Religionsunterricht Berlins Gretchenfrage
Das Volksbegehren "Pro Reli" fordert für die Schüler der Hauptstadt regulären Religionsunterricht wie im Rest der Republik. Nicht alle Christen machen da mit
Es scheint merkwürdig: Da sprechen sich Kirchenvertreter gegen eine Initiative aus, die den Namen Pro Reli trägt. Das Volksbegehren sammelt seit September Unterschriften, um zu erreichen, dass das Fach Religion an Berlins Schulen dem Pflichtfach Ethik gleichgestellt wird. Schüler hätten nach einem möglichen Volksentscheid dann die Wahl zwischen beiden Fächern. Pro Reli hat dafür Rückendeckung von beiden großen Kirchen.
Dass Christen aber auch gute Gründe gegen einen regulären Religionsunterricht haben können, wurde bislang übersehen. Deshalb meldet sich jetzt die Initiative Christen pro Ethik zu Wort. Sie setzt sich ihrem Namen entsprechend für einen verpflichtenden Ethikunterricht ein. "Wir wehren uns gegen Pro Reli s Propaganda, die an Schärfe zugenommen hat", sagt der evangelische Pfarrer des Französischen Doms, Stephan Frielinghaus.
Die Kirchenvertreter unterstützen damit die Linie der rot-roten Berliner Landesregierung: Vor zwei Jahren hat der Senat den Ethikunterricht als ordentliches Lehrfach für alle Jugendlichen der 7. bis 10. Klasse eingeführt. Der Religionsunterricht darf seitdem wie bisher freiwillig und zusätzlich besucht werden. Die Idee hinter einem verpflichtenden Ethikunterricht ist es, Schüler den Dialog verschiedener Kulturen im Klassenzimmer üben zu lassen. Ein separater Religionsunterricht für christliche, jüdische und muslimische Schüler würde zu "Parallelgesellschaften und Intoleranz" führen. So argumentiert auch das Bundesverfassungsgericht. Es hat 2007 die Klage einer Familie abgewiesen, die eine Abmeldemöglichkeit vom Ethikunterricht durchsetzten wollte.
"Es ist ein Unterschied, ob sich Christen untereinander über Muslime unterhalten, oder ob Christen und Muslime das Gespräch miteinander suchen", sagt Michael Bongardt, Professor für Vergleichende Ethik an der Freien Universität Berlin. Bongardt ist eine personifizierte Synthese beider Lager. Wie die Verfechter des Ethikunterrichts will er die "Sprachlosigkeit zwischen den verschiedenen Weltanschauungen überwinden." Schulen hätten auch einen Integrationsauftrag zu erfüllen und in einem gemeinsamen Ethikunterricht könnten Schüler sich an den Werten des Grundgesetzes und der demokratischen Ordnung orientieren. "Religiöse Grüppchenbildung" müsse besonders in einer multikulturellen Stadt wie Berlin durch gemeinsamen Dialog verhindert werden.
Andererseits argumentiert Bongardt wie Pro Reli , wenn er die Schule als "einen Raum, religiös sprechen zu lernen" bezeichnet. Wie die Freunde des Religionsunterrichts plädiert er dafür, Jugendlichen ihre jeweilige Religion erfahrbar zu machen. Theoretisches Wissen über die eigenen Wurzeln genüge nicht. "Schüler müssen in ihre Tradition hineinwachsen und sich kritisch mit ihr auseinandersetzen." Dafür sei der Religionsunterricht zuständig, denn Ethik könne das nicht leisten.
- Datum 13.05.2009 - 10:03 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Schule sollte sich nicht nur auf Wissensvermittlung, Ausbildung beschränken. Gemeinsam mit Eltern sollte Bildung das Ziel sein. Dazu gehört der Einblick in verschiedene Religionen. Den Glauben an eine Religion zu vermitteln kann und darf in einem säkularen Staat nicht Sache der Schule sein. Glauben ist eine persönliche Erfahrung und keine öffentliche Angelegenheit.
Die Zeiten des Cuius regio, eius religio sind Gottseidank ;-) vorbei.
Nichts prägt die Entscheidungen von Menschen mehr, als das, woran sie glauben, worauf sie in ihrem Leben und ihren privaten und öffentlichen Entscheidungen vertrauen, was ihnen wertvoll und wichtig ist. Deswegen gehören diese Fragen in den öffentlichen Diskurs. Religion/Werte werden nie nur Privatsache sein. Diese Ehrlichkeit sollten wir uns gönnen. Zwischen staatlicher Bevormundung und Tabuisierung von Werten gibt es eine Menge Spielraum - der Konfessionlle RU liegt dabei m.E. sehr gut in der Mitte. Cuius regio,... ist eben genau das Gegenteil von konfessionellem RU: der Staat gibt die Bildung Verantwortung für relgiöse Bildung teilweise aus den Händen - und Schüler/Eltern können sich zwischen Alternativen Entscheiden.
Nichts prägt die Entscheidungen von Menschen mehr, als das, woran sie glauben, worauf sie in ihrem Leben und ihren privaten und öffentlichen Entscheidungen vertrauen, was ihnen wertvoll und wichtig ist. Deswegen gehören diese Fragen in den öffentlichen Diskurs. Religion/Werte werden nie nur Privatsache sein. Diese Ehrlichkeit sollten wir uns gönnen. Zwischen staatlicher Bevormundung und Tabuisierung von Werten gibt es eine Menge Spielraum - der Konfessionlle RU liegt dabei m.E. sehr gut in der Mitte. Cuius regio,... ist eben genau das Gegenteil von konfessionellem RU: der Staat gibt die Bildung Verantwortung für relgiöse Bildung teilweise aus den Händen - und Schüler/Eltern können sich zwischen Alternativen Entscheiden.
Ich kann meiner Vorrednerin/ meinem Vorredner in allem nur zustimmen. Religion hat als religionshistorische Bildung möglicherweise etwas im Geschichtsunterricht zu suchen und die Heils- und Transzendenzideen der Religion passen ggf. in den Philosophieunterricht, aber eine Religion zu unterrichten, in Sinne einer religiösen Erziehung, hat nichts, aber auch gar nichts in öffentlichen Schulen zu suchen.
und verdummen die Menschen mehr als sie aufzuklären.
Religionen trennen die Menschen, führen zu kommunikativen Tabus und führen dadurch letztlich zu Gewalt.
Mit Verstand hat das oft nichts zu tun, wenn z.B. jemand behauptet das vor tausenden Jahren irgendjemand irgendetwas gesagt hat und deshalb muss man ihm und seiner Seilschaft jetzt Geld geben und glauben dass er der Boss ist und Sprachrohr eines "Gottes"...
Das ist wie im Sandkasten, nur größer und ernster.
Nur wegen der Religion sind viele der größten Weltkonflikte unlösbar, ob das jetzt z. B. Israel/Palästina, oder Indien/Pakistan ist.
Religion ist eine Haupt-Quelle der Gewalt und gerade deshalb muss sie ständig behaupten Quelle des Friedens zu sein. Ohne Lüge und mit klarem Verstand, der nur das beweisbare und nicht die Phantasie als Wahrheit anerkennt, würde Religion in einem Lachkrampf aufgehen (abgesehen von ein paar sinnvollen karikativen Teilbereichen).
Es ist ein Witz dass wir Menschen auch heute noch unfähig sind etwas zu finden was uns alle gemeinsam befriedet, das uns nicht gleichzeitig spaltet.
"Religionen trennen die Menschen, führen zu kommunikativen Tabus und führen dadurch letztlich zu Gewalt."Und was ist mit Taizé?
Was ist mit den kirchlichen Basis-Kontakten zwischen der DDR-Opposition und der weltweiten Ökumene, die für meine Eltern mit Lebenselexier waren? Was ist mit Desmond Tutu? Sind das zufällige Fehlentwicklungen von Relgion, oder vielleicht eine andere Möglchkeit, sie zu leben?
Wenn Menschen ihre Neurosen oder Machtinteressen religiös überhöhen, dann wird es schlimm. Tatsächlich. Nur verwechselt man hier nicht einen Missbrauch mit der Sache an sich? Vielleicht kann Religion gefährlich werden, o.K.. Aber deswegen ablehnen? Dann müsste man alle potentiellen Risiken verbieten. So will ich nicht leben. Glaube kann ein Leben bereichern und Menschen verbinden, versöhnen und trösten. Ich erleben das zwischen immer wieder.
In jedem anderen Menschen ein wertvolles und gewolltes Geschöpf Gottes zu sehen, dessen Daseinsberechtigung nicht von dessen Charakter und Leistung abhängt - das ist für mich Kern meines Glaubens. Ich weiss nicht, was daran gewaltfördernd sein soll. Vielmehr habe ich immer wieder Schwierigkeiten, wenn ich keine Lust auf Lästereien hinter dem Rücken anderer habe, der Mensch seine Würde auch in Abwesenheit behalten soll.
Zugleich: brauchen wir nicht tabus für einen Zusammenhalt der Gesellschaft? Können wir ohne Dinge leben, die uns so wichtig sind, dass wir da nichts ranlassen wollen? (Eig. Kinder, Menschenwürde, Tatsache der NS-Verbrechen, Rechtsstaat, Anerkennung der Frauenrechte) Warum ist ein Tabubruch immer automatisch etwas Gutes?
Das undifferenzierte Religionsbashing ist teilweise einfach nur traurig, weil verblendet. Zudem sehen die meisten Religionskritiker genauso unglücklich und unzufrieden aus, wie die angstgetriebenen religiösen Fanatiker, die sie gern angreifen. Auch bezeichnend.
...können Sie auch sicherlich mehr, als nachzuplappern, was Ihnen ein Schundliterat wie Dawkins vorbetet. Na? Vielleicht fangen Sie einmal an und zählen die Millionen Opfer, die im 20. Jhd. im Namen einer säkularen Weltsicht (Mao/Stalin) bzw. eines Neo-Heidentums (NS) fällig waren. Paßt nicht so ganz in Ihr Modell, wonach "Religion" (was immer Sie darunter verstehen) die Wurzel aller Probleme ist, oder? Im übrigen wären Sie ohne die jahrhundertelange Trägerschaft der abendländischen Schriftkultur durch das Christentum wahrscheinlich nicht einmal in der Lage, Ihre altbackene Polemik auch nur zu formulieren (wäre allerdings niemandes Verlust gewesen).
(Anmerkung: Bitte tragen Sie zu einer sachlichen Diskussion bei und verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke. Die Redaktion/jk)
"Religionen trennen die Menschen, führen zu kommunikativen Tabus und führen dadurch letztlich zu Gewalt."Und was ist mit Taizé?
Was ist mit den kirchlichen Basis-Kontakten zwischen der DDR-Opposition und der weltweiten Ökumene, die für meine Eltern mit Lebenselexier waren? Was ist mit Desmond Tutu? Sind das zufällige Fehlentwicklungen von Relgion, oder vielleicht eine andere Möglchkeit, sie zu leben?
Wenn Menschen ihre Neurosen oder Machtinteressen religiös überhöhen, dann wird es schlimm. Tatsächlich. Nur verwechselt man hier nicht einen Missbrauch mit der Sache an sich? Vielleicht kann Religion gefährlich werden, o.K.. Aber deswegen ablehnen? Dann müsste man alle potentiellen Risiken verbieten. So will ich nicht leben. Glaube kann ein Leben bereichern und Menschen verbinden, versöhnen und trösten. Ich erleben das zwischen immer wieder.
In jedem anderen Menschen ein wertvolles und gewolltes Geschöpf Gottes zu sehen, dessen Daseinsberechtigung nicht von dessen Charakter und Leistung abhängt - das ist für mich Kern meines Glaubens. Ich weiss nicht, was daran gewaltfördernd sein soll. Vielmehr habe ich immer wieder Schwierigkeiten, wenn ich keine Lust auf Lästereien hinter dem Rücken anderer habe, der Mensch seine Würde auch in Abwesenheit behalten soll.
Zugleich: brauchen wir nicht tabus für einen Zusammenhalt der Gesellschaft? Können wir ohne Dinge leben, die uns so wichtig sind, dass wir da nichts ranlassen wollen? (Eig. Kinder, Menschenwürde, Tatsache der NS-Verbrechen, Rechtsstaat, Anerkennung der Frauenrechte) Warum ist ein Tabubruch immer automatisch etwas Gutes?
Das undifferenzierte Religionsbashing ist teilweise einfach nur traurig, weil verblendet. Zudem sehen die meisten Religionskritiker genauso unglücklich und unzufrieden aus, wie die angstgetriebenen religiösen Fanatiker, die sie gern angreifen. Auch bezeichnend.
...können Sie auch sicherlich mehr, als nachzuplappern, was Ihnen ein Schundliterat wie Dawkins vorbetet. Na? Vielleicht fangen Sie einmal an und zählen die Millionen Opfer, die im 20. Jhd. im Namen einer säkularen Weltsicht (Mao/Stalin) bzw. eines Neo-Heidentums (NS) fällig waren. Paßt nicht so ganz in Ihr Modell, wonach "Religion" (was immer Sie darunter verstehen) die Wurzel aller Probleme ist, oder? Im übrigen wären Sie ohne die jahrhundertelange Trägerschaft der abendländischen Schriftkultur durch das Christentum wahrscheinlich nicht einmal in der Lage, Ihre altbackene Polemik auch nur zu formulieren (wäre allerdings niemandes Verlust gewesen).
(Anmerkung: Bitte tragen Sie zu einer sachlichen Diskussion bei und verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke. Die Redaktion/jk)
Religion ist die Quelle von so viel Übel, dass in der Schule darüber gesprochen werden muss.
Religion proudly presents:
-Hexenverbrennungen
-Steinigungen
-Beschneidungen
-Vernichtung ganzer Kulturen
-Unzählige Kriege
-Selbstmordattentäter
-Rechtfertigung jeglicher Greultaten gegen "Ungläubige"
-Unterdrückung der Frauen
-und vieles vieles mehr
Es muss einen Pflichtunterricht Religion gemeinsam für alle Schüler geben. Darin müssen alle großen Weltreligionen besprochen werden und wie Staaten und Individuen seit Jahrtausenden dass Gottkonzept nutzen, um Tod und Elend über die Menschheit zu bringen. Darüber, dass es der Aufklärung und vielen Märtyrern der Freiheit zu verdanken ist, dass Religion in Europa auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet ist. Es ist wichtig den Schülern zu vermitteln, wie schwierig es war, die Freiheit in Europa zu verankern, wie reaktionäre Kräfte immer wieder versucht haben, mit Hilfe der Religion die Oberhand zu gewinnen. Wie wir es geschafft haben unsere modernen Verfassungen zu schreiben und den Einfluss der Kirche zu beschränken. Die Schüler müssen verstehen, dass das Christentum und der Islam fast alle Errungenschaften der Antike vernichtet haben und erst nach 1000 Jahren der Dunkelheit Europa und Amerika die Antike restaurieren konnten. Gerade die Migranten müssen verstehen, dass Religion niemals die Lösung sondern immer das Problem ist. Vor allem, weil die Aufklärung an ihren Heimtländern völlig vorbeigegangen ist.
Grüße
Trench
ich habe lange keinen derart undifferenzierten Beitrag gelesen. In ihrer Forderung nach Religionenunterricht stimme ich ihnen zu, qua Studium, da ich anstrebe Ethiklehrer zu werden.
Das aber Kirche Träger von Kindergärten und Krankenhäusern ist, dass sie Seelsorge, Altenhilfe oder Jugendarbeit betreibt, blenden sie aus. Ich will ihre historische Last nicht bestreiten, sehe aber die heutige gesellschaftliche Leistung, die sie als Institution leistet. Das bedeutet auch nicht, dass alles, was der Papst sagt, richtig ist. Bei weitem nicht, aber vielen Menschen gibt gerade dies halt in einer immer schneller werdenden Welt.
Religion wurde schon immer benutzt, um Machtpolitische Interessen durchzusetzen, das macht sie in ihrem Kern nicht falsch. Sie sollte jedoch jedem selbst überlassen sein, die Ausübung und die Religionsfreiheit sind glücklicherweise in unserer Verfassung festgeschrieben.
"Gerade die Migranten müssen verstehen, dass Religion niemals die Lösung sondern immer das Problem ist."
Wie kann man denn bitte eine Gruppe von über 10 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland derart über einen Kamm scheren? Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu. Migration und Religiösität bei Migranten haben derart viele Dimensionen, dass dies hier den Rahmen sprengen würde. Viele für sie scheinbar religiöse Menschen pflegen lediglich ihre Kultur. Allein durch diesen ihren Satz wird deutlich, warum Integration in Deutschland manchmal so schwierig ist. Wie viele Migranten haben sie bereits kennengelernt, dass sie derart urteilen?
Ich empfehle Ihnen übrigens Platon - der Staat. Dort finden sie Sätze zum Thema Zwangsheirat oder Sklaverei. Und für Fragen der Gleichberechtigung war der gute Herr Aristoteles - ich formuliere es vorsichtig - eher nicht empfänglich. Ich finde die immer wieder kehrende Überhöhung der Antike ermüdend. Und trotzdem hat die griechische Antike wie die christliche Tradition für europäische Kultur große Bedeutung bis in die heutigen Tage hinein. Um nochmal den Blick auf die Gleichberechtigung der Frauen zu lenken: Schauen sie sich unsere Gesellschaft heute an, wir haben bei weitem keine Gleichberechtigung geschafft, obwohl wir die Aufklärung schon 180 Jahre hinter uns haben.
Wir leben in einem säkularisierten Staat, Glaube ist Privatsache und nicht des Staates.
1. Wer ein wenig die aktuelle Forschung zu Hexenverbrennungen, Rechtsgeschichte, Hintergründe und Etappen der Inquisition und allgemeine Relgionssoziologie kennen würde, könnte so einen Unsinn nicht schreiben. Wer so verächtlich über den Glauben anderer redet, soll sich nicht wundern, wenn viele Einwanderer Probleme mit der Integration bei uns haben. Wem nichts heillig ist, versteht das auch schlecht bei anderen. Glauben Sie tatsächlich, dass Muslimische Einwanderer sich eher bei uns zu Hause fühlen, wenn ihre Kinder in der Schule einseitig die Verbrechensgeschichte des Islam hören, ohne die Kulturellen Leistungen zu schildern, von denen auch wir heute zehren?
Zudem: ich hätte gern einmal einen historischen Beleg, wo die Verdrängung und Abschaffung der Religion eine Gesellschaft verbessert hat. Vielleicht ist es eher der Mensch als die von ihm oft missbrauchte Religion schuld an vielen Übeln?
Mit viel Glück vergeht sie im Einzelfall sogar wieder. Bei Ihnen wäre ich allerdings nicht sicher...
ich habe lange keinen derart undifferenzierten Beitrag gelesen. In ihrer Forderung nach Religionenunterricht stimme ich ihnen zu, qua Studium, da ich anstrebe Ethiklehrer zu werden.
Das aber Kirche Träger von Kindergärten und Krankenhäusern ist, dass sie Seelsorge, Altenhilfe oder Jugendarbeit betreibt, blenden sie aus. Ich will ihre historische Last nicht bestreiten, sehe aber die heutige gesellschaftliche Leistung, die sie als Institution leistet. Das bedeutet auch nicht, dass alles, was der Papst sagt, richtig ist. Bei weitem nicht, aber vielen Menschen gibt gerade dies halt in einer immer schneller werdenden Welt.
Religion wurde schon immer benutzt, um Machtpolitische Interessen durchzusetzen, das macht sie in ihrem Kern nicht falsch. Sie sollte jedoch jedem selbst überlassen sein, die Ausübung und die Religionsfreiheit sind glücklicherweise in unserer Verfassung festgeschrieben.
"Gerade die Migranten müssen verstehen, dass Religion niemals die Lösung sondern immer das Problem ist."
Wie kann man denn bitte eine Gruppe von über 10 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland derart über einen Kamm scheren? Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu. Migration und Religiösität bei Migranten haben derart viele Dimensionen, dass dies hier den Rahmen sprengen würde. Viele für sie scheinbar religiöse Menschen pflegen lediglich ihre Kultur. Allein durch diesen ihren Satz wird deutlich, warum Integration in Deutschland manchmal so schwierig ist. Wie viele Migranten haben sie bereits kennengelernt, dass sie derart urteilen?
Ich empfehle Ihnen übrigens Platon - der Staat. Dort finden sie Sätze zum Thema Zwangsheirat oder Sklaverei. Und für Fragen der Gleichberechtigung war der gute Herr Aristoteles - ich formuliere es vorsichtig - eher nicht empfänglich. Ich finde die immer wieder kehrende Überhöhung der Antike ermüdend. Und trotzdem hat die griechische Antike wie die christliche Tradition für europäische Kultur große Bedeutung bis in die heutigen Tage hinein. Um nochmal den Blick auf die Gleichberechtigung der Frauen zu lenken: Schauen sie sich unsere Gesellschaft heute an, wir haben bei weitem keine Gleichberechtigung geschafft, obwohl wir die Aufklärung schon 180 Jahre hinter uns haben.
Wir leben in einem säkularisierten Staat, Glaube ist Privatsache und nicht des Staates.
1. Wer ein wenig die aktuelle Forschung zu Hexenverbrennungen, Rechtsgeschichte, Hintergründe und Etappen der Inquisition und allgemeine Relgionssoziologie kennen würde, könnte so einen Unsinn nicht schreiben. Wer so verächtlich über den Glauben anderer redet, soll sich nicht wundern, wenn viele Einwanderer Probleme mit der Integration bei uns haben. Wem nichts heillig ist, versteht das auch schlecht bei anderen. Glauben Sie tatsächlich, dass Muslimische Einwanderer sich eher bei uns zu Hause fühlen, wenn ihre Kinder in der Schule einseitig die Verbrechensgeschichte des Islam hören, ohne die Kulturellen Leistungen zu schildern, von denen auch wir heute zehren?
Zudem: ich hätte gern einmal einen historischen Beleg, wo die Verdrängung und Abschaffung der Religion eine Gesellschaft verbessert hat. Vielleicht ist es eher der Mensch als die von ihm oft missbrauchte Religion schuld an vielen Übeln?
Mit viel Glück vergeht sie im Einzelfall sogar wieder. Bei Ihnen wäre ich allerdings nicht sicher...
ich habe lange keinen derart undifferenzierten Beitrag gelesen. In ihrer Forderung nach Religionenunterricht stimme ich ihnen zu, qua Studium, da ich anstrebe Ethiklehrer zu werden.
Das aber Kirche Träger von Kindergärten und Krankenhäusern ist, dass sie Seelsorge, Altenhilfe oder Jugendarbeit betreibt, blenden sie aus. Ich will ihre historische Last nicht bestreiten, sehe aber die heutige gesellschaftliche Leistung, die sie als Institution leistet. Das bedeutet auch nicht, dass alles, was der Papst sagt, richtig ist. Bei weitem nicht, aber vielen Menschen gibt gerade dies halt in einer immer schneller werdenden Welt.
Religion wurde schon immer benutzt, um Machtpolitische Interessen durchzusetzen, das macht sie in ihrem Kern nicht falsch. Sie sollte jedoch jedem selbst überlassen sein, die Ausübung und die Religionsfreiheit sind glücklicherweise in unserer Verfassung festgeschrieben.
"Gerade die Migranten müssen verstehen, dass Religion niemals die Lösung sondern immer das Problem ist."
Wie kann man denn bitte eine Gruppe von über 10 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland derart über einen Kamm scheren? Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu. Migration und Religiösität bei Migranten haben derart viele Dimensionen, dass dies hier den Rahmen sprengen würde. Viele für sie scheinbar religiöse Menschen pflegen lediglich ihre Kultur. Allein durch diesen ihren Satz wird deutlich, warum Integration in Deutschland manchmal so schwierig ist. Wie viele Migranten haben sie bereits kennengelernt, dass sie derart urteilen?
Ich empfehle Ihnen übrigens Platon - der Staat. Dort finden sie Sätze zum Thema Zwangsheirat oder Sklaverei. Und für Fragen der Gleichberechtigung war der gute Herr Aristoteles - ich formuliere es vorsichtig - eher nicht empfänglich. Ich finde die immer wieder kehrende Überhöhung der Antike ermüdend. Und trotzdem hat die griechische Antike wie die christliche Tradition für europäische Kultur große Bedeutung bis in die heutigen Tage hinein. Um nochmal den Blick auf die Gleichberechtigung der Frauen zu lenken: Schauen sie sich unsere Gesellschaft heute an, wir haben bei weitem keine Gleichberechtigung geschafft, obwohl wir die Aufklärung schon 180 Jahre hinter uns haben.
Wir leben in einem säkularisierten Staat, Glaube ist Privatsache und nicht des Staates.
"Das aber Kirche Träger von Kindergärten und Krankenhäusern ist, dass sie Seelsorge, Altenhilfe oder Jugendarbeit betreibt, blenden sie aus."
Das wird alles aus allgemeinen Steuermitteln vom Staat finanziert, nicht mit der Kirchensteuer.
"Das aber Kirche Träger von Kindergärten und Krankenhäusern ist, dass sie Seelsorge, Altenhilfe oder Jugendarbeit betreibt, blenden sie aus."
Das wird alles aus allgemeinen Steuermitteln vom Staat finanziert, nicht mit der Kirchensteuer.
Mich haben schon immer die Inhalte von Religionsunterricht interessiert. Gerade weil ich in meiner Schulzeit das Fach evangelische Religion hatte, verwirrt mich die ganze Debatte. Meine Erinnerungen sind lückenhaft.
Unsere Lehrer haben uns in der Unterstufe Bilder über das Wirken von Jesus ausmahlen lassen. In der Mittelstufe haben wir uns einerseits mit (einigen) den monotheistischen Weltreligionen beschäftigt (bezeichnenderweise ohne Bewertung, es ging mehr um Gründung, Historie, Brauchtum, etc.), andererseits über die Frage von Religiösität diskutiert (insbesondere die Frage der Konfirmation, gesellschaftlichem Zwang, Religion im Alltag). In der Oberstufe haben wir einge deutsche Philosophen diskutiert, Fragen der Ethik, des 'guten' Zusammenlebens. Ausserdem hatten wir einen Themenschwerpunkt Nachtod-Erfahrungen und Psychoanalyse.
Im Rückblick ein interessanter Unterricht, in dem all das verpackt war, für das es sonst wenig Zeit gibt. Fragen des Zusammenlebens, teilweise sehr kontroverse Diskussionen auf der einen Seite; viel Textanalyse und Interpretation auf der anderen. Religiöses Erleben hat keine Rolle gespielt - Gebete, Glauben, ... wurden als Teilbereiche des Persönlichen im Klassengespräch nicht diskutiert.
Meine Kollegen im Ethikunterricht hatten ein strengeres Curriculum, teilweise wohl aus Rechtfertigungsgründen. Inhalte waren aber ähnlich. Im katholischen Religionsunterricht kamen auch Themen wie die Interpretationshoheit des Papstes, die Frage der Beichte und anderes (praktisches?) auf, aber da kann ich nicht wirklich mitreden, es sind Teileindrücke.
Nach diesem Überblick, was soll der Religionsunterricht denn nun leisten, was ein Ethikunterricht nicht kann. Soll es sich um eine Gebetsstunde handeln? Werden dann Veranstaltungen daraus, wie wer wann warum oder auch nicht zum Glauben gefunden hat? Persönliche Erfahrungen, was Glauben für jemanden - im Zweifelsfall den Lehrer - zu bedeuten hat? Praktische Handlungsanweisungen für den gläubigen Christen/ Moslem/ Hindu/ ...?
Natürlich sollte man wissen, welche Religionen es gibt, wo sie herkommen, warum es welche Dogmen gibt. Aber kann das nicht auch Inhalt des Ethikunterrichts sein? Ist die Wahl einer Religion nicht etwas Urpersönliches? Und sollte - bei allen nowendigen Diskussionen über den Stellenwert von Religion in unserer Gesellschaft - eine Auseinandersetzung, ja Kritik, an Religionsausübungen nicht von der eigenen Religiösität teilweise entkoppelt werden?
Oder geht es genau darum im Religionsunterricht - man ist 'unter sich' als und diskutiert auch die negativen Begleiterscheinungen des eigenen Bekenntnisses? Kann das der Religionsunterricht wirklich leisten, vor allem mit dem in Deutschland gewählten Ansatz, das Religionslehrer von den Kirchen eingesetzt werden?
Die entscheidende Frage in dem Streit ist tatsächlich nicht Reli oder Ethik, sondern: soll die Schule Glaube und Religion durch RU fördern?
Verschiedene Studien zeigen ganz deutlich: Relgiöse Menschen denken eher an das Gemeinwohl und an die Gesellschaft. Sie spenden wesentlich mehr, räumen Werten wie Menschenwürde und Verantwortung höheren Stellenwert ein und engagieren sich mehr in Vereinen und sind dabei glücklicher . Diese Dinge sollten gefördert werden, m.E. auch an der Schule.
Der Konfessionelle RU ist dafür ein guter Weg. Er nimmt die persönlich- emotionale Dimension von Religionsbildung ernst und stellt sich zugleich dem öffentlichen Diskurs vor der Verfassung. Dass die verschiedenen Relgionen in das Gespräch gebracht werden müssen, ist selbstverständlich - ich frage mich nur, warum das anscheinend nicht all den anderen Fächern gelingt, wo die Schüler schon zusammen lernen und zahlreiche Anknüpfungspunkte bestehen (Geschichte, Deutsch, Musik, Gemeinschaftskunde/Politik,...).
Der Glaube als solcher ist eine private Lebensauffassung jedes Einzelnen und gehört auch ins Privatleben. Auch ist im Grundgesetz eindeutig die Trennung von Staat und Kirche geregelt. Der konfessionelle Relegionsunterricht weicht dieses eh schon auf und ist entgegen ihrer Meinung doch eher einseitig in seiner Sichtweise.
Ein studierter Theologe kann sehr gut das alte und neue Testament wiedergeben und wahrscheinlich auch interpretieren aber nichts desto trotz wird er allein durch dieses Studium zu einer Objektivität gegenüber anderen/ konkurierenden Glaubensrichtung nicht bzw. nur eingeschränkt fähig sein.
Und zu Ihren Studien: Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Dies bedeutet in diesem Fall, allgemein zusagen das religiöse Menschen Werte wie die Menschenwürde höher schätzen, ist sschon durch eine unterschiedliche Auslegung dieser recht absurd. Genauso kann man sagen, dass religiöse Menschen eher konservative sind und sich einer multikulturellen Gesellschaft eher verschließen als die atheistischen Mitbürger... ;o)
Und zum Abschluss noch eine Gedankenanregung zum Thema Relegio und Glaube: Der Glaube ist nicht die Religion, da sie nur einen organisatorischen Rahmen schafft in dem der Glaube ausgelebt wird. An sich ist es dem Menschen gleich, ob er an einem Gott im Himmel oder an ein Butterbrot auf dem Frühstückstisch glaubt. Solange er dabei glücklich ist!!!
(Die Redaktion /ft)
Der Glaube als solcher ist eine private Lebensauffassung jedes Einzelnen und gehört auch ins Privatleben. Auch ist im Grundgesetz eindeutig die Trennung von Staat und Kirche geregelt. Der konfessionelle Relegionsunterricht weicht dieses eh schon auf und ist entgegen ihrer Meinung doch eher einseitig in seiner Sichtweise.
Ein studierter Theologe kann sehr gut das alte und neue Testament wiedergeben und wahrscheinlich auch interpretieren aber nichts desto trotz wird er allein durch dieses Studium zu einer Objektivität gegenüber anderen/ konkurierenden Glaubensrichtung nicht bzw. nur eingeschränkt fähig sein.
Und zu Ihren Studien: Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Dies bedeutet in diesem Fall, allgemein zusagen das religiöse Menschen Werte wie die Menschenwürde höher schätzen, ist sschon durch eine unterschiedliche Auslegung dieser recht absurd. Genauso kann man sagen, dass religiöse Menschen eher konservative sind und sich einer multikulturellen Gesellschaft eher verschließen als die atheistischen Mitbürger... ;o)
Und zum Abschluss noch eine Gedankenanregung zum Thema Relegio und Glaube: Der Glaube ist nicht die Religion, da sie nur einen organisatorischen Rahmen schafft in dem der Glaube ausgelebt wird. An sich ist es dem Menschen gleich, ob er an einem Gott im Himmel oder an ein Butterbrot auf dem Frühstückstisch glaubt. Solange er dabei glücklich ist!!!
(Die Redaktion /ft)
1. Wer ein wenig die aktuelle Forschung zu Hexenverbrennungen, Rechtsgeschichte, Hintergründe und Etappen der Inquisition und allgemeine Relgionssoziologie kennen würde, könnte so einen Unsinn nicht schreiben. Wer so verächtlich über den Glauben anderer redet, soll sich nicht wundern, wenn viele Einwanderer Probleme mit der Integration bei uns haben. Wem nichts heillig ist, versteht das auch schlecht bei anderen. Glauben Sie tatsächlich, dass Muslimische Einwanderer sich eher bei uns zu Hause fühlen, wenn ihre Kinder in der Schule einseitig die Verbrechensgeschichte des Islam hören, ohne die Kulturellen Leistungen zu schildern, von denen auch wir heute zehren?
Zudem: ich hätte gern einmal einen historischen Beleg, wo die Verdrängung und Abschaffung der Religion eine Gesellschaft verbessert hat. Vielleicht ist es eher der Mensch als die von ihm oft missbrauchte Religion schuld an vielen Übeln?
die arabisch-persische Kultur war vom 11-16 Jhdt. führend. Dessen sollte man sich immer Bewusst sein, doch dass sie führend war, hat faktisch nichts mit dem Islam zu tun. Religion war in seiner Geschichte immer der Ballast, den eine weit entwickelte Kultur mit sich herumschleppte. Kreuzzüge und ähnlicher Irrsinn entstand immer aus der Mischung politischen Willens und religiösem Eifer. Ich behaupte, dass zumindest die Kreuzzüge nicht passiert wären, hätte man die Religion aus der Gleichung gestrichen. Ich bin der Ansicht, Religion sollte in der Schule höchstens unter geschichtlichem und kulturellem, nicht aber unter theologischem, Aspekt betrachtet werden.
die arabisch-persische Kultur war vom 11-16 Jhdt. führend. Dessen sollte man sich immer Bewusst sein, doch dass sie führend war, hat faktisch nichts mit dem Islam zu tun. Religion war in seiner Geschichte immer der Ballast, den eine weit entwickelte Kultur mit sich herumschleppte. Kreuzzüge und ähnlicher Irrsinn entstand immer aus der Mischung politischen Willens und religiösem Eifer. Ich behaupte, dass zumindest die Kreuzzüge nicht passiert wären, hätte man die Religion aus der Gleichung gestrichen. Ich bin der Ansicht, Religion sollte in der Schule höchstens unter geschichtlichem und kulturellem, nicht aber unter theologischem, Aspekt betrachtet werden.
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