US-Kabinett

Dream-Team oder Schnapsidee?

Mit der Entscheidung, Hillary Clinton zur Außenministerin zu machen, beweist Barack Obama menschliche Größe und politische Klugheit

Aller Voraussicht nach wird Hillary Clinton Außenministerin in Barack Obamas Team

Aller Voraussicht nach wird Hillary Clinton Außenministerin in Barack Obamas Team

Hillary Clinton wird voraussichtlich die nächste Außenministerin der Vereinigten Staaten werden. Zwar gibt es noch keine formelle Entscheidung des gewählten Präsidenten, die Mitarbeiter beider Akteure haben aber eine öffentliche Erwartungshaltung geschaffen, die eine andere Entscheidung nur noch um den Preis schwerer Beschädigungen für Hillary Clinton, Barack Obama und die Demokratische Partei möglich machen würde.

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Präsident und Außenministerin in spe haben die jemals längste, härteste und teuerste Schlacht um die Präsidentschaftsnominierung der Demokraten ausgefochten. Beide Seiten haben sich dabei nichts geschenkt, wobei der schmutzige, also persönlich herabwürdigende Wahlkampf ganz besonders vom Lager Hillary Clintons ausging.

Viele der bösartigen Angriffe des Clinton-Lagers wurden von den Republikanern während des Präsidentschaftswahlkampfs mit Begeisterung aufgegriffen. Es hätte deshalb kaum jemanden verwundert, wenn bei Barack Obama nach diesem bitteren Vorwahlkampf  persönliche Verletzungen zurückgeblieben wären und er einen klaren Trennungsstrich zwischen sich und den Clintons bevorzugt hätte.

Um so bemerkenswerter ist es daher, dass Barack Obama die Größe hat, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, der Einheit der Demokratischen Partei und ihrer Wählerschaft den Vorrang zu geben und Hillary Clinton offenbar das drittwichtigste Amt in der US-Regierung anzubieten. Der kommende Präsident beweist damit Größe und Stärke.

Es gibt in der Politik eine Regel, die immer zutrifft: Die wahre Stärke eines Amtsinhabers kann man an seinen Partnern und Mitarbeitern ablesen. Schwache Amtsinhaber fürchten sich vor starken Partnern und deren Schatten, den sie werfen. Starke Persönlichkeiten hingegen umgeben sich mit starken Mitarbeitern.

An der Qualifikation Hillary Clintons für das Amt der Außenministerin bestehen keinerlei sachliche oder persönliche Zweifel. Ganz im Gegenteil würde es dem in den Jahren von George W. Bush demoralisierten und personell wie finanziell ausgezehrten State Departement äußerst guttun, wenn es über eine gleichermaßen außenpolitisch kompetente wie politisch einflussreiche Ministerin verfügen würde.

Die entscheidende Frage dieser Personalentscheidung Barack Obamas stellt sich auf einer anderen Ebene: Lässt sich die Rivalität zwischen den beiden Führungsfiguren der Demokraten überhaupt überwinden und ein Vertrauensverhältnis zwischen Präsident und Außenministerin herstellen, das für eine erfolgreiche Außenpolitik unerlässlich ist?

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Leser-Kommentare

  1. Der Mann imponiert mir immer mehr!
    Nur mit einer Ministerriege aus starken Persönlichkeiten kann er der Macht der Lobbyisten der Öl- und Rüstungsindustie, deren Erfüllungsgehilfe Bush war, Paroli bieten.

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    aber eigentlich sollte man vorraussetzen , dass ein Zeit-Leser immer versucht hinter Kulissen zu schauen und sich nicht von Oberflächlichkeiten hinreissen lässt . Gab es in der westlichen Welt überhaupt einen Politiker der höchsten Ebene , der ernsthaft Lobbyisten Paroli bieten konnte oder wollte ??? Man sollte immer sehr genau lesen , dann bekommt man einen Einblick darüber wie man als Politiker geschickt mit kleinen Brotkrumen locken kann , wunderbar in Rhetorik verpackt . Das "Verkaufen" der eigenen Person ist erlernt und wird immer wieder (zum Beispiel in Lehrgängen) aufs neue perfektioniert .
    Bei Obama hat es ,so wie es aussieht , geradezu genial funktioniert . Man kann es auch als bewussten Manipulationsversuch bezeichnen , wenn mann polarisierend argumentieren will.
    Versprochen hat Obama gar nichts . Er hat Träume + Wünsche unmittelbar mit seiner Person verbunden , aber jeder der ihn gewählt hat , projiziert mit eigenen Vorstellungen .. Wenn Obama das verlorengegangene Selbstbewusstsein in Amerika wiederherstellen will , müssen vor allem alte Wertvorstellungen bedient werden , denn es gibt ja keine wirklich neuen Einsichten sondern eher Trauer darüber , dass die alten Wege nicht zum richtigen Ziel gefüht haben .... Und bei der politischen Zielvorstellung scheiden sich die Geister ..
    Man darf politischen Optimismus nicht an einzelne Menschen binden ....Das zeigt die Geschichte !!!!!!!!

    dann warten wir mal, wie lange es dauert, bis die regierung obama die schandverträge von bagdad(die von den amerikanischen ölfirmen mit hilfe der bushadministration der irakischen bevölkerung und vollkommen zu deren ungunsten aufoktroyierten verträge) freiwillig und von sich aus annulliert.g.w.

    Das ist natürlich alles relativ. Stark im Vergleich zu wem? Wer so weit unter die Gürtellinie tritt, wie Frau Clinton, beweißt damit nicht besonders viel Charakter. Die Überlegenheit des anderen wird als höhere Gewalt betrachtet, deren man sich in vermeintlicher Notwehr mit jedem Mittel erwehren darf. Unter anderen politischen Konstellationen wir der Gegner einfach umgelegt. Bin ja sehr gespannt, wie aus der Sauline eine Pauline wird.

  2. Im Moment wird bei Obama alles was er tut in den Himmel gelobt, ähnlich wie bei Bush, nur dass bei ihm alles Müll war. Ob Obamas Entscheidungen wirklich alle so gut sind wie jetzt behauptet wird sich zeigen. Auch er ist nur ein Mensch, selbst wenn er den Heiligenschein des Erlösers trägt. Die Welt ist nicht nur schwarz-weiß (so wie Obama, hihi), mal schauen wann diese Modewelle wieder abklingt.

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    Ob Buhmannn oder Heilsbringer, das sind ja meist mediale Selbstläufer!
    Gortatschow, Gandhi, Mandela hatten sicher auch keine Kontrolle über den Hype um ihre Personen.

    • 24.11.2008 um 11:10 Uhr
    • NoG

    zu wenig ueber die praesidenten/ staatsoberhaeupter und außenminister von brasilien, indien, korea, china... ;)

    diese unzaehligen interpretationen jedes atemzuges von obama langweilen langsam.
    warten wir doch erstmal ab bis es richtig konkret wird.

  3. Die im Artikel noch einmal aufgezählten, gefährlichen Weltprobleme bedürfen nicht nur einer guten Kooperation von kompetenten Kräften innerhalb der USA, sondern weltweit !

    Leider gibt es "verdammt viel zu tun !"

  4. Ob Buhmannn oder Heilsbringer, das sind ja meist mediale Selbstläufer!
    Gortatschow, Gandhi, Mandela hatten sicher auch keine Kontrolle über den Hype um ihre Personen.

    Antwort auf "Mystifizierung"
  5. aber eigentlich sollte man vorraussetzen , dass ein Zeit-Leser immer versucht hinter Kulissen zu schauen und sich nicht von Oberflächlichkeiten hinreissen lässt . Gab es in der westlichen Welt überhaupt einen Politiker der höchsten Ebene , der ernsthaft Lobbyisten Paroli bieten konnte oder wollte ??? Man sollte immer sehr genau lesen , dann bekommt man einen Einblick darüber wie man als Politiker geschickt mit kleinen Brotkrumen locken kann , wunderbar in Rhetorik verpackt . Das "Verkaufen" der eigenen Person ist erlernt und wird immer wieder (zum Beispiel in Lehrgängen) aufs neue perfektioniert .
    Bei Obama hat es ,so wie es aussieht , geradezu genial funktioniert . Man kann es auch als bewussten Manipulationsversuch bezeichnen , wenn mann polarisierend argumentieren will.
    Versprochen hat Obama gar nichts . Er hat Träume + Wünsche unmittelbar mit seiner Person verbunden , aber jeder der ihn gewählt hat , projiziert mit eigenen Vorstellungen .. Wenn Obama das verlorengegangene Selbstbewusstsein in Amerika wiederherstellen will , müssen vor allem alte Wertvorstellungen bedient werden , denn es gibt ja keine wirklich neuen Einsichten sondern eher Trauer darüber , dass die alten Wege nicht zum richtigen Ziel gefüht haben .... Und bei der politischen Zielvorstellung scheiden sich die Geister ..
    Man darf politischen Optimismus nicht an einzelne Menschen binden ....Das zeigt die Geschichte !!!!!!!!

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    Was gab es denn für eine Wahl? McCain oder Obama! Wenn man bedenkt mit was für Schmutzkampagnen McCain das weiße Haus erobern wollte, muss man den Sieg von Obama doch beinahe als Erlösung empfinden.
    Ob ich z. B. SPD oder CDU wähle, ist letztlich für mein Leben von geringerer Bedeutung, als die Wahl zwischen schwarzer oder roter Johannisbeermarmelade zum Frühstück!

    Herr Obama ist gewaehlt worden weil er es verstanden hat, eine neue Vision, eine Hoffnung in der Amerikanischen Bevoelkerung erwecken. Ich lebe seit 8 Jahren in den USA und man kann den frischen Wind tatsaechlich fuehlen.

    Seine Plattform hat sich vor allem auf dieser Vision begruendet obwohl er sehr wohl auch konkrete Vorschlaege in seinem Wahlprogramm hatte.

    Natuerlich muss sich Hr. Obama erst bewaehren und man muss sehen wie seine konkrete Vorstellung des Regierens sich in die Realitaet umsetzen laesst. Aber die Art und Weise wie er sich in der Umstellungsperiode verhaelt und fast alle der Personalentscheidungen die er bisher getroffen hat versprechen sehr viel.

    Ich muss zugeben dass ich in Zeiten wie diesen lieber den cerebralen Optimisten als den aus-dem-Bauch-heraus entscheidenden Konservativen!

    PS: Am erfrischensten finde ich persoenlich, dass die Amerikanische Bevoelkerung zum ersten Mal seit acht Jahren von Ihrem Praesidenten (President elect) nicht wie ein Kindergartenkind angesprochen wird, sondern wie Erwachsene und Intelligente Menschen.

  6. Was gab es denn für eine Wahl? McCain oder Obama! Wenn man bedenkt mit was für Schmutzkampagnen McCain das weiße Haus erobern wollte, muss man den Sieg von Obama doch beinahe als Erlösung empfinden.
    Ob ich z. B. SPD oder CDU wähle, ist letztlich für mein Leben von geringerer Bedeutung, als die Wahl zwischen schwarzer oder roter Johannisbeermarmelade zum Frühstück!

  7. ...http://www.democracynow.org/2008/11/17/obama_taps_ex_cia_officials_tied

    wie war das von brecht,
    "Denn die einen stehn im Dunkeln und die andern stehn im Licht. Und man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht."

    abwarten ist was ich auch vorschlage.

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  • Von Joschka Fischer
  • Datum 22.1.2009 - 15:34 Uhr
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  • Serie opi
  • Quelle ZEIT ONLINE
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  • Schlagworte Internationale Beziehungen | Barack Obama | USA
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