Milchskandal Gift aus der Babyflasche
In China sind mehr Kleinkinder durch verseuchtes Milchpulver erkrankt als bislang bekannt: 294.000 wurden vergiftet, sechs sind gestorben

© PETER PARKS/AFP/Getty Images
Diese Großmutter kümmert sich um ihre kranke Enkelin in einem Krankenhaus in Peking. Sie hatte wie Hunderttausende andere Kinder verseuchtes Milchpulver bekommen
In einer ersten Bilanz berichtet das chinesische Gesundheitsministerium, dass weitaus mehr Kinder an gepanschter Milch erkrankt sind, als zunächst berichtet worden war. Mehrere Hersteller hatten Milchpulver mit der giftigen Chemikalie Melamin versetzt, um einen höheren Eiweißgehalt des Pulvers und damit eine bessere Qualität vorzutäuschen.
War im September offiziell noch von rund 50.000 Vergiftungsfällen die Rede, sprechen die Behörden inzwischen von einer Viertelmillion kranker Kinder. Derzeit lägen noch 851 von ihnen mit Nierenproblemen im Krankenhaus, 154 Säuglinge seien in einem schlechten, aber stabilen Zustand, hieß es aus Peking.
Der monatelang vertuschte Skandal war erst im September aufgeflogen, als immer mehr Kinder durch das gestreckte Milchpulver erkrankten. Bei rund zwei Dutzend Herstellern wurden Produkte gefunden, die Melamin enthielten. Der verbotene Stoff wird in der Industrie als Bindemittel und als Beschichtungsmaterial für Spanplatten verwendet. Bei den Kleinkindern verursacht die Chemikalie Nierensteine.
Das Ministerium in China bestätigte jetzt den Tod von weiteren drei Babys nach dem Verzehr von Milchpulver. Zuvor waren bereits drei Todesfälle bekannt geworden. Die Säuglinge kamen aus der Provinz Gansu, jeweils einer aus der Nachbarprovinz Shaanxi sowie den südlichen Provinzen Jiangxi, Zhejiang und Guizhou. 51.900 Kleinkinder mussten in Krankenhäusern versorgt werden.
Der Zusatz von Melamin war in der chinesischen Milchindustrie weit verbreitet. Mit der Chemikalie wurde auch Viehfutter künstlich gestreckt, sodass der Stoff in die Nahrungskette gelangte und selbst in Eiern und Eiprodukten nachgewiesen wurde.
- Datum 02.12.2008 - 15:24 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sst
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Wie pervers muss man sein, um Milch zu vergiften, nur um einen etwas höheren Proteingehalt und damit einen um Zehntel-Pfennige je Liter höheren Preis zu erzielen.
Es will mir einfach nicht in den Kopf. Ich hoffe, dass die chinesischen Behörden so richtig durchgreifen.
Tut mir leid um die zigtausend kranken Babies.
aj
In punkto Skrupellosigkeit sind chinesische Geschäftemacher einsame Spitze. Das mit der Milch war nicht Ausrutscher, sondern System. Bereichere dich und die Deinen und zur Hölle mit allen anderen - so sinn se...
Der Hokuspokus der chinesischen "Medizin" ist eine Hauptgefahr für hunderte Arten von Tieren und Pflanzen, die auf der Roten Liste stehen - auch da: Hauptsache, die Kohle stimmt...
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