Gerüchte über Quartalszahlen Goldman Sachs droht Milliardenverlust

Nun trifft es auch die einstige Vorzeigebank: Einem Zeitungsbericht zufolge muss Goldman Sachs einen Quartalsverlust von bis zu zwei Milliarden Dollar verkraften

Das Hauptquartier von Goldmann Sachs in New York: Selbst diese Bank - lange als Musterbeispiel bekannt - steckt nun in der Krise

Das Hauptquartier von Goldmann Sachs in New York: Selbst diese Bank - lange als Musterbeispiel bekannt - steckt nun in der Krise

Wie das Wall Street Journal (WSJ) in seiner Dienstagsausgabe berichtet, wird das Bankhaus einen Verlust von bis zu zwei Milliarden Dollar für das am 28. November abgelaufene Quartal bekannt geben. Das entspreche einem Verlust von fünf Dollar pro Aktie; Analysten hatten bislang mit einem Wert von 0,62 Dollar gerechnet. Sollten sich die Zahlen bestätigen, würde Goldman das erste Mal seit dem Börsengang im Jahre 1998 einen Quartalsbericht mit roten Zahlen vorlegen.

Das Blatt bezieht sich dabei auf Insiderkreise. Goldman werde in allen Geschäftsbereichen größere Abschreibungen vornehmen müssen. Vor allem die “distressed investments“ hätten zu den hohen Verlusten geführt. Dabei handelt es sich um Kredite, deren Sicherheiten eine große Ausfallwahrscheinlichkeit besitzen oder an Firmen gekoppelt sind, die sich in einem Insolvenzverfahren befinden. Goldman selbst veröffentlicht die genauen Ergebnisse dieses Bereichs in seinen Bilanzen.

Anzeige

Wie die Zeitung weiter berichtet, muss das Unternehmen schwere Verluste aus Investitionen in die Finanzbranche bilanzieren. So könne Goldman beispielsweise gezwungen sein, von einer Beteiligung an der chinesischen Bank ICBC in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar rund 700 Millionen Dollar abzuschreiben, heißt es im WSJ.

Bereits am Montag hatten Analysten der Credit Suisse das Kursziel für die Aktien von Goldman Sachs nach unten korrigiert. Der Kurs gab daraufhin an der Wall Street um 16,75 Prozent auf 65,76 Dollar pro Aktie nach, auch andere Finanztitel brachen daraufhin ein.

Goldman Sachs galt zu Beginn der Finanzkrise im Jahre 2007 als Musterknabe, weil das Unternehmen weniger als die Konkurrenz von den Verlusten durch Finanzspekulationen betroffen schien. Im September hatte das Unternehmen seinen Status als Investmentbank aufgegeben, um als Geschäftsbank besseren Zugang zu den Finanzmitteln der amerikanischen Notenbank Federal Reserve zu haben.

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service