Internet und Sexualität Porno, na und?Seite 3/3

Doch die Frage bleibt: Sind Fälle wie jener von Laurenz Ausnahme oder Regel? Sind die Berichte von epidemischen Auswüchsen Pornosüchtiger übertrieben? Der deutsch-österreichische Psychiater Richard von Krafft-Ebing beschrieb bereits Ende des 19. Jahrhunderts sich störend auswirkende Sexualitätsformen. In seiner Psychopathia sexualis schrieb er von einem "Geschlechtstrieb (...), der das ganze Denken und Fühlen in Beschlag nimmt, nichts anderes neben sich aufkommen lässt, (...) brunstartig nach Befriedigung verlangt, (..), sich mehr oder weniger impulsiv entäußert, (..) und gleichwohl, nach vollzogenem Geschlechtsakt nicht oder nur für kurze Zeit befriedigt".

Pornosuche als Symptom

Aber auch wenn die Sucht nach Sex sich schon damals ähnlich äußerte wie heute: Noch nie war es so einfach, an pornografisches Material zu kommen. Das wissen auch die Wissenschaftler Briken und Goecker. Doch "die Pornosuche im Netz ist meist nur ein Symptom", sagt Briken. "Oft liegen Bindungs- oder Beziehungsstörungen, manchmal auch Depressivität oder Ängste bei den Betroffenen vor."

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Einig sind sich beide, dass der Konsum für erwachsene, in ihrer Sexualität gefestigte Personen unproblematisch und nutzvoll sein könne. Menschen mit suchtähnlichen Symptomen stellten sicher nicht das Gros der Bevölkerung dar, auch wenn das immer wieder behauptet werde.

Die Öffentlichkeit der Sexualität

Unter Medizinern und Therapeuten ist es auch längst nicht ausgemacht, welche Diagnose und welche Therapieformen für Betroffene sinnvoll sind. Doch so viel steht fest: Viele, die sich selbst als sexsüchtig bezeichnen, sind es nach Einschätzung der Experten nicht. Laut Briken gibt es eine Gruppe von Patienten, die man nach ausreichender Untersuchung darüber aufklären sollte, dass ihr Verhalten in der Spannbreite des Normalen liege und dass sie nicht sexsüchtig seien. "Es dürfte vermutlich einfacher sein, dem Problem auf der Ebene des Individuums Abhilfe zu schaffen."

"Dass wir das Thema als so ein gewaltiges Problem wahrnehmen, steht auch für etwas anderes", sagt Briken, "Sexualität wird heute einfach an sehr vielen Stellen, in den Medien und im öffentlichen Raum verhandelt. Es liegt meiner Ansicht nach an einem sehr voyeuristischen und exhibitionistischem Zugang zu dem Thema.“

*Name von der Redaktion geändert .

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist gut der Hysterie, die durch Schmierblätter wie Emma angeheizt wird, entgegenzutreten, kritikwürdig ist allerdings der Vergleich mit "Drogen" (vermutlich sind hiermit illegale Drogen gemeint), denn es gibt auch keine Droge, die schlagartig süchtig macht.

  2. Veränderte Konsumhaltungen gleich den Charakter von Sucht zu verleihen, halte ich für sehr gewagt. Es gibt Leute, die ziehen jedes Wochenende über die Flohmärkte auf der Suche nach dem ultimativen Gartenzwerg, und andere sitzen den ganzen Abend vor der Glotze oder beten viermal am Tag oder besuchen täglich eine Kirche. Sucht ist, was von den Gewohnheiten desjenigen abweicht, der es beurteilt.

    ___________________
    Lyriost – Madentiraden

  3. "Regel"? Wo, ausser in der vermutlich anerzogenen und/oder durch die Medien verursachten Aufwallung von Schamgefühlen liegt das Problem? Der Kerl hat eine Freundin, er hat sex mit ihr und er studiert.

    Nebenbei ist er ein Mann und wäre schön blöd wenn er sich jedesmal wenn er Sex haben möchte an seine Freundin wendet die wäre nämlich vermutlich sehr bald "überlastet". Gesetzt er hätte keine Freundin - warum sollte er dann auf die unerfreuliche Jagd gehen nur für Sex? Wenig zielführend, wenig erfolgversprechend unter Umständen und wenn man sich Umfragen ansieht wenig befriedigend.

    Den aufwändigen Bemühungen steht gegenüber: Schnelle und einfache Verfügbarkeit jeder gewünschten Vorlage, Sex so lange es die Physis hergibt, das Aids-Risiko liegt bei Null und nörgeln wird auch keine. Ausser Emma und damit und dazu hat Mann ja dann sogar noch was gewonnen wovon er schon viel zu viel abgegeben hat nämlich Unabhängigkeit.

    Im Vergleich zum sonstigen medialen Angebot von Pilcher Verfilmung bis Wetten dass sind Pornos sicher nicht weniger abstumpfend. Die Dialoge einschlägiger Filme schlagen dazu locker die übliche Comedy aus dem Feld.

    So what - Hysterie und ein lustiges Geschichtchen. Mich würde eher interessieren wo die (neue) Prüderie ihren Ursprung hat. Mit so schönen Folgen gesunden Männern einzureden sie seien sexsüchtig.
    Neben dem einfachen Streßabbau dürfte der Hauptgrund der sein dass Männern der natürliche Lebensraum zur ungehemmten Entfaltung ihrer Bedürfnisse zunehmend entzogen wurde :-)

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    • Rahab
    • 15.12.2008 um 20:06 Uhr

    "dürfte der Hauptgrund der sein dass Männern der natürliche Lebensraum zur ungehemmten Entfaltung ihrer Bedürfnisse zunehmend entzogen wurde :-)"
    hat wer den jungs das gehirn entzogen :-)?

    p.s. und was ist mit dem natürlichen lebensraum von frauen und und und?

    meine kritik: das problem, soweit es eines ist bzw. sein sollte, wird mal wieder innerhalb der grenzen der hetero-normativität verhandelt. langweilig!

    das klingt fast so als wäre Selbstbefriedigung gleichwertig dem richtigen Sex. Frag mal Freud, was der dazu sagt. Auf Dauer ist sie kein Ersatz sondern "frustran".
    Und das Abstumpfen seh ich hier kritischer als bei Pilcher. Blöd bleibt blöd. Aber die Reizschwelle bei Pornos verändert sich, und mündet in der Reduzierung auf Dominanz und Unterwerfung bis hin zur Gewalt. Von regressiven (bis hin in den Säuglingszustand) Tendenzen von bestimmten "Spielen" brauchen wir gar nicht reden.

    Ich bin kein Moralapostel sondern weiß wovon ich rede (als halbwegs reflektierter Mann).

    • Rahab
    • 15.12.2008 um 20:06 Uhr

    "dürfte der Hauptgrund der sein dass Männern der natürliche Lebensraum zur ungehemmten Entfaltung ihrer Bedürfnisse zunehmend entzogen wurde :-)"
    hat wer den jungs das gehirn entzogen :-)?

    p.s. und was ist mit dem natürlichen lebensraum von frauen und und und?

    meine kritik: das problem, soweit es eines ist bzw. sein sollte, wird mal wieder innerhalb der grenzen der hetero-normativität verhandelt. langweilig!

    das klingt fast so als wäre Selbstbefriedigung gleichwertig dem richtigen Sex. Frag mal Freud, was der dazu sagt. Auf Dauer ist sie kein Ersatz sondern "frustran".
    Und das Abstumpfen seh ich hier kritischer als bei Pilcher. Blöd bleibt blöd. Aber die Reizschwelle bei Pornos verändert sich, und mündet in der Reduzierung auf Dominanz und Unterwerfung bis hin zur Gewalt. Von regressiven (bis hin in den Säuglingszustand) Tendenzen von bestimmten "Spielen" brauchen wir gar nicht reden.

    Ich bin kein Moralapostel sondern weiß wovon ich rede (als halbwegs reflektierter Mann).

  4. sich für seinen Pornokonsum zu schämen. Der wird vom Recht auf sexuelle Selbstbestimmung genauso abgedeckt wie echter Verkehr.

    Das einzige was hier krank ist, ist die Art wie "Emma" mit dem Thema umgeht.

    • Zel
    • 15.12.2008 um 20:06 Uhr

    Vielleicht ist es tatsächlich eher so, dass die "Pornodebatte" die die Voyeurboulevardmedien im Verband mit den Emanzipationsschabraken von EMMA bei manchen Menschen dazu führt, dass die anfangen zwanghaft zu glauben, sie wären von einer Sucht betroffen.

    Wenn man sich das Gerede des Pornosüchtlers aus dem Artikel so anhört, dann hört sich das exakt so an wie das, was die "Mahner" aus EMMA und Restmedien in jedem ihrer Artikel Mantrahaft wiederholen. Hier übernimmt nicht die Sucht den Menschen, sondern der Mensch übernimmt die Sucht.

    Denn es ist beim Porno wie bei allen anderen Medien auch, der Grad der Beeinflussung ist minimalistisch. Seit "Das Boot" gab es wohl unzählige Kriegsfilme, doch selbst der coole Rambo hat es nicht geschafft, das mehr Leute Soldaten werden wollen. In der Regel kriegt man Kanonenfutter nur noch durch den Pflichtdienst oder nimmt die, die nix anderes mehr kriegen. Klassische "ich will zum Bund" Typen sind da eher rar.

    Gleiches bei den Horrorfilmen. Es wird noch immer nicht mit der Kettensäge durchs Einfamilienhaus gerannt. Die Passion Christi hat auch nicht zu neuen Gläuigenscharen geführt. Und so weiter...

    Natürlich finden sich auch immer wieder Gewalttäter, die einen regen Action- oder Horrorfilmkonsum zu berichten haben. Aber nur, weil das Klischee strafmildern wirkt-die Millionen anderer, die die Filme auch gesehen haben, haben ein reines Führungszeugnis, viele nichtmal Punkte in Flensburg.

    Und so ist es auch bei dem "Alibiwichser" aus dem Artikel. Er will glauben, dass er süchtig ist. Er handelt so, wie man es ihm gesagt hat, dass ein Süchtiger sich zu benehmen habe. Die Zigarettenindustrie nutzt dieses perfide Spiel seit Jahrzehnten, indem sie den Leuten einredet mit dem Rauchen aufzuhören wäre schwer-und jeder plapperts nach, bis es nachgelebt wird und man lieber weiter raucht.

    Und die EMMA (einziges nicht-pornographisches Magazin in Deutschland, dass von Männern nicht als Wichsvorlage zweckentfremdet wird) hat ein Interesse an der Etablierung von Porno. Das ist die letzte Bastion, in der die EMMA noch aktiv werden kann (hier allerdings von niemandem gefordert). Wenn Porno kein Tabu mehr ist, wird er langweilig, er verschwindet. Mit ihm wohl auch die EMMA.

    In diesem Sinne: Masturbierst du noch, oder schämst du dich schon wieder dafür?

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    mich freut es, dass das Thema hier rege diskutiert wird. Die Absicht des Artikels war zweierlei: Zum einen auf die Problematik und das "suchtähnliche" Verhalten aufmerksam zu machen, zum anderen ergab meine Recherche, dass es für eine "Pornowelle" keinerlei Evidenz gibt.

    Das heißt aber nicht, dass der im Artikel genannte kein ernst zu nehmendes Problem hatte oder hat. Es ist ihm hoch anzurechnen, dass dieses Gespräch zustande gekommen ist und dass er offen über sein Problem (das sehr wohl evident ist) gesprochen hat. Im übrigen ist es ein Problem, dass auch die Experten im Artikel anerkennen, einzig nicht in dem immer wieder zitierten Ausmaß.

    Den Betroffenen jedoch als "Alibiwichser" und dessen Aussagen als bloßes "Gerede" abzbügeln, halte ich für ausgesprochen fehl am Platz. Auch die Zeitschrift EMMA steht in diesem Text stellvertretend für viele andere Medien, die das Thema aufgegriffen haben.

    mich freut es, dass das Thema hier rege diskutiert wird. Die Absicht des Artikels war zweierlei: Zum einen auf die Problematik und das "suchtähnliche" Verhalten aufmerksam zu machen, zum anderen ergab meine Recherche, dass es für eine "Pornowelle" keinerlei Evidenz gibt.

    Das heißt aber nicht, dass der im Artikel genannte kein ernst zu nehmendes Problem hatte oder hat. Es ist ihm hoch anzurechnen, dass dieses Gespräch zustande gekommen ist und dass er offen über sein Problem (das sehr wohl evident ist) gesprochen hat. Im übrigen ist es ein Problem, dass auch die Experten im Artikel anerkennen, einzig nicht in dem immer wieder zitierten Ausmaß.

    Den Betroffenen jedoch als "Alibiwichser" und dessen Aussagen als bloßes "Gerede" abzbügeln, halte ich für ausgesprochen fehl am Platz. Auch die Zeitschrift EMMA steht in diesem Text stellvertretend für viele andere Medien, die das Thema aufgegriffen haben.

    • Rahab
    • 15.12.2008 um 20:06 Uhr

    "dürfte der Hauptgrund der sein dass Männern der natürliche Lebensraum zur ungehemmten Entfaltung ihrer Bedürfnisse zunehmend entzogen wurde :-)"
    hat wer den jungs das gehirn entzogen :-)?

    p.s. und was ist mit dem natürlichen lebensraum von frauen und und und?

    meine kritik: das problem, soweit es eines ist bzw. sein sollte, wird mal wieder innerhalb der grenzen der hetero-normativität verhandelt. langweilig!

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    "mal wieder innerhalb der grenzen der hetero-normativität verhandelt. langweilig!"

    Stimmt.
    Ich als "Betroffener" der Ausgrenzungsphantasmen wäre sehr daran interessiert, wenn Sie, da Sie's schon ansprechen, das ganze perspektivisch erweitern. Wenn Sie nämlich schon den Finger heben, dann seien Sie so gut, uns zu verraten, wo genau er hinzeigt.

    Wieso Heteronormativität?
    Wo?
    Wo werden mir Bedürfnisentfaltungsräume vorenthalten?
    Zurecht?
    Wenn ja/nein, wie ginge es Ihrer Meinung nach besser?

    Solche Antworten würde ich von Ihnen gerne lesen, beispielsweise.

    Na, doch eben gerade nicht, das brauchen wir doch für die Phantasien die so ein krudes Filmchen (nicht nur) im Manne wecken kann.

    Die kleinen Probleme die Frauen mit dem vermuteten Phänomen haben könnten sind doch gering, mir fällt da maximal ein: Unterversorgung mangels virtuellem Angebot, mittelfristig unterversorgung mangels realem Angebot. Weil das ggf lieber vor dem PC sitzt. Auf Dauer unbefriedigend, aber wirkungsvoll. Sexentzug mal anders. Wunderbare Vorstellung.

    Na, und der natürliche Lebensraum der Frauen ist natürlich auch völlig im Eimer seit die Pille erfunden ist... quasi die Verstossung aus dem Paradies mittels der Freiheit als verbotener Frucht.

    Im übrigen bleibe ich natürlich mal wieder dumm zurück: Wo würden Sie das Thema den verorten wenn nicht bei den 99% die die Konsument/-innen stellen?

    • Anonym
    • 16.12.2008 um 12:26 Uhr

    "(...) wird mal wieder innerhalb der Grenzen der Hetero-Normativität verhandelt. Langweilig!"

    Im Rahmen meiner ehrenamtlichen Arbeit recherchiere ich derzeit über Gay-Pornos und ihre Verankerung innerhalb der schwulen "Pop"-Kultur.

    Ich selbst bin mit schwuler Pornografie aufgewachsen und habe damit kein Problem. Ich lebe in einer stabilen schwulen Partnerschaft, ich verliere nicht den Blick für die (sexuelle) Realität und ich neige auch nicht dazu Porno als "Ersatzdroge" für gelebte Sexualität zu benutzen. Selbstbestimmte sexuelle Handlungen von Erwachsenen (vor der Kamera) ... so what?

    Auf die "Rand-Aspekte" innerhalb der heterosexuellen Porno-Szene (Stichworte: Sexismus, frauenverachtende Tendenzen usw.) gehe ich nachfolgend nicht ein (das werden andere machen):

    Schwule Pornografie (früher VHS-Videos, heute DVDs und Internet) wird seit den 1970er Jahren geprägt von den großen kalifornischen Produktionsfirmen, wie Falcon, Colt (schwule Inhaber und schwules Personal) u.v.a. Diese haben mit ihren häufig "zu perfekten Männerkörpern" die Wunschphantasien von Generationen schwuler Männer angeregt. Ich spreche übrigens von Hardcore-Pornos (das bedeutet nicht etwa "gewalttätig", sondern ist lediglich als Abgrenzung von sog. Sex-Filmen gemeint ... die einen zeigen "alles", auch in detaillierten Großaufnahmen, die anderen zeigen im Grunde nichts und täuschen Sexakte meist nur vor).

    Seit einiger Zeit gibt es ein gewisses "Gegengewicht" zu diesen amerikanischen West-Coast-Produktionen. In den U.S.A. ist das vor allem der New Yorker "Prince Of Gay Porn" MICHAEL LUCAS, mit seiner in New York ansässigen Produktionsfirma LUCAS ENTERTAINMENT. In Frankreich ist kürzlich der für seine aufwendig und oft in Spielfilmlänge, mit Rahmenhandlung, produzierten Gay-Pornos bekannte "Pionier" JEAN-DANIEL CADINOT nach einem erfüllten Leben an einem Herzinfarkt gestorben. In Deutschland hat besonders die in Berlin ansässige Firma CAZZO Pionier-Arbeit auf dem Gebiet schwuler Pornos geleistet (raus aus den Studios, die Handlungen direkt in die schwule Szene verlegen, Filme mit Rahmen-Handlungen, oft mit Laien-Darstellern, aber trotzdem hochprofessionell umgesetzt, was Regie, Kameraführung, Licht, Maske usw. angeht).

    Ich selbst bin ein großer Fan von MICHAEL LUCAS. Geboren 1972 als Sproß einer jüdischen Familie in Moskau unter dem bürgerlichen Namen Andrei Treivas Bregman, studierte er zunächst in Moskau Rechtswissenschaften mit Abschluss, gründete anschließend in Moskau ein Reisebüro, wanderte 1995 über Berlin und Frankreich schließlich in die U.S.A. aus. Er arbeitete in Europa zunächst als Fotomodell, wirkte in zwei schwulen JEAN-DANIEL CADINOT-Hardcore-Pornos als Darsteller mit und erarbeitete sich schließlich in New York als Escort (hochbezahlter Begleiter und sexueller Dienstleister für Männer) den finanziellen Grundstock für seine eigene schwule Porno-Produktionsfirma LUCAS ENTERTAINMENT.

    MICHAEL LUCAS will die schwulen Pornofilme aus der "Schmuddel-Ecke" herausholen und innerhalb der schwulen Pop-Kultur etablieren. Er investiert viel Geld in die Produktionen und ... er hat Erfolg damit: Im Jahre 2000 erhielt er den Adult Erotic Gay Video Award, als "Best Newcomer - Director" und auch in den Folgejahren erhielt er zahlreiche Branchen-Auszeichnungen sowohl als Darsteller in seinen eigenen Produktionen, als auch als Director und Producer ... Häufig haben seine Produktionen Spielfilmlänge und überraschen mit durchdachten Rahmenhandlungen, Außenaufnahmen und realistischem Umfeld. Damit kein Mißverständnis entsteht, es handelt sich um Hardcore-Filme und nicht um "weichgespülte" Sexfilmchen.

    LUCAS lebt zusammen mit seinem Lebenspartner, einem australischen Geschäftsmann, in New York, er engagiert sich leidenschaftlich für Israel und hat u.a. vor schwulen israelischen Soldaten Live-Performances abgehalten (mit Billigung der israelischen Armeefürung). Er wurde als einer der ersten schwulen Hardcore-Porno-Produzenten von der Stanford Universität für einen Vortrag vor Studenten eingeladen und ... wieder ausgeladen (nicht wegen seiner Hardcore-Aktivitäten, sondern wegen seines leidenschaftlichen Engagements für Israel !!!)

    LUCAS läßt seine Vorbesprechungen mit Laien-Darstellern, die sich (meist als Paar) bei ihm für eine Hardcore-Produktion casten lassen, filmen. Ich habe einige dieser "Auditions" gesehen. Meist liegt das schwule Paar auf dem Bett (bekleidet), Lucas sitzt auf einem Stuhl neben dem Bett und führt ein ausführliches Vorgespräch mit beiden: "Welche sexuellen Vorlieben habt ihr, was möchtet ihr gern vor der Kamera machen usw." Das Ergebnis sind sympathisch und begeistert agierende Darsteller, denen man(n) die Lust an der Aktion anmerkt. Und ... das ist es vielleicht, was Lucas-Filme so angenehm und sehenswert macht. Ich habe keine Ahnung, ob es so etwas auch im heterosexuellen Porno-Bereich gibt.

    LUCAS betrachtet schwule Hardcore-Pornos als Teil des Showbusiness und will sie verstärkt im schwulen Mainstream etablieren. Meine Sympathie und Unterstützung hat er.

    Hi Michael, I'm your fan and ... your passion is my passion too!

    Knüppel

    "mal wieder innerhalb der grenzen der hetero-normativität verhandelt. langweilig!"

    Stimmt.
    Ich als "Betroffener" der Ausgrenzungsphantasmen wäre sehr daran interessiert, wenn Sie, da Sie's schon ansprechen, das ganze perspektivisch erweitern. Wenn Sie nämlich schon den Finger heben, dann seien Sie so gut, uns zu verraten, wo genau er hinzeigt.

    Wieso Heteronormativität?
    Wo?
    Wo werden mir Bedürfnisentfaltungsräume vorenthalten?
    Zurecht?
    Wenn ja/nein, wie ginge es Ihrer Meinung nach besser?

    Solche Antworten würde ich von Ihnen gerne lesen, beispielsweise.

    Na, doch eben gerade nicht, das brauchen wir doch für die Phantasien die so ein krudes Filmchen (nicht nur) im Manne wecken kann.

    Die kleinen Probleme die Frauen mit dem vermuteten Phänomen haben könnten sind doch gering, mir fällt da maximal ein: Unterversorgung mangels virtuellem Angebot, mittelfristig unterversorgung mangels realem Angebot. Weil das ggf lieber vor dem PC sitzt. Auf Dauer unbefriedigend, aber wirkungsvoll. Sexentzug mal anders. Wunderbare Vorstellung.

    Na, und der natürliche Lebensraum der Frauen ist natürlich auch völlig im Eimer seit die Pille erfunden ist... quasi die Verstossung aus dem Paradies mittels der Freiheit als verbotener Frucht.

    Im übrigen bleibe ich natürlich mal wieder dumm zurück: Wo würden Sie das Thema den verorten wenn nicht bei den 99% die die Konsument/-innen stellen?

    • Anonym
    • 16.12.2008 um 12:26 Uhr

    "(...) wird mal wieder innerhalb der Grenzen der Hetero-Normativität verhandelt. Langweilig!"

    Im Rahmen meiner ehrenamtlichen Arbeit recherchiere ich derzeit über Gay-Pornos und ihre Verankerung innerhalb der schwulen "Pop"-Kultur.

    Ich selbst bin mit schwuler Pornografie aufgewachsen und habe damit kein Problem. Ich lebe in einer stabilen schwulen Partnerschaft, ich verliere nicht den Blick für die (sexuelle) Realität und ich neige auch nicht dazu Porno als "Ersatzdroge" für gelebte Sexualität zu benutzen. Selbstbestimmte sexuelle Handlungen von Erwachsenen (vor der Kamera) ... so what?

    Auf die "Rand-Aspekte" innerhalb der heterosexuellen Porno-Szene (Stichworte: Sexismus, frauenverachtende Tendenzen usw.) gehe ich nachfolgend nicht ein (das werden andere machen):

    Schwule Pornografie (früher VHS-Videos, heute DVDs und Internet) wird seit den 1970er Jahren geprägt von den großen kalifornischen Produktionsfirmen, wie Falcon, Colt (schwule Inhaber und schwules Personal) u.v.a. Diese haben mit ihren häufig "zu perfekten Männerkörpern" die Wunschphantasien von Generationen schwuler Männer angeregt. Ich spreche übrigens von Hardcore-Pornos (das bedeutet nicht etwa "gewalttätig", sondern ist lediglich als Abgrenzung von sog. Sex-Filmen gemeint ... die einen zeigen "alles", auch in detaillierten Großaufnahmen, die anderen zeigen im Grunde nichts und täuschen Sexakte meist nur vor).

    Seit einiger Zeit gibt es ein gewisses "Gegengewicht" zu diesen amerikanischen West-Coast-Produktionen. In den U.S.A. ist das vor allem der New Yorker "Prince Of Gay Porn" MICHAEL LUCAS, mit seiner in New York ansässigen Produktionsfirma LUCAS ENTERTAINMENT. In Frankreich ist kürzlich der für seine aufwendig und oft in Spielfilmlänge, mit Rahmenhandlung, produzierten Gay-Pornos bekannte "Pionier" JEAN-DANIEL CADINOT nach einem erfüllten Leben an einem Herzinfarkt gestorben. In Deutschland hat besonders die in Berlin ansässige Firma CAZZO Pionier-Arbeit auf dem Gebiet schwuler Pornos geleistet (raus aus den Studios, die Handlungen direkt in die schwule Szene verlegen, Filme mit Rahmen-Handlungen, oft mit Laien-Darstellern, aber trotzdem hochprofessionell umgesetzt, was Regie, Kameraführung, Licht, Maske usw. angeht).

    Ich selbst bin ein großer Fan von MICHAEL LUCAS. Geboren 1972 als Sproß einer jüdischen Familie in Moskau unter dem bürgerlichen Namen Andrei Treivas Bregman, studierte er zunächst in Moskau Rechtswissenschaften mit Abschluss, gründete anschließend in Moskau ein Reisebüro, wanderte 1995 über Berlin und Frankreich schließlich in die U.S.A. aus. Er arbeitete in Europa zunächst als Fotomodell, wirkte in zwei schwulen JEAN-DANIEL CADINOT-Hardcore-Pornos als Darsteller mit und erarbeitete sich schließlich in New York als Escort (hochbezahlter Begleiter und sexueller Dienstleister für Männer) den finanziellen Grundstock für seine eigene schwule Porno-Produktionsfirma LUCAS ENTERTAINMENT.

    MICHAEL LUCAS will die schwulen Pornofilme aus der "Schmuddel-Ecke" herausholen und innerhalb der schwulen Pop-Kultur etablieren. Er investiert viel Geld in die Produktionen und ... er hat Erfolg damit: Im Jahre 2000 erhielt er den Adult Erotic Gay Video Award, als "Best Newcomer - Director" und auch in den Folgejahren erhielt er zahlreiche Branchen-Auszeichnungen sowohl als Darsteller in seinen eigenen Produktionen, als auch als Director und Producer ... Häufig haben seine Produktionen Spielfilmlänge und überraschen mit durchdachten Rahmenhandlungen, Außenaufnahmen und realistischem Umfeld. Damit kein Mißverständnis entsteht, es handelt sich um Hardcore-Filme und nicht um "weichgespülte" Sexfilmchen.

    LUCAS lebt zusammen mit seinem Lebenspartner, einem australischen Geschäftsmann, in New York, er engagiert sich leidenschaftlich für Israel und hat u.a. vor schwulen israelischen Soldaten Live-Performances abgehalten (mit Billigung der israelischen Armeefürung). Er wurde als einer der ersten schwulen Hardcore-Porno-Produzenten von der Stanford Universität für einen Vortrag vor Studenten eingeladen und ... wieder ausgeladen (nicht wegen seiner Hardcore-Aktivitäten, sondern wegen seines leidenschaftlichen Engagements für Israel !!!)

    LUCAS läßt seine Vorbesprechungen mit Laien-Darstellern, die sich (meist als Paar) bei ihm für eine Hardcore-Produktion casten lassen, filmen. Ich habe einige dieser "Auditions" gesehen. Meist liegt das schwule Paar auf dem Bett (bekleidet), Lucas sitzt auf einem Stuhl neben dem Bett und führt ein ausführliches Vorgespräch mit beiden: "Welche sexuellen Vorlieben habt ihr, was möchtet ihr gern vor der Kamera machen usw." Das Ergebnis sind sympathisch und begeistert agierende Darsteller, denen man(n) die Lust an der Aktion anmerkt. Und ... das ist es vielleicht, was Lucas-Filme so angenehm und sehenswert macht. Ich habe keine Ahnung, ob es so etwas auch im heterosexuellen Porno-Bereich gibt.

    LUCAS betrachtet schwule Hardcore-Pornos als Teil des Showbusiness und will sie verstärkt im schwulen Mainstream etablieren. Meine Sympathie und Unterstützung hat er.

    Hi Michael, I'm your fan and ... your passion is my passion too!

    Knüppel

  5. Pornos sind ein Produkt wie jedes andere, das für alle Geschlechter produziert und von allen Geschlechtern konsumiert wird. Übrigens werden die meisten Pornos von FRAUEN produziert, weil sich die DarstellerInnen gegenüber Frauen entspannter fühlen (Auch wen dann aus Marketinggründen als Regisseur gerne ein Mann genannt wird).

    Ich kenne viele Menschen die an ihrer Karriere fast zugrunde gehen (Burn-out, Nervenzusammenbruch, Essstörung, Depressionen, Alkoholmissbrauch, Gescheiterte Familien usw.) . Menschen (egal ob Mann oder Frau) die an Pornos zugrunde gehen hab ich hingegen noch nie getroffen. Komisch oder?

    [Gekürzt, bitte diskutieren Sie sachlich. /Die Redaktion pt.]

  6. "mal wieder innerhalb der grenzen der hetero-normativität verhandelt. langweilig!"

    Stimmt.
    Ich als "Betroffener" der Ausgrenzungsphantasmen wäre sehr daran interessiert, wenn Sie, da Sie's schon ansprechen, das ganze perspektivisch erweitern. Wenn Sie nämlich schon den Finger heben, dann seien Sie so gut, uns zu verraten, wo genau er hinzeigt.

    Wieso Heteronormativität?
    Wo?
    Wo werden mir Bedürfnisentfaltungsräume vorenthalten?
    Zurecht?
    Wenn ja/nein, wie ginge es Ihrer Meinung nach besser?

    Solche Antworten würde ich von Ihnen gerne lesen, beispielsweise.

    Antwort auf "versteh ich nicht!"
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    • Rahab
    • 15.12.2008 um 21:23 Uhr

    mich gerade eben die müdigkeit packt. physisch.

    erst mal haben wir in dem artikel den jungen menschen, männlich, der trotz freundin (ich nehme an, die ist weiblich - aber vielleicht beginnt hier auch meine unterstellung) im internet auf pornoseiten surft. so viel, dass es ihm selbst zuviel wird. nun fragt er warum.

    dann haben wir da noch die frage nach dem zusammenhang von porno-gucken und pädophilie und sexuellen übergriffen auf kinder und einige aussagen dazu. und nebenbei auch noch die aussage, dass keiner so genau sagen könne, ob es pornosucht gäbe oder nicht, alldiweil...

    und schließlich haben wir noch EMMA und ihr porNO.

    und den .-)-satz von westerland.

    also hab ich mir gedacht, ich frage nach und zwar auch danach, ob dieser artikel eigentlich auch von anderen als heterosexuellen männern und davon, dass männer dies eigentlich sein sollten, handelt oder nicht. wobei ich in anbetracht der angebotenen polarisierung "hier: emma; da: pädophilie und sexueller mißbrauch leicht durcheinander geworfen" zu dem schluß gekommen bin, dass es wohl um eine diskussion um die frage geht, ob mann das tut oder nicht drüber redet. und wie mann bei persönlichem leidensdruck (den ich nicht verharmlosen möchte) eine lösung finden kann.

    Sie und ich kommen als potentiell-aktive porno-userIn nicht vor. deshalb langweilig.
    vorenthalten wird Ihnen nichts. mir auch nicht. Sie und ich, wir dürfen uns auch angesprochen und mitgemeint fühlen.
    Sie oder ich können das aber auch bleiben lassen. und trotzdem lustvollen phantasien nachhängen.

    • Rahab
    • 15.12.2008 um 21:23 Uhr

    mich gerade eben die müdigkeit packt. physisch.

    erst mal haben wir in dem artikel den jungen menschen, männlich, der trotz freundin (ich nehme an, die ist weiblich - aber vielleicht beginnt hier auch meine unterstellung) im internet auf pornoseiten surft. so viel, dass es ihm selbst zuviel wird. nun fragt er warum.

    dann haben wir da noch die frage nach dem zusammenhang von porno-gucken und pädophilie und sexuellen übergriffen auf kinder und einige aussagen dazu. und nebenbei auch noch die aussage, dass keiner so genau sagen könne, ob es pornosucht gäbe oder nicht, alldiweil...

    und schließlich haben wir noch EMMA und ihr porNO.

    und den .-)-satz von westerland.

    also hab ich mir gedacht, ich frage nach und zwar auch danach, ob dieser artikel eigentlich auch von anderen als heterosexuellen männern und davon, dass männer dies eigentlich sein sollten, handelt oder nicht. wobei ich in anbetracht der angebotenen polarisierung "hier: emma; da: pädophilie und sexueller mißbrauch leicht durcheinander geworfen" zu dem schluß gekommen bin, dass es wohl um eine diskussion um die frage geht, ob mann das tut oder nicht drüber redet. und wie mann bei persönlichem leidensdruck (den ich nicht verharmlosen möchte) eine lösung finden kann.

    Sie und ich kommen als potentiell-aktive porno-userIn nicht vor. deshalb langweilig.
    vorenthalten wird Ihnen nichts. mir auch nicht. Sie und ich, wir dürfen uns auch angesprochen und mitgemeint fühlen.
    Sie oder ich können das aber auch bleiben lassen. und trotzdem lustvollen phantasien nachhängen.

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