Vordenkerin einer Ressourcen und Energie sparenden Wirtschaft: Hunter Lovins © Hunter Lovins

Hunter Lovins gründete 1982 das Rocky Mountain Institute in Boulder/Colorado. Es erarbeitet Konzepte einer ressourcenschonenden Produktionsweise und berät Automobilkonzerne ebenso wie Umweltministerien aus aller Welt. 1983 erhielt sie mit ihrem damaligen Ehemann Amory Lovins den Alternativen Nobelpreis. Heute leitet sie das Institut "Natural Capitalism Solutions" und lehrt an der Presidio School of Management in San Francisco.

ZEIT ONLINE: Sie sagen, die Krise berge die Chance, unsere Art des Wirtschaftens von Grund auf umzukrempeln. Was muss sich ändern?

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Hunter Lovins: So gut wie alles. Dabei müssen die Veränderungen nicht besonders drastisch sein, wenn man die Sache klug angeht. Wir müssen alle Faktoren identifizieren, die Unternehmen, Gemeinden und Einzelne davon abhalten, das zu tun, was in unser aller Interesse ist. Das Ziel ist, deutlich weniger Material und Energie einzusetzen, aber dennoch bessere Ergebnisse zu erreichen als bisher.

ZEIT ONLINE: Welche Faktoren meinen Sie?

Lovins: Es gibt Hunderte. In aller Welt unterstützen Regierungen alte Industrien mit Steuergeldern. Ihre Subventionen lassen Energie billiger erscheinen, als sie in Wahrheit ist. In der Folge spiegeln die Preise die wahren Kosten der Produktion nicht wider. Sie enthalten zum Beispiel nicht die Kosten, die Asthma verursacht, das durch Luftverschmutzung verursacht wird.

ZEIT ONLINE: Es ist schwierig, solche Kosten genau zu messen.