Grundschulstudie Naturwissenschaften sehr gut, Mathe gut

Die Grundschüler wurden nicht nur im Lesen, sondern auch in Mathematik und in den Naturwissenschaften getestet. Heute wurde die internationale Timss-Studie veröffentlicht

Nachdem der Bundesländervergleich der deutschen Grundschüler im Lesen bekannt gegeben wurde, geht es weiter mit den Leistungen der Kleinen in Mathematik und in den Naturwissenschaften im internationalen Vergleich. Die deutschen Viertklässler belegen im Timss-Test unter 40 Teilnehmer-Staaten den zwölften Rang. Timss steht für „Trends in International Mathematics and Science Study“. An der Untersuchung hatten im Frühjahr 2007 weltweit 425.000 Viertklässler teilgenommen, davon 12.000 in Deutschland.

Deutschland erreicht einen guten Platz im Mittelfeld. Das sei allerdings kein „Anlass für neuerliche Jubelmeldungen der deutschen Schulpolitiker“, sagte die Vizevorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Marianne Demmer. Denn die Schüler in Spitzenländern wie Hongkong, Singapur oder Japan seien unseren Viertklässlern um Schuljahre voraus. Nur in der Vermittlung von Lesekompetenz seien deutsche Grundschulen offenbar sehr gut. Hier sind die Leistungsunterschiede zu den Siegerländern nicht so deutlich.

Anzeige
Für mehr Details klicken Sie auf die Grafik

Für mehr Details klicken Sie auf die Grafik

Mathematik

Allerdings muss man unterscheiden zwischen den Leistungen in Mathematik und in den Naturwissenschaften. In Mathe hinken die deutschen Grundschüler den Gleichaltrigen aus den Timss-Siegerländern Hongkong und Singapur um fast zwei Jahre hinterher.

Zwar finden sich keine deutschen Kinder in der niedrigsten Kompetenzstufe, doch an dem Ende der Skala, wo Herausragendes in Mathe geleistet wird, gibt es auch keine deutschen Grundschüler.

Der Lernvorsprung der Siegerländer vor Deutschland fällt jedoch beim naturwissenschaftlichen Wissen nicht so krass aus. Japanische Viertklässler zum Beispiel sind den deutschen nur ein knappes halbes Jahr voraus. Und immerhin einige wenige deutsche Grundschüler finden sich auch in der höchsten Kompetenzstufe wieder. Sie wissen besonders viel in Naturwissenschaften. Auch in den Pisa-Studien waren deutsche Schüler in den Naturwissenschaften gut.

Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 09.12.2008 um 16:23 Uhr

    .. es handelt sich um Grundschüler. Bei Mathematik und Naturwissenschaften handelt es sich zB um keinen systematischen Physikunterricht sondern eher um Biologie ("Wie lebt der Baum" etc.).
    Nichts desto trotz ist dieses Anspruchsniveau natürlich altersgerecht, insofern ist der Test aber dennoch vor allem für eines Aufschlußreich: aufgrund des relativ niedrigen Niveau was das "Wissen" angeht ist der Anteil der Pädagogik an diesen Erfolgen und Mißerfolgen überproportional hoch, viel höher als bei weiterführenden Schulen. Daraus kann man Rückschlüsse auf die Pädagogik auch bei weiterführenden Schulen ziehen, die "Philosophie" bei der Pädagogenausbildung ist schließlich im ganzen Schulsystem recht homogen.

    Hier werden auch sämtliche Klischees zerschlagen.
    Bei Chancengleichheit von Migrantenkindern schneidet Österreich am aller schlechtesten ab, gleich danach kommt Deutschland, - dann aber auch schon Schweden und Dänemark! Von wegen vorbildliche Skandinavier. Ungarn hingegen gehört hier zu den Musterländern! Wie im Übrigen auch in den meisten anderen Bereichen.
    Vom Kompetenzniveau stechen vor allem die Asiaten heraus. Klar, dort herrscht eine ausgeprägte Leistungs- und Lernkultur. Von der Familie her legen Eltern meist alles Geld und alle Kraft in eine möglichst gute Ausbildung ihrer Kinder, auch ist Disziplin derart ausgeprägt dass man schon von großer Uniformität reden kann. Insofern ist dieses Bildungswesen sicherlich effizienter, aber mit der europäischen Gesellschaft inkompatibel.
    Was auch die Grenzen solcher Vergleiche zeigt.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service