Schmidt rät jungen Menschen, ihren gewählten Beruf "mit Ernst und mit Fleiß" zu beschreiten. Die durchschnittliche Studiendauer an deutschen Universitäten sei "skandalös". Ein langes Studium gehe auf Kosten anderer, oftmals der Eltern. Die Schuld für die lange Studiendauer sieht der Altkanzler auch bei Professoren, die unfähig seien, "ihre eigenen Universitäten betriebswirtschaftlich vernünftig zu organisieren."

Schmidt hatte kurz vor seinem 90. Geburtstag im Hamburger Pressehaus Abiturienten aus Schleswig-Holstein empfangen. Das Gespräch ist in einer ihm gewidmeten ZEIT-Sonderbeilage wiedergegeben.

Mit politischem Desinteresse bei Siebzehn- und Achtzehnjährigen hat Schmidt kein großes Problem. Dies sei "kein Grund zur Beunruhigung". Er fuhr fort: "Ich finde es wichtiger, dass sie anständig arbeiten und anständige Zeugnisse mit nach Hause bringen. Und anschließend wirklich mit Kraft in die Vorbereitung für den später auszuübenden Beruf einzusteigen. Wer mit 18 Jahren Politiker werden möchte, der kann mir gestohlen bleiben. Er soll gefälligst einen Beruf lernen und diesen Beruf ausgeübt haben, mit Erfolg ausgeübt haben. Danach kann er sich anschließend gerne politisch engagieren."

Seinen Besuchern gab er auch den Rat, viel zu reisen: "Reisen Sie gefälligst in der Welt herum! Und nicht nach Las Palmas oder ans Mittelmeer oder wo es sonst schöne Strände gibt. Reisen Sie in Länder, in denen man sich umsehen und etwas lernen kann!"

Die Generation von heute habe alle Möglichkeiten zu reisen. "Als wir in eurem Alter waren, waren Auslandsreisen absolut ausgeschlossen. Und wenn sie rechtlich möglich gewesen wären, wenn die Nazis das erlaubt hätten, dann hätte man kein Geld gehabt, nicht einmal für eine Fahrt von hier bis nach Innsbruck.

Das vollständige Gespräch lesen Sie in der neuen Ausgabe der ZEIT. Ab Donnerstag am Kiosk