US-Autoindustrie Konzerne erwägen Fusion

General Motors und Chrysler würden einem Zusammenschluss zustimmen, sollte der Kongress dies zur Bedingung für die Finanzhilfen machen. Die Abgeordneten bleiben skeptisch

Tausende neuer Autos, und kein Käufer in Sicht: Die US-Autoindustrie steckt in einer schweren Krise

Tausende neuer Autos, und kein Käufer in Sicht: Die US-Autoindustrie steckt in einer schweren Krise

Die Big Three der US-amerikanischen Autoindustrie kämpfen ums Überleben, und zwei von ihnen sind sogar zu einer Fusion bereit. Man würde dem Zusammenschluss mit General Motors (GM) zustimmen, wenn man im Gegenzug staatliche Finanzhilfen bekomme, sagte Chrysler-Chef Robert Nardelli in der Anhörung vor dem Kongress in Washington. GM-Chef Rick Wagoner erklärte, durch eine Übernahme seien "signifikante Kosteneinsparungen" zu erzielen. Nardelli bezifferte das Einsparpotenzial auf acht bis zehn Milliarden und kündigte an, im Fall einer Fusion seinen Hut zu nehmen.

Bereits im September und Oktober hatten beide Unternehmen über einen Zusammenschluss gesprochen, dann seien die Pläne aber wegen Finanzierungsengpässen auf Eis gelegt worden, sagte Wagoner. Im Gegensatz zu vereinzelten Abgeordneten, die diesen Plänen durchaus positiv gegenüberstehen, sprachen sich die Gewerkschaften in der Anhörung gegen eine Fusion aus. Er glaube nicht an hohe Einsparpotenziale und rechne mit massiven Stellenstreichungen, sagte Ron Gettelfinger, Chef der Gewerkschaft UAW. Chrysler solle besser neue Allianzen eingehen statt sich einem anderen Konzern anzuschließen.

Anzeige

Während der sechsstündigen Sitzung haben die krisengeschüttelten Konzerne abermals versucht, den Kongress von neuen Milliardenhilfen zu überzeugen. Die Chefs von GM, Chrysler und Ford versprachen vor dem Bankenausschuss des Senats, für Staatsdarlehen in Höhe von insgesamt 34 Milliarden Dollar einschneidende Sanierungsprogramme und die verstärkte Entwicklung kleinerer umweltfreundlicher Autos umzusetzen.

Wagoner räumte im Senatshearing ein, sein Unternehmen habe "Fehler" begangen. General Motors habe nicht rasch genug in spritsparende Modelle investiert. Als Schlüsselelemente des Sanierungsplans nannte Wagoner unter anderem verstärkte Investitionen in umweltfreundliche Modelle wie den Chevy Volt, eine Verringerung von Marken, Modellen und Verkaufsfilialen sowie mit Blick auf die Arbeitskosten "volle Wettbewerbsfähigkeit" mit ausländischen Konkurrenten bis 2012. Dieser Plan "positioniert GM für den langfristigen Erfolg", sagte er. Das Darlehen solle bis zum Jahr 2012 zurückgezahlt werden.

Nardelli kündigte ebenfalls umweltfreundliche Modelle und Kosteneinsparungen an. "Chryslers langfristiger Produktplan ist robust, realistisch und grün". Werde der Staatskredit gewährt, solle er ebenfalls von 2012 an zurückgezahlt werden. Der Vorstandsvorsitzende von Ford, Alan Mulally, will über die nächsten sieben Jahre 14 Milliarden Dollar investieren, um den Benzinverbrauch der Ford-Flotte zu senken. Zudem seien die Schließung von mehreren Fabriken und andere Kostensenkungen geplant. "Wir wollen schlank und profitabel werden", betonte Mulally.

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service