Claudio Pizarro und Markus Rosenberg haben Werder Bremen vor dem frühen Aus im internationalen Fußball bewahrt. Der in der Bundesliga nach seiner Roten Karte von Karlsruhe für drei Spiele gesperrte Pizarro traf in der 63. Minute und sorgte damit für den ersten Werder-Sieg in der Champions-League-Gruppe B, den Rosenberg (81.) perfekt machte. Das Tor des eingewechselte Zlatan Ibrahimovic (88.) kam zu spät. Vor 35 000 Zuschauern im Weserstadion erreichten die Bremer mit dem ersten Sieg in der Gruppenphase der Champions League wenigstens das Minimalziel Uefa-Pokal.

Geschäftsführer Klaus Allofs war erleichtert, dass nach der verpassten Chance in der vermeintlich leichten Gruppe wenigstens der "Strohhalm-Cup" noch erreicht wurde. "Die Freude ist jetzt riesengroß", sagte Allofs. Trainer Thomas Schaaf nahm den Erfolg mit der gewohnten Gelassenheit zur Kenntnis: "Wir sind sehr zufrieden", sagte der Coach.

Vor dem Spiel hatte Schaaf  von seinen Spielern "Mut und Leidenschaft" gefordert. Die Werderaner gehorchten und gingen kampfstark und motiviert zur Sache. Allerdings fehlte den Hanseaten gegen die starke Abwehr der Italiener die Kreativität im Spielaufbau und Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Nur Pizarro nährte mit gelungenen Offensivaktionen die Hoffnungen der Bremer Fans auf ein Weiterkommen. Die Mailänder, die schon vor dem Spiel den Einzug ins Achtelfinale geschafft hatten, konzentrierten sich weitgehend darauf, das Unentschieden zu sichern und kein Tor zu kassieren. 

Auch nach der Halbzeit fehlte Pizarro zunächst das Glück: Er scheiterte zunächst mit einem Schuss an Inter-Torwart Julio Cesar. Doch in der 63. Minute war auch der Brasilianer machtlos. Özil schoss mit rechts aus 23 Metern aufs rechte Eck, Julio Cesar wehrte nach vorne ab, der Peruaner war zur Stelle und schob ins leere Tor ein. Özil steigerte sich nach der Pause und ersetzte den gesperrten Diego als Spielmacher im Mittelfeld. Die B-Elf der Italiener machte es den Bremern in der zweiten Halbzeit aber auch nicht mehr allzu schwer. Ohne den erst spät eingewechselten Ibrahimovic fehlte Inter die Durchschlagskraft im Angriff. Nur bei einigen Kontern kamen die Mailänder gefährlich vor das Tor von Tim Wiese. Erst nach Rosenbergs 2:0 kehrte Ruhe ein, der Anschlusstreffer Ibrahimovics konnte den Bremer Sieg nicht mehr gefährden.