Konjunktur "Politisch klug"

Der Plan der EU-Kommission, ein europaweites Konjunkturprogramm aufzulegen, hilft den großen Mitgliedsstaaten, sagt der Ökonom Friedrich Heinemann. Ein Interview

Der Chef der Europäischen Kommission, Jose  Manuel Barroso.

Der Chef der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso.

ZEIT ONLINE: Herr Heinemann, die EU-Kommission will ein koordiniertes Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro auflegen. Ein kluger Schritt?

Heinemann: Ja. Brüssel legt nun eine Klammer um die bereits beschlossenen Programme der Mitgliedsstaaten. Das bringt zwar keine großen neuen Impulse. Deutschland etwa hat bereits angekündigt, nicht mehr beisteuern zu wollen als jene 32 Milliarden, die bereits beschlossen sind. Dennoch halte ich den Plan für klug.

Anzeige

ZEIT ONLINE: Warum?

Heinemann: Nationale Konjunkturpakete wirken oft nicht gewünscht. Wenn jeder Staat wie bisher einzeln eingreift, gibt es die Gefahr von Trittbrettfahrern. Kleinere Länder könnten etwa darauf setzen, dass die großen Länder sich kümmern, ohne selbst etwas für die eigene Konjunktur tun zu müssen.

ZEIT ONLINE: Und der Vorschlag der Kommission bannt die Gefahr des Trittbrettfahrens?

Heinemann: Ja. Der Plan sieht vor, dass jeder Staat ein Prozent des eigenen Bruttoinlandsprodukts beisteuert. Damit holt man auch die kleinen Staaten mit ins Boot, die vorher nichts für die heimische Konjunktur getan haben. Das ist von Vorteil für die großen Mitgliedsländer.

ZEIT ONLINE: Ist es denn überhaupt richtig, dass die Staaten jetzt weitere Milliarden in die Hand nehmen, um die Wirtschaft zu stützen?

Heinemann: Wenn es richtig gemacht wird: ja.

ZEIT ONLINE: Was genau plant denn die Kommission?

Leser-Kommentare
  1. Ganz Grossartig . Neuverschuldung ??? , damit der nächste Crash auch sicher kommt :Die Verschuldungsblase ---
    oder spielt da im Hinterkopf dieser Experten mit, dass es irgendwann sowieso zu einer massiven Geldvermehrung per Druckmaschine kommt und eine neue "Stunde Null" zwangsläufig wird ? Ich würde gerne noch 20000 Zeilen dazu schreiben , aber heute gehts nicht

  2. auf den flexiblen Arbeitszeitkonten der Firmen bzw. der Mitarbeiter? In den meisten Firmen sind dies inzwischen Stunden bei denen noch nicht einmal Überstundenprozente gezahlt werden. Diese Konten belaufen sich oft auf 300 oder 400 Arbeitsstunden. Ein zinsloses Darlehn von den Arbeitnehmern an ihre Firma. Das gibt es schon seit etlichen Jahren. Diese Manager können selbst mit unentgeltlicher Arbeit anscheinend keine Firma führen.

    Ist das nicht ein geldwerter Vorteil für die Firmen von dem Steuern abzuführen sind?

    Mir wird jeder mühsam erarbeitete Teuro versteuert.

    Diese Arbeitszeitkonten werden auch noch unehrlich geführt.

    Einerseits wird in Firmen mit Betriebsrat darauf Wert gelegt, dass man seine Plusstunden nur aus eigenem privatem Interesse abbaut obwohl dieser Abbau eigentlich der Genehmigung des Betriebsrates einschließlich einer vorhergehenden Vorankündigung bedarf. Nur nichts Schriftliches. Steuerung durch Flurfunk. Aber diese Leute haben eigentlich noch Glück.

    In Betrieben ohne Betriebsrat entscheidet die "Firmenleitung" nach Gutsherrenart. Rückwirkend zum laufenden Monat werden keine Überstunden mehr bezahlt, entsprechende Prozente gab es eh nicht.
    Das Konto darf mit 45 h Minus- und 155 Plusstunden belastet werden.
    Es steht Weihnachten vor der Tür, es gibt jede Menge zu tun und wer sein Konto ins Minus fährt steht zur Kündigung an. Der Abmahnungsblock liegt bereit, falls jemand dann um seine Stelle kämpfen möchte. Letzteres kann man dann nur aus der "Firmenkultur", geübter Praxis und dem Flurfunk erschließen. Das geben einem diese Ganoven in Nadelstreifen natürlich nicht schriftlich. "Ganove" beschreibt diese Typen ja schon euphemistisch. Aber mehr möchte ich der sensiblen Redaktion der Zeit nicht zumuten.

    Hat man die Schn.... voll und möchte diesen Gesetzlosen entfliehen durch Kündigung, ja was dann, dann drohen dem Arbeitnehmer Sperren vom Arbeitsamt. Wenn man sich vorstellt, dass man von dem Lohn oder Gehalt schon nicht leben konnte, dann kann man das von der Sperre und dem folgen ALG 1 schon gar nicht.

    Was ist das Fazit. Reichsarbeitsdienst und oder Zwangsarbeit mit subtilen Mitteln. Die Ergebnisse werden sich zu meinem Bedauern nicht erst asymptotisch nähern.

    Warum recherchiert die Zeit denn nicht mal in dieser Richtung?

    Wer soll diese sch.... Autos denn kaufen? Gebt uns doch einfach Geld in Form eines würdigen Lohnes, erträglicher Arbeitsbedingungen und einer Perspektive, die über ein paar Jahre reicht, und dann konsumieren wir auch wieder. Oder gebt uns einfach so hohe Abfindungen wie den Vollversagern in der Wirtschaft oder so hohe Diäten wie den "Volksvertretern " in den Parlamenten.

  3. Dabei nicht zu vergessen wer den etwa die meisten Bundesschatzbriefe als Investition hat. Genrell ja wohl eher nicht der Durchschnittsbürger. Der bezahlt lediglich die Zinsen in Form von Steuern dafür.

    Auf der andern Seite hat "der Staat" ja immer noch die Hoheit über den Gelddruck und ist somit halt schon in einer speziellen Position um immer mehr Kredite aufzunehmen... aufnehmen zu können.

    Ganz allgemein bin ich aber der Ansicht das ein Staatliches Gebilde so tief verschuldt sein sollte wie nur möglich (ausser in Krisenzeiten) so das die Manöverierfähigkeit auf einem hohen Niveau erhalten bleibt. Auch ein Staat kann sich mit zu hohen Schulden in die Ecke treiben und verliert so einiges an Verhandlungsmacht...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    Antwort auf
  4. Alles prima dargestellt, - aber wer ist "der Staat"? Wer hat die Politiker denn immerzu gewählt? - Ja natürlich - nicht Sie, - ich auch nicht, - aber, - das ist nun mal Demokratie, - Volksherrschaft, - oder nicht?

    Antwort auf
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber." Oder", das Schwein das Angst vor dem Metzger hat wird nie ein Schnitzel".

    Ja, ich habe der Sozialdemokratie geglaubt, trotz der ständigen Warnhinweise meiner Eltern und Verwandten die genug bestätigte Erfahrungen im 3. Reich mit Politikern gesammelt hatten " , dass der Politiker nur an sich selbst denkt." Das Wohl der Anderen geht denen am Ar.... vorbei.

    Ja, ich habe gefehlt und bereue und werde gestraft. Meine Dummheit ko... mich an. Es hilft nix.

    Auf die Gerechtigkeit Gottes darf ich ja wohl nicht hoffen, denn dann wären mal Schröder, sein 1. Paladin Clement und sein Mundschenk Fischer dran, die Ernte ihrer bitteren Saat zu kosten. In dieser Welt wird das wohl nicht geschehen. Welch ein Desaster. Und das ist das eigentliche Desaster.

    "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber." Oder", das Schwein das Angst vor dem Metzger hat wird nie ein Schnitzel".

    Ja, ich habe der Sozialdemokratie geglaubt, trotz der ständigen Warnhinweise meiner Eltern und Verwandten die genug bestätigte Erfahrungen im 3. Reich mit Politikern gesammelt hatten " , dass der Politiker nur an sich selbst denkt." Das Wohl der Anderen geht denen am Ar.... vorbei.

    Ja, ich habe gefehlt und bereue und werde gestraft. Meine Dummheit ko... mich an. Es hilft nix.

    Auf die Gerechtigkeit Gottes darf ich ja wohl nicht hoffen, denn dann wären mal Schröder, sein 1. Paladin Clement und sein Mundschenk Fischer dran, die Ernte ihrer bitteren Saat zu kosten. In dieser Welt wird das wohl nicht geschehen. Welch ein Desaster. Und das ist das eigentliche Desaster.

  5. "Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber." Oder", das Schwein das Angst vor dem Metzger hat wird nie ein Schnitzel".

    Ja, ich habe der Sozialdemokratie geglaubt, trotz der ständigen Warnhinweise meiner Eltern und Verwandten die genug bestätigte Erfahrungen im 3. Reich mit Politikern gesammelt hatten " , dass der Politiker nur an sich selbst denkt." Das Wohl der Anderen geht denen am Ar.... vorbei.

    Ja, ich habe gefehlt und bereue und werde gestraft. Meine Dummheit ko... mich an. Es hilft nix.

    Auf die Gerechtigkeit Gottes darf ich ja wohl nicht hoffen, denn dann wären mal Schröder, sein 1. Paladin Clement und sein Mundschenk Fischer dran, die Ernte ihrer bitteren Saat zu kosten. In dieser Welt wird das wohl nicht geschehen. Welch ein Desaster. Und das ist das eigentliche Desaster.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nun ja , den Verweis auf das 3.Reich hab jetzt gar nicht verstanden , ich finde solche Vergliche eigentlich immer fehl am Platz .
    Was wäre denn die Alternative zu Schröder füe Sie gewesen?? Nicht dass Sie jetzt denken , dass ich der SPD verfallen gewesen wäre . Ich habe das Problem nicht , ich wähle seit 20 Jahren nicht , und weiss auch warum . Heute besser denn je ... ................

    Es ist so einfach und gleichzeitig so billig mit dem Zeigefinger auf eine anonyme Masse zu zeigen. Und der Vergleich mit dem dritten Reich passt auch ausschließlich, weil er genauso flach ist wie die Argumentation. Die Demokratie in Deutschland geht flöten, weil Menschen wie Sie ein so schwarz-weißes Bild von Politik haben (wollen).

    ~~ parco horare numeris ~~

    Nun ja , den Verweis auf das 3.Reich hab jetzt gar nicht verstanden , ich finde solche Vergliche eigentlich immer fehl am Platz .
    Was wäre denn die Alternative zu Schröder füe Sie gewesen?? Nicht dass Sie jetzt denken , dass ich der SPD verfallen gewesen wäre . Ich habe das Problem nicht , ich wähle seit 20 Jahren nicht , und weiss auch warum . Heute besser denn je ... ................

    Es ist so einfach und gleichzeitig so billig mit dem Zeigefinger auf eine anonyme Masse zu zeigen. Und der Vergleich mit dem dritten Reich passt auch ausschließlich, weil er genauso flach ist wie die Argumentation. Die Demokratie in Deutschland geht flöten, weil Menschen wie Sie ein so schwarz-weißes Bild von Politik haben (wollen).

    ~~ parco horare numeris ~~

  6. Nun ja , den Verweis auf das 3.Reich hab jetzt gar nicht verstanden , ich finde solche Vergliche eigentlich immer fehl am Platz .
    Was wäre denn die Alternative zu Schröder füe Sie gewesen?? Nicht dass Sie jetzt denken , dass ich der SPD verfallen gewesen wäre . Ich habe das Problem nicht , ich wähle seit 20 Jahren nicht , und weiss auch warum . Heute besser denn je ... ................

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    warum sind Vergleiche mit dem 3. Reich immer fehl am Platz? Das ist doch so ein blödes Tabu, das uns immerzu eingeredet wird. Unser schlechtes Gewissen mag nicht daran erinnert werden. Auch der vielgescholtene Amerikahass hängt damit zusammen, daß die Deutschen in ihrer schwärzesten Stunde die Sieger als "Befreier" feierten.
    Abgesehen davon, ich fand Schröder 10 Mal besser als Merkel.

    warum sind Vergleiche mit dem 3. Reich immer fehl am Platz? Das ist doch so ein blödes Tabu, das uns immerzu eingeredet wird. Unser schlechtes Gewissen mag nicht daran erinnert werden. Auch der vielgescholtene Amerikahass hängt damit zusammen, daß die Deutschen in ihrer schwärzesten Stunde die Sieger als "Befreier" feierten.
    Abgesehen davon, ich fand Schröder 10 Mal besser als Merkel.

  7. Es ist so einfach und gleichzeitig so billig mit dem Zeigefinger auf eine anonyme Masse zu zeigen. Und der Vergleich mit dem dritten Reich passt auch ausschließlich, weil er genauso flach ist wie die Argumentation. Die Demokratie in Deutschland geht flöten, weil Menschen wie Sie ein so schwarz-weißes Bild von Politik haben (wollen).

    ~~ parco horare numeris ~~

    • Hipper
    • 21.11.2008 um 4:07 Uhr

    In dem Artikel erwähnt Herr Heinemann die Gefahr der Trittbrettfahrerei bei der Auflage nationaler Konjunkturprogramme. Dem sollte man hinzufügen, dass Deutschland in den letzten Jahren einer der dreisten konjunkturellen Trittbrettfahrer überhaupt war. Während sich insbesondere die USA als Konjunkturlokomotive vor die Weltwirtschaft spannte, frönt man hierzulande der Sparwut, senkt via Reallohnverluste die Stückkosten und hängte sich als Exportnation an die Weltkonjunktur an. Und auch jetzt möchte man in Deutschland möglichst wenig investieren und hofft stattdessen auf Programme in den USA, China und der Eurozone.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service