Finanzkrise im Sport Wenn die Hot Dogs zu teuer sind

Das Geschäftsmodell: "Verkaufe Tickets, Hot Dogs und verdiene Geld", funktioniert nicht mehr richtig. Wie sich die Finanzkrise auf den US- und europäischen Sport auswirkt

Das alte amerikanische Business-Modell: “Verkaufe Tickets und Hot Dogs, gewinne Spiele und verdiene Geld”, funktioniert derzeit nicht mehr überall. Es ist vor allem abhängig von den Fans.

Das alte amerikanische Business-Modell: “Verkaufe Tickets und Hot Dogs, gewinne Spiele und verdiene Geld”, funktioniert derzeit nicht mehr überall. Es ist vor allem abhängig von den Fans.

Mark Cuban galt schon immer als Vordenker. Während vielen das Internet in den frühen Neunzigern fremd und unheimlich war, kam er auf die Idee, Sportspiele und andere Events im weltweiten Datennetz zu übertragen, dazu genügte zunächst ein Server und eine ISDN-Leitung. 1999 verkaufte er broadcast.com für 5,7 Milliarden Dollar an Yahoo.

Für einen Teil des Geldes erwarb Cuban die Dallas Mavericks, jenes Team aus der Basketball-Liga NBA, für das Dirk Nowitzki spielt. Auch als Klubboss ergriff Cuban innovative Maßnahmen. Während andere Eigner Jahr um Jahr ihre Eintrittspreise erhöhten, setzte der 40-Jährige das Gegenteil um. “In der Erwartung schwerer Zeiten haben wir in drei der vergangenen vier Jahre unsere Ticketpreise gesenkt”, sagt er. In jedem Heimspiel in Dallas gibt es 4000 Plätze, die maximal 19 Dollar kosten. Cuban möchte auf keinen Fall, dass die Zuschauer denken, sie könnten sich „ihre Mavericks“ nicht mehr leisten. Er sagt: “Wir wollen trotz der Finanzkrise für unsere Fans erschwinglich bleiben.“

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Ähnlich denken sie auch bei den New York Knicks. Erstmals seit Jahren sind die Ticketpreise gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben, vielmehr haben sie gleich bleiben müssen. Deshalb, sagt Manager Donnie Walsh, habe der Verein bislang die Folgen der Finanzkrise noch nicht so sehr zu spüren bekommen. Eine Metropolregion wie New York hat auch in schlechten Zeiten genug Menschen, die es sich leisten können, Sportereignisse zu besuchen. „Aber wenn Sie sich in der Liga umschauen, besonders in kleineren Städten, werden Sie die Folgen der Finanzkrise sehen. Die Leute gehen derzeit einfach bewusster mit ihrem Geld um”, sagt Walsh.

Das alte amerikanische Business-Modell: “Verkaufe Tickets und Hot Dogs, gewinne Spiele und verdiene Geld”, funktioniert derzeit nicht mehr überall. Es ist vor allem abhängig von den Fans. Doch vielen sind die Sport-Spektakel in den Hightech-Arenen derzeit zu teuer. Im Durchschnitt kostet ein NBA-Spiel für eine Familie mit zwei Kindern inklusive Verpflegung, Programmheft und Parkplatzgebühren 282 Dollar. In der Football-Liga NFL sind es 396 Dollar. Selbst die vergleichsweise billige Baseball-Liga, in der eine vierköpfige Familie Homeruns für 192 Dollar pro Partie sehen kann, beklagt erstmals seit fünf Jahren einen Zuschauerschwund.

„Jeder von uns ist betroffen, die einen mehr, die anderen weniger”, machte Roger Goodell, der Chef der Football-Liga, unlängst deutlich. Seine Liga sei sich der gegenwärtigen Situation bewusst. Fans und Vereine würden leiden, so Goodell. Dabei garantiert ein noch bis ins Jahr 2011 datierter Fernsehvertrag der NFL jährliche Einnahmen von 3,73 Milliarden Dollar, und macht sie zur reichsten Liga der Welt. Trotzdem suchen die Dallas Cowboys derzeit vergebens einen Namens-Sponsor für ihr neues Stadion, eine Arena, die 100.000 Zuschauern Platz bietet. Ein Interessent war eigentlich schon gefunden, doch die Firma meldete vor Kurzem Insolvenz an.

„Namensrechte sind das Lukrativste für Sponsoren. Denn sie haben den größten Wert”, sagt Marketing-Experte Don Hinchey. Im neuen Stadion des Baseball-Rekordmeisters New York Yankees suchen noch sieben Luxus-Logen einen Käufer. 800.000 Dollar kostet eine VIP-Loge – das ist selbst in New York derzeit viel Geld. In die Finanzierung der modernen Arena wurden diese Einnahmen fest eingerechnet.

Leser-Kommentare
  1. 1. ?

    Sollen sicher 80.000 sein, oder?

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    (Kommentar editiert)
    Sehr geehrter Grinzold,
    wir hatten den Artikel ursprünglich korrigiert, unser Autor hatte aber Recht: Es handelt sich um 800.000 Dollar, der Punkt war nur an einer falschen Stelle.
    Viele Grüße,

    Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE

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    Sehr geehrter Grinzold,
    wir hatten den Artikel ursprünglich korrigiert, unser Autor hatte aber Recht: Es handelt sich um 800.000 Dollar, der Punkt war nur an einer falschen Stelle.
    Viele Grüße,

    Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE

  2. (Kommentar editiert)
    Sehr geehrter Grinzold,
    wir hatten den Artikel ursprünglich korrigiert, unser Autor hatte aber Recht: Es handelt sich um 800.000 Dollar, der Punkt war nur an einer falschen Stelle.
    Viele Grüße,

    Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE

    Antwort auf "?"
  3. Während sich heute und auch in Zukunft gewisse Leute Villen und Yachten für 100 Millionen leisten werden, bleibt dem geschröpften Noname der Verzicht auf ein 20 Dollar Ticket. Dies ist zwar ein kleiner Aspekt der globalen Ungleicheit, doch ein sehr anschauliches Beispiel. Darüber nachdenken lohnt sich.

  4. Also, wenn ich Samstags kicken gehe, dann kostet mich das immer noch gar nichts. Der Autor schreibt über den Profisport, der mal so was von weit weg ist von dem Sport, wie er für den normalen Menschen wichtig ist. Eine Verallgemeinerung dieser Auswüchse des kapitalistischen Systems auf den gesamten Sport ist nicht zulässig.

    Allein, dass Dirk Nowitzki überhaupt so eine Frage gestellt bekommt, ist schon unglaublich. Man stelle sich vor, sein Gehalt würde um 90% gekürzt und er würde nur noch 1,8 Millionen im Jahr für das verdienen, was ihm am meisten Spaß macht. Nicht auszudenken! ;-)

    v.

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