Pop in Berlin Widerhall der GroßstadtSeite 2/2

Die Musiker wohnen in einem Friedrichshainer Hostel abseits der weitläufigen Karl-Marx-Allee. "Berlin bietet so viel Freiraum", schwärmt Swinnerton. "Die Geschichte scheint hier noch nicht abgeschlossen zu sein. Es gibt unglaublich viele Kontraste." Diese Sinnlichkeit übertrage sich auf die Arbeit. "Ich will, dass unser Album wie die Stadt klingt, in der wir arbeiten."

"Berlin ist eine merkwürdige Stadt", ergänzt Chris Zane, "sie verbindet eine dunkle Geschichte mit unglaublicher Technologie und einem Übermaß an Natur". Offenbar erweckt diese Mischung eine seltsame Sehnsucht unter englischen und amerikanischen Künstlern. Denn das Berliner Exil hat Tradition. Es verheißt Kunstfreiheit, offene Räume und lange Nächte in abgerockten Kreuzberger Kellerbars – die Favoriten der Rakes sind Absteigen mit zwielichtigen Namen wie Trinkteufel oder Luzia Bar.

Es ist das Berlin der Achtziger, die Zeit von Lou Reed, David Bowie, Iggy Pop und deutschem Avantgarde Wave, die Jahrzehnte später vibriert. Die Hörfunkstudios im Osten funktionieren wie ein Echoraum, in dem die Historie leise, doch hörbar nachhallt.

In einer Aufnahmepause sitzt Alan Donohoe mit seinem Laptop in einem schmutzigen Treppenhaus mit Blick auf die Spree. An der Wand klebt das Poster eines Russ-Meyer-Films, Black Snake von 1972. Der Werbespruch heißt: "Ein aufregend gemachter Reißer, der unter die Haut geht." In dieser geschichtsträchtigen und doch zeitlosen Umgebung wirkt er wie ein ironischer Kommentar auf den ewig jungen Pop, der hier im ehemaligen Grenzgebiet, zwischen Stein und Holz, in Klang fixiert wird.

Das neue Album von The Rakes wird im Frühjahr 2009 veröffentlicht.  

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Leser-Kommentare
  1. die die welt nicht braucht und welche die wohl zu viel geld von der plattenfirma bekommen hat um es auszugeben, für sowas dämliches wie den "berliner klang". wer sich das mal wieder ausgedacht hat, nur um sich toll zu fühlen wenn englisch sprachige bands nach deutschland kommen (bzw. nach berlin). das ist genauso wenn die kinder von popstars nach mallorca fliegen, weil man da besser tanzen kann.

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