Chaos in Bangkok: Am internationalen Großflughafen Suvarnabhumi, der täglich von rund 125.000 Passagieren benutzt wird, saßen tausende Reisende fest, darunter auch hunderte Deutsche. Sie müssten nun in Hotels ausharren, seien aber allesamt wohlauf, erklärten Reisekonzerne und Fluggesellschaften. "Ein Alptraum", sagte eine Britin, die stundenlang vergeblich auf ihren Abflug gewartet hatte. "Keiner weiß, wie es weitergeht." In den Terminals waren tausende Demonstranten in ihren typischen gelben T-Shirts zu sehen, die die Büros besetzten und den Betrieb lahmlegten.

Besetzt wird der Flughafen von Anhändern der oppositionellen Volksallianz für Demokratie (PAD), die die demokratisch gewählte Regierung stürzen will. Der PAD-Anführer Sondhi Limthongkul bezeichnete die jüngste Aktion als "letzten Kampf", um die Regierung zu stürzen.

Inzwischen hat sich auch die Militärführung in den Konflikt zwischen Regierung und PAD eingemischt. Armeechef Anupong Pachinda forderte die Demonstranten auf, die Blockade zu beenden. Doch die PAD gab sich ungerührt: "Wir bleiben hier, bis Somchai zurücktritt", sagte ein Sprecher. Die Organisation wirft den Spitzenpolitikern und vor allem Ministerpräsident Somchai Wongsawat vor, Strohmänner des vor zwei Jahren gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra zu sein.

Armeechef Anupong rief gleichzeitig dazu auf, das Parlament aufzulösen und neu wählen zu lassen. "Das ist der beste Weg, um die politische Krise zu mit demokratischen Mitteln zu lösen". Einen Militärputsch schloss er allerdings erneut aus, "der Schaden wäre zu groß". Ein Staatsstreich würde den grundsätzlichen Riss zwischen den hauptstädtischen Eliten und der Landbevölkerung nicht beenden.

Ungeachtet dieses wachsenden politischen Drucks hat Wongsawat Rücktrittsforderungen zurückgewiesen. "Diese Regierung ist aus einer rechtmäßigen Wahl hervorgegangen und wird ihre Arbeit fortsetzen", betonte er in einer Fernsehansprache kurz nach seiner Rückkehr vom Asien-Pazifik-Gipfel in Peru. Wongsawat warf der Opposition vor, mit ihren Aktionen die Gesetze des asiatischen Landes zu verletzen. Das Kabinett werde deshalb am Donnerstag in einer Sondersitzung über Gegenmaßnahmen beraten.