Somalische Piraten Die vergessenen Bootsflüchtlinge
Die Berichterstattung über die Piraten am Horn von Afrika verdrängt die Not der somalischen Bevölkerung. Tausende fliehen über See vor Armut, Krieg und Verfolgung

© UNHCR / J.Björgvinsson
"Bootsflüchtlinge" - erschöpfte Menschen, die im Niemandsland der jemenitischen Küste gestrandet sind: auf der Suche nach Schutz und Sicherheit und von Schleppern ausgeplündert.
Seit Tagen bestimmen diese Bilder die Nachrichten: wilde Freischärler, die am Horn von Afrika Schiffe kapern. Ihre bislang größte Beute: ein saudi-arabischer Supertanker vor der Küste von Somalia mit Öl im Wert von 100 Millionen Dollar an Bord.
Die meisten Kommentatoren beschäftigen sich bei diesem Konflikt mit den entführten Schiffen und dem entstandenen Sicherheitsrisiko. Ist einer der wichtigsten Seewege für den Transport von Rohstoffen nun dauerhaft gefährdet, fragen Experten? Auf welcher rechtlichen Grundlage dürfen Staaten gegen die Piraten militärisch vorgehen?
Die Flüchtlingshilfsorganisation der UN kritisiert diese einseitige Betrachtungsweise der westlichen Medien. Sie weist in einem Brief darauf hin, dass dadurch die "Tragödie von Zehntausenden Flüchtlingen" in den Hintergrund gedrängt werde.
Der traurige Hintergrund: Viele Menschen der Region, überwiegend Somalis, versuchen seit Jahren, der Armut, dem Krieg und der Verfolgung in ihrem Land über See zu entkommen. Jedes Jahr werden es mehr. Allein aus der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind bisher fast 900.000 Menschen vor der Gewalt geflohen.
In diesem Jahr wagten bislang mehr als 38.000 Menschen die lebensgefährliche Überquerung des Golf von Aden in zerbrechlichen Booten, um in den Jemen zu gelangen. Dort werden die Somalis als Flüchtlinge aufgenommen. Über 600 Menschen starben bei der gefährlichen Überfahrt. So die Zahlen der UN. Durch die kriegerischen Zustände in Somalia hat auch der Menschenschmuggel durch den Golf von Aden drastisch zugenommen.
- Datum 21.11.2008 - 15:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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1. Wir haben es hier mit 2 Paar Schuhen zu tun :
Auf der einen Seite somalische Warlords, die mit ihren Banden von Vergewaltigern und Totschlägern die Landbevölkerung terrorisieren und sich nun immer erfolgreicher auch auf Seeräuberei spezialisieren. Dies können sie nur durch gekauftes Hightech (GPS, Waffen, militärische See-Ausrüstung).
Auf der anderen Seite steht ein insgesamt verwahrlostes Somalia, in dem verschiedene Ethnien sich gegenseitig abschlachten und ein Großteil der Bevölkerung in bitterer Armut lebt.
Der Golf von Aden ist internationales Gewässer. Seeräuber welcher Nationalität auch immer dürfen und müssen mit allen Mitteln auf Hoher See bekämpft werden. Deren Schiffe zu versenken ist eine effektive und kostengünstige Lösung. Tote Seeräuber können in Kauf genommen werden. Gefangene sind nach internationalem Recht in Den Haag zu verurteilen.
Die langfristige Lösung liegt darin, Somalis den Nachschub an Waffen, Booten usw abzuschneiden.
Und nicht vergessen : der Jemen (selbst bettelarm) nimmt nur seine moslemischen Glaubensbrüder aus Somalia auf ! Asylsuchende anderer Länder werden im Jemen versklavt oder ausgewiesen.
Der "Konflikt" am Golf von Aden ist nicht vergessen. Nicht mehr jedenfalls als hunderte anderer Kriege, die auf dem schwarzen Kontinent toben.
Das Piratenproblem bedroht uns aber direkt. Da geht es um deutsche Menschenleben und deutsche Güter.
Die innersomalischen Probleme betreffen uns in rein humanitärer Natur. Wir sind weder Verursacher noch Förderer dieser Probleme.
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