Der Skandal um mit Dioxin belastetes Fleisch aus Irland hat sich ausgeweitet. Nach Angaben der irischen Behörden war bei drei von elf getesteten Rinder-Herden eine überhöhte PCB-Konzentration gefunden worden. Allerdings wurde dabei der Grenzwert nur um das Zwei- bis Dreifache überschritten, während der Wert bei den Schweinen mindestens 20 Mal höher war. Einige Experten sprechen sogar von einer Überschreitung des Grenzwerts um das 200-Fache.

Trotz dieser neuen Befunde, bestehe noch immer keine gesundheitliche Gefährdung für die Verbraucher, sagte Irlands Landwirtschaftsminister Brendan Smith. Die betroffenen Herden würden geschlachtet. Dort erzeugtes Fleisch komme nicht in den Handel. Als möglicher Verursacher des Skandals gilt ein Tierfutter-Hersteller, der falsches Öl zum Trocknen des Futters benutzt haben soll.

Für die Verbraucher in Deutschland sieht die Bundesregierung ebenfalls weiterhin keine akute Gefahr. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) blieb bei seiner Einschätzung: Für Verbraucher gebe es bis zu einem Zeitraum von einem Monat keine unmittelbare Gefahr. Gesundheitliche Beeinträchtigungen seien aber bei häufiger Aufnahme von Fleisch und Wurst, die Dioxin oder PCB enthalten, nicht ausgeschlossen.

Bisher ist offen, ob überhaupt Dioxin-verseuchtes Fleisch aus Irland auch nach Deutschland gelangt ist. Seit September landeten zwar rund 2000 Tonnen irisches Schweinefleisch in deutschen Betrieben, die Untersuchungen auf Spuren von Dioxin und den damit verwandten Polychlorierten Biphenyle (PCB) dauern allerdings noch an. Betroffen sind Hunderte Tonnen Fleischlieferungen in fünf Bundesländern, unter Verdacht geratene Lieferungen wurden vorsorglich aus dem Verkehr gezogen.