Jugendliche und Medien Online trifft man sichSeite 2/2

: Da auf so eine direkte Frage keiner gerne antwortet, haben wir danach gefragt, wie solche Spiele im Freundeskreis verbreitet sind. Knapp 20 Prozent der Jugendlichen sagen, dass die meisten der Freunde gewalttätige Spiele spielen. Knapp ein Drittel gibt allerdings an, dass solche Spiele in ihrem Freundeskreis praktisch keine Rolle spielen. Die Frage, ob sie schon Spiele gespielt haben, für die sie eigentlich zu jung waren, beantworten etwa zwei Drittel mit ja. Dabei ist die Mehrheit der jugendlichen Spieler der Ansicht, dass es einfach ist, an derartige Spiel zu heranzukommen.

ZEIT ONLINE: Sagt die Studie etwas darüber aus, ob sich die Eltern genug einmischen?

Rathgeb: Wir haben danach gefragt, ob es zu Hause Regeln für die Nutzung von Computerspielen gibt, sowohl für den Computer als auch für Konsolen. Nur eine Minderheit, 2 Prozent der Jugendlichen, sagt, sie hätte häufig Probleme mit den Eltern wegen des Computers oder den Konsolenspielen. Für 70 Prozent ist dies jedoch nie ein Streitthema. Nur in einem Viertel der Familien setzten die Eltern überhaupt Regeln über die Art und die Inhalte der Spiele, die erlaubt sind. 30 Prozent legen fest, wie lange gespielt werden darf. Grundsätzlich konnten wir feststellen, dass es umso seltener Regeln gab, je älter die Spieler wurden, was nur bei den volljährigen Jugendlichen einzusehen ist. Denn einige Spiele ohne Jugendfreigabe sind auch für ältere Jugendliche problematisch, und der Zugang zu diesen Spielen wird für diese Jugendliche leichter.

ZEIT ONLINE: Und wie beraten Eltern ihre Kinder, die sich in den sozialen Netzwerken präsentieren?

Rathgeb: Da Erwachsene die Communitys meist nicht nutzen, wissen sie dort oft erst recht nicht, was ihre Kinder tun.

Hier finden Sie die komplette JIM-Studie, die untersucht, wie Jugendliche Medien nutzen.

Die Fragen stellte Parvin Sadigh .

 
Leser-Kommentare
    • KMurx
    • 28.11.2008 um 22:45 Uhr
    1. Hmm...

    < zitat >
    Grundsätzlich konnten wir feststellen, dass es umso seltener Regeln gab, je älter die Spieler wurden, was nur bei den volljährigen Jugendlichen einzusehen ist. Denn einige Spiele ohne Jugendfreigabe sind auch für ältere Jugendliche problematisch, und der Zugang zu diesen Spielen wird für diese Jugendliche leichter.
    < ende zitat >
    Tatsaechlich?

    Man sollte also dem 16 jaehrigen Jugendlichen, der mittlerweile den Fuehrerschein machen darf, Alkohol legal kaufen darf, ev. (war zumindest bei mir so) ein eigenes Einkommen hat, vielleicht gar die Schule abgeschlossen vorschreiben was er auf seinem Comouter spielen darf oder nicht?

    Hm. Etwas weltfremd, der Gute!

    Bis zu einem Alter von 14, 15 Jahren moegen solche Regeln ja noch einigermassen sinnvoll sein, aber danach macht man sich als Elternteil doch laecherlich!

    • Hagane
    • 29.11.2008 um 11:15 Uhr

    Es bleibt ein Lieblingsthema, früher war es HeavyMetal oder der böse Videorekorder mit seinen Horrorfilmen, nun eben der PC bzw. die Spielekonsole.

    Da profilieren sich selbsternannte Experten (z.B. der unsägliche Herr Pfeiffer) und Politiker gleichermaßen und fordern das Verbot der Raubmord-Vergewaltigungs-Terroristen-Großgangster-Kleinkrimineller-Spiele. Aber im Grunde haben Sie null Ahnung von einem Medium das inzwischen die Filmindustrie im Umsatz abgehängt hat. Und während Filme wie "Saw" im Supermarkt an der Kasse liegen, sind die Eltern offenbar überfordert den roten "Ab 18"-Sticker auf einer Spieleverpackung zu interpretieren.

    Ergebniss ist, daß ich als über 30-jähriger mein Geld im Ausland lassen darf, da Spiele die klipp und klar für 18-Jährige sind, hierzulande entweder A) nicht erscheinen oder B) geschnitten werden.

    Alkohol, Pornos, und Zigaretten sind auch erst ab 18, trotzdem kommen offenbar Kinder und Jugendliche da recht problemlos dran. Aber keiner fordert ein Verbot dieser Dinge... Da wird zum Beispiel beim Alkohol auf Selbstverantwortung gesetzt und sowieso ist ein Bierchen ja kein Problem, sowas bekommt man dann von Leuten wie Beckstein gesagt.

    Wenn man nun mal mal die Zahl vor Augen hält, daß bei rund 20% der Gewaltätigkeiten bei Jugendlichen Alkohol mit im Spiel ist, der hat wiedermal einen weiteren Baustein des Verlogenheitsgebäude unserer Politiker in der Hand.

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