Unter Schleiern

Qashqai-Mädchen mit einem Tubreh-Wandteppich (Eqlid, Fars, 2005) | © Hassan Ghaffari / Hatje Cantz Verlag
Das Auge der Kamera ist die Waffe der 36 iranischen Fotografen, die der Wahrheit zuliebe auf die Straße gegangen sind – auf Baustellen und Basare, über Holzbrücken bis zur kurdischen Grenze. Der junge Künstler Amirali Ghashemi zeigt lebenshungrige Altersgenossen beim Abhotten in Partykellern, doch weißelt er ihre Gesichter zum Schutz vor der Zensur. Seine älteren Kollegen begleiten spielende Kinder auf die verlassenen Schlachtfelder des Ersten Golfkriegs, fokussieren Fassadenstürmerinnen der Women’s Police Academy bei der Einsatzübung oder verewigen das Leid der Mütter, die sich an die Fotos ihrer gefallenen Söhne klammern. Der Bildband Iranian Photography Nowwagt den Blick in eine zerrissene Gesellschaft und schöpft daraus ein Höchstmaß an kreativer Energie. Die Fotografen stellen ihrem Land eine aufrichtige Liebeserklärung aus, in der Humor und Zärtlichkeit ebenso mitschwingen wie die Trauer über die verlorene Freiheit.
- Datum 12.12.2008 - 16:32 Uhr
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Zurück zur Ausgangsseite




Ich war im Herbst 2007 im Iran. Dank der Möglichkeit für eine Woche ein "visa on arrival" zu bekommen. Hatte keine Probleme, mich im Land frei zu bewegen. Das Problem sind m.E. nicht die Menschen, die waren alle freundlich und offener als erwartet. Es ist wie so häufig weltweit die Politik. Ja, natürlich sind fast alle Perser Moslems und meistens recht gläubig. Dagegen ist aber solange eine Toleranz anderen gegenüber vorhanden ist, sicher nichts einzuwenden. Als Christ hatte ich nicht das Gefühl, daß mich jemand bekehren oder missionieren wollte. Eine Abneigung gegen Israel ist jedoch vorhanden, ich denke, daß hier der ungelöste Palästina - Konflikt die Hauptrolle spielt.
http://www.100-laender.de
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren