US-Kabinett Dream-Team oder Schnapsidee?Seite 2/2

Ich meine, eindeutig ja. Die Machtfrage ist entschieden, und damit ist auch die Rollenverteilung zwischen Obama und Clinton geklärt: Der Präsident hat das letzte Wort in allen politischen Fragen. Andererseits gibt es zwischen Barack Obama und Hillary Clinton keine wirklichen inhaltlichen Differenzen in der Außenpolitik. Zudem ist es in der Politik keineswegs ungewöhnlich, den unterlegenen Kontrahenten einzubinden, zumal wenn man ein starkes Kabinett bilden will. Genau dies scheint Barack Obamas Ziel zu sein.

Wenn man die bereits erfolgten und die sich konkret abzeichnenden Berufungen summiert, wird dies eines der am stärksten besetzten Kabinette in der amerikanischen Geschichte sein, ein „Team of Rivals“, wie es das erste Kabinett von Präsident Abraham Lincoln war.

Gewiss ist eine solch außergewöhnliche Zusammensetzung einer Regierung immer auch ein großes Risiko. Denn die mächtigsten innerparteilichen Rivalen in der eigenen Regierung zu haben setzt großes Selbstbewusstsein und ein entsprechendes Vertrauen in die eigene Stärke als Präsident voraus. All dies scheint auf Barack Obama zuzutreffen.

Mit jedem weiteren Tag wird offensichtlicher, dass die globale Wirtschafts- und Finanzkrise durchaus über das Potenzial verfügt, zu einer globalen Depression zu werden. Angesichts dieser Entwicklung fällt es zunehmend schwer, nur an den schlichten Zufall der Ereignisse zu glauben, wenn man sieht, wie in den USA – anders als in Europa – Krise und Personen zueinander finden.

Barack Obama wird sich als wahrer politischer Virtuose erweisen und mehrere  Bälle – einer gefährlicher als der andere – zur selben Zeit in der Luft halten müssen: die Wirtschafts- und Finanzkrise, den Klimawandel, die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft, eine neue Weltordnung unter Einbeziehung von China und den anderen aufsteigenden Mächten, globale Armut, Terrorismus, Russland, die Kriege im Irak und Afghanistan und jede Menge weiterer regionaler Konflikte von Nahost bis Darfur.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise wird für Barack Obama dennoch Priorität haben. In einer solch zugespitzten Situation über eine starke Außenministerin zu verfügen, der er vertraut und die ihn zugleich auch innenpolitisch stärken wird, ist  angesichts dieses gewaltigen Berges von Herausforderungen alles andere als eine Schnapsidee, sondern kann sich als überaus hilfreich erweisen.

 
Leser-Kommentare
  1. Der Mann imponiert mir immer mehr!
    Nur mit einer Ministerriege aus starken Persönlichkeiten kann er der Macht der Lobbyisten der Öl- und Rüstungsindustie, deren Erfüllungsgehilfe Bush war, Paroli bieten.

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    aber eigentlich sollte man vorraussetzen , dass ein Zeit-Leser immer versucht hinter Kulissen zu schauen und sich nicht von Oberflächlichkeiten hinreissen lässt . Gab es in der westlichen Welt überhaupt einen Politiker der höchsten Ebene , der ernsthaft Lobbyisten Paroli bieten konnte oder wollte ??? Man sollte immer sehr genau lesen , dann bekommt man einen Einblick darüber wie man als Politiker geschickt mit kleinen Brotkrumen locken kann , wunderbar in Rhetorik verpackt . Das "Verkaufen" der eigenen Person ist erlernt und wird immer wieder (zum Beispiel in Lehrgängen) aufs neue perfektioniert .
    Bei Obama hat es ,so wie es aussieht , geradezu genial funktioniert . Man kann es auch als bewussten Manipulationsversuch bezeichnen , wenn mann polarisierend argumentieren will.
    Versprochen hat Obama gar nichts . Er hat Träume + Wünsche unmittelbar mit seiner Person verbunden , aber jeder der ihn gewählt hat , projiziert mit eigenen Vorstellungen .. Wenn Obama das verlorengegangene Selbstbewusstsein in Amerika wiederherstellen will , müssen vor allem alte Wertvorstellungen bedient werden , denn es gibt ja keine wirklich neuen Einsichten sondern eher Trauer darüber , dass die alten Wege nicht zum richtigen Ziel gefüht haben .... Und bei der politischen Zielvorstellung scheiden sich die Geister ..
    Man darf politischen Optimismus nicht an einzelne Menschen binden ....Das zeigt die Geschichte !!!!!!!!

    dann warten wir mal, wie lange es dauert, bis die regierung obama die schandverträge von bagdad(die von den amerikanischen ölfirmen mit hilfe der bushadministration der irakischen bevölkerung und vollkommen zu deren ungunsten aufoktroyierten verträge) freiwillig und von sich aus annulliert.g.w.

    • xperi
    • 01.12.2008 um 11:11 Uhr

    Das ist natürlich alles relativ. Stark im Vergleich zu wem? Wer so weit unter die Gürtellinie tritt, wie Frau Clinton, beweißt damit nicht besonders viel Charakter. Die Überlegenheit des anderen wird als höhere Gewalt betrachtet, deren man sich in vermeintlicher Notwehr mit jedem Mittel erwehren darf. Unter anderen politischen Konstellationen wir der Gegner einfach umgelegt. Bin ja sehr gespannt, wie aus der Sauline eine Pauline wird.

    aber eigentlich sollte man vorraussetzen , dass ein Zeit-Leser immer versucht hinter Kulissen zu schauen und sich nicht von Oberflächlichkeiten hinreissen lässt . Gab es in der westlichen Welt überhaupt einen Politiker der höchsten Ebene , der ernsthaft Lobbyisten Paroli bieten konnte oder wollte ??? Man sollte immer sehr genau lesen , dann bekommt man einen Einblick darüber wie man als Politiker geschickt mit kleinen Brotkrumen locken kann , wunderbar in Rhetorik verpackt . Das "Verkaufen" der eigenen Person ist erlernt und wird immer wieder (zum Beispiel in Lehrgängen) aufs neue perfektioniert .
    Bei Obama hat es ,so wie es aussieht , geradezu genial funktioniert . Man kann es auch als bewussten Manipulationsversuch bezeichnen , wenn mann polarisierend argumentieren will.
    Versprochen hat Obama gar nichts . Er hat Träume + Wünsche unmittelbar mit seiner Person verbunden , aber jeder der ihn gewählt hat , projiziert mit eigenen Vorstellungen .. Wenn Obama das verlorengegangene Selbstbewusstsein in Amerika wiederherstellen will , müssen vor allem alte Wertvorstellungen bedient werden , denn es gibt ja keine wirklich neuen Einsichten sondern eher Trauer darüber , dass die alten Wege nicht zum richtigen Ziel gefüht haben .... Und bei der politischen Zielvorstellung scheiden sich die Geister ..
    Man darf politischen Optimismus nicht an einzelne Menschen binden ....Das zeigt die Geschichte !!!!!!!!

    dann warten wir mal, wie lange es dauert, bis die regierung obama die schandverträge von bagdad(die von den amerikanischen ölfirmen mit hilfe der bushadministration der irakischen bevölkerung und vollkommen zu deren ungunsten aufoktroyierten verträge) freiwillig und von sich aus annulliert.g.w.

    • xperi
    • 01.12.2008 um 11:11 Uhr

    Das ist natürlich alles relativ. Stark im Vergleich zu wem? Wer so weit unter die Gürtellinie tritt, wie Frau Clinton, beweißt damit nicht besonders viel Charakter. Die Überlegenheit des anderen wird als höhere Gewalt betrachtet, deren man sich in vermeintlicher Notwehr mit jedem Mittel erwehren darf. Unter anderen politischen Konstellationen wir der Gegner einfach umgelegt. Bin ja sehr gespannt, wie aus der Sauline eine Pauline wird.

  2. Im Moment wird bei Obama alles was er tut in den Himmel gelobt, ähnlich wie bei Bush, nur dass bei ihm alles Müll war. Ob Obamas Entscheidungen wirklich alle so gut sind wie jetzt behauptet wird sich zeigen. Auch er ist nur ein Mensch, selbst wenn er den Heiligenschein des Erlösers trägt. Die Welt ist nicht nur schwarz-weiß (so wie Obama, hihi), mal schauen wann diese Modewelle wieder abklingt.

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    Ob Buhmannn oder Heilsbringer, das sind ja meist mediale Selbstläufer!
    Gortatschow, Gandhi, Mandela hatten sicher auch keine Kontrolle über den Hype um ihre Personen.

    Ob Buhmannn oder Heilsbringer, das sind ja meist mediale Selbstläufer!
    Gortatschow, Gandhi, Mandela hatten sicher auch keine Kontrolle über den Hype um ihre Personen.

    • NoG
    • 24.11.2008 um 11:10 Uhr

    zu wenig ueber die praesidenten/ staatsoberhaeupter und außenminister von brasilien, indien, korea, china... ;)

    diese unzaehligen interpretationen jedes atemzuges von obama langweilen langsam.
    warten wir doch erstmal ab bis es richtig konkret wird.

  3. Die im Artikel noch einmal aufgezählten, gefährlichen Weltprobleme bedürfen nicht nur einer guten Kooperation von kompetenten Kräften innerhalb der USA, sondern weltweit !

    Leider gibt es "verdammt viel zu tun !"

  4. Ob Buhmannn oder Heilsbringer, das sind ja meist mediale Selbstläufer!
    Gortatschow, Gandhi, Mandela hatten sicher auch keine Kontrolle über den Hype um ihre Personen.

    Antwort auf "Mystifizierung"
  5. aber eigentlich sollte man vorraussetzen , dass ein Zeit-Leser immer versucht hinter Kulissen zu schauen und sich nicht von Oberflächlichkeiten hinreissen lässt . Gab es in der westlichen Welt überhaupt einen Politiker der höchsten Ebene , der ernsthaft Lobbyisten Paroli bieten konnte oder wollte ??? Man sollte immer sehr genau lesen , dann bekommt man einen Einblick darüber wie man als Politiker geschickt mit kleinen Brotkrumen locken kann , wunderbar in Rhetorik verpackt . Das "Verkaufen" der eigenen Person ist erlernt und wird immer wieder (zum Beispiel in Lehrgängen) aufs neue perfektioniert .
    Bei Obama hat es ,so wie es aussieht , geradezu genial funktioniert . Man kann es auch als bewussten Manipulationsversuch bezeichnen , wenn mann polarisierend argumentieren will.
    Versprochen hat Obama gar nichts . Er hat Träume + Wünsche unmittelbar mit seiner Person verbunden , aber jeder der ihn gewählt hat , projiziert mit eigenen Vorstellungen .. Wenn Obama das verlorengegangene Selbstbewusstsein in Amerika wiederherstellen will , müssen vor allem alte Wertvorstellungen bedient werden , denn es gibt ja keine wirklich neuen Einsichten sondern eher Trauer darüber , dass die alten Wege nicht zum richtigen Ziel gefüht haben .... Und bei der politischen Zielvorstellung scheiden sich die Geister ..
    Man darf politischen Optimismus nicht an einzelne Menschen binden ....Das zeigt die Geschichte !!!!!!!!

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    Was gab es denn für eine Wahl? McCain oder Obama! Wenn man bedenkt mit was für Schmutzkampagnen McCain das weiße Haus erobern wollte, muss man den Sieg von Obama doch beinahe als Erlösung empfinden.
    Ob ich z. B. SPD oder CDU wähle, ist letztlich für mein Leben von geringerer Bedeutung, als die Wahl zwischen schwarzer oder roter Johannisbeermarmelade zum Frühstück!

    • aji
    • 25.11.2008 um 1:58 Uhr

    Herr Obama ist gewaehlt worden weil er es verstanden hat, eine neue Vision, eine Hoffnung in der Amerikanischen Bevoelkerung erwecken. Ich lebe seit 8 Jahren in den USA und man kann den frischen Wind tatsaechlich fuehlen.

    Seine Plattform hat sich vor allem auf dieser Vision begruendet obwohl er sehr wohl auch konkrete Vorschlaege in seinem Wahlprogramm hatte.

    Natuerlich muss sich Hr. Obama erst bewaehren und man muss sehen wie seine konkrete Vorstellung des Regierens sich in die Realitaet umsetzen laesst. Aber die Art und Weise wie er sich in der Umstellungsperiode verhaelt und fast alle der Personalentscheidungen die er bisher getroffen hat versprechen sehr viel.

    Ich muss zugeben dass ich in Zeiten wie diesen lieber den cerebralen Optimisten als den aus-dem-Bauch-heraus entscheidenden Konservativen!

    PS: Am erfrischensten finde ich persoenlich, dass die Amerikanische Bevoelkerung zum ersten Mal seit acht Jahren von Ihrem Praesidenten (President elect) nicht wie ein Kindergartenkind angesprochen wird, sondern wie Erwachsene und Intelligente Menschen.

    Was gab es denn für eine Wahl? McCain oder Obama! Wenn man bedenkt mit was für Schmutzkampagnen McCain das weiße Haus erobern wollte, muss man den Sieg von Obama doch beinahe als Erlösung empfinden.
    Ob ich z. B. SPD oder CDU wähle, ist letztlich für mein Leben von geringerer Bedeutung, als die Wahl zwischen schwarzer oder roter Johannisbeermarmelade zum Frühstück!

    • aji
    • 25.11.2008 um 1:58 Uhr

    Herr Obama ist gewaehlt worden weil er es verstanden hat, eine neue Vision, eine Hoffnung in der Amerikanischen Bevoelkerung erwecken. Ich lebe seit 8 Jahren in den USA und man kann den frischen Wind tatsaechlich fuehlen.

    Seine Plattform hat sich vor allem auf dieser Vision begruendet obwohl er sehr wohl auch konkrete Vorschlaege in seinem Wahlprogramm hatte.

    Natuerlich muss sich Hr. Obama erst bewaehren und man muss sehen wie seine konkrete Vorstellung des Regierens sich in die Realitaet umsetzen laesst. Aber die Art und Weise wie er sich in der Umstellungsperiode verhaelt und fast alle der Personalentscheidungen die er bisher getroffen hat versprechen sehr viel.

    Ich muss zugeben dass ich in Zeiten wie diesen lieber den cerebralen Optimisten als den aus-dem-Bauch-heraus entscheidenden Konservativen!

    PS: Am erfrischensten finde ich persoenlich, dass die Amerikanische Bevoelkerung zum ersten Mal seit acht Jahren von Ihrem Praesidenten (President elect) nicht wie ein Kindergartenkind angesprochen wird, sondern wie Erwachsene und Intelligente Menschen.

  6. Was gab es denn für eine Wahl? McCain oder Obama! Wenn man bedenkt mit was für Schmutzkampagnen McCain das weiße Haus erobern wollte, muss man den Sieg von Obama doch beinahe als Erlösung empfinden.
    Ob ich z. B. SPD oder CDU wähle, ist letztlich für mein Leben von geringerer Bedeutung, als die Wahl zwischen schwarzer oder roter Johannisbeermarmelade zum Frühstück!

  7. ...http://www.democracynow.org/2008/11/17/obama_taps_ex_cia_officials_tied

    wie war das von brecht,
    "Denn die einen stehn im Dunkeln und die andern stehn im Licht. Und man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht."

    abwarten ist was ich auch vorschlage.

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