Indien glaubt, dass die Drahtzieher der Mumbai-Attentate in Pakistan sitzen. Das ist zwar nicht bewiesen, dennoch hat Pakistan mit dem militanten und gewalttätigen Islamismus ein großes Problem. Laskar-e-Taiba, die Organisation, die Indien für die Anschläge verantwortlich macht, ist eine "Erfindung" des pakistanischen Geheimdienstes ISI.

Sie ist 1991 gegründet worden, um im indischen Teil Kaschmirs gegen Indien zu kämpfen. Laskar-e-Taiba sollte Indien bluten lassen, sie sollte die Wunde Kaschmir offen zu halten.

Das ist der eine Teil der Geschichte, der andere ist, dass eine Organisation wie Laskar-e-Taiba im pakistanischen Volk über Sympathien verfügt. Das bedeutet natürlich nicht, dass Pakistaner den Terror gutheißen. Es ist vielmehr so, dass die Repression der Muslime in Kaschmir in den Augen vieler Pakistaner den bewaffneten Kampf rechtfertigt. Wer gegen die indische Armee in Kaschmir kämpft, wird oft nicht als Terrorist gesehen, sondern als Befreiungskämpfer – jedenfalls war das lange Zeit so.

Attentate wie das von Mumbai könnten das ändern. Denn es wird selbst jenen Pakistanern, die Sympathien gegenüber Laskar-e-Taiba hegen, schwer zu erklären sein, was die Tötung von fast 200 Zivilisten, darunter 40 Muslimen, mit der Befreiung Kaschmirs zu tun haben soll. Und es wird schwer zu rechtfertigen sein, warum man im Namen der Befreiung Kaschmirs einen regelrechten Krieg mit dem übermächtigen Indien riskieren sollte.