Joschka Fischer
"China für Obama wichtiger als Europa"
Europa wird für die USA unter dem kommenden Präsidenten Barack Obama deutlich an Bedeutung verlieren. Das schreibt Ex-Außenminister Joschka Fischer in einem Beitrag für die ZEIT
"Das Verhältnis zu China wird in den kommenden Jahren für die USA zum strategischen Zentrum ihrer Außenpolitik werden. China ist die Weltmacht von morgen, bereits heute der größte Gläubiger der USA, und nur China verfügt über die Devisenreserven, um Amerika aus seiner Misere heraushelfen zu können. Aus diesem Grund und weil im pazifischen Raum die größten wirtschaftlichen Wachstumspotentiale liegen, wird sich das Amerika Obamas mehr dem Pazifik zuwenden und den atlantischen Raum in seinen Prioritäten herunterstufen", schreibt Fischer in der ZEIT.
Als Konsequenz daraus muss Europa nach Ansicht des früheren Grünen-Politikers seine Interessen weltweit energischer vertreten: "Die Europäer werden endlich aufwachen und begreifen müssen, wie dramatisch sich die Welt um sie herum verändert hat und weiter verändern wird. Die transatlantischen Beziehungen sind zentral für die europäische Sicherheit. Aber ohne eine starke, integrierte EU und eine viel größere Bereitschaft, als internationaler Akteur auch machtpolitisch zu handeln, wird das atlantische Bündnis immer schwächer und für Washington weniger wichtig werden."
Konkret fordert Fischer Europa dazu auf, sich stärker in Afghanistan zu engagieren: "Die Europäer werden es gegenüber der neuen US-Regierung mit Blick auf Afghanistan nicht bei einem bloßen Nein belassen können, denn das hieße ja, die USA in unilaterales Handeln zurück zu zwingen. Das wäre absurd! Die Europäer sollten ihr verstärktes Engagement deshalb an eine grundsätzliche Überprüfung der Afghanistanstrategie binden. Das Land braucht Hilfe und eine tragfähige Nachkriegsordnung, in die künftig auch China und Indien einbezogen werden müssen."

- Datum 11.1.2009 - 16:24 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 9
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Warum eigentlich wird dem Bürger kein reiner Wein eingeschenkt? Wenn an folgender Quelle etwas dran ist (vermag ich nicht zu beurteilen, aber wofür haben wir denn den BND?), dann hat die Frage China und auch Afghanistan einen ganz anderen Hintergrund und auch eine Debatte über Beides müsste ganz anders geführt werden.
http://www.china-intern.d...
China ist die Weltmacht von morgen, bereits heute der größte Gläubiger der USA, und nur China verfügt über die Devisenreserven, um Amerika aus seiner Misere heraushelfen zu können.
Die Chinesen werden sich auch gerade eines Bankrotteurs annehmen, der ihnen noch 2 Billionen schuldet … lachhaft Sir ... Fischer
Aus diesem Grund und weil im pazifischen Raum die größten wirtschaftlichen Wachstumspotentiale liegen, wird sich das Amerika Obamas mehr dem Pazifik zuwenden und den atlantischen Raum in seinen Prioritäten herunterstufen.
Das Amerika Obamas … Ja geht’s noch Joschka? Wachstumspotentiale, lieber Politpensionär, sind nur für den interessant, der etwas zu verkaufen hat, aber in Amiland gehen gerade die letzten Autofabriken pleite. Herr Fischer Sie leben im Gestern, politisch werden Ihnen Ihre sonderbaren Ansichten auch nicht mehr auf die Beine helfen.
„"Die Europäer werden endlich aufwachen und begreifen müssen, wie dramatisch sich die Welt um sie herum verändert hat und weiter verändern wird.“
Wir haben nur einen Auguren und der schaut blind in den Himmel.
„Die transatlantischen Beziehungen sind zentral für die europäische Sicherheit.“
Solange die Amis nicht mit Atombomben werfen, kann uns das relativ egal sein Herr Fischer; das hatten Sie letzte Woche auch schon zum Besten gegeben. Fällt Ihnen nichts Neues ein oder kommen Sie mit der COPY – PASTE Funktion nicht so richtig klar? Aber wie dem auch sei: Die amerikanischen Geheimdienste sehen die Rolle von AMIland etwas pessimistischer als Sie.
„Konkret fordert Fischer Europa dazu auf, sich stärker in Afghanistan zu engagieren:“
[...]
Besser semiintellektuel als grenzdebil
[Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und unterlassen Sie persönliche Angriffe. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
..das die Leute die uns seit einigen Jahren reindruecken wollen, dass China DIE Weltmacht werden wird - schlicht und einfach falsch liegen.
Abgesehen davon, dass ich daran zweifle dass es noch "Weltmaechte" geben wird in absehbarer Zukunft:
China hat noch mindestens eine Revolution vor sich, und somit gibts das "China der Zukunft" noch garnicht.
Es braucht eine gewisse Konsistenz innerhalb der Gesellschaft um weltweit als "Macht" gesehen werden zu koennen.
Ausser natuerlich, wenn "Macht=Geld" (oder Macht=BruttoSozialProdukt oder so). Ich denke Herr Fischer ging davon aus.
Meiner Meinung nach..
Cheers,
CC
Ich habe bereits an anderer Stelle auf das ausgezeichnete Buch von THEODORE ROSZAK "Alarmstufe ROT - Amerikas Wildwest-Kapitalismus bedroht die Welt" verwiesen. An diesem Verhalten wird auch ein BARACK OBAMA so schnell nichts ändern! Gut , die amerikanischen Geheimdienste signalisieren einen Macht- und Einflussverlust der USA. Aber wie lange? Und dafür sollen wir den Amerikanern beim Krieg in Afghanistan helfen, der überhaupt nicht zu gewinnen ist (Engländer, Russen mussten als Besiegte abziehen...). Wir haben ganz andere Aufgaben: Nun sind erst einmal die Europäer beschäftigt, den Schaden, der weltweit durch den "Wildwest-Kapitalismus" der Amerikaner entstanden ist, wieder zu "reparieren". Und das ist eine gewaltige Aufgabe, der uns noch viele Arbeitsplätze kosten wird...
Herzliche Grüsse aus HILDESHEIM!
Habe ich das richtig verstanden?
Aufgrund der chineschen Entwicklung in wirtschaftlicher und (macht-) politischer
Hinsicht werden für die USA die Beziehungen zu China immer wichtiger und im
Vergleich dazu die Beziehungen der USA zu Europa relativ unwichtiger.
Na und? Es ist doch eine uralte Erfahrung, das Länder, Staaten, Mächte sich
entwickeln, andere verdrängen, wieder an Macht verlieren, durch innere Widersprüche geschwächt werden, vielleicht auch ganz untergehen, etc.
Das ist der Lauf der Welt, oder nicht?
Der grossartige weltpolitische Analytiker Fischer weiß in dieser geschichtlichen
Situation allerdings, wie Europa seine relative Unwichtigkeit für die USA
vermeiden kann: mit einer Ausweitung des europäischen (also auch des deutschen) militärischen Engagements im Ausland! Genial! Welch eine Kompetenz! Wer ausser diesem hervorragendem weltpolitischem Analytiker wäre in der Lage, diese Lösung aufzuzeigen? Die Lösung des Problems liegt also im militärischem Bereich - darauf kann wirklich nur ein genialer Kopf kommen, der
jedes internationale Problem spontan messerscharf analysieren kann. Ein aussenpolitisches Genie eben.
Wie schön, das dieses Genie auch noch bereit ist, jedem Interessierten das Ergebnis seiner Analysen mitzuteilen. Danke , Joschka!
"Die Europäer werden es gegenüber der neuen US-Regierung mit Blick auf Afghanistan nicht bei einem bloßen Nein belassen können, denn das hieße ja, die USA in unilaterales Handeln zurück zu zwingen."
Niemand zwingt die USA zu unilateralem Handeln. Sie könnten ja auch von allein darauf kommen, dass ihr Terrorkrieg eine Weltkatastrophe ist. Doch so viel Einsicht traue ich Mr. Obama nicht zu. Wie ich schon anderswo schrieb, finde ich die Argumentation "Wir müssen mitmachen, denn nur so können wir unseren Einfluss behalten" nichts weniger als pervers. Genauso könnte man sagen, man müsse bei einem Bankraub mitmachen, um zu verhindern, dass die anderen Bankräuber zu viele Angestellte erschießen. Vor dem Irakkrieg hat Merkel so argumentiert. Damals hat Fischer die richtige Entscheidung getroffen. Mit jedem seiner Artikel hier erscheinen mir seine Gründe dafür fragwürdiger.
v.
No nukes, Mister President!
http://www.zeit.de/2008/4...
dazu soviel.
während wir mit "new economy", börsengespiele und dem gefeiere des endes des "real existierenden sozialismus" beschäftigt waren haben wir vergessen, dass diese hübschen dinger noch da rum liegen ....
Joschka Fischer hat sicher Recht, aus seiner Perspektive, wenn er feststellt, dass in einer von Gewalt bestimmten Welt, nur der Stärkste in der Lage ist, zu überleben. Es sei denn, es kommt zum Atomkrieg, da bleibt dann nicht mehr viel übrig.
In dieser Logik des Imperialismus muss frau/man aber nicht hängen bleiben. Es gibt Alternativen, die allgemein, und sicher auch von Joschka, als unrealistische Träumereien abgetan werden.
Diese Alternative ist eine gesellschaftliche Ordnung die als Sozialismus bezeichnet wird. Denn indem mit der Logik des Kapitalismus gebrochen wird, ist es nicht mehr nötig, seine Rohstoffe, Absatzmärkte mit kriegerischen Mitteln zu sichern und zu erbeuten.
Auch das innergesellschaftliche Klima wäre nicht mehr geprägt vom Konkurrenz-Kampf und von Ausbeutung, Absatz- und Finanzkrisen, sondern orientierte sich an den gesellschaftlichen Bedürfnissen, deren Befriedigung ja auch maximale Freiheit für den Einzelnen zur Folge hätte.
So wären dann auch die Ziele von Attac und BUND, oder z.B. der Bewegung für ein bedingungsloses Grundeinkommen durchsetzbar. Dazu bedarf es aber einer breiten und starken gesellschaftlichen Bewegung, deren Herausbildung sicher noch etwas dauern wird.
Nur viel Zeit bleibt nicht mehr, wenn ich Joschka da richtig verstanden habe.
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