Unruhen in Athen Die Wut der jungen Generation

Am Dienstag wird der erschossene 15-Jährige in Athen beerdigt. Es gibt wieder Ausschreitungen. Korruption, Jugendarbeitslosigkeit und das schlechte Bildungssystem haben den Protest befeuert

Straßenkampf in Athen: Schüler und Studenten greifen Polizisten an

Straßenkampf in Athen: Schüler und Studenten greifen Polizisten an

Steine im Rucksack, Molotowcocktails in der Hand – so marodierten griechische Jugendliche auch gestern Nacht wieder durch die Hauptstadt Athen. Sie schmissen die Schaufester von Boutiquen und Banken ein, legten Feuer, warfen Brandsätze und Pflastersteine auf Polizisten. 4000 Jugendliche verwandelten die Innenstadt in ein Kriegsgebiet. Die Polizei zog sich weitgehend zurück, verteidigte zeitweise nur noch das Parlament und andere öffentliche Gebäude. Die Beamten griffen auch nicht ein, als Autonome den 20 Meter hohen Weihnachtsbaum im Herzen Athens in Brand setzten. Beobachter sprachen von den schwersten Unruhen im Land seit 30 Jahren.

Zwar hat sich die Lage am Dienstagmorgen beruhigt, doch die Polizei vermeldete am Nachmittag erneut Ausschreitungen in Athen. Aus einer Demonstration von rund 5000 Schülern lösten sich rund 200 Jugendliche heraus und bewarfen die Polizei mit roter Farbe. Andere schmissen Steine und Latten auf die Beamten vor dem Parlamentsgebäude. Die Polizei setzte massiv Tränengas ein, um die Randalierer auseinander zu treiben.

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Anlass der neuen Gewaltwelle ist die Beerdigung des getöteten 15-Jährigen, an der mehrere tausend Menschen teilnahmen. Der Jugendliche war von einem Polizisten erschossen worden. Der Beamte sprach von einem Unglück – er habe nur Warnschüsse abgefeuert. Augenzeugen sagen, dass der Polizist nicht in die Luft, sondern auf den Schüler geschossen habe. „Es war kaltblütiger Mord“, berichtete ein Freund des Opfers im griechischen Radio.

Das Auswärtige Amt warnt heute deutsche Reisende vor Besuchen der betroffenen Gegenden: „Stadtzentren und Demonstrationen sollten gemieden werden.“ In den Touristenzentren sei es hingegen sicher.

Aus einem lokalen Protest in Athen vom Sonnabend entwickelte sich innerhalb von zwei Tagen eine Protestbewegung, die das ganze Land erfasst hat. Auch auf den Inseln Kreta und Rhodos griffen Schüler und Studenten die Polizei an. In Thessaloniki und  Saloniki brannten Geschäfte, Autos und Polizeistationen. In der Hafenstadt Patras und in Komotini sowie Ioannina im Norden kam es ebenfalls zu Ausschreitungen.

Premierminister Kostas Karamanlis rief die Demonstranten auf, die gewalttätigen Proteste zu beenden. Innenminister Prokopis Pavlopoulos wies die Polizei zu einem defensiven Vorgehen an. „Unsere erste Sorge war und ist, Menschenleben zu schonen“, sagte Pavlopoulos. Bislang nahm die Polizei 173 Demonstranten fest – die meisten wegen Plünderungen. Mehr als 100 Polizisten und Zivilisten wurden wegen Verletzungen behandelt.

Linke Gewerkschaften und Parteien unterstützen die Demonstranten. Für Mittwoch haben sie zu einem Generalstreik ausgerufen. Viele Universitätsprofessoren legten die Arbeit bereits nieder, die meisten Hochschulen sind zu. Auch die Schulen bleiben heute in den meisten Landesteilen geschlossen. Das Kultusministerium erklärte den Dienstag zum Trauertag. Linke Gruppierungen kündigten für heute und morgen weitere Demonstrationen an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter Hochdruck gegen den 37-jährigen Todesschützen. Er sitzt bereits in Untersuchungshaft. Heute werden der Polizist und ein Kollege ein weiteres Mal verhört.

Ausschreitungen von Autonomen sind in Griechenland keine Seltenheit. Doch die Dimension und die Ausweitung auf das ganze Land sind neu. Der Politologe  Heinz-Jürgen Axt hat mehrere Gründe für die Ausschreitungen ausgemacht. „Im Prinzip kann man zwei Motivbündel herausstellen. Ursachen sind die sozialen Verwerfungen und die hohe Jugendarbeitslosigkeit sowie die schwache Performance der Regierung. Aber auch die hohe Radikalität der Studentenbewegung in Griechenland spielt eine große Rolle“, sagt Axt. Er lehrt in Duisburg Europapolitik.

Unter den Studenten gebe es seit den siebziger Jahren anarchistische Gruppen. Damals wehrten sich die Studenten gegen die Obristen, in der Gesellschaft war der Widerstand gegen die Militärdiktatur hingegen schwach. Seit damals bestünden starke Sympathien für die radikalen Kräfte innerhalb der Studentenschaft.

Die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die schlechten Bedingungen an Schulen und Universitäten und Unzufriedenheit mit dem korrupten System haben auch griechische Experten als Hauptursachen für die Proteste ausgemacht. Nirgendwo in der europäische Union ist die Jugendarbeitslosigkeit größer als in Griechenland. 23 Prozent der unter 25-Jährigen haben keine regelmäßige Beschäftigung. Trotz guter Qualifikation bekommen junge Universitätsabsolventen nur schlecht bezahlte Jobs. In Griechenland spricht man bereits von der „Generation 700 Euro“ – dem Durchschnittsverdienst vieler junger Angestellter.

Die konservative Regierung von Premier Karamanlis hat nach mehreren Korruptionsskandalen für viele Jugendliche die Glaubwürdigkeit verloren. Seine Partei Nea Dimokratia verliert in Umfragen dramatisch an Zustimmung der Wähler. In Europa steht Griechenland wegen der schlechten Behandlung von Asylbewerbern unter Druck.

In Griechenland wird die Regierung wegen ihrer Wirtschaftspolitik kritisiert. In den vergangenen Monaten zählte der griechische Aktienindex zu den schwächsten weltweit. Das Land ist hoch verschuldet und von der globalen Finanzkrise besonders betroffen. „Der Staat wirkt hilflos. Die Regierung ist nun gezwungen zu handeln. Die große Frage ist, inwieweit die Opposition die Demonstranten unterstützt“, sagt Heinz-Jürgen Axt.

Karamanlis versucht indes, die gesamte griechische Politik auf seinen Kurs einzuschwören. „In diesen kritischen Stunden müssen alle Politiker die Chaoten isolieren und verurteilen. Das ist unsere Pflicht“, zitierten griechische Zeitungen den Politiker. Die Opposition lässt sich davon nicht beeindrucken – sie fordert Neuwahlen.

 
Leser-Kommentare
  1. Bei aller Kritik an der offensichtlich unfähigen Regierung Karamanlis müssen wir eines bedenken: würden die Unruhen unmittelbar zu ihrem Sturz führen, wäre das für Europa ein Fanal. Dann wäre klar, dass man auch in Europa mit einem gewalttätigen Mob demokratisch geführte Regierungen einfach einmal so stürzen kann.

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    • ttob
    • 09.12.2008 um 17:20 Uhr

    ... wäre das schön, möge die ganze "demokratische" Union ruhig mit den Bach runtergehen, kaum jemand wird ihr eine Träne nachweinen. Mitreden durften wir ja eh nie.

    "Dann wäre klar, dass man auch in Europa mit einem gewalttätigen Mob demokratisch geführte Regierungen einfach einmal so stürzen kann."

    Griechenland ist noch weniger demokratisch als Deutschland und das ist eine Kunst.

    Aber gut, dass es Leute gibt wie dich, die implizit die Anwendung massiver Gewalt gegen sozial Benachteiligte und Protestler fordern. Das wird das Ende der korrupten europäischen Pseudodemokratien nur beschleunigen. Ich kann es kaum erwarten!

    Sie haben Recht: es wäre ein weithin sichtbares Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass die Demokratie wieder eine Chance hat auch als solche bezeichnet zu werden. Griechenland und die Stadt Athen gelten als die Heimat der Demokratie. Von dort ging sie aus. Diese Tage werden zeigen, ob es ihr ein weiteres mal gelingt.

    Wenn ich die vielen Berichte lese und mir die Fotos ansehe, dann sieht es für mich nicht so aus, als ob das so einfach ist.

    • ttob
    • 09.12.2008 um 17:20 Uhr

    ... wäre das schön, möge die ganze "demokratische" Union ruhig mit den Bach runtergehen, kaum jemand wird ihr eine Träne nachweinen. Mitreden durften wir ja eh nie.

    "Dann wäre klar, dass man auch in Europa mit einem gewalttätigen Mob demokratisch geführte Regierungen einfach einmal so stürzen kann."

    Griechenland ist noch weniger demokratisch als Deutschland und das ist eine Kunst.

    Aber gut, dass es Leute gibt wie dich, die implizit die Anwendung massiver Gewalt gegen sozial Benachteiligte und Protestler fordern. Das wird das Ende der korrupten europäischen Pseudodemokratien nur beschleunigen. Ich kann es kaum erwarten!

    Sie haben Recht: es wäre ein weithin sichtbares Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass die Demokratie wieder eine Chance hat auch als solche bezeichnet zu werden. Griechenland und die Stadt Athen gelten als die Heimat der Demokratie. Von dort ging sie aus. Diese Tage werden zeigen, ob es ihr ein weiteres mal gelingt.

    Wenn ich die vielen Berichte lese und mir die Fotos ansehe, dann sieht es für mich nicht so aus, als ob das so einfach ist.

    • ttob
    • 09.12.2008 um 17:20 Uhr
    2. Ach...

    ... wäre das schön, möge die ganze "demokratische" Union ruhig mit den Bach runtergehen, kaum jemand wird ihr eine Träne nachweinen. Mitreden durften wir ja eh nie.

    "Dann wäre klar, dass man auch in Europa mit einem gewalttätigen Mob demokratisch geführte Regierungen einfach einmal so stürzen kann."

    Griechenland ist noch weniger demokratisch als Deutschland und das ist eine Kunst.

    Aber gut, dass es Leute gibt wie dich, die implizit die Anwendung massiver Gewalt gegen sozial Benachteiligte und Protestler fordern. Das wird das Ende der korrupten europäischen Pseudodemokratien nur beschleunigen. Ich kann es kaum erwarten!

    Antwort auf "Ein Fanal droht"
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    Das Problem ist leider nur die geopolitische Lage Griechenlands. Ich erinnere: im Norden befindet sich mit dem ehemaligen Jugoslawien ein auch heute immer noch schwelendes Pulverfass. Die staatliche Ordnung kann auch heute - lange nach Ende des Bürgerkriegs - nur durch Anwesenheit von UN- und NATO-Truppen aufrecht erhalten werden. Hinzu kommt das extrem schwierige Verhältnis zwischen Griechenland und der Türkei.

    Das Problem ist leider nur die geopolitische Lage Griechenlands. Ich erinnere: im Norden befindet sich mit dem ehemaligen Jugoslawien ein auch heute immer noch schwelendes Pulverfass. Die staatliche Ordnung kann auch heute - lange nach Ende des Bürgerkriegs - nur durch Anwesenheit von UN- und NATO-Truppen aufrecht erhalten werden. Hinzu kommt das extrem schwierige Verhältnis zwischen Griechenland und der Türkei.

  2. Sie haben Recht: es wäre ein weithin sichtbares Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass die Demokratie wieder eine Chance hat auch als solche bezeichnet zu werden. Griechenland und die Stadt Athen gelten als die Heimat der Demokratie. Von dort ging sie aus. Diese Tage werden zeigen, ob es ihr ein weiteres mal gelingt.

    Wenn ich die vielen Berichte lese und mir die Fotos ansehe, dann sieht es für mich nicht so aus, als ob das so einfach ist.

    Antwort auf "Ein Fanal droht"
    • Medley
    • 09.12.2008 um 17:31 Uhr

    .......trifft man hier an. Muss ich schon sagen. Wenn Rechtsradikale auf der Straße Randale machen, dann nennt man diesen gewalttätigen Personenkreis zutreffend: rechte Gewalttäter, gewalttätige Rechtsradikale bzw. Rechtsextremisten, Neonazis, Neofaschisten oder auch brauner Mob, braune Schläger, Faschos, usw., usf. und man findet anschließend in den diversen Presseveröffentlichungen keine auch nur ansatzweisen Entschuldigungen für ihre gewalttätigen Taten. Das ist auch absolut gut so. Hab' ich kein Problem damit. Was wahr ist muss wahr bleiben und sollte auch ausgesprochen, bzw. komuniziert werden können. Anders hingegen verhält es sich leider, wenn es um gewalttätige Linksradikale in den Medien geht. Dann benennt man diese nicht etwa wahrheitsgemaß als gewalttätige Linksradikale, Linksextremisten oder Rotfaschisten, linker Mob, linke Schläger, usw., nein, dann wird tief in die Euphemismuskiste gegriffen und Begriffe aus ihr rausgezaubert wie zB.: "Globalisierungsgegner", "Kapitalismuskritiker", "Autonome", "autonome Szene", "gewaltbereite Demonstranten, bzw. "......Jugendliche" usw., usf, und anschließend massige "Erklärungsversuche"warum so ein Verhalten nicht doch irgendwie ansatzweise entschuldbar ist, grad so, als ob radikal-extremistische weltanschauliche Gesinnungen und rohe Gewalt, egal ob ihrer Herkunft, nicht gleichermaßen zu verurteilen wären.

    @Hauke Friedrichs

    Es mag sein, dass der griechische Polizist den jungen Mann im juristischen Sinne tatsächlich ermordet hat. Ob es so war, wird das anstehende Gerichtsverfahren zeigen. Man wird es dann ja sehen. Jedoch ziemlich unzweifelhaft ist die Tatsache, dass kiloschwere, mit schwung geworfene (Pflaster-)Steine oder ebenso katapultierte, brennende Mollotowcocktails explizit hundertfache Mordversuche dastellen, wenn diese Geschosse gezielt auf Menschen geschleudert werden. Diese Tötungsabsichten dann aber beschönigend als "Die Wut der jungen Generation" zu verharmlosen, finde ich jedenfalls mehr als entsetzlich, genauso entsetzlich, als wenn Sie oder einer ihrer Berufskollegen die brutalen gewalttätigen rechtsradikalen Übergriffe Anfang der 90ziger Jahre auf Asylbewerber(-heime) und Migranten apolegetisch als "Die Wut der Ostdeutschen" vernettelt umschrieben hätten.

    Im Übrigen, der Satz: "Die Wut DER junge Generation" beansprucht ja doch glatt die ganzen 100% aller vorhandenen Jugendlichen ganz allein für sich. Das halte ich schon für mehr als vermessen. Ich bezweifle hingegen sowohl, dass 100% der griechischen Jugendlichen A) wütend sind, B) die Gewalt gut heißen, als auch C) selbst an Gewalttätigkeiten teilnehmen. DIE Jugendlichen, die aktuell in Griechenland die Straßen unsicher machen, so mutmaße ich mal, machen wohl grad' mal ein paar tausend Leute aus und mit diesen linksradikalen Gewalttätern werden kaum mehr 5% aller Griechen sympathisieren. (Diese 5 Prozent an der Gesamtbevölkerung, die mit weltanschaulich motivierten Gewalttaten sympathisieren, die sind idR. ein üblicher Wert, der in fast allen westlichen Industriestaaten sowohl für den linken als auch für den rechten extremistischen politischen Flügel anzutreffen ist.)

  3. Die Zeiten von Vollbeschäftigung und Teilhabe am allgemeinen Wohlstand sind erst einmal vorbei. Arbeit für alle ist eine Lüge, gute Bezahlung eine Illusion.

    Bei uns wird diese Tatsache noch einigermassen zugedeckt, in anderen Ländern wie z.B. in Griechenland fehlt das Geld dazu.

    Und genau DAS ist die Basis der Protestbewegung in Griechenland. Der Tod des 15-Jährigen durch eine Polizeikugel war nur der Funke, der alles zur Explosion brachte. Die Wut einer perspektivlosen Jugend gibt es schon viel länger.

    (Und nun darf jeder raten, warum auch bei uns alles immer mehr überwacht und kontrolliert werden soll)

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    ...warten wir einfach mal ab, wenn unsere 2,5 Millionen Kinder, die HEUTE in Armut aufwachsen müssen, MORGEN als wütende Teenager deutsche Städte in Schutt und Asche legen werden...

    ...warten wir einfach mal ab, wenn unsere 2,5 Millionen Kinder, die HEUTE in Armut aufwachsen müssen, MORGEN als wütende Teenager deutsche Städte in Schutt und Asche legen werden...

  4. ...warten wir einfach mal ab, wenn unsere 2,5 Millionen Kinder, die HEUTE in Armut aufwachsen müssen, MORGEN als wütende Teenager deutsche Städte in Schutt und Asche legen werden...

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    • Anonym
    • 09.12.2008 um 18:09 Uhr

    Warten wir doch einfach mal NICHT ab und tun etwas dagegen, solange wir noch können. Dieses ewig-passive wird uns ebenso wenig weiterbringen wie diese gewalttätigen "autonomen".
    Herrliches Wort im übrigen - klingt fast so, als wäre es positiv...

    • Anonym
    • 09.12.2008 um 18:09 Uhr

    Warten wir doch einfach mal NICHT ab und tun etwas dagegen, solange wir noch können. Dieses ewig-passive wird uns ebenso wenig weiterbringen wie diese gewalttätigen "autonomen".
    Herrliches Wort im übrigen - klingt fast so, als wäre es positiv...

    • Anonym
    • 09.12.2008 um 18:09 Uhr

    Warten wir doch einfach mal NICHT ab und tun etwas dagegen, solange wir noch können. Dieses ewig-passive wird uns ebenso wenig weiterbringen wie diese gewalttätigen "autonomen".
    Herrliches Wort im übrigen - klingt fast so, als wäre es positiv...

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    Wir warten alle ab. Es gibt zB in den Foren der Zeitungen immer noch viele, die der Meinung sind, die Kinderarmut in Deutschland wäre nicht so schlimm. "Da wachsen die Kleinen eben ohne Playstation und iPod auf" wird dort gerne schwadroniert. Leider haben viele dieser Hobbyzyniker nicht kapiert, wie ernst die Lage für unsere ärmsten Kinder ist. Armut in Deutschland heißt für sie, dass ihre tägliche gesunde Ernährung nicht gesichert ist.
    Wenn die Gesellschaft schon nicht an einem Strang zieht, wie kann man es von unseren Volksvertretern erwarten?
    Abgeordnete brüsten sich mit der Heldentat, das Kindergeld um 10 EUR erhöht zu haben, das dann kurz darauf vom Bundesrat 'kassiert' wurde. Nebenbei wäre es noch nicht einmal den ärmsten Familien zu Gute gekommen- H4 würde durch die Kindergelderhöhung um den gleichen Betrag gesenkt werden.

    Dafür werfen unsere Politker Milliarden für Zockerbanken oder Kriegsspiele unserer Bundeswehr rund um den Globus sprichwörtlich zum Fenster hinaus.

    Wir warten doch ALLE einfach nur ab...leider.

    Wir warten alle ab. Es gibt zB in den Foren der Zeitungen immer noch viele, die der Meinung sind, die Kinderarmut in Deutschland wäre nicht so schlimm. "Da wachsen die Kleinen eben ohne Playstation und iPod auf" wird dort gerne schwadroniert. Leider haben viele dieser Hobbyzyniker nicht kapiert, wie ernst die Lage für unsere ärmsten Kinder ist. Armut in Deutschland heißt für sie, dass ihre tägliche gesunde Ernährung nicht gesichert ist.
    Wenn die Gesellschaft schon nicht an einem Strang zieht, wie kann man es von unseren Volksvertretern erwarten?
    Abgeordnete brüsten sich mit der Heldentat, das Kindergeld um 10 EUR erhöht zu haben, das dann kurz darauf vom Bundesrat 'kassiert' wurde. Nebenbei wäre es noch nicht einmal den ärmsten Familien zu Gute gekommen- H4 würde durch die Kindergelderhöhung um den gleichen Betrag gesenkt werden.

    Dafür werfen unsere Politker Milliarden für Zockerbanken oder Kriegsspiele unserer Bundeswehr rund um den Globus sprichwörtlich zum Fenster hinaus.

    Wir warten doch ALLE einfach nur ab...leider.

    • Olly66
    • 09.12.2008 um 18:23 Uhr
    8. Omen

    Bin mal gespannt, wann's bei uns in Deutschland losgeht. Zeit wird's!

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    Was soll losgehen ? Vom Bürgerkrieg sind wir noch weit entfernt. Wenn ich die vielen Kommentare der letzten Tage lese, sehe ich dass die ersten Schritte zumindest in Gedanken gemacht worden sind.
    Die Einsicht, dass etwas passieren muss ist schon bei Vielen angekommen.

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    Die Einsicht, dass etwas passieren muss ist schon bei Vielen angekommen.

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