Rechtsextremismus Palastrevolte in der NPDSeite 2/2

Jetzt behauptet er, es sei seine Idee gewesen, den Parteitag auf das Frühjahr vorzuziehen – auch, um „Finanzgerüchten“ entgegenzutreten. Voigt orakelt, „das BRD-System scheint einen anderen Parteivorsitzenden zu wollen“. Wortreich nimmt er Stellung zu Darlehen, die auf ein Konto seiner früheren Firma geflossen, aber „selbstverständlich zu Parteizwecken verwandt worden“ seien. Voigt will in jedem Fall wieder antreten.

Das Neonazi-Webforum Altermedia munkelt von „belastendem Material“ gegen den Parteichef, das eine parteiinterne Untersuchung zur Affäre Kemna erbracht habe. Mit deren Aufarbeitung waren die NPD-Funktionäre Jürgen Rieger und Udo Pastörs betraut. Dass dabei nicht viel herauskommen würde, war klar: Beide sind Erzfeinde. Während Rieger beim Parteitag im Mai die Affäre herunterspielte und dafür zum Vizevorsitzenden gewählt wurde, machte der Schweriner Fraktionsvorsitzende Pastörs Stimmung gegen Voigt: Es könne doch nicht sein, dass Hunderttausende aus der Parteikasse abflössen, ohne dass der Vorsitzende etwas davon mitbekomme, argumentierte er.

Wer aber betreibt jetzt die Abwahl Voigts? Offene Kritik am Parteichef und an Riegers Wahl hatte Andreas Molau geäußert. Doch der zog sich im Oktober aus dem Vorstand zurück. Er zählt zum Flügel der auf ein pseudodemokratisches Erscheinungsbild Bedachten wie Generalsekretär Marx, Justitiar Frank Schwerdt und Kassenrevisor Uli Eigenfeld. Möglich, dass die alte Garde für einen Schlussstrich unter die Affäre Kemna bereit ist, Voigt zu opfern.

Marx brachte Holger Apfel als Nachfolger ins Spiel, Bundesvize neben Rieger und Sascha Roßmüller sowie Fraktionschef in Sachsen. Doch Apfels Stern sinkt: Drei von elf seiner Abgeordneten sind aus der Landtagsfraktion ausgetreten, ein weiterer wurde wegen seines Finanzgebarens (und gar zu offener Hitlerverehrung) ausgeschlossen; Neonazis verlassen in Scharen die sächsische NPD.

Ambitionen auf die Führungsrolle werden sowohl Udo Pastörs als auch Jürgen Rieger nachgesagt, die beide der gewaltbereiten Szene nahe stehen. Pastörs gilt aber selbst in der NPD vielen als unangenehmer Wadenbeißer. Neonazi-Anwalt Rieger hatte im Mai den altgedienten Multifunktionär Marx aus dem Amt des Parteivize verdrängt; ihm wäre eine erfolgreiche Kandidatur zuzutrauen.

Eine Hürde müsste allerdings auch er überwinden: Ein Parteitag, lässt der Vorstand wissen, sei erst möglich, „wenn wir einen Mietvertrag für einen geeigneten Saal unterzeichnet haben“. Bisher habe man nur Absagen kassiert.




 

 
Leser-Kommentare
  1. Das wundert mich überhaupt nicht. Die Fundamente der Neonazis sind doch besonders Intrigen und Gewalt. Ist schon bedauerlich das diese NPD Pflanzen ihre Samenkörner zum Keimen und Wachsen bringen konnten. Da sieht man wieder wie weit die Maschen unseres Grundgesetzes sind.

  2. Tja, wer sich den Druck der Strasse beugt - dem vertraut

    niemand mehr.

    Bestes Beispiel Thor Steinar Hamburg - also als "Masche" wurde es

    von den Medien deklariert: Einmieten und vor Ablauf des,

    Mietsvertrages gehen, mit Abfindung natürlich. Toll - insbesondere

    wenn so etwas publik gemacht wird und tatsächlich, für alle gut

    sichtbar, in die Tat umgesetzt wird.

    Gut, die Linken waren gekauft - instrumentalisiert vom Staate Hamburg,

    um nicht selbst in erscheinung treten zu müssen,eingsetzt um in guter

    alter SA - Manier den Verkauf zu stören, und Leute einzuschüchtern,

    "DER GEHÖRT AUCH DAZU !!" Roter Stern auf der Mütze, das

    Zeichen anderer Massenmörder,

    doch das ist eine andere Geschichte auf den Irrglauben begründet

    das NAZIS jemals T-shirts trugen.

    NPD ist ein haufen von Clowns und im Grunde ein

    billiger, schlechter Haufen von Witzfiguren - Ache würde sich im

    Grabe umdrehen. ; ) Und schön zu sehen, genauso korrupt wie

    andere Parteien.

  3. Das effektivste Netz gegen Nazis sind immer noch die Nazis selbst. Man muss gar nicht viel unternehmen, irgendwann kriegen sie sich von selbst in die Haare (soweit sie diese nicht abrasiert haben), denn DAS haben sie ja drauf. Weiter so NPD!

    • KHJ
    • 04.12.2008 um 20:05 Uhr

    National-Sozialisten (Nazis), Neo- National-Sozialisten (Neonazis), die Zeit muss sein, um zu erklären von wen wir reden.

    Vor Jahren sollte die NPD noch verboten werden, weil diese Partei zu radikal, antisemitisch, hitlerlastig und fremdenfeindlich gewesen sei. Aber leider konnte dieses Verbot nicht umgesetzt werden weil in der oberen Etagen, des Führungszirkel der NPD zu viele V-Leute des BND waren.

    Aufgrund dessen musste die Verbotsanzeige beim BGH zurück genommen werden.
    Und diesmal kommt jetzt ein Theaterstück frei nach William Shakespeare - inszeniert vom BND, dass da heißt: "Hauen und Stechen nach Bauernart"?

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