Weltfinanzgipfel Die Differenzen sind groß

Auf dem Finanzgipfel in Washington sucht die Welt nach neuen Regeln für die Finanzmärkte. Doch die Vorstellungen darüber gehen weit auseinander. Ein Überblick

Wenn sich an diesem Wochenende die Staats- und Regierungschefs der 20 größten Volkswirtschaften in Washington treffen, um über eine Neuordnung der internationalen Finanzmärkte zu verhandeln, läuft die Zeit gegen sie. Noch werden die Regierungen gebraucht. Mit insgesamt 3200 Milliarden Dollar stützen die Staaten taumelnde Bankhäuser auf der ganzen Welt, und die Finanzindustrie ruft weiter um Hilfe. Ist diese Phase einmal vorbei, dürfte eine Regulierung der Märkte jedoch schwierig werden. Der deutsche Finanzminister Steinbrück formuliert es so: "Nie stand das Fenster so weit offen für eine neue Finanzarchitektur".

Entsprechend groß sind die Erwartungen an den Weltgipfel. Sie können enttäuscht werden. Denn Europäer, Amerikaner und die Schwellenländer liegen mit ihren Vorstellungen weit auseinander. Europa will die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) stärken, die Amerikaner sind dagegen. Auch einige Schwellenländer halten wenig davon. Zu verhasst ist der Fonds in Asien und Lateinamerika. Europa will mehr Regulierung, Amerika fürchtet, die heimischen Banken könnten hierdurch ins Hintertreffen geraten.

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Dennoch: Zum ersten Mal sitzt eine Runde von Staaten zusammen, die die globalen Probleme wirklich lösen könnte. Neben den G8-Staaten nehmen Argentinien, Australien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, die Türkei und Spanien am Gipfel teil.

Leser-Kommentare
  1. Um es mal klar anzusprechen: Es geht auf dem Weltfinanzgipfel darum, die ökonomische Vorherrschaft der USA zu sichern, OBWOHL der freie Markt bereits ein klares Wort gesprochen hat.
    Europa muss deshalb über den eigenen Schatten der Busenfreundschaft springen und versuchen mehr Einfluss zu gewinnen, um künftige Krisen zu verhindern. Das ist der erste Schritt. Dass die turbokapitalistischen USA umdenken werden, ist zu bezweifeln, das wird schon an der Einstellung deutlich, mit der sie an diesem Gipfel teilnehmen: Bloss nicht den Tropf abkapseln, an dem das Land hängt.

  2. Ja, genau das Rückrat das die europäischen Staatsoberhäupter jahrelang vergessen haben gilt es jetzt wieder auszupacken. Da lobe ich mir einen Nicolas Sarkozy, der sich wenigstens traut seine Meinung öffentlich zu sagen. Eine Frau Merkel macht für mich eher den Eindruck einer "An Onkel Georges Rockzipfel hängenden kleinen Nichte". Jetzt gilt es genau diese Vorherschaft der USA zu brechen, denn sie hat einfach zuviel Unheil gebracht. Dies ist eine Art Probe für Europa, sich als Mitspieler der Weltmächte zu behaupten und die Rolle des ewigen "Ja- und Vielleicht-Sager" abzulegen.

  3. Der Artikel macht deutlich, wie schwierig "konkrete Weltinnenpolitik"

    zur alternativlosen globalen Regulierung des Weltfinanzsystems durch Weltverträge sein wird.

    Auf jeden Fall nehmen die Überlegungen zur Internationalen Weltordnung

    im ZEIT-Interview mit Jürgen HAbermas offensichtlich dynamische Gestalt an:

    http://www.zeit.de/2008/4...

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    Meinen Sie?
    Die USA werden bis zum bitteren Ende um ihre Vorherrschaft, die ihre defizitäre Wirtschaft am Leben hält und den Lebensstil garantiert, kämpfen. Bis sich von selbst was ändert und plötzlich einer auf seine Previlegien verzichtet, da kannst Du warten bis Du schwarz wirst. Es war in der Vergangenheit ja nicht einmal mehr möglich, den aller bettelärmsten Nationen durch Schuldenerlass auf die Sprünge zu helfen. Warum sollte sich an dieser Attitüde jetzt was geändert haben?
    Für die Konferenz kann man deshalb ein Machtgerangel erwarten, ganz traditionell nach altem Stil.

    Meinen Sie?
    Die USA werden bis zum bitteren Ende um ihre Vorherrschaft, die ihre defizitäre Wirtschaft am Leben hält und den Lebensstil garantiert, kämpfen. Bis sich von selbst was ändert und plötzlich einer auf seine Previlegien verzichtet, da kannst Du warten bis Du schwarz wirst. Es war in der Vergangenheit ja nicht einmal mehr möglich, den aller bettelärmsten Nationen durch Schuldenerlass auf die Sprünge zu helfen. Warum sollte sich an dieser Attitüde jetzt was geändert haben?
    Für die Konferenz kann man deshalb ein Machtgerangel erwarten, ganz traditionell nach altem Stil.

  4. Meinen Sie?
    Die USA werden bis zum bitteren Ende um ihre Vorherrschaft, die ihre defizitäre Wirtschaft am Leben hält und den Lebensstil garantiert, kämpfen. Bis sich von selbst was ändert und plötzlich einer auf seine Previlegien verzichtet, da kannst Du warten bis Du schwarz wirst. Es war in der Vergangenheit ja nicht einmal mehr möglich, den aller bettelärmsten Nationen durch Schuldenerlass auf die Sprünge zu helfen. Warum sollte sich an dieser Attitüde jetzt was geändert haben?
    Für die Konferenz kann man deshalb ein Machtgerangel erwarten, ganz traditionell nach altem Stil.

    • ziyou
    • 15.11.2008 um 16:45 Uhr

    "China hat derzeit noch kein Interesse, an den Grundfesten der jetzigen Ordnung zu rütteln, von der das Land enorm profitiert hat. Auch in Zukunft wird es auf seine Exporte und damit auf die Käufer im Westen angewiesen sein. Zudem ist China der größte Gläubiger der USA und somit an einem starken amerikanischen Bankensektor interessiert."

    alles richtig. Für uns Chinesen sind Witzfiguren wie Sarkozy and Angie einfach unerträglich. Neue Ordnung? Führung unter Europa? Nein!
    Sarkozy und Merkel sollen lieber Dalai Lama küssen gehen. Lass China in Ruhe.

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