Die griechischen Gewerkschaften hatten bereits vor dem Ausbruch der Krawalle Streiks angekündigt, um gegen die Lohnpolitik und Reformen im Rentensystem der konservativen Regierung unter Ministerpräsident Kostas Karamanlis zu protestieren.

Beeinträchtigungen gibt es seit dem frühen Morgen vor allem im Verkehr. Wegen eines Streiks der Fluglotsen bleibt der griechische Luftraum heute komplett geschlossen.

Die Fluggesellschaften hatten wegen der angekündigten Streiks bereits seit Tagen keine Buchungen mehr angenommen, mit gestrandeten Urlaubern ist daher nicht zu rechnen. Auch Schulen und Ministerien bleiben heute geschlossen. 

Die Gewerkschaften beschränken sich wegen der angespannten Lage bei ihren Demonstrationen auf bestimmte Orte wie den Syntagma-Platz in Athen. Auf Demonstrationen durch die Straßen Athens werde verzichtet, berichtet das griechische Staatsradio. Gegen Mittag versammelten sich mehrere Tausend Demonstranten im Zentrum Athens. Sie forderten bessere Löhne und die Bestrafung der Verantwortlichen für den Tod des 15-Jährigen am Samstag.

Bei einer eigentlich friedlichen Demonstration mit mehr als 15.000 Menschen kam es zu neuen Ausschreitungen. Randalierer warfen mehrere Molotow-Cocktails und Steine auf Polizisten vor dem Parlamentsgebäude. Die Polizei setzte massiv Tränengas und Schlagstöcke ein, um die rund 300 Randalierer auseinander zu treiben, wie Augenzeugen berichteten.

Unterdessen meldete sich der Anwalt des Todesschützen zu Wort. Die ballistische Untersuchung der Kugel entlaste seinen Mandanten. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür bisher nicht. Der 37-jährige Polizist hatte seit Samstag mehrmals ausgesagt, er habe drei Warnschüsse abgefeuert. Das Opfer sei von einem Querschläger getroffen worden.