TV-Rechte Bundesliga Status quo bleibt erhalten

Die DFL hat die Fernsehrechte der Fußball-Bundesliga für vier Jahre vergeben: an bekannte Partner und für nahezu den gleichen Preis wie bei der Ausschreibung zuvor

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) setzt auch die nächsten vier Jahre auf bewährte Partner: Premiere, ARD und ZDF. Die Pay-TV-Rechte der Bundesliga und der Zweiten Bundesliga werden an den Abo-Sender Premiere vergeben, der weiterhin alle Spiele live übertragen wird. Im Free-TV sichert sich die ARD die Rechte an den Zusammenfassungen am Samstagabend (ab 18.30 Uhr), der klassischen Sportschau-Zeit, und neuerdings am späten Sonntagabend (ab 21.45 Uhr). Das ZDF wird weiterhin eine Highlight-Sendung am späten Samstagabend (ab 22 Uhr) ausstrahlen: das Sportstudio, das durch das Zweitverwertungsrecht am Samstagabendspiel aufgewertet wird. In den vergangenen Wochen war darüber gemutmaßt worden, dass amerikanische Sender Interesse an der Bundesliga hätten.

Die Sportschau am Samstag wird gegen Konkurrenz antreten müssen, denn der neue Plan sieht vor, dass ab der neuen Saison samstags um 18.30 Uhr ein Spiel stattfindet, vermutlich oft eine Top-Partie. Ob das den Preis für die ARD gesenkt hat, steht nicht fest, denn zu den Kosten nimmt die ARD nur vage Stellung – eine fragwürdige Auskunftspolitik für einen öffentlich-rechtlichen Sender.

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Ob der Sonntagabendtermin der ARD, wie im Internet spekuliert wird, Konsequenzen für die Talk-Sendung Anne Will hat, die traditionell um diese Zeit ausgestrahlt wird, lässt die ARD offen. „Dass wir das recht haben, ab 21.45 Uhr Fußball zu senden, heißt nicht, dass wir um 21.45 Uhr Fußball senden müssen und werden“, sagt ein Pressesprecher auf Nachfrage von ZEIT ONLINE. Außerdem verfüge die ARD über Sendeplätze in den Dritten Programmen.

Finanziell bleibt aus Sicht der Liga der Status quo gehalten. Für den Vierjahresvertrag nimmt die DFL insgesamt 1,65 Milliarden Euro ein, also durchschnittlich 412 Millionen Euro pro Saison. Das entspricht in etwa dem Ertrag der vorigen drei Jahre, was die Verantwortlichen als Erfolg verstehen: „In schwieriger Lage ein vorzeigbares Ergebnis“, sagt DFL-Präsident Reinhard Rauball. Damit spielt er auf die Intervention des Bundeskartellamts an, das im Sommer den ursprünglichen TV-Plan der DFL zerschlug. Der bereits als vollzogen verstandene Deal der DFL mit dem Zwischenhändler Sirius scheiterte, weil ihm die rechtliche Grundlage entzogen war – ein Rückschlag für die DFL, der Vertrag hätte ihr 500 Millionen pro Jahr zugesichert. „Wir haben“, ergänzt Rauball, „in einer schwierigen Lage für den Profi-Fußball ein vorzeigbares Ergebnis erzielt.“

 

 
Leser-Kommentare
  1. Denn das Kartellamt hat die DFL davor bewahrt, aus lauter Gier den Fehler mit Leo Kirch ein zweites Mal zu begehen.

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