Kongo Hilferufe per SMSSeite 2/2
ZEIT ONLINE:
Glauben Sie, dass Plattformen wie Ushahidi in Zukunft unverzichtbar werden bei der Berichterstattung aus Krisengebieten?
Okolloh:
Ich glaube nicht, dass sie die klassischen Medien ersetzen werden, aber sie werden ihnen sicherlich zusätzliche Informationen und Hilfestellungen bieten. Gerade in Gegenden, die medial nicht abgedeckt sind.
ZEIT ONLINE:
Was sind Ihre zukünftigen Ziele für Ushahidi?
Okolloh:
Ich hoffe, dass wir ein weltweites Tool aufbauen können, das jeder kostenlos downloaden kann. Es soll vor allem kleineren Organisationen helfen, Informationen zu sammeln und sichtbar zu machen. Und, noch viel wichtiger: Wir wollen die Leute in Krisengebieten in die Lage versetzen, dass sie selbst berichten können, was ihnen geschieht.
ZEIT ONLINE:
Was müsste man Ihrer Ansicht nach tun, um die Situation im Kongo zu verbessern?
Okolloh:
Bei dem aktuellen Konflikt geht es vor allem um die Bodenschätze. Es reicht nicht, Friedenstruppen im Kongo zu stationieren und Wahlen abzuhalten, während die Leute weiter schmuggeln und dabei von Hintermännern finanziert werden. Man muss untersuchen, wer diese Rohstoffe kauft und wer die Waffen an die einzelnen Gruppen liefert. Es gibt viele Leute, die großes Interesse daran haben, dass die Kämpfe weitergehen. Weil man in dieser Situation ein Land ausbeuten kann, ohne dass man dafür haftbar gemacht werden kann.
Die Fragen stellte Carolin Ströbele.
- Datum 27.11.2008 - 12:04 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, 26.11.2008
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren