Eine Politikerkarriere

SPD-Parteitag in Dortmund, 1. Juni 1966: Helmut Schmidt als Mitglied des Parteivorstands | © Jupp Darchinger
Die ersten Aufnahmen von Helmut Schmidt machte der Fotograf Jupp Darchinger zu einem Zeitpunkt, als nicht abzusehen war, welche Karriere der spätere Bundeskanzler einmal nehmen würde. Darchinger hat die Stationen des politischen Lebens Schmidts dokumentiert und bekam dazu auch die Gelegenheit, den Privatmann Schmidt abzulichten. Mit seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen gilt Darchinger heute als der Fotochronist der Bonner Republik. Wir zeigen einen Auszug seiner Fotoreihe.
Aus:
Helmut Schmidt: Fotografiert von Jupp Darchinger (Gebundene Ausgabe). Von Dieter Dowe (Herausgeber), Michael Schneider (Herausgeber), Jupp Darchinger (Fotograf). Dietz, Bonn (2008)
- Datum 23.01.2009 - 15:30 Uhr
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schmidt ist der wichtigste und der größte für immer... aber würden sich dann nicht mal auch diese eitlen selbst-bespiegelungen im eigenen blatt erübrigen...?
Es ist nicht peinlich den Altkanzler zu würdigen, das nicht, sondern in dem Maße, wie Die Zeit den Ex-Kanzler seit Monaten und Jahren unverdrossen würdigt, dabei wird einem, und ich weiß nicht, ob man hierzu nicht einfach hundert oder zweihundert Jahre Publizitätsgeschichte zurückzublicken hat, mulmig.
Es ist irgendwo durchschaubar, billig und schäbig.
Gewiss geht es auf den Chefredakteur zurück, der sich im Schatten eines alten, kurzweiligen Politikers sonnt, oder auf aufstrebende Online-Redakteure, die vermuten, es gehöre in der eigenen Zeitungen zum guten Ton.
Sie, als Organ Zeitung, degradieren sich selbst nicht, da Sie ihn an seinem Geburtstag erwähnen, sondern da Sie ihn an seinem Geburtstag - und wöchentlich preisen. Wissen Sie denn nicht, dass der Umgang mit zeitgenössischen Größen Auskunft gibt Auskunft über die innere Beschaffenheit von Redaktionen und Institutionen. Sie sollten sich schämen. Denken Sie an Hobbes und Bentham.
Ja, etwas weniger Berichterstattung über Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt täte der ZEIT gut. Denn schließlich ist Schmidt immer noch Mitherausgeber dieser liberalen Wochenzeitung.
Geehrte ZEIT-Redakteure, es ist doch noch genügend Zeit, Helmut Schmidt vor, am und nach seinem 90 Geburtstag am 18. Dezember 2008 zu feiern.
Die Darchinger-Fotos sind sehr gut. In Schwarz-Weiß passten sie farblich in die Zeit einer großen Wende, die sich so langsam - Dank Willy Brandts Annäherungspolitik - vom "kalten Krieg" zu verabschieden begann.
Super Merksatz
# Wer zu früh feiert, den bestraft der Überdruss.
Es gibt nicht viele solcher wertvollen Ideen.
Umso dankbarer bin ich für solch wertvoller Gedanken.
Super Merksatz
# Wer zu früh feiert, den bestraft der Überdruss.
Es gibt nicht viele solcher wertvollen Ideen.
Umso dankbarer bin ich für solch wertvoller Gedanken.
Niemals hat Deutschland eine bessere Chance gehabt, sich zu einer wirklich demokratischen und zivilisierten Gesellschaft zu entwickeln, als nach dem Amtsverzicht von Willy Brandt.
Statt der idealisierten und recht heroisch wirkenden Periode der Annäherung an den Ostblock, wurden für die deutsche Gesellschaft Entwicklungspotentiale eröffnet, die zu einer qualifizierten Partnerschaft zwischen Kapital und Arbeit hätten führen können.
Das Erbe von Helmut Schmidt ist jedoch der gesellschaftliche Zustand, den wir heute haben.
Eine zu tiefst gespaltene Gesellschaft. Ein immer stärker anwachsender Bevölkerungsanteil, der sowohl kulturell als auch wirtschaftlich verblödet und verelendet. Strukturelle Gewalt, die von der impertinenten und asozialen Dominanz unserer heutigen Polit- und Wirtschaftseliten immer extremer erniedrigt und verelendet wird. Eliten, denen die persönliche Selbstinszenierung und -präsentation in immer manierierter und pervertierteren Form wichtiger ist als die Wahrnehmung ihrer Verantwortung, die sie mit der Übernahme ihre Machtfunktionen überantwortet bekommen haben.
Diese Verantwortungslosigkeit ist einerseits der Richtblock für die Beseitigung dieser Eltigen als auch die Legitimationsgrundlage des Terrorismus, der sich in Deutschland früher oder später wider diese Form der Menschenverachtung und des vollendeten besitzbürgerlichen Totalitarismus entwickeln wird.
Dies ist das wirklich Erbe des ja doch sehr selbstgerechten und von sich wirklich unerträglich selbst überzeugen Helmut Schmidt.
Man sollte ihn nicht auf einen Sockel stellen. Er würde von ihm schon bald herunter fallen. Man sollte ihn vielmehr so würdigen wie er in der Wirklichkeit war. Bemüht, aber doch sehr in seinen besitzbürgerlichen Denkstrukturen gefangen.
... daneben, die Darstellung. Sie vergessen die prägende Kohl-
Ära, die weit mehr Einfluss hatte. Und Gas-Gerd mit seiner
Truppe!
... daneben, die Darstellung. Sie vergessen die prägende Kohl-
Ära, die weit mehr Einfluss hatte. Und Gas-Gerd mit seiner
Truppe!
... daneben, die Darstellung. Sie vergessen die prägende Kohl-
Ära, die weit mehr Einfluss hatte. Und Gas-Gerd mit seiner
Truppe!
Super Merksatz
# Wer zu früh feiert, den bestraft der Überdruss.
Es gibt nicht viele solcher wertvollen Ideen.
Umso dankbarer bin ich für solch wertvoller Gedanken.
Angesichts der Berichterstattung über Helmut Schmidt kann man gar nicht anders als polemisch werden. Letztens schlug ich das ZEIT Magazin auf und wurde von "Helmut Schmidts favourite Meissen" angelächelt. Auf ZEIT online wird eine CD mit (von Helmut Schmidt) ausgewählten und (teilweise) selbst gespielten Liedern angepriesen und auch sonst findet sich der Altbundeskanzler mit einer derartigen Frequenz, dass es bald schon an den penetranten Weihnachtsvorverkauf ähnelt.
Dass es hierbei ganz klar unsachlich vorgeht, kann man leicht dem Spiegel anderer deutscher Medien entnehmen. Vor diesem Hintergrund nerven diese Photos. Meine gute Erinnerung wird durch die hiesige Berichterstattung nach und nach zerstört.
~~ parco horare numeris ~~
Es ist doch nicht zu fassen, wie in Deutschland jeder Anlass recht zu sein scheint, um zu jammern - sogar der runde Geburtstag eines Kanzlers regt die LeserInnen zu destruktiven Stellungnahmen an. Zu Schmidt mag man politisch stehen, wie man will, seine Verdienste um die Bundesrepublik sind unbestreitbar. Wer, wie ich, aus dem Ausland die verschiedenen Rückblicke auf seine Kanzlerschaft und sein publizistisches Engagement verfolgt, wünscht sich auf jeden Fall mehr Politiker von derselben Integrität und Staatsauffassung auch im eigenen Land. Mein Vorschlag: tauschen Sie doch bitte (rückwirkend!) Ihren Alt-Bundeskanzler gegen einen Politiker meines Landes ein, der in diesen Tagen ebenfalls 90 wird: Giulio Andreotti.
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