Wirtschaftskrise Steinmeier und Juncker fordern EU-Rettungspaket

Die Krise könne nur mit einem europaweit abgestimmten Vorgehen bekämpft werden. Darüber zeigten sich Luxemburgs Ministerpräsident und der SPD-Kanzlerkandidat einig

Zur Finanzierung eines solchen Programms sagte Juncker der Bild-Zeitung: "Die EU-Kommission könnte Euro-Anleihen auflegen und die Einnahmen gezielt z. B. in Straßen, Schienennetze und Energieversorgung investieren. Europa muss jetzt gemeinsam handeln - und die Wirtschaftskrise genauso entschlossen bekämpfen wie die Finanzkrise."

Der luxemburgische Ministerpräsident und Sprecher der Eurogruppe fügte hinzu: "Wirkliche Lösungen kann es nur auf europäischer Ebene geben." Es mache "wenig Sinn, wenn Deutschland, Frankreich oder Italien jetzt einzeln versuchen, ihre Autoindustrie zu schützen." Deshalb müssen sich die Regierungen der Autobauer-Staaten zusammensetzen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

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Allergisch sei er nur gegen Konjunkturprogramme, sagte Junker, die "mit der großen Gießkanne Geld übers Land schütten - und am Ende nur die Verschuldung erhöhen".

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte dazu in dem gemeinsamen Interview: "Nach dem Rettungsschirm für die Banken brauchen wir jetzt den Schutzschirm für die Arbeitsplätze." Marode Unternehmen könnten allerdings nicht auf Dauer am Tropf des Staates überleben. Opel sei nach seinen Informationen jedoch nicht marode. Da könne man sich "nicht einfach zurücklehnen und zusehen, wie ein Großunternehmen in die Knie geht".

Nach seiner Einschätzung steht die Autobranche weltweit vor einer schweren Absatzkrise. Steinmeier sagte am Montagabend nach dem Gespräch mit den Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der deutschen Automobilindustrie und dem Vorsitzenden der IG Metall, Berthold Huber: "Es ist deutlich geworden, dass die Autobranche in Deutschland, Europa und weltweit vor einer schweren Absatzkrise steht. Wir müssen hier als Bundesregierung außen- und innenpolitisch alles tun, um deutsche Interessen und Arbeitsplätze so gut wie möglich zu schützen. Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen."

Es müsse verhindert werden, dass "im Grunde gesunde Unternehmen kaputtgehen. Wenn es nach der Krise wieder aufwärtsgeht, brauchen die deutschen Autofirmen die qualifizierten Zulieferer und jeden gut ausgebildeten Arbeitnehmer. Deswegen müssen wir dafür kämpfen, dass jetzt keine Strukturen zerfallen, die den Automobilstandort Deutschland so stark gemacht haben", hieß es in einer Mitteilung des Auswärtigen Amts.

Leser-Kommentare
  1. Mal ehrlich... was ist nun "besser" im Sinne das die Gesellschaftlichen Strukturen einigermassen stabil bleiben...

    ... Keynes oder Friedmann ?

    Was mich bei den Anleihen zur Mittelbeschaffung ein wenig stört ist, das die wenigen die noch genügen Kapital haben diese zu kaufen, eigentlich ja schon mit Steuervergünstigungen hoffiert worden sind. Es arbeiten sich also nacher alle wieder ab für die sogenannten "high net worth individuals".

    Warum nur werden die Mittel nicht mittels Steuerehöhungen für sehr hohe EInkommen beschaft? Immerhin haben diese sehr hohen Einkommensklassen auch erhebliche Vermögen kummulieren können. Da finde ich, das diese sehr hohen Einkommensklassen für ein paar Quartale auf ihre Renditen oder sogar Gewinne verzichten...

    Weiterer staatlicher Verschuldung und zukünftigen Steuererhöhungen für kleine und mittlere Einkommen (um die Schulden zurückzuzahlen) und auch der Inflation könnte so ein Riegel vorgeschoben werden...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  2. Da Sie uns als Aktionäre der Postbank nicht aufgeklärt haben, dass Sie ihre Wertanlagen mit Pleitebanken, Island und sonstigen CO-Banken in USA getätigt haben und dadurch das Vermögen der Aktionäre verschleudert haben werden wir gegen Sie Anklage erhaben. Sollten sich dadurch auch noch Querverbindungen zur Übernahme zur Deutschen Bank ergeben werden wir gesondert Anzeige wegen Untreue und Betruges bei der Staatsanwaltschaft veranlassen. Da der schlechte derzeitige Aktienkurs durch die Fehlinvestitionen der Postbank und deren Managern ins bodenlose versinkt, werden wir die Manager der Post AG und der Postbank AG gesondert verfolgen und entsprechend behandeln. Wir freuen uns schon auf die nächste. Wir sind bei der Verhandlung gegen H. Zumwinkel und Co. Anwesend!

  3. [entfernt wegen Doppelposting/ Redaktion; svb]

  4. Sie werden doch nun nach den neusten Ankündigungen nicht glauben, dass wir als für die Vorsorge denkende Menschen als Deppen behandelt werden. Alle die sich nicht richtig ihr Formular durchgelesen haben, werden in Zukunft als sog. Lehman Geschädigte behandelt. Alle, die der deutschen Wirtschaft, dem Mittelstand und der Industrie das Rückgrat gestärkt haben wurden durch die Bankmanager der IKB bis ins Mark geschädigt und haben nun ihre Altersvorsorge verloren, glauben sie wirklich wir werden das schlucken als Teilhaber der deutschen Industrie, die bis vor kurzem noch wahnsinnige Gewinne gemacht hat. Wir haben jahrelang für diesen deutschen Staat die Gelder hingehalten und wurden auf das erbärmlichste enttäuscht! Nun ist Kampf angesagt und zwar wenn es nötig ist bis zum Bundesverfassungsgericht. Weil der BGH evtl. erstmals nachsehen muss, was hier im Lande als Betrüger, Scheininvestoren, Anlagebetrüger, Insolvenzbetrüger u.a. als sog. Investoren herumläuft und ständig nur den Namen ändert aber trotzdem weitermacht wie zu vor!

  5. [entfernt, bitte nutzen Sie das ZEIT-Forum nicht für private Angelegenheiten/ Redaktion; svb]

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