auf die angebliche Gleichrangigkeit der Methoden nach vier Jahren hin. Und dies ist wissenschaftlich einfach unredlich. Natürlich ist davon auszugehen, dass interessierte Eltern mit ihren Kindern üben, zumal, wenn die Schullaufbahn davon abhängt. Und so kommt es, dass weiterhin in diesem Land in großem Maße mit ungeeigneten Methoden beschult wird.
Um beim Schulbereich zu bleiben: die Nervensägen in der Klasse haben irgendwann aufgehört wenn keiner mehr drauf geachtet hat weil's fad wurde.
Sollten wir mit diesem Ranking-Getue auch machen.
Diese alljährlichen Studien kranken nicht nur an Methodik und "Status-Quo Denken" (Betriebsblindheit) sondern auch an einem grundsätzlichen Problem: bis ein mit 6 Jahren eingeschulter Schüler das Gymnasium mit 18 Jahren verlässt vergehen also 12 Jahre. Erst nach 12 Jahren, wenn ein kompletter Jahrgang ein reformiertes System durchlaufen hat, kann man zB wirklich verlässliche Aussagen über Veränderungen bei Schulabbrechern, Durchschnittsnoten, Sitzenbleibern, etc. treffen. Alles andere müssen Stichproben bleiben die wie gesagt an der Betriebsblindheit der "Bildungsexperten" kranken. Es wird nicht grundsätzlich hinterfragt wie ein zeitgemäßer Wissenskanon auszusehen hat, wie die Schule zeitgemäß auf Beruf und Leben vorbereiten sollte. Es wird nur die Bildungsideologie aus dem 19. Jahrhundert fortgeschrieben.
Wichtiger sind Kompetenzen, Befähigungen, die Schüler also zB in die Lage zu versetzen sich Informationen bei Bedarf zu beschaffen, diese auf Stichhaltigkeit zu prüfen, die Seriösität von Quellen einzuschätzen, sich das Wichtigste aus Quellen rauszuziehen etc. diese Kompetenzen können aber schlechterdings standardmäßig abgeprüft werden. Gleiches gilt für Kompetenzen wie ein souveräner Umgang mit dem Computer als Arbeitsgerät, etc.
Und ein auf Standards getrimmtes Schulsystem produziert eben vor allem auch eines: absolute Uniformität, Konformität, ausgerichtet an der derzeitigen "Mode" bzw. Bildungsidealen. Dieser Virus springt im Rahmen der Bachelor und Masterstudiengänge ja derzeit auch auf die Universitäten über die immer verschulter werden.
Ein Umsteuern hieße auch mehr Freiraum, weniger Zensur- und Leistungsdruck dafür aber umso engagierteres Fördern. Die beste Schule, der nachhaltigste Unterricht, ist jener der im Schüler Lust auf das Lernen weckt.
Dies geht aber nicht per Reform, nicht per Ideologie, nicht per Lehrplan, nicht per PISA, nicht per Schulsystem hier, Ganztagsschule da.
Es müsste sich um die Lehrer und die Sachausstattung drehen. Lehrer müssten endlich eine echte pädagogische Ausbildung erhalten, nicht einfach zu Dozenten ausgebildet werden die fachlich top aber menschlich evtl ein Flop sind. Und Sachausstattung, abgesehen von simpel nachvollziehbaren Auswirkungen einer angenehmen Umgebung auf Lernklima und Motivation der Schüler (Baracke Vs. freundliche gemütliche Schule mit sauberen Toiletten und einer Cafeteria mit gutem Mittagessen) gehört zum Unterricht einfach auch mehr als ein Stück Kreide und Leuchtstoffröhren an der Decke. Wie gesagt, der Schulbetrieb ist der einzige Lebensbereich der im Grunde noch wie zu Kaisers Zeiten gegliedert ist. Ein Relikt.
Das Schule Spaß machen sollte, da gebe ich Ihnen völlig recht. Meiner Meinung wird das Lernen in Deutschland viel zu wenig und nicht zu viel untersucht. Was spricht denn dagegen, zu untersuchen, ob Kinder nach dem Erstleseunterricht auch lesen können, nach dem Schreibunterricht auch Rechtschreibung beherrschen, nach dem Matheunterricht auch rechnen können. All diese Fähigkeiten versetzen Kinder dorch erst in die Lage, das, was ihnen überall vorgesetzt wird, überprüfen und für sich selber bewerten zu können. Bei uns wird jede Hautcreme und jeder Lippenstift intensiver untersucht als die Methoden, mit denen unsere Kinder in der Schule lernen. So viel falsche Prioritäten zu setzen, sollten wir uns nicht mehr leisten. Meine Erfahrung mit allen meinen Kindern, egal in welcher Schulaltersstufe: Wenn Kinder in der Schule wirklich etwas lernen, die Lehrer für ihr Fach brennen und die Schüler mögen - in dieser Reihenfolge!- dann macht Schule wirklich Freude. Permantes Lernen für den Test wirkt motivationshemmend, das ist klar. Deshalb den Tests ihre Berechtigung abzusprechen, ist ein falscher Umkehrschluss.
Das Schule Spaß machen sollte, da gebe ich Ihnen völlig recht. Meiner Meinung wird das Lernen in Deutschland viel zu wenig und nicht zu viel untersucht. Was spricht denn dagegen, zu untersuchen, ob Kinder nach dem Erstleseunterricht auch lesen können, nach dem Schreibunterricht auch Rechtschreibung beherrschen, nach dem Matheunterricht auch rechnen können. All diese Fähigkeiten versetzen Kinder dorch erst in die Lage, das, was ihnen überall vorgesetzt wird, überprüfen und für sich selber bewerten zu können. Bei uns wird jede Hautcreme und jeder Lippenstift intensiver untersucht als die Methoden, mit denen unsere Kinder in der Schule lernen. So viel falsche Prioritäten zu setzen, sollten wir uns nicht mehr leisten. Meine Erfahrung mit allen meinen Kindern, egal in welcher Schulaltersstufe: Wenn Kinder in der Schule wirklich etwas lernen, die Lehrer für ihr Fach brennen und die Schüler mögen - in dieser Reihenfolge!- dann macht Schule wirklich Freude. Permantes Lernen für den Test wirkt motivationshemmend, das ist klar. Deshalb den Tests ihre Berechtigung abzusprechen, ist ein falscher Umkehrschluss.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren