Bundesliga-Presseschau Meisterwerk HoffenheimSeite 2/2

Hoeltzenbein von der Süddeutschen Zeitung jedoch hält den Stil der Bayern für "altbacken im Kontrast zum Hoffenheimer Kombinationsfluss". Nüchtern schreibt er von einer "weitgehend simplen Spielanlage: Jeder Ball soll irgendwie zu Ribéry, und wenn nicht dorthin, so wenigstens im praktischen Hoch-weit-Verfahren auf den Kopf von Toni."

Bayern-Manager Uli Hoeneß mag die Lobeshymnen auf die Hoffenheimer nicht mitsingen. Am Fernsehstammtisch Doppelpass (DSF) bellte er zwei Tage nach dem Spiel seinen Übermut heraus: Rangnick sei ein "Besserwisser", um den er sich Sorgen mache. Zudem sei bekannt, dass Rangnick im ersten Jahr immer erfolgreich gewesen sei, bevor er im nächsten entlassen werde. Der Bayern-Manager versuchte gar, den eigenen Verein – wohlgemerkt Rekordmeister – kleinzureden: "Der FC Bayern spielt gegen einen Milliardär."

Anja Schramm (Welt) genießt dieses Theater: "Wer ihn so reden hörte, der wurde das Gefühl nicht los, dass Hoeneß wieder einen gefunden hat, mit dem er sich in Zukunft manche Privatfehde liefern wird. Was früher Christoph Daum oder Willi Lemke für ihn waren, könnte nun Ralf Rangnick werden. Uli Hoeneß hat endlich wieder einen Gegner." Die FR stellt fest: "So spricht nur einer, der sich fürchtet." Rangnick ist übrigens im dritten Jahr in Hoffenheim, in den vergangenen beiden ist er aufgestiegen.

 
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