Kunst Anleitung zum Gemeinsein
Erwin Wurm hat das Feuilleton der aktuellen Ausgabe der ZEIT gestaltet. Eine künstlerische Intervention, die Grenzen der Political Correctness markiert und überschreitet

© Erwin Wurm / DIE ZEIT
Die Titelseite des von Erwin Wurm gestalteten ZEIT-Feuilletons
Einen „ Wahnwitzkünstler “ hat ihn die ZEIT genannt, jetzt hat er sich die ZEIT selbst vorgenommen: der Künstler Erwin Wurm.
Wurm reiht sich damit in eine Tradition ein. Immer wieder hat die Redaktion Künstlern die Gelegenheit gegeben, auf ihre ganz eigene Art Zeitung zu machen.
In den siebziger Jahren verwirrte der Fluxus- und Happeningstar Allan Kaprow die Leser. In den Neunzigern drehte der Grafikdesigner David Carson eine Ausgabe des ZEITmagazins durch seinen Typografiewolf. Im vergangenen Jahr nahm sich der Fotokünstler und Turnerpreisträger Wolfgang Tillmans das Feuilleton vor. Nun also Erwin Wurm.
Der 54-jährige Österreicher ist vielleicht DER Aufsteiger der Kunstwelt. Der renommierte Kunstkompass der Zeitschrift Capital verzeichnet ihn unter den 100 berühmtesten zeitgenössischen Künstlern, seine Arbeiten werden weltweit gezeigt (zurzeit in Zürich, Tokyo und San Francisco).
Bekannt geworden ist Wurm, der an der Universität für Angewandte Kunst den Lehrstuhl für Neue Medien und Bildhauerei innehat, durch seine One Minute Sculptures , in denen er Menschen für kurze Zeit in Kunstwerke verwandelt (und diese Verwandlung in einem Foto dokumentiert).
Dafür steckt er Spargel in Nasen und Gurken zwischen Zehen, Klebestifte hängt er an Ohren und lässt Journalisten ein Bündel Bleistifte verschlingen.
Für andere seiner skurrilen Projekte hat Wurm Frauenkörper als Fahrradständer benutzt, Tische auf Wurstsemmeln gestellt, Gebisse in Tischplatten beißen lassen, Autos aufgeplustert, umgebogen und an der Wand entlangfahren lassen, immer auf der Suche nach dem Skulpturalen in den alltäglichen, wahnsinnigen Dingen.
- Datum 27.11.2008 - 19:36 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 12
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... womit wir wieder bei der Frage wären, was "das Normale" ist.
Ist es die eigene, höchst subjektive Erwartung an etwas oder jemanden?
Oder die Erwartungshaltung der Masse, die ja gar keine Haltung ist, eher ein kollektives Abwarten?
Die Texte wirken wie das, was viele denken, sich aber nicht auszusprechen trauen, weil es politically total incorrect ist.
Wen also will Herr Wurm mit seinen kleinen Textchen provozieren/zum Nachdenken bringen?
Ich bin völlig unbeeindruckt.
Ich habe die Zeit gekauft, habe also 44 Vorschläge bezahlt, und überall kleben die Anzeigen wie Aufkleber drauf und verdecken die Pointen! Oder ist das schon der 45 Vorschlag, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen?
und so hat auch die ZEIT das bekommen was sie ist . der Kuenstler hat ohne zweifel herrn joffe und andere schreiberlinge der redaktion nicht umsonst studiert und analysiert , denn seine ueberzeichneten "inkorrektheiten" sprechen anscheined aus , was man sonst nur zwischen den zeilen lesen, als metatext wahrnehmen kann. in sofern haben wir es hier mit einem volltreffer zutun - endlich sehen wir einmal die ZEIT als das was sie ist - vielleicht sogar in stellvertretung der deutsche presse schlechthin - in ihrer eigenschaft als verlogene maulheldin der ausgehoehlten ethik.
natuerlich muss man zumindest auch einen hervorragenden mut attestieren sich uberhaupt einer solchen entbloessung preiszugeben. eine irre wahl zudem ... es wird ja immerhin nicht jedem gestattet mal eine (teil)ausgabe eines wichtigen deutschen mediums maßgeblich zu gestalten und so zu bewerten.
wieviel realitaet ist nun in diesen kleinen sentenzen enthalten ? ist die kunst nicht spiegel unserer realitaet ? oder spielt sie hier nur den agent provokateur fuer die buehne der reaktion in einer auf links gezogenen welt , in der mit grossen worten werte verfochten werden koennen, an die man selber weder glaubt noch sich richtet im eigen verhalten. wird hier ueber den notausgang "pop-kunst" verkauft , was sonst als unverkauflich geaechtet wird. hat die ZEIT einen ruf zu verlieren , was provokation angeht , oder moechte sie sich einen erwerben?
wohl bekomm's, kann man nur sagen und mit ein bischen mitleid wuenschen , dass es nicht als die geschmacklosigkeit des jahres zu ruhm und ehre kommt , denn wir wissen ja alle: peinlichkeit ist trumpf und wer die meisten fettnaepfe mitnimmt darf hinterher auch im fernsehn singen oder sich anders verramschen lassen - ein traum der dummen - live fuer und vor dummen getraeumt.
bin mal gespannt wie die BILDzeitung morgen reagiert... oder sollten wir uns besser fragen wie wir selber morgen reagiern ? ::: Fragen wir die ZEIT , ob sie nicht endlich reinen tisch machen und mit der BILD fusionieren will?
:::: oder bitten wir wenigstens herrn joffe um eine staendige kolummne mit dem unwort des tages aus der faschistischen vergangenheit deutschlands ?
... oder herrn fischer vielleicht um ein paar mehr montagsvorschlaege wie er als ungewaehlter EU aussenminister demnaechst das naechst auschwitz zu verhindern gedenkt ? ....
also sie sehen , was ich meine , wer den schaden hat braucht fuer den spott nicht selbst zu sorgen.
@ iDog
So könnte die Bild-Headline gelautet haben. Aber für den Abverkauf reicht das nicht. Deshalb titelte das Boulevard-Blatt: "DIE ZEIT IST REIF!"
Ich frage mich, wofür?
@ iDog
So könnte die Bild-Headline gelautet haben. Aber für den Abverkauf reicht das nicht. Deshalb titelte das Boulevard-Blatt: "DIE ZEIT IST REIF!"
Ich frage mich, wofür?
leider kann man nicht sagen weiter so. Ausserdem scheint es mir eher eine soziale model zu sein.
Ich fänds (ähnlich Cole Younger in seinen zwei neuen Artikeln) ja interessanter wenn die Kritiker und Laudatoren jeweils einen besonders schlechten bzw. guten Spruch aus ihrer subjektiven, proletarischen Perspektive kommentieren würden.
Ich mache mal nicht den Anfang.
Wer die Zeit nicht lesen will braucht für den eigenen Bluthochdruck nicht zu sorgen.
MUSS ich super finden. Der Spruch passt gar nicht zu den anderen.
Ist doch richtig oder?
[entfernt wegen Doppelposting, wenn auch unter einem anderen Titel/ Redaktion; svb]
Vielen Dank für den Hinweis und die Löschung. Eine so achtsame Aufmerksamkeit zeugt von guter und vor allem ausreichender Pflege der Meinungsforen.
Um die Diskussion ein wenig zusammen zu führen, stelle ich hier,
http://kommentare.zeit.de...,
http://kommentare.zeit.de...
die Verweise auf meinen ursprünglichen Beitrag und zu zusätzlichen Meinungsbeiträgen im ZEIT-Online Nutzerforum ein.
Die Betrachtung der Zeit-Feuilleton Seiten sollte ja, für heutige Kunst eigentlich selbstverständlich, zweigeteilt erfolgen. Was sehe und empfinde ich, angesichts des sozialen ZEIT- "Monumentes" Herrn Wurms, und wie möchte die Feuilleton- Redaktion das Werk verstanden wissen. Der Doppelcharakter führte zur doppelter Buchführung.
Liebe Grüße
Christoph Leusch
Vielen Dank für den Hinweis und die Löschung. Eine so achtsame Aufmerksamkeit zeugt von guter und vor allem ausreichender Pflege der Meinungsforen.
Um die Diskussion ein wenig zusammen zu führen, stelle ich hier,
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http://kommentare.zeit.de...
die Verweise auf meinen ursprünglichen Beitrag und zu zusätzlichen Meinungsbeiträgen im ZEIT-Online Nutzerforum ein.
Die Betrachtung der Zeit-Feuilleton Seiten sollte ja, für heutige Kunst eigentlich selbstverständlich, zweigeteilt erfolgen. Was sehe und empfinde ich, angesichts des sozialen ZEIT- "Monumentes" Herrn Wurms, und wie möchte die Feuilleton- Redaktion das Werk verstanden wissen. Der Doppelcharakter führte zur doppelter Buchführung.
Liebe Grüße
Christoph Leusch
leider fehlt die Brillanz eines Georg Kreisler , oder
mit den Worten des von mir höchst verehrten Kurt Tucholsky :
" Wir leben in einer Zeit der Mittelmäßigkeit. "
Rebekka Reuter
Vielen Dank für den Hinweis und die Löschung. Eine so achtsame Aufmerksamkeit zeugt von guter und vor allem ausreichender Pflege der Meinungsforen.
Um die Diskussion ein wenig zusammen zu führen, stelle ich hier,
http://kommentare.zeit.de...,
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Die Betrachtung der Zeit-Feuilleton Seiten sollte ja, für heutige Kunst eigentlich selbstverständlich, zweigeteilt erfolgen. Was sehe und empfinde ich, angesichts des sozialen ZEIT- "Monumentes" Herrn Wurms, und wie möchte die Feuilleton- Redaktion das Werk verstanden wissen. Der Doppelcharakter führte zur doppelter Buchführung.
Liebe Grüße
Christoph Leusch
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