Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank von 90,2 auf 85,8 Punkte, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Montag mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit Februar 1993. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 88,7 Punkte gerechnet. "Insgesamt hat sich der konjunkturelle Abschwung verschärft und wird nun auch den Arbeitsmarkt erfassen", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft.

Die Finanzkrise ist nach Einschätzung des Ifo-Instituts endgültig in der Realwirtschaft angekommen. "Die Unternehmen wollen ihre Produktion drosseln und ihren Stamm an Arbeitskräften reduzieren", sagte Ifo-Experte Klaus Abberger. "Die Realwirtschaft steckt jetzt in der Rezession."

Das Geschäftsklima habe sich im November in beinahe allen Branchen eingetrübt. "Die Situation in der deutschen Wirtschaft wird immer prekärer", sagte Abberger. Schnelle Besserung sei nicht in Sicht. Die Exporteure litten unter der schwachen Auslandsnachfrage, während der Konsum wohl ebenfalls schwächeln dürfte. "Der Winter wird sehr frostig", sagte Abberger.

Besonders deutlich trübte sich das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe ein. Die Unternehmen berichteten von einer klar ungünstigeren Geschäftssituation im November, sagte Sinn. "Das Exportgeschäft wird sich ihrer Ansicht nach beschleunigt abschwächen, den Personalbestand wollen sie reduzieren." Auch im Einzelhandel und Großhandel trübte sich das Geschäftsklima ein. Dagegen sei im Bauhauptgewerbe der Index nur leicht gesunken, hieß es weiter.

Die 7000 befragten Manager schätzten ihre gegenwärtige Lage deutlich schlechter ein als noch im Oktober. Der entsprechende Teilindex sackte auf 94,8 von 99,9 Punkten ab. Auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate beurteilten die Umfrageteilnehmer pessimistischer. Der Erwartungsindex fiel auf 77,6 von 81,4 Punkten.