Blagojevich sei in einen Korruptionsskandal "ungeheueren Ausmaßes" verwickelt, sagte US-Bundesanwalt Patrick Fitzgerald in Chicago. Der 51-Jährige habe regelrecht versucht, Obamas freiwerdenden Senatssitz meistbietend zu verkaufen. Blagojevich hat das Recht, einen Nachfolger für Obama zu benennen, und hatte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft offenbar die Absicht, daraus Profit zu schlagen.

Der Demokrat soll schon seit Längerem Aufträge und Jobs von Spenden und anderen Vergünstigungen abhängig gemacht haben. Er habe auch versucht, seiner Frau einen hoch dotierten Posten zuzuschustern. Außer Blagojevich wurde auch dessen Stabschef John Harris festgenommen.

Die Bundespolizei FBI ermittelte eigenen Angaben zufolge bereits seit drei Jahren wegen Korruptionsverdachts gegen Blagojevichs Regierung. Ermittler erhielten nach Justizangaben die Erlaubnis, Telefonate des Gouverneurs abzuhören.

Chicagos FBI-Chef Robert Grant sagte, seine Beamten seien über das Gehörte "schockiert" gewesen – insbesondere weil der Gouverneur gewusst habe, dass gegen ihn ermittelt werde. Frühere Berichte, dass er abgehört werde, hatten Blogajevich offenbar nicht gestört. Die Zeitung New York Times zitiert ihn mit den Worten: "Wenn irgendwer meine Telefonate abhören möchte, kann er das gerne tun."