Wirtschaftskrise Miss Merkel - Frau Nein
Vergangene Woche Finanzminister Steinbrück, heute Kanzlerin Merkel: Seit Tagen stichelt US-Wirtschaftsnobelpreisträger und einflussreicher Kolumnist Paul Krugmann gegen die Bundesregierung
In seiner erfolgreichen Kolumne auf der Internetseite derNew York Times kritisiert der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman Bundeskanzlerin Angela Merkel und verleiht ihr den zweifelhaften Titel "Frau Nein". Mit ihrer abwartenden Haltung bei umfassenden Konjunkturprogrammen verhindere sie ein gemeinsames europäisches Vorgehen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Krugman die Bundesregierung aufs Korn nimmt. Erst vergangene Woche musste Finanzminister Peer Steinbrück Schelte einstecken: "Die Weltwirtschaft befindet sich in einem Furcht einflößenden Sturzflug, der überall sichtbar ist. Und Mr Steinbrück bleibt strikt gegen staatliche Ausgabenprogramme", wetterte Krugman.
Krugman befürchtet, dass Berlin die Dramatik der Krise noch nicht realisiert habe. "Die deutsche Regierung glaubt offensichtlich, dass die deutsche Wirtschaft in guter Verfassung ist und keine große Hilfe braucht", schreibt er, "damit hat sie fast sicher unrecht."
Das Problem sei, dass Deutschland einer europäischen Lösung im Weg stehe. Zwar könne jedes Land mit einem Konjunkturprogramm allein vorpreschen, aber das ergebe ökonomisch nicht viel Sinn: Arbeitsplätze würden so eher im Ausland geschaffen, Schuldenberge angehäuft.
Gerade die europäische Wirtschaft ist extrem miteinander verflochten, EU-Staaten treiben vor allem untereinander Handel. "Eine koordinierte Anstrengung, bei der jeder EU-Staat darauf zählen kann, dass der Nachbarstaat mitmacht, würde viel mehr positive Effekte für die EU haben als individuelles Vorgehen." Die Bundesregierung würde zurzeit die Nachbarländer lieber mit Vorwürfen überhäufen. Krugman spielt auf Finanzminister Steinbrück an, der im Magazin Newsweek die Maßnahmen der britischen Regierung zerpflückt hatte.
Der Professor für Volkswirtschaftslehre hatte in den vergangenen Jahren vor allem US-Präsident Bush immer wieder hart attackiert. Jetzt hat Krugman mit Merkel offensichtlich ein neues Opfer gefunden. Und er drängelt. Die Krise sei dramatisch: Weltweit würden die Wirtschaften einbrechen. "Wie viel Schaden muss noch passieren, bevor endlich jemand eine effektive Lösung präsentiert?"
- Datum 15.12.2008 - 16:28 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 14
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




"Wie viel Schaden muss noch passieren, bevor endlich jemand eine effektive Lösung präsentiert?"
Schöne Worte. Nur: Würde dies nicht eher die Kompetenz des Herrn Nobelpreisträgers als die der Bundeskanzlerin betreffen?
Die Bislang diskutierten Ausgabenprogramme sind sicherlich kein guter Vorschlag. Ausgabenprogramme funktionieren zwar gut als Umverteilungsmaßnahmen (vom Steuerzahler in die Taschen begünstigter Unternehmen), als Mittel zur Neuentfachung wirtschaftlicher Dynamik versagen sie dagegen ein ums andere Mal.
"Ausgabenprogramme sind sicherlich kein guter Vorschlag. Ausgabenprogramme funktionieren zwar gut als Umverteilungsmaßnahmen (vom Steuerzahler in die Taschen begünstigter Unternehmen), als Mittel zur Neuentfachung wirtschaftlicher Dynamik versagen sie dagegen ein ums andere Mal."
Dieser Satz zeigt eigentlich nur, dass auch Sie (offenbar ebenso wie die Bundesregierung) die Struktur der Krise nicht begriffen haben.
Die Behauptung, Ausgabenprogramme würden als Mittel zur Entfachung wirtschaftlicher Dynamik prinzipiell versagen, ist glatt falsch! Dagegen spricht der "New Deal" ebenso wie die Wirtschaftspolitik des deutschen Reiches 1933-1939. Beides waren klassische Keynsianische Wirtschaftsprogramme, die blendend funktioniert haben. Auch wenn einschränkend gesagt werden muss, dass es sich hierbei um unbewusste Keynsianische Wirtschaftspolitik handelt, stammt doch die theoretische Unterfütterung dieser Politik durch John Maynard Keynes erst 1937 statt.
Ihre irrige Aussage rührt vermutlich aus den Erfahrungen aus der Wirtschaftspolitik ab 1973 bis Anfang der Achtziger. In der Tat wurde den schwächelnden Volkswirtschaften nach 1973 mit Keynianischen Programmen begegnet. Und zwar ohne jeden Erfolg. Es war die Zeit der Stagflation. Was wuchs, war nicht das Wirtschaftswachstum, sondern Inflation, Budgetdefizit und Staatsschulden.
Wertet nun die Erfahrung Mitte der 70er Keynes ab?
Keinesfalls!
Mit ein wenig Fähigkeit und Willen zur kühlen Analyse sollte jeder feststellen können, dass es sich bei den Krisen 1973 und 2008 in ihrer Struktur um jeweils unterschiedliche, kaum vergleichbare Krisen handelt.
So wurde die Krise von 1973 ausgelöst durch den Ölpreisschock. Der Kern der Krise bestand im vom höheren Ölpreis ausgelösten Kostenproblem der Unternehmen. Dieser Aspekt wurde freilich ignoriert und die Staaten antworteten stur mit Keynes, wie es den damaligen wirtschaftspolitischen Moden eben entsprach: die Staaten reagierten mit Ausgabenprogrammen und trieben so die Nachfrage an. Dies, obwohl es sich um keine Nachfragekrise handelte. Gewerkschaften erzielten hohe Abschlüsse und waren bestrebt, in jedem Fall über der Inflationsrate abzuschließen, womit sie die berüchtigten Zweitrundeneffekte auslösten. Durch die Stimulans auf einem Gebiet, das die Krise gar nicht ausgelöst hatte (nämlich der Nachfrage durch staatliche Investitionsprogramme) sowie die tariflichen Zweitrundeneffekte wurde die Inflation befeuert und gleichzeitig die Kosten (die ja durch den Ölpreisschock das eigentliche Problem waren) noch einmal nach oben getrieben, bis sich je höhere Kosten und höhere Infaltion gleichsam einem Teufelskreis gleich, gegenseitig antrieben. In dieser Sitiuation war Keynes keineswegs Teil der Lösung, nein, er verschlimmerte das Problem und wurde so zum Teil desselben. Das Ergebnis war die sog. Stagflation mit zweistelligen Inflationsraten und kaum Wachstum. Die Krise bekam man erst in den Griff, indem man - unorthodox für die damalige Zeit - den Unternehmen half die Kosten zu kappen durch Steuersenkungen und Tarifabschlüssen unterhalb der Inflationsrate.
Ganz anders die aktuelle Situation. Diesmal haben wir - ähnlich wie 1929 - definitiv ein Nachfrageproblem, ausgelöst durch Kapitalverknappung, die ihrerseits durch die weltweite Schieflage der Banken ausgelöst wurde. Wird in so einer Situation nicht alles unternommen, um die Märkte liquide zu halten, drohen Nachfrageschwund und Rezession, wobei sich - wieder gleichsam wie in einem Teufelskreis - beide Effekte gegenseitig befeuern und verstärken. Am Ende stünde Deflation und so ein Zustand wäre vermutlich von hartnäckiger Dauer. Deshlab gilt: Zur Abwehr dieser Krise - und keinsewegs zur Abwehr jeder denkbaren Krise - haben die Staaten alles zu unternehmen, um Liquidität in die Märkte zu pumpen und die Nachfrage zu stimulieren. Und dazu können auch staatliche Investitionsprogrammen gehören. Und dies alles noch bevor sich mögliche deflationäre Tendenzen hartnäckig festzusetzen beginnen.
Vor diesem Hintergrund ist das eigenbrötlerische Nichstun der Bundesregierung fahrlässig.
"Ausgabenprogramme sind sicherlich kein guter Vorschlag. Ausgabenprogramme funktionieren zwar gut als Umverteilungsmaßnahmen (vom Steuerzahler in die Taschen begünstigter Unternehmen), als Mittel zur Neuentfachung wirtschaftlicher Dynamik versagen sie dagegen ein ums andere Mal."
Dieser Satz zeigt eigentlich nur, dass auch Sie (offenbar ebenso wie die Bundesregierung) die Struktur der Krise nicht begriffen haben.
Die Behauptung, Ausgabenprogramme würden als Mittel zur Entfachung wirtschaftlicher Dynamik prinzipiell versagen, ist glatt falsch! Dagegen spricht der "New Deal" ebenso wie die Wirtschaftspolitik des deutschen Reiches 1933-1939. Beides waren klassische Keynsianische Wirtschaftsprogramme, die blendend funktioniert haben. Auch wenn einschränkend gesagt werden muss, dass es sich hierbei um unbewusste Keynsianische Wirtschaftspolitik handelt, stammt doch die theoretische Unterfütterung dieser Politik durch John Maynard Keynes erst 1937 statt.
Ihre irrige Aussage rührt vermutlich aus den Erfahrungen aus der Wirtschaftspolitik ab 1973 bis Anfang der Achtziger. In der Tat wurde den schwächelnden Volkswirtschaften nach 1973 mit Keynianischen Programmen begegnet. Und zwar ohne jeden Erfolg. Es war die Zeit der Stagflation. Was wuchs, war nicht das Wirtschaftswachstum, sondern Inflation, Budgetdefizit und Staatsschulden.
Wertet nun die Erfahrung Mitte der 70er Keynes ab?
Keinesfalls!
Mit ein wenig Fähigkeit und Willen zur kühlen Analyse sollte jeder feststellen können, dass es sich bei den Krisen 1973 und 2008 in ihrer Struktur um jeweils unterschiedliche, kaum vergleichbare Krisen handelt.
So wurde die Krise von 1973 ausgelöst durch den Ölpreisschock. Der Kern der Krise bestand im vom höheren Ölpreis ausgelösten Kostenproblem der Unternehmen. Dieser Aspekt wurde freilich ignoriert und die Staaten antworteten stur mit Keynes, wie es den damaligen wirtschaftspolitischen Moden eben entsprach: die Staaten reagierten mit Ausgabenprogrammen und trieben so die Nachfrage an. Dies, obwohl es sich um keine Nachfragekrise handelte. Gewerkschaften erzielten hohe Abschlüsse und waren bestrebt, in jedem Fall über der Inflationsrate abzuschließen, womit sie die berüchtigten Zweitrundeneffekte auslösten. Durch die Stimulans auf einem Gebiet, das die Krise gar nicht ausgelöst hatte (nämlich der Nachfrage durch staatliche Investitionsprogramme) sowie die tariflichen Zweitrundeneffekte wurde die Inflation befeuert und gleichzeitig die Kosten (die ja durch den Ölpreisschock das eigentliche Problem waren) noch einmal nach oben getrieben, bis sich je höhere Kosten und höhere Infaltion gleichsam einem Teufelskreis gleich, gegenseitig antrieben. In dieser Sitiuation war Keynes keineswegs Teil der Lösung, nein, er verschlimmerte das Problem und wurde so zum Teil desselben. Das Ergebnis war die sog. Stagflation mit zweistelligen Inflationsraten und kaum Wachstum. Die Krise bekam man erst in den Griff, indem man - unorthodox für die damalige Zeit - den Unternehmen half die Kosten zu kappen durch Steuersenkungen und Tarifabschlüssen unterhalb der Inflationsrate.
Ganz anders die aktuelle Situation. Diesmal haben wir - ähnlich wie 1929 - definitiv ein Nachfrageproblem, ausgelöst durch Kapitalverknappung, die ihrerseits durch die weltweite Schieflage der Banken ausgelöst wurde. Wird in so einer Situation nicht alles unternommen, um die Märkte liquide zu halten, drohen Nachfrageschwund und Rezession, wobei sich - wieder gleichsam wie in einem Teufelskreis - beide Effekte gegenseitig befeuern und verstärken. Am Ende stünde Deflation und so ein Zustand wäre vermutlich von hartnäckiger Dauer. Deshlab gilt: Zur Abwehr dieser Krise - und keinsewegs zur Abwehr jeder denkbaren Krise - haben die Staaten alles zu unternehmen, um Liquidität in die Märkte zu pumpen und die Nachfrage zu stimulieren. Und dazu können auch staatliche Investitionsprogrammen gehören. Und dies alles noch bevor sich mögliche deflationäre Tendenzen hartnäckig festzusetzen beginnen.
Vor diesem Hintergrund ist das eigenbrötlerische Nichstun der Bundesregierung fahrlässig.
"Ausgabenprogramme sind sicherlich kein guter Vorschlag. Ausgabenprogramme funktionieren zwar gut als Umverteilungsmaßnahmen (vom Steuerzahler in die Taschen begünstigter Unternehmen), als Mittel zur Neuentfachung wirtschaftlicher Dynamik versagen sie dagegen ein ums andere Mal."
Dieser Satz zeigt eigentlich nur, dass auch Sie (offenbar ebenso wie die Bundesregierung) die Struktur der Krise nicht begriffen haben.
Die Behauptung, Ausgabenprogramme würden als Mittel zur Entfachung wirtschaftlicher Dynamik prinzipiell versagen, ist glatt falsch! Dagegen spricht der "New Deal" ebenso wie die Wirtschaftspolitik des deutschen Reiches 1933-1939. Beides waren klassische Keynsianische Wirtschaftsprogramme, die blendend funktioniert haben. Auch wenn einschränkend gesagt werden muss, dass es sich hierbei um unbewusste Keynsianische Wirtschaftspolitik handelt, stammt doch die theoretische Unterfütterung dieser Politik durch John Maynard Keynes erst 1937 statt.
Ihre irrige Aussage rührt vermutlich aus den Erfahrungen aus der Wirtschaftspolitik ab 1973 bis Anfang der Achtziger. In der Tat wurde den schwächelnden Volkswirtschaften nach 1973 mit Keynianischen Programmen begegnet. Und zwar ohne jeden Erfolg. Es war die Zeit der Stagflation. Was wuchs, war nicht das Wirtschaftswachstum, sondern Inflation, Budgetdefizit und Staatsschulden.
Wertet nun die Erfahrung Mitte der 70er Keynes ab?
Keinesfalls!
Mit ein wenig Fähigkeit und Willen zur kühlen Analyse sollte jeder feststellen können, dass es sich bei den Krisen 1973 und 2008 in ihrer Struktur um jeweils unterschiedliche, kaum vergleichbare Krisen handelt.
So wurde die Krise von 1973 ausgelöst durch den Ölpreisschock. Der Kern der Krise bestand im vom höheren Ölpreis ausgelösten Kostenproblem der Unternehmen. Dieser Aspekt wurde freilich ignoriert und die Staaten antworteten stur mit Keynes, wie es den damaligen wirtschaftspolitischen Moden eben entsprach: die Staaten reagierten mit Ausgabenprogrammen und trieben so die Nachfrage an. Dies, obwohl es sich um keine Nachfragekrise handelte. Gewerkschaften erzielten hohe Abschlüsse und waren bestrebt, in jedem Fall über der Inflationsrate abzuschließen, womit sie die berüchtigten Zweitrundeneffekte auslösten. Durch die Stimulans auf einem Gebiet, das die Krise gar nicht ausgelöst hatte (nämlich der Nachfrage durch staatliche Investitionsprogramme) sowie die tariflichen Zweitrundeneffekte wurde die Inflation befeuert und gleichzeitig die Kosten (die ja durch den Ölpreisschock das eigentliche Problem waren) noch einmal nach oben getrieben, bis sich je höhere Kosten und höhere Infaltion gleichsam einem Teufelskreis gleich, gegenseitig antrieben. In dieser Sitiuation war Keynes keineswegs Teil der Lösung, nein, er verschlimmerte das Problem und wurde so zum Teil desselben. Das Ergebnis war die sog. Stagflation mit zweistelligen Inflationsraten und kaum Wachstum. Die Krise bekam man erst in den Griff, indem man - unorthodox für die damalige Zeit - den Unternehmen half die Kosten zu kappen durch Steuersenkungen und Tarifabschlüssen unterhalb der Inflationsrate.
Ganz anders die aktuelle Situation. Diesmal haben wir - ähnlich wie 1929 - definitiv ein Nachfrageproblem, ausgelöst durch Kapitalverknappung, die ihrerseits durch die weltweite Schieflage der Banken ausgelöst wurde. Wird in so einer Situation nicht alles unternommen, um die Märkte liquide zu halten, drohen Nachfrageschwund und Rezession, wobei sich - wieder gleichsam wie in einem Teufelskreis - beide Effekte gegenseitig befeuern und verstärken. Am Ende stünde Deflation und so ein Zustand wäre vermutlich von hartnäckiger Dauer. Deshlab gilt: Zur Abwehr dieser Krise - und keinsewegs zur Abwehr jeder denkbaren Krise - haben die Staaten alles zu unternehmen, um Liquidität in die Märkte zu pumpen und die Nachfrage zu stimulieren. Und dazu können auch staatliche Investitionsprogrammen gehören. Und dies alles noch bevor sich mögliche deflationäre Tendenzen hartnäckig festzusetzen beginnen.
Vor diesem Hintergrund ist das eigenbrötlerische Nichstun der Bundesregierung fahrlässig.
Bis hierhin verstehe ich Ihre Argumentation durchaus, Teleobjektiv I. Nur verstehe ich dann nicht, wo dieses vom Staat aufgenommene Geld bleibt, sobald es unserer Wirtschaft wieder (etwas) besser geht? Und was dieses Geld (/Zinslast?) anrichten könnte?
Noch dazu meine einfache Annahme, dass wir in der BRD eine andere Situation haben, als viele unserer Nachbarn und Freunde.
Eine Stärke der EU ist unsere Vielseitigkeit. Ich empfinde es eher positiv, individuelle Lösungen zu suchen. Dabei natürlich den Dialog untereinander suchen. Vielleicht sollten unsere Politiker etwas mutiger sein und diese Vielseitigkeit gerade jetzt betonen.
...so wurde die Kernschmelze des Finanzsystems u.a. mit dem "Rettungspaket" der Bundesregierung bereits abgewendet. Auch wenn dieses handwerkliche Fehler enthält sind weitere Pakete zur Stabilisierung des Finanzmarktes, welcher uns letztlich alle betrifft, auch meiner Meinung nach richtig.
Aber es kann doch nicht sein, dass der Staat nun mit den Steuergeldern unserer Kinder um sich wirft um eine konjunkturelle Krise abzumildern!!! Die Vorschläge die in den letzten Wochen diskutiert wurden waren doch größtenteils Nachfrageorientiert. Die Gleichen, die noch vor wenigen Monaten eine keynesianische Wirtschaftspolitik und den starken Staat verpönten, schreien nun am lautesten. Was soll dieser Selbstbetrug? Irgendwer muss irgendwann die Zeche zahlen.
So wird nur ein noch größerer Einbruch aufgeschoben. Die Amerikaner haben durch diese Politik nach dem Zusammenbruch der New Economy diese heutige Krise initiiert.
Grüße und Lob an Peer S.
Teleobjektiv hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Eine hervorragende Analyse!
In diesem Zusammenhang beleuchte ich noch mal näher, das was hinter dem letzten Satz des Kommentars von Teleobjektiv I steht:
Vor diesem Hintergrund ist das eigenbrötlerische Nichstun der Bundesregierung fahrlässig.
Schauen wir uns die Akteure doch mal genauer an:
Die Kanzlerin will abwarten. Der Wunsch eines Teils der Partei und der CSU nach Steuersenkungen wird von ihr zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt. Auf dem Parteitag wird beschlossen, dies nach einer möglichen Wirderwahl 2009 in Angriff zu nehmen. Irgendwie hat man auch den Eindrück, dass sie ihrem Finanzminister als Einzigem so richtig in dieser Sache vetraut. Kurzum, eine verquere Vermischung von Wahlkampfüberlegungen, falschen Beratern und vielleicht auch Hilflosigkeit?
Der Wirtschaftsminister fordert schon länger Steuersenklungen für die unteren bis mittleren Einkommengruppen. Im Prinzip eine richtige Richtung, nur wirkt er irgendwie isoliert - nicht richtig erst genommen von den anderen Atkeuren.
Der Finanzminister ist ein Phänomen. Er verkündet lautstark, dass im Übrigen schon seit längerem, dass Steuersenkunge falsch sein. Der dume Bürger würde das Geld schließlich sparen und es würde sich kein Konjunktureffekt ergeben.
Einschub: Die Absetzbarkeit der Beiträge zu Krankenversicherung muss eh ab 2010 durchgesetzt werden, hier gäbe es eine gutes Potential für die Senkung der Steuer- un Abgabenlast. Es würde sich nur um eine Einmaleffkt handeln, zöge man diese Absatzbarkeit vor. Hiervon hört man allerdings nichts mehr. Der Eindruck liegt nahe, dass man sich in der Kollation nicht einigen kann, da die ideologischen Gräben zu tief sind.
Klar ist, dass man die aktuelle Situation nur durch eine Stärkung der Nachfrageseite Abmilder kann. Hier hilft es überhaupt nichts, dogmatisch an die Sache hernazugehen. Ich habe keine Ahnung welches Selbstbild der Finanzminister hat, seine Aktivitäten der letzten Wochen führen aber zu allem möglichen nur nícht zur einer Stärkung des Konsums in Deutschland. Ich verstehe auch nicht, wie einige dieses Verhalten noch loben, obwohl sie indirekt als dumme Konsumenten bezeichent werden.
Insgesamt erscheint das ganze als ein diffuser Brei, garniert mit den Zutaten, Hilflosigkeit, Wahlkampftaktik, Ideologie und wie Krugmann es nennt villeich auch Dummheit.
Deutschland steckt in einer zwiespältigen Situation.
Ich finde Ihre Argumentation stichhaltig im Hinblick auf die drohende Nachfrageschwäche.
Das Problem sehe ich allerdings darin, dass bei Konjunkturprogrammen, wie sie aktuell und massiv gefordert werden, es nicht unbedingt besser wird.
Wichtig dabei wäre, dass die breite Bevölkerung an Kaufkraft und Einkommen gewinnt und zwar durch nicht öffentliche Beschäftigung.
Denn das Problem ist entstanden durch die einseitige Geldschöpfung auf der Vermögensseite außerhalb der Kontrolle der Zentralbanken. Die Politik der Zentralbanken der Geldwertstabilität hat zur Umverteilung der Finanzmittel von unten nach oben geführt. Das Motiv liegt z.T. im Hohen Staatsanteil.
Definitiv kann nur durch wiederherstellen des Gleichgewichtes, dem Abbau der Vermögen zu Gunsten steigender Kaufkraft, auf Dauer begegnet werden.
Ansonsten sanieren sich lediglich die oberen Zehntausend auf Kosten der breiten Bevölkerung bzw. werden mehr Kostgänger geschaffen, die auf Dauer das Problem nicht lösen.
Ein wichtiger Bestandteil wäre der Abbau des Staatsanteils, welcher letztlich ein wichtiger Antrieb für die Geldschöpfung im Finanzsektor als Ausgleich für die Gewinnabschöpfung des Staates darstellte und immer noch darstellt.
Berthold Grabe
Bis hierhin verstehe ich Ihre Argumentation durchaus, Teleobjektiv I. Nur verstehe ich dann nicht, wo dieses vom Staat aufgenommene Geld bleibt, sobald es unserer Wirtschaft wieder (etwas) besser geht? Und was dieses Geld (/Zinslast?) anrichten könnte?
Noch dazu meine einfache Annahme, dass wir in der BRD eine andere Situation haben, als viele unserer Nachbarn und Freunde.
Eine Stärke der EU ist unsere Vielseitigkeit. Ich empfinde es eher positiv, individuelle Lösungen zu suchen. Dabei natürlich den Dialog untereinander suchen. Vielleicht sollten unsere Politiker etwas mutiger sein und diese Vielseitigkeit gerade jetzt betonen.
...so wurde die Kernschmelze des Finanzsystems u.a. mit dem "Rettungspaket" der Bundesregierung bereits abgewendet. Auch wenn dieses handwerkliche Fehler enthält sind weitere Pakete zur Stabilisierung des Finanzmarktes, welcher uns letztlich alle betrifft, auch meiner Meinung nach richtig.
Aber es kann doch nicht sein, dass der Staat nun mit den Steuergeldern unserer Kinder um sich wirft um eine konjunkturelle Krise abzumildern!!! Die Vorschläge die in den letzten Wochen diskutiert wurden waren doch größtenteils Nachfrageorientiert. Die Gleichen, die noch vor wenigen Monaten eine keynesianische Wirtschaftspolitik und den starken Staat verpönten, schreien nun am lautesten. Was soll dieser Selbstbetrug? Irgendwer muss irgendwann die Zeche zahlen.
So wird nur ein noch größerer Einbruch aufgeschoben. Die Amerikaner haben durch diese Politik nach dem Zusammenbruch der New Economy diese heutige Krise initiiert.
Grüße und Lob an Peer S.
Teleobjektiv hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Eine hervorragende Analyse!
In diesem Zusammenhang beleuchte ich noch mal näher, das was hinter dem letzten Satz des Kommentars von Teleobjektiv I steht:
Vor diesem Hintergrund ist das eigenbrötlerische Nichstun der Bundesregierung fahrlässig.
Schauen wir uns die Akteure doch mal genauer an:
Die Kanzlerin will abwarten. Der Wunsch eines Teils der Partei und der CSU nach Steuersenkungen wird von ihr zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt. Auf dem Parteitag wird beschlossen, dies nach einer möglichen Wirderwahl 2009 in Angriff zu nehmen. Irgendwie hat man auch den Eindrück, dass sie ihrem Finanzminister als Einzigem so richtig in dieser Sache vetraut. Kurzum, eine verquere Vermischung von Wahlkampfüberlegungen, falschen Beratern und vielleicht auch Hilflosigkeit?
Der Wirtschaftsminister fordert schon länger Steuersenklungen für die unteren bis mittleren Einkommengruppen. Im Prinzip eine richtige Richtung, nur wirkt er irgendwie isoliert - nicht richtig erst genommen von den anderen Atkeuren.
Der Finanzminister ist ein Phänomen. Er verkündet lautstark, dass im Übrigen schon seit längerem, dass Steuersenkunge falsch sein. Der dume Bürger würde das Geld schließlich sparen und es würde sich kein Konjunktureffekt ergeben.
Einschub: Die Absetzbarkeit der Beiträge zu Krankenversicherung muss eh ab 2010 durchgesetzt werden, hier gäbe es eine gutes Potential für die Senkung der Steuer- un Abgabenlast. Es würde sich nur um eine Einmaleffkt handeln, zöge man diese Absatzbarkeit vor. Hiervon hört man allerdings nichts mehr. Der Eindruck liegt nahe, dass man sich in der Kollation nicht einigen kann, da die ideologischen Gräben zu tief sind.
Klar ist, dass man die aktuelle Situation nur durch eine Stärkung der Nachfrageseite Abmilder kann. Hier hilft es überhaupt nichts, dogmatisch an die Sache hernazugehen. Ich habe keine Ahnung welches Selbstbild der Finanzminister hat, seine Aktivitäten der letzten Wochen führen aber zu allem möglichen nur nícht zur einer Stärkung des Konsums in Deutschland. Ich verstehe auch nicht, wie einige dieses Verhalten noch loben, obwohl sie indirekt als dumme Konsumenten bezeichent werden.
Insgesamt erscheint das ganze als ein diffuser Brei, garniert mit den Zutaten, Hilflosigkeit, Wahlkampftaktik, Ideologie und wie Krugmann es nennt villeich auch Dummheit.
Deutschland steckt in einer zwiespältigen Situation.
Ich finde Ihre Argumentation stichhaltig im Hinblick auf die drohende Nachfrageschwäche.
Das Problem sehe ich allerdings darin, dass bei Konjunkturprogrammen, wie sie aktuell und massiv gefordert werden, es nicht unbedingt besser wird.
Wichtig dabei wäre, dass die breite Bevölkerung an Kaufkraft und Einkommen gewinnt und zwar durch nicht öffentliche Beschäftigung.
Denn das Problem ist entstanden durch die einseitige Geldschöpfung auf der Vermögensseite außerhalb der Kontrolle der Zentralbanken. Die Politik der Zentralbanken der Geldwertstabilität hat zur Umverteilung der Finanzmittel von unten nach oben geführt. Das Motiv liegt z.T. im Hohen Staatsanteil.
Definitiv kann nur durch wiederherstellen des Gleichgewichtes, dem Abbau der Vermögen zu Gunsten steigender Kaufkraft, auf Dauer begegnet werden.
Ansonsten sanieren sich lediglich die oberen Zehntausend auf Kosten der breiten Bevölkerung bzw. werden mehr Kostgänger geschaffen, die auf Dauer das Problem nicht lösen.
Ein wichtiger Bestandteil wäre der Abbau des Staatsanteils, welcher letztlich ein wichtiger Antrieb für die Geldschöpfung im Finanzsektor als Ausgleich für die Gewinnabschöpfung des Staates darstellte und immer noch darstellt.
Berthold Grabe
Bis hierhin verstehe ich Ihre Argumentation durchaus, Teleobjektiv I. Nur verstehe ich dann nicht, wo dieses vom Staat aufgenommene Geld bleibt, sobald es unserer Wirtschaft wieder (etwas) besser geht? Und was dieses Geld (/Zinslast?) anrichten könnte?
Noch dazu meine einfache Annahme, dass wir in der BRD eine andere Situation haben, als viele unserer Nachbarn und Freunde.
Eine Stärke der EU ist unsere Vielseitigkeit. Ich empfinde es eher positiv, individuelle Lösungen zu suchen. Dabei natürlich den Dialog untereinander suchen. Vielleicht sollten unsere Politiker etwas mutiger sein und diese Vielseitigkeit gerade jetzt betonen.
Ich hatte immer schon was gegen diese Economyfritzen und Nobelpreistraeger. Keiner von ihnen hat bisher Wesentliches zur Vermeidung oder Loesung von Krisen beigetragen. Krugman soll sich da raushalten. Der hat in seinem Leben noch in keiner Regierung gearbeitet, noch nie eine Bank oder einen General Motors geleitet, noch nicht mal ein Fitness-Center oder eine Wurstbude, sondern immer nur schoen in der gediegenen Umgebung von Harvard nette Komputerspiele entwickelt, mit denen keiner etwas anfangen kann.
JA
JA
...so wurde die Kernschmelze des Finanzsystems u.a. mit dem "Rettungspaket" der Bundesregierung bereits abgewendet. Auch wenn dieses handwerkliche Fehler enthält sind weitere Pakete zur Stabilisierung des Finanzmarktes, welcher uns letztlich alle betrifft, auch meiner Meinung nach richtig.
Aber es kann doch nicht sein, dass der Staat nun mit den Steuergeldern unserer Kinder um sich wirft um eine konjunkturelle Krise abzumildern!!! Die Vorschläge die in den letzten Wochen diskutiert wurden waren doch größtenteils Nachfrageorientiert. Die Gleichen, die noch vor wenigen Monaten eine keynesianische Wirtschaftspolitik und den starken Staat verpönten, schreien nun am lautesten. Was soll dieser Selbstbetrug? Irgendwer muss irgendwann die Zeche zahlen.
So wird nur ein noch größerer Einbruch aufgeschoben. Die Amerikaner haben durch diese Politik nach dem Zusammenbruch der New Economy diese heutige Krise initiiert.
Grüße und Lob an Peer S.
Die Gleichen, die noch vor wenigen Monaten eine keynesianische Wirtschaftspolitik und den starken Staat verpönten, schreien nun am lautesten. Was soll dieser Selbstbetrug? Irgendwer muss irgendwann die Zeche zahlen.
Diese Argumentation höre ich in letzte Zeit ständig. Dennoch ist sie interlektuell beschämend. Wieso? Neben wir mal eine Analogie zur Hand.
Wenn jemand Kopschmerzen hat, geht er wahrscheinlich nicht zum Artzt sondern wirft sich eine Aspirin o.ä. ein.
Wenn jemand eine schwere Grippe hat geht er vielleicht zum Artzt und läßt sich ein Antibiotikum verschreiben, da die "Selbstheilungskräfte" vielleicht nicht mehr aussreichen und er die Grippe schneller loswerden will als ohne Behandlung (Krise 2001 => Bsp. Zinssenkungen).
Wenn jemand aber schwer krank ist, weil wesentliche Organe, wie z.B. das Herz nicht mehr aussreichend funktionieren (Banken).Weitherin sind die Ursachen der Krankeheit bekannt (Kreditverbriefungen), es gibt aber aufgrund der mangelnden Erfahrungen keine allgemein ankerannten Kochrezepte zur Heilung, was dann? Nichts tun?
In dieser Situation befinden wir uns aktuelle, daher sind die Schlagworte Keynsianismus, Neoliberal... alle Makulatur, sofern sie ideologisch verwendet werden. Es geht darum wirksame Theraphieformen zu finden.
Die Unwissenheit des Publikums spiegelt die Unfähigkeit unserer Politik ungefähr Eins zu Eins wieder (oder umgekehrt).
Offenbar ist in deutschen Landen Hopfen und Malz verloren und wir sind dazu verdammt, ins schwarze Loch der Depressionswirtschaft zu stürzen.
Das ist jetzt die Zeit, um deutschen Nationalstolz hochzuhalten und so einem dahergelaufenen Nobelpreisträger die Kante zu geben!
Auch wenn unsere Enkel noch dafür zahlen müssen - das war die Sache wert!
Dass Sparen, Haushaltskonsolidierung, die Vermeidung von Schulden ein geeignetes Rezept seien, glaubte schon ein gewisser Reichskanzler Brüning.
In dessen Spuren sind wir heute offensichtlich wieder einmal unterwegs - steil abwärts.
Die deutsche Industrieproduktion stürzt bereits heute mit einer Jahresrate von 34% ins Minus und es wird immer noch ernsthaft die Devise ausgegeben "abwarten und Tee trinken.."
Man fliegt aus der Kurve und bittet die Passagiere, nun doch die Aussicht zu genießen!
Durch das Desaster der völlig unverhältnismässigen Bankenrettung sind wir nun bereits deutlich angezählt.
Nun also der nächste Schlag: nachdem das Wohlergehen der spielsüchtigen Freunde Merkels und Steinbrücks sichergestellt wurde, mag man kein Geld mehr (oder viel zu wenig) ausgeben für das Wohlergehens der normal erwerbstätigen Bevölkerung, die Sicherung ihrer Arbeitsplätze. Das könnte ja fehlen, wenn die Postbank des Herrn Ackermann gerettet werden müsste.
Eine teure Milchmädchenrechnung wird das, die wir demnächst auszubaden haben, wenn eine 7-stellige Zahl von Neu-Arbeitslosen staatlich alimentiert werden muss und multimilliardenschweren Steuerausfälle den Bundeshaushalt beuteln - weil sich unsere Bundesregierung auf ihre neoliberalen Grundsätze stützt und das Publikum Sparsamkeit in Krisenzeiten mit Solidität verwechselt und dem Unheil damit Tür und Tor öffnet.
Aber man wollte es ja besser wissen, als der Nobelpreisträger.
Die Gleichen, die noch vor wenigen Monaten eine keynesianische Wirtschaftspolitik und den starken Staat verpönten, schreien nun am lautesten. Was soll dieser Selbstbetrug? Irgendwer muss irgendwann die Zeche zahlen.
Diese Argumentation höre ich in letzte Zeit ständig. Dennoch ist sie interlektuell beschämend. Wieso? Neben wir mal eine Analogie zur Hand.
Wenn jemand Kopschmerzen hat, geht er wahrscheinlich nicht zum Artzt sondern wirft sich eine Aspirin o.ä. ein.
Wenn jemand eine schwere Grippe hat geht er vielleicht zum Artzt und läßt sich ein Antibiotikum verschreiben, da die "Selbstheilungskräfte" vielleicht nicht mehr aussreichen und er die Grippe schneller loswerden will als ohne Behandlung (Krise 2001 => Bsp. Zinssenkungen).
Wenn jemand aber schwer krank ist, weil wesentliche Organe, wie z.B. das Herz nicht mehr aussreichend funktionieren (Banken).Weitherin sind die Ursachen der Krankeheit bekannt (Kreditverbriefungen), es gibt aber aufgrund der mangelnden Erfahrungen keine allgemein ankerannten Kochrezepte zur Heilung, was dann? Nichts tun?
In dieser Situation befinden wir uns aktuelle, daher sind die Schlagworte Keynsianismus, Neoliberal... alle Makulatur, sofern sie ideologisch verwendet werden. Es geht darum wirksame Theraphieformen zu finden.
Die Unwissenheit des Publikums spiegelt die Unfähigkeit unserer Politik ungefähr Eins zu Eins wieder (oder umgekehrt).
Offenbar ist in deutschen Landen Hopfen und Malz verloren und wir sind dazu verdammt, ins schwarze Loch der Depressionswirtschaft zu stürzen.
Das ist jetzt die Zeit, um deutschen Nationalstolz hochzuhalten und so einem dahergelaufenen Nobelpreisträger die Kante zu geben!
Auch wenn unsere Enkel noch dafür zahlen müssen - das war die Sache wert!
Dass Sparen, Haushaltskonsolidierung, die Vermeidung von Schulden ein geeignetes Rezept seien, glaubte schon ein gewisser Reichskanzler Brüning.
In dessen Spuren sind wir heute offensichtlich wieder einmal unterwegs - steil abwärts.
Die deutsche Industrieproduktion stürzt bereits heute mit einer Jahresrate von 34% ins Minus und es wird immer noch ernsthaft die Devise ausgegeben "abwarten und Tee trinken.."
Man fliegt aus der Kurve und bittet die Passagiere, nun doch die Aussicht zu genießen!
Durch das Desaster der völlig unverhältnismässigen Bankenrettung sind wir nun bereits deutlich angezählt.
Nun also der nächste Schlag: nachdem das Wohlergehen der spielsüchtigen Freunde Merkels und Steinbrücks sichergestellt wurde, mag man kein Geld mehr (oder viel zu wenig) ausgeben für das Wohlergehens der normal erwerbstätigen Bevölkerung, die Sicherung ihrer Arbeitsplätze. Das könnte ja fehlen, wenn die Postbank des Herrn Ackermann gerettet werden müsste.
Eine teure Milchmädchenrechnung wird das, die wir demnächst auszubaden haben, wenn eine 7-stellige Zahl von Neu-Arbeitslosen staatlich alimentiert werden muss und multimilliardenschweren Steuerausfälle den Bundeshaushalt beuteln - weil sich unsere Bundesregierung auf ihre neoliberalen Grundsätze stützt und das Publikum Sparsamkeit in Krisenzeiten mit Solidität verwechselt und dem Unheil damit Tür und Tor öffnet.
Aber man wollte es ja besser wissen, als der Nobelpreisträger.
JA
Teleobjektiv hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Eine hervorragende Analyse!
In diesem Zusammenhang beleuchte ich noch mal näher, das was hinter dem letzten Satz des Kommentars von Teleobjektiv I steht:
Vor diesem Hintergrund ist das eigenbrötlerische Nichstun der Bundesregierung fahrlässig.
Schauen wir uns die Akteure doch mal genauer an:
Die Kanzlerin will abwarten. Der Wunsch eines Teils der Partei und der CSU nach Steuersenkungen wird von ihr zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt. Auf dem Parteitag wird beschlossen, dies nach einer möglichen Wirderwahl 2009 in Angriff zu nehmen. Irgendwie hat man auch den Eindrück, dass sie ihrem Finanzminister als Einzigem so richtig in dieser Sache vetraut. Kurzum, eine verquere Vermischung von Wahlkampfüberlegungen, falschen Beratern und vielleicht auch Hilflosigkeit?
Der Wirtschaftsminister fordert schon länger Steuersenklungen für die unteren bis mittleren Einkommengruppen. Im Prinzip eine richtige Richtung, nur wirkt er irgendwie isoliert - nicht richtig erst genommen von den anderen Atkeuren.
Der Finanzminister ist ein Phänomen. Er verkündet lautstark, dass im Übrigen schon seit längerem, dass Steuersenkunge falsch sein. Der dume Bürger würde das Geld schließlich sparen und es würde sich kein Konjunktureffekt ergeben.
Einschub: Die Absetzbarkeit der Beiträge zu Krankenversicherung muss eh ab 2010 durchgesetzt werden, hier gäbe es eine gutes Potential für die Senkung der Steuer- un Abgabenlast. Es würde sich nur um eine Einmaleffkt handeln, zöge man diese Absatzbarkeit vor. Hiervon hört man allerdings nichts mehr. Der Eindruck liegt nahe, dass man sich in der Kollation nicht einigen kann, da die ideologischen Gräben zu tief sind.
Klar ist, dass man die aktuelle Situation nur durch eine Stärkung der Nachfrageseite Abmilder kann. Hier hilft es überhaupt nichts, dogmatisch an die Sache hernazugehen. Ich habe keine Ahnung welches Selbstbild der Finanzminister hat, seine Aktivitäten der letzten Wochen führen aber zu allem möglichen nur nícht zur einer Stärkung des Konsums in Deutschland. Ich verstehe auch nicht, wie einige dieses Verhalten noch loben, obwohl sie indirekt als dumme Konsumenten bezeichent werden.
Insgesamt erscheint das ganze als ein diffuser Brei, garniert mit den Zutaten, Hilflosigkeit, Wahlkampftaktik, Ideologie und wie Krugmann es nennt villeich auch Dummheit.
Deutschland steckt in einer zwiespältigen Situation.
Ich finde Ihre Argumentation stichhaltig im Hinblick auf die drohende Nachfrageschwäche.
Das Problem sehe ich allerdings darin, dass bei Konjunkturprogrammen, wie sie aktuell und massiv gefordert werden, es nicht unbedingt besser wird.
Wichtig dabei wäre, dass die breite Bevölkerung an Kaufkraft und Einkommen gewinnt und zwar durch nicht öffentliche Beschäftigung.
Denn das Problem ist entstanden durch die einseitige Geldschöpfung auf der Vermögensseite außerhalb der Kontrolle der Zentralbanken. Die Politik der Zentralbanken der Geldwertstabilität hat zur Umverteilung der Finanzmittel von unten nach oben geführt. Das Motiv liegt z.T. im Hohen Staatsanteil.
Definitiv kann nur durch wiederherstellen des Gleichgewichtes, dem Abbau der Vermögen zu Gunsten steigender Kaufkraft, auf Dauer begegnet werden.
Ansonsten sanieren sich lediglich die oberen Zehntausend auf Kosten der breiten Bevölkerung bzw. werden mehr Kostgänger geschaffen, die auf Dauer das Problem nicht lösen.
Ein wichtiger Bestandteil wäre der Abbau des Staatsanteils, welcher letztlich ein wichtiger Antrieb für die Geldschöpfung im Finanzsektor als Ausgleich für die Gewinnabschöpfung des Staates darstellte und immer noch darstellt.
Berthold Grabe
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren