Nicht nur in Mumbai, in vielen Teilen des Landes sind die Schockwellen der Anschläge in der indischen Handelsmetropole zu spüren. Die meisten Fernsehsender berichten live seit den ersten Meldungen über die Attentate. Die Zeitungen des Landes vergleichen die Anschläge bereits mit den Attacken auf das World Trade Center von New York: "Das ist Indiens 11. September", heißt es. 

"Sie haben das Herz getroffen", sagt Mariappan Periasamy, Professor an der Universität Hyderabad. In der boomenden Hightechstadt  850 Kilometer von Mumbai entfernt sind die Menschen besorgt. Im August 2006 war die Stadt selbst Ziel eines blutigen Anschlages. Bomben explodierten in einer belebten Einkaufsstrasse und in einem Park und hinterließen dabei Tote und Verletzte. Eine muslimische Terrororganisation bekannte sich zum Anschlag; die Drahtzieher der Anschläge wurden aber niemals gefasst.

Dennoch spürt man alles andere als Panik in Hyderabad. Dass sich ein Anschlag außerhalb Mumbais wiederholt, halten viele hier für unwahrscheinlich, die Sicherheitsmaßnahmen bleiben lax.  Das Taj Hotel der Stadt zum Beispiel gehört zur gleichen Kette von Luxusressorts wie das angegriffene Taj Mahal in Mumbai. Ebenso wird es von ausländischen Geschäftsleuten und Touristen besucht. Doch am Morgen nach dem Anschlag steht die elektronische Personenkontrolle am Eingang wie am Tag zuvor unbenutzt am Rand. Zwar wacht ein mit traditionellem Turban und Kaftan bekleideter Türsteher daneben. Doch er lässt jeden freundlich salutierend vorbei, ohne zu überprüfen, ob er tatsächlich ein Gast des Hotels ist. Erst im Laufe des Tages sieht man Polizisten patrouillieren, werden die Kontrollen am Eingang verstärkt.

Zwar herrscht bei den Menschen, mit denen man spricht, Einigkeit, dass der Terror im eigenen Land mit den jüngsten Anschlägen eine neue Dimension erreicht hat. "Alle zwei, drei Monate gab es irgendwo im Land einen Anschlag", sagt Armita Desai, die das Goethe-Zentrum in Hyderabad leitet. Fast hatte man sich an solche Meldungen gewöhnt. Aber dass Terroristen mit Schnellfeuerwaffen und Handgranaten in Hotels eindringen und Geiseln nehmen, "das kannten wir nur aus anderen Teilen der Welt."

Trotz des Schocks begegnet man dieser neuen Bedrohung dennoch auch mit einer gewissen Gelassenheit. "Der internationale Terror ist ein globales Problem, das viele Länder trifft", sagt Professor Deevi Basavaiah, Dekan der chemischen Fakultät.