Ausblick Niemand kann sich der Krise entziehen
Der Abschwung trifft die ganze Welt. Besonders arme Länder haben kaum Chancen, die Folgen abzumildern. Große Gewinner der Krise sind ausgerechnet Westeuropa. Japan - und die USA

© Mario Tama/Getty Images
Die gegenwärtige Krise ging von den USA aus. Das Land hat bessere Chancen als andere, sie zu meistern (im Bild: New Yorker Sonnenuntergang)
Das kommende Jahr wird ein Krisenjahr. In einer weltweit vernetzten Ökonomie ist der Abschwung schon jetzt in allen Regionen und Wirtschaftsbereichen zu spüren. Die Arbeitslosigkeit steigt rund um den Globus, Fabriken schließen, und Regierungen vieler Länder versuchen, ihre Volkswirtschaft mit Staatsgeld zu stabilisieren.
Kurzfristig werden alle verlieren: Die Kaufkraft der Verbraucher wird sinken und mit ihr die weltweite Nachfrage. Das belastet die Unternehmen; viele werden ihre Selbstständigkeit aufgeben müssen. Vielleicht können einige Profit aus dem Konsolidierungsprozess schlagen und Marktanteile gewinnen. Discounter wie Aldi, Lidl oder Wal-Mart beispielsweise oder Industrieunternehmen, die sich rechtzeitig auf neue Konsumgewohnheiten eingestellt haben, wie Toyota und die Volkswagen-Gruppe im Automobilbau oder E.on und BP im Energiesektor. Doch auch die wirtschaftliche Lage der vermeintlichen Gewinner ist schlecht. Niemand kann sich der Krise entziehen.
Für die Zeit nach 2010 zeichnet sich jedoch ein etwas anderes Bild ab. Zwar sind die Schlagzeilen seit Monaten geprägt von Schreckensbotschaften zur ökonomischen Zukunft der westlichen Industriestaaten, allen voran die USA, Japan und die führenden westeuropäischen Wirtschaftsnationen. Gerade diese Länder haben jedoch die besten Möglichkeiten, die Finanzkrise zu überwinden.
Es ist nicht ohne Ironie, dass ausgerechnet die Vereinigten Staaten – Ausgangspunkt der Kredit- und Bankenkrise und gebeutelt von schweren wirtschaftlichen Turbulenzen – zu den mittelfristigen wirtschaftlichen Gewinnern zählen werden. Getragen von enormen staatlichen Finanzhilfen, Konjunktur- und Infrastrukturprogrammen, wird das Land seine Schwierigkeiten schneller meistern als viele Entwicklungs- und Schwellenländer, denen die Darlehen und Strukturanpassungsprogramme von Weltbank und Internationalem Währungsfonds häufig ähnliche Staatshilfen für die Wirtschaft verbieten.
Für die USA spricht außerdem die schiere Größe ihres Marktes. Kalifornien alleine wäre als unabhängiger Staat unter den zehn stärksten Wirtschaftsnationen der Welt. Hinzu kommt die militärische und politische Führungsrolle des Landes. Beides macht einen wirtschaftlichen Absturz unwahrscheinlich, der dramatischer ist und länger anhält als der Abschwung anderer Nationen.
Einige Europäische Länder - nicht zuletzt Deutschland - werden ebenfalls relativ glimpflich davonkommen. Sie profitieren von einem etablierten Wohlfahrtssystem, das Verfechter einer deregulierten Marktwirtschaft in der Vergangenheit oft als untragbar kritisiert haben. Wie die USA haben auch sie die Kraft, ihre Wirtschaft mit staatlichen Geldern zu stützen und die größten sozialen Härten abzufangen.
- Datum 12.03.2009 - 15:26 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 12.3.2009 - 16:26 Uhr
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Dieser Artikel liest sich wie eine Hochglanzbrochuere fuer die westliche Welt. Daran ist nichts falsches, bloss sollte er dann auch als Werbung gekennzeichnet sein.
Hier werden zwei Grundannahmen postuliert, die der Verfasser doch besser herausarbeiten haette koennen. 1. Es ist eine ganz normale Krise, die nur ein bisschen schlimmer als andere ist. 2. Die Welt bleibt so, wie sie ist.
Der Meinung bin ich ganz und gar nicht. Diese Krise ist eine Systemkrise, die, wie es scheint, auch zu einer Waehrungskrise wird (s. den gerade einsetzenden Verfall des Dollars). Wer glaubt, dass die USA ungestraft zwei Billionen (deutsch) neue Schulden naechstes Jahr aufnehmen koennen hat den Ernst der Lage noch nicht begriffen. Die Glaeubiger, allen voran China spielen da nicht mehr mit. Dann heisst es "good-bye" fuer den Dollar als Leitwaehrung.
Das bedeutet Blut, Schweiss und Traenen fuer die USA. Gleichzeitig aber auch kennzeichnet es den Abschied von der hegemonialen Vormachtstellung, denn ohne wirtschaftliche Grundlage brechen die politische und die militaerische Vormachtstellung der USA ganz schnell weg.
Europa wird auch in einem zu rosigen Licht gesehen, denn es ist noch nicht ausgemacht, ob es den Euro, aufgrund der der starken wirtschaftlichen Differenzen zwischen den nordischen und den suedlichen Staaten, nicht zerreisst. Warten wir mal ab.
Die neue Stellung von Schwellenlaendern, wie den BRIC Staaten ist zu negativ dargestellt. Alleien China hat beinahe 1,7 Bio. Dollar an Guthaben. Damit koennen die ohne weiteres den USA den Garaus machen. Auch haben die schon ueber eine halbe Bio. an Infrastrukturmassnahmen zugesagt (die haben's wirklich). Auch Russland hat noch einiges an Guthaben und hat es deshalb geschafft, dass bisher der grosse Ausverkauf an strategischen Guetern an den Westen nicht stattgefunden hat.
So koennte man weiter machen, aber eines ist klar: Das, was dieser Artikel herbeischreibt liest sich eher wie eine Wunschvorstellung, denn plausible Realitaet.
Die sogennanten Reserven der Chinesen stecken meistens in US-Dollar und gerade diese waren auch von dem Zusammenbruch und Werteverlust stark betroffen. genaue Angaben wo das Geld der Chinesen denn steckt sind bis heute nicht publik gemacht worden. Die USA, Europa und Japan sind alles demokratisch gefuehrte Laender die eine wesentlich besseren Umgang mit ihren Mitmenschen haben als allen voran China. Unruhen sind die groesste Gefahr fuer die Schwellenlaender, die zu einer lang anhaltenden Wirtschaftskrise fuehren koennen. Was Deutschland betrifft sehe ich da eher eine weiter schleichende Rezession wegen der Unbeweglichkeit der Politik. Jedoch zukunftsweisende Richtungen vor einer Krise sind schwer zu treffen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch dass die USA Ende 2009 schon aus der Krise sein werden.
Ich finde nun übertreiben Sie. Zugegebenermaßen ist dieser Artikel durchaus als Liebeserklärung an die westliche Welt (was auch immer das sein mag) zu lesen, doch ihr bereits den Coup de Gras geben zu wollen, das halte ich doch für verfrüht.
Ja, wir haben eine Systemkrise, dem stimme ich zu. Und ja, ich glaube auch, dass die USA in Zukunft nicht mehr vollständig alleine Tonangebgend sein werden. Aber China deswegen zur Supermacht zu verklären, das ist unrealistisch.
Das Land hat zwar enorme finanzielle Reserven - die haben sie aber auch bitter nötig. Es ist nicht etwa so, dass man, wie in den USA oder in Europa, sich bequem ins AUto setzt und einmal durch den Kontinente fahren kann, ohne anhalten zu müssen, wenn man es nicht will - dort gibt es teilweise noch völlig unerschlossene Gebiete. Große Teile der Bevölkerung haben nichts, aber auch gar nichts vom wirtschaftlichen Aufschwang abbekommen, ja nahezu der ganze Westen des Landes weiss noch nicht einmal davon, weil er noch halb im feudalistischen System der chinesischen Kaiser steckt.
Den Untergang der amerikanischen Zivilisation und der europäischen Kultur vorauszusagen, das geht mir dann doch zu weit - zumal wir ja nun durchaus auch noch das eine oder andere Wörtchen mitzureden haben.
Nichtsdestotrotz stimme ich Ihnen, im Bezug auf das Ausmaß der Krise zu. Im Grunde genommen hat die gesammte Elite - Politiker, Wirtschaftsfachleute, Wissenschaftler, sprich alle Verantwortlichen - komplett versagt. Nicht nur was die Wirtschaft angeht, sondern auch das Klima, die Vorsorge für künftige Generationen, soziale System, etc, etc, weil jahrelang nur noch an steigenden Renditen und an sich selbst gedacht wurde. So etwas nennt man Dekadenz - das hat schon den Römern, dem britischen Empire und der Sowjet Union nicht gut getan. Würde mich wundern, wenn uns das anders erginge.
Das heißt aber nicht, dass wir jetz den Kopf in den Sand stecken und den Untergang abwarten sollten, sondern dass wir jetzt das Ruder rumreissen - wenn schon nicht um unser Willen, dann wenigstens für unsere Kinder und Enkel!
Also ich sehe da niemanden, der das derzeitige Weltfinanz- oder gar Welthandelsssystem in Frage stellen will. Wenn hier jahrelang undurchsichtige Finanzderivate "under the counter" gehandelt wurden, und das auch noch in diesem Ausmass, so ist das ja wohl eher eine Bankrotterklärung der Kontrolleure.
Die Transaktionen von KfW und Landesbanken lagen ja stets ordnungsgemäss auf dem Tisch. Da liegt die Vermutung nahe, dass beide Augen zugedrückt wurden, solange man das Geld zum Stopfen von Haushaltslöchern gut brauchen konnte. Schon erstaunlich, dass bisher niemand wissen wollte wo das Geld von den 10+% Zinsen, das über die Jahre kassiert wurde geblieben ist.
Vor wenigen Tagen hat die FED den "household net value" noch mit 57 Billionen USD angegeben. Da sind die Schulden der Privathaushalt schon abgezogen. Das reicht allemal als Garantie für die 10 Billionen Staatsschulden. Vielleicht wird man hier und da etwas Tafelsilber an die Gläubiger abgeben müssen (z.B. wenn die Chinesen mal wieder einen US-Hafen kaufen wollen) aber bis zur Einführung von Zwangsanleihen und Zwangshypotheken ist noch etwas Zeit.
Um nachzuschauen wie sowas geht empfehle ich deutsche Geschichtsbücher.
Wie dumm müssten die Chinesen sein, den USA den Garaus zu machen? Das würde bedeuten, Verluste zu realisieren. Es ist recht simpel. Mitgehangen, mitgefangen (oder umgekehrt). Die Chinesen haben gar keine andere Wahl, als im Dollar zu bleiben.
Dieser Artikel - wie viele weitere - ist die Ausformulierung bloser Wunschvorstellungen.
Auch wenn ich mir die Kommentare und Reaktione anschau, kann ich nur mein Kopf schütteln. Die Systemkrise wird geleugnet und das Ausmas des Problems wird klein geredet. Das ist auch die ERklärung, wieso sich die aktuelle Entwicklung so lange hinzieht und erst, peu a peu, Realität werden wird. Hinterher behauptet dann wieder jeder - der Staat war Schuld und man sein kompett von den Entwicklungen überrascht worden....
Zum Mitschreiben: Die USA sind pleite. Bilanzielle Überschuldung nennt man das. Das System funktioniert noch, weil zu viele Akteure an das System glauben (müssen). Doch wie lange die einzelnen Länder noch mitspielen können und wollen, dass steht doch vollkommen in den Sternen. Wer finanziert den USA das Defizit, dass gerade aufgebaut wird und das riesige Konjunkturpakte Obamas?
China braucht das Geld selbst für sein Konjunkturpaket und ich weis nicht wieviel gutes Geld die Scheichs noch dem schlechten hinterherwerfen wollen. Auch haben soviele Europäer sich die Hände in den USA verbrannt, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass man für 2,7% für 10-jährige US Staatsanleihen bereit ist, sein Geld in einer fremden Währung anzulegen.
Sobald das System einmal ins Rutschen gerät, wird es Panik hageln.
Aber wie will die USA ihre Stellung und ihre Militäreinsätze finanzieren, mit einem Dollar im Sturzflug? Da müssen die Jungs ihre Wirtschaft und Ihre Lebensgewohnheiten aber ganz schön umstellen. Das betrifft nicht nur den "kleinen" Bürger - sondern vor allem die Mittelschicht und die High Society. Ob es nicht auch in den USA kräftig kracht - auch das ist möglich. 3% der männlichen Bevölkerung lebt im Gefängnis......
Die USA sind schon lange nicht mehr der Ort der Freiheit und Demokratie. Das "System" Wallstreet und damit das System der US Wirtschaft baut auf Ausbeutung der Schwachen, Egoismus, Lügen und Betrug auf. Dieses System fällt gerade in sich zusammen.
Aber Sie werden wahrscheinlich diese Einschätzung nicht teilen - schauen wir mal was die Zukunft mit sich bringt. Nur sagen sie dieses mal bitte nicht - ich habe nichts gewusst, bin vollkommen überrascht.......
Ohne die westlichen Märkte stünde China ganz schnell vor sehr grossen Problemen.
Zum einen sagen Sie ganz richtig dass es "eine westliche Welt" als Block nicht gibt. Es gibt hier Gewinner und Verlierer, wie halt immer im reelen Leben.
Das im Artikel genannte München und Südbayern drumherum sind in der Bundesrepublik freilich einige der wenigen Gewinner. Auch das in Norddeutschland als mondän geltende Hamburg liegt bei Wirtschaftskraft deutlich hinter der bayrischen Landeshauptstadt, aber auch die als geschäftig geltenden Württemberger sind abgeschlagen (einzig Frankfurt reicht was Einkommen angeht an München heran, allerdings darf man davon ausgehen dass dies nicht so bleiben wird, schließlich ist Frankfurt kein diversifizierter sondern ein Finanzstandort - ein problem bei einer Finanzkrise).
So ist es auch in der restlichen Welt. In den USA gibt es Regionen die auch jetzt kaum oder sogar gar keinen Rückgang von Häuserpreisen sehen, wo die Arbeitslosigkeit nicht steigt. Noch nicht zumindest. Auf jedenfall ist klar dass diese Regionen, und München, und viele andere Leuchtturmregionen glimpflich davon kommen werden und nach der Krise mangels Konkurrenten sogar noch stärker da stehen werden. Jede Krise ordnet schließlich die Verhältnisse auch neu.
Wir werden in einer Welt leben die noch viel mehr von Metropolregionen geprägt sein wird, und noch weniger von Nationalstaaten als "Oberbegriff".
Freilich gibt es in dieser Situation eine erstaunliche Menge an Leuten die aus irgend einem persönlichen "Apokalypse-Fetisch" das gänzliche Scheitern des "Westens" oder gar des "Kapitalismus an sich" erhoffen. Dazu kann ich nichts sagen, ich bin kein Psychologe..
Die sogennanten Reserven der Chinesen stecken meistens in US-Dollar und gerade diese waren auch von dem Zusammenbruch und Werteverlust stark betroffen. genaue Angaben wo das Geld der Chinesen denn steckt sind bis heute nicht publik gemacht worden. Die USA, Europa und Japan sind alles demokratisch gefuehrte Laender die eine wesentlich besseren Umgang mit ihren Mitmenschen haben als allen voran China. Unruhen sind die groesste Gefahr fuer die Schwellenlaender, die zu einer lang anhaltenden Wirtschaftskrise fuehren koennen. Was Deutschland betrifft sehe ich da eher eine weiter schleichende Rezession wegen der Unbeweglichkeit der Politik. Jedoch zukunftsweisende Richtungen vor einer Krise sind schwer zu treffen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch dass die USA Ende 2009 schon aus der Krise sein werden.
Ich finde nun übertreiben Sie. Zugegebenermaßen ist dieser Artikel durchaus als Liebeserklärung an die westliche Welt (was auch immer das sein mag) zu lesen, doch ihr bereits den Coup de Gras geben zu wollen, das halte ich doch für verfrüht.
Ja, wir haben eine Systemkrise, dem stimme ich zu. Und ja, ich glaube auch, dass die USA in Zukunft nicht mehr vollständig alleine Tonangebgend sein werden. Aber China deswegen zur Supermacht zu verklären, das ist unrealistisch.
Das Land hat zwar enorme finanzielle Reserven - die haben sie aber auch bitter nötig. Es ist nicht etwa so, dass man, wie in den USA oder in Europa, sich bequem ins AUto setzt und einmal durch den Kontinente fahren kann, ohne anhalten zu müssen, wenn man es nicht will - dort gibt es teilweise noch völlig unerschlossene Gebiete. Große Teile der Bevölkerung haben nichts, aber auch gar nichts vom wirtschaftlichen Aufschwang abbekommen, ja nahezu der ganze Westen des Landes weiss noch nicht einmal davon, weil er noch halb im feudalistischen System der chinesischen Kaiser steckt.
Den Untergang der amerikanischen Zivilisation und der europäischen Kultur vorauszusagen, das geht mir dann doch zu weit - zumal wir ja nun durchaus auch noch das eine oder andere Wörtchen mitzureden haben.
Nichtsdestotrotz stimme ich Ihnen, im Bezug auf das Ausmaß der Krise zu. Im Grunde genommen hat die gesammte Elite - Politiker, Wirtschaftsfachleute, Wissenschaftler, sprich alle Verantwortlichen - komplett versagt. Nicht nur was die Wirtschaft angeht, sondern auch das Klima, die Vorsorge für künftige Generationen, soziale System, etc, etc, weil jahrelang nur noch an steigenden Renditen und an sich selbst gedacht wurde. So etwas nennt man Dekadenz - das hat schon den Römern, dem britischen Empire und der Sowjet Union nicht gut getan. Würde mich wundern, wenn uns das anders erginge.
Das heißt aber nicht, dass wir jetz den Kopf in den Sand stecken und den Untergang abwarten sollten, sondern dass wir jetzt das Ruder rumreissen - wenn schon nicht um unser Willen, dann wenigstens für unsere Kinder und Enkel!
Also ich sehe da niemanden, der das derzeitige Weltfinanz- oder gar Welthandelsssystem in Frage stellen will. Wenn hier jahrelang undurchsichtige Finanzderivate "under the counter" gehandelt wurden, und das auch noch in diesem Ausmass, so ist das ja wohl eher eine Bankrotterklärung der Kontrolleure.
Die Transaktionen von KfW und Landesbanken lagen ja stets ordnungsgemäss auf dem Tisch. Da liegt die Vermutung nahe, dass beide Augen zugedrückt wurden, solange man das Geld zum Stopfen von Haushaltslöchern gut brauchen konnte. Schon erstaunlich, dass bisher niemand wissen wollte wo das Geld von den 10+% Zinsen, das über die Jahre kassiert wurde geblieben ist.
Vor wenigen Tagen hat die FED den "household net value" noch mit 57 Billionen USD angegeben. Da sind die Schulden der Privathaushalt schon abgezogen. Das reicht allemal als Garantie für die 10 Billionen Staatsschulden. Vielleicht wird man hier und da etwas Tafelsilber an die Gläubiger abgeben müssen (z.B. wenn die Chinesen mal wieder einen US-Hafen kaufen wollen) aber bis zur Einführung von Zwangsanleihen und Zwangshypotheken ist noch etwas Zeit.
Um nachzuschauen wie sowas geht empfehle ich deutsche Geschichtsbücher.
Wie dumm müssten die Chinesen sein, den USA den Garaus zu machen? Das würde bedeuten, Verluste zu realisieren. Es ist recht simpel. Mitgehangen, mitgefangen (oder umgekehrt). Die Chinesen haben gar keine andere Wahl, als im Dollar zu bleiben.
Dieser Artikel - wie viele weitere - ist die Ausformulierung bloser Wunschvorstellungen.
Auch wenn ich mir die Kommentare und Reaktione anschau, kann ich nur mein Kopf schütteln. Die Systemkrise wird geleugnet und das Ausmas des Problems wird klein geredet. Das ist auch die ERklärung, wieso sich die aktuelle Entwicklung so lange hinzieht und erst, peu a peu, Realität werden wird. Hinterher behauptet dann wieder jeder - der Staat war Schuld und man sein kompett von den Entwicklungen überrascht worden....
Zum Mitschreiben: Die USA sind pleite. Bilanzielle Überschuldung nennt man das. Das System funktioniert noch, weil zu viele Akteure an das System glauben (müssen). Doch wie lange die einzelnen Länder noch mitspielen können und wollen, dass steht doch vollkommen in den Sternen. Wer finanziert den USA das Defizit, dass gerade aufgebaut wird und das riesige Konjunkturpakte Obamas?
China braucht das Geld selbst für sein Konjunkturpaket und ich weis nicht wieviel gutes Geld die Scheichs noch dem schlechten hinterherwerfen wollen. Auch haben soviele Europäer sich die Hände in den USA verbrannt, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass man für 2,7% für 10-jährige US Staatsanleihen bereit ist, sein Geld in einer fremden Währung anzulegen.
Sobald das System einmal ins Rutschen gerät, wird es Panik hageln.
Aber wie will die USA ihre Stellung und ihre Militäreinsätze finanzieren, mit einem Dollar im Sturzflug? Da müssen die Jungs ihre Wirtschaft und Ihre Lebensgewohnheiten aber ganz schön umstellen. Das betrifft nicht nur den "kleinen" Bürger - sondern vor allem die Mittelschicht und die High Society. Ob es nicht auch in den USA kräftig kracht - auch das ist möglich. 3% der männlichen Bevölkerung lebt im Gefängnis......
Die USA sind schon lange nicht mehr der Ort der Freiheit und Demokratie. Das "System" Wallstreet und damit das System der US Wirtschaft baut auf Ausbeutung der Schwachen, Egoismus, Lügen und Betrug auf. Dieses System fällt gerade in sich zusammen.
Aber Sie werden wahrscheinlich diese Einschätzung nicht teilen - schauen wir mal was die Zukunft mit sich bringt. Nur sagen sie dieses mal bitte nicht - ich habe nichts gewusst, bin vollkommen überrascht.......
Ohne die westlichen Märkte stünde China ganz schnell vor sehr grossen Problemen.
Zum einen sagen Sie ganz richtig dass es "eine westliche Welt" als Block nicht gibt. Es gibt hier Gewinner und Verlierer, wie halt immer im reelen Leben.
Das im Artikel genannte München und Südbayern drumherum sind in der Bundesrepublik freilich einige der wenigen Gewinner. Auch das in Norddeutschland als mondän geltende Hamburg liegt bei Wirtschaftskraft deutlich hinter der bayrischen Landeshauptstadt, aber auch die als geschäftig geltenden Württemberger sind abgeschlagen (einzig Frankfurt reicht was Einkommen angeht an München heran, allerdings darf man davon ausgehen dass dies nicht so bleiben wird, schließlich ist Frankfurt kein diversifizierter sondern ein Finanzstandort - ein problem bei einer Finanzkrise).
So ist es auch in der restlichen Welt. In den USA gibt es Regionen die auch jetzt kaum oder sogar gar keinen Rückgang von Häuserpreisen sehen, wo die Arbeitslosigkeit nicht steigt. Noch nicht zumindest. Auf jedenfall ist klar dass diese Regionen, und München, und viele andere Leuchtturmregionen glimpflich davon kommen werden und nach der Krise mangels Konkurrenten sogar noch stärker da stehen werden. Jede Krise ordnet schließlich die Verhältnisse auch neu.
Wir werden in einer Welt leben die noch viel mehr von Metropolregionen geprägt sein wird, und noch weniger von Nationalstaaten als "Oberbegriff".
Freilich gibt es in dieser Situation eine erstaunliche Menge an Leuten die aus irgend einem persönlichen "Apokalypse-Fetisch" das gänzliche Scheitern des "Westens" oder gar des "Kapitalismus an sich" erhoffen. Dazu kann ich nichts sagen, ich bin kein Psychologe..
Die sogennanten Reserven der Chinesen stecken meistens in US-Dollar und gerade diese waren auch von dem Zusammenbruch und Werteverlust stark betroffen. genaue Angaben wo das Geld der Chinesen denn steckt sind bis heute nicht publik gemacht worden. Die USA, Europa und Japan sind alles demokratisch gefuehrte Laender die eine wesentlich besseren Umgang mit ihren Mitmenschen haben als allen voran China. Unruhen sind die groesste Gefahr fuer die Schwellenlaender, die zu einer lang anhaltenden Wirtschaftskrise fuehren koennen. Was Deutschland betrifft sehe ich da eher eine weiter schleichende Rezession wegen der Unbeweglichkeit der Politik. Jedoch zukunftsweisende Richtungen vor einer Krise sind schwer zu treffen, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch dass die USA Ende 2009 schon aus der Krise sein werden.
Ich finde nun übertreiben Sie. Zugegebenermaßen ist dieser Artikel durchaus als Liebeserklärung an die westliche Welt (was auch immer das sein mag) zu lesen, doch ihr bereits den Coup de Gras geben zu wollen, das halte ich doch für verfrüht.
Ja, wir haben eine Systemkrise, dem stimme ich zu. Und ja, ich glaube auch, dass die USA in Zukunft nicht mehr vollständig alleine Tonangebgend sein werden. Aber China deswegen zur Supermacht zu verklären, das ist unrealistisch.
Das Land hat zwar enorme finanzielle Reserven - die haben sie aber auch bitter nötig. Es ist nicht etwa so, dass man, wie in den USA oder in Europa, sich bequem ins AUto setzt und einmal durch den Kontinente fahren kann, ohne anhalten zu müssen, wenn man es nicht will - dort gibt es teilweise noch völlig unerschlossene Gebiete. Große Teile der Bevölkerung haben nichts, aber auch gar nichts vom wirtschaftlichen Aufschwang abbekommen, ja nahezu der ganze Westen des Landes weiss noch nicht einmal davon, weil er noch halb im feudalistischen System der chinesischen Kaiser steckt.
Den Untergang der amerikanischen Zivilisation und der europäischen Kultur vorauszusagen, das geht mir dann doch zu weit - zumal wir ja nun durchaus auch noch das eine oder andere Wörtchen mitzureden haben.
Nichtsdestotrotz stimme ich Ihnen, im Bezug auf das Ausmaß der Krise zu. Im Grunde genommen hat die gesammte Elite - Politiker, Wirtschaftsfachleute, Wissenschaftler, sprich alle Verantwortlichen - komplett versagt. Nicht nur was die Wirtschaft angeht, sondern auch das Klima, die Vorsorge für künftige Generationen, soziale System, etc, etc, weil jahrelang nur noch an steigenden Renditen und an sich selbst gedacht wurde. So etwas nennt man Dekadenz - das hat schon den Römern, dem britischen Empire und der Sowjet Union nicht gut getan. Würde mich wundern, wenn uns das anders erginge.
Das heißt aber nicht, dass wir jetz den Kopf in den Sand stecken und den Untergang abwarten sollten, sondern dass wir jetzt das Ruder rumreissen - wenn schon nicht um unser Willen, dann wenigstens für unsere Kinder und Enkel!
"Wie die USA haben auch sie die Kraft, ihre Wirtschaft mit staatlichen Geldern zu stützen und die größten sozialen Härten abzufangen."
Wie denn, bei einem jährlichen Leistungsbilanzdefizit von ca. 700Milliarden Dollar? Hätten die Ausländer in den letzten 10Jahren den USA nicht alle Ersparnisse aufgedrängt und dort verloren, hätte die USA anstatt 2,5Billionen (deutsch) ca. 10Billionen netto Auslandsschulden und wäre Pleite. Ich arbeite gegen solche Artikel, da sie nur dazu führen, dieses Spiel weiter fort zusetzten. Mir reicht völlig, dass Deutschland auf der Grundlage solcher Fehleinschätzungen in 2007 227Milliarden am internationalen Finanzmarkt verloren hat. Die Leistungsbilanzdefizit Länder USA, UK, Griechenland, Italien, Spanien, Frankreich, müssen genau so wie wir nach der Wiedervereinigung, ihre Wettbewerbsfähigkeit in Ordnung bringen, während Japan, China (anders als Indien) und Deutschland Spielräume haben die Binnennachfrage anzukurbeln.
a) Ich habe 3 Länder A, B, C
A,B,C haben ein Bilanzüberschuss - geht das?
Nein.
b) Ein neues Land A entsteht. Es braucht eine Währung "Slotz"-
Dei Notenbank erzeugt die ersten 100 Slotz und gibt sie für 5% Zins an eine Bank.
Wieviele Slotz braucht absolut um die 100 pluts Zins in einem Jahr zurück zubezahlen? Und woher kommt dieses Geld?
c) Wohin gingen die besten, intelligentesten, jungen Absolventen der Top-Unis dieser Welt? Lehman Brothers und Goldman Sachs.
Lagen sie alle falsch? Haben sie alle das System nicht verstanden?
d) Wenn ich für 100 Euro an die Notenbank 0% Zins bezahle, warum sollte ich sie dann weiter verleihen?
Die Probleme liegen tiefer. Das Nachfrage-Wachstum in vielen Branchen und vielen Märkten ist nicht mehr schnell genug - Deutschland, Schweiz und Co. wachsen primär in den Exporten.
Will eine Bank nun ihre internen Margen erreichen und intelligente Menschen reich werden, sind sie fast gezwungen zu spekulieren. Dies, das Wissen sie besser als ich, hat dazu geführt, dass mehr als 96% des Kapitals dieser Welt dafür eingesetzt wird - doch es ist ein Nullsummenspiel und generiert "keine" Wertschöpfung.
Deshalb dominiert das Exposure in Derivate, Swaps und Co. die reale Börse, Kreditvergabe etc.. Die Börse wurde unter bestimmten Annahmen erfunden, viele dieser Annahmen werden heute direkt verletzt.
Sind wir ehrlich:
Wenn ich Rolltreppen herstelle nur für Deutschland, dann kenne ich zu 99.99% die Marktgrösse in 5 Jahren. Ich werde konstant mit ca. 5% wachsen. Meine Marge wird gleichbleiben, da ich die Kosten-Ersparnisse dem Kunden durch Preissenkung weitergebe.
200 Leute arbeiten bei mir. Das Unternehmen ist solide.
Lohnt es sich für eine Bank mit einem Rendite-Ziel von 15% bei mir zu investieren? Die Antwort ist nein. Nur wenn ich:
a) Ins Ausland gehe -> Neue Absatzmärkte
b) Merge
c) Verkauf
Somit sind wir beim Kern der Problems. Die "Wertschöpfung" für Banken kann nicht mehr normal durch solides Wachstum generiert werden. Nur noch durch "künstliche" Wertschöpfung wie Fusionen, Export und Verkauf.
a) Ich habe 3 Länder A, B, C
A,B,C haben ein Bilanzüberschuss - geht das?
Nein.
b) Ein neues Land A entsteht. Es braucht eine Währung "Slotz"-
Dei Notenbank erzeugt die ersten 100 Slotz und gibt sie für 5% Zins an eine Bank.
Wieviele Slotz braucht absolut um die 100 pluts Zins in einem Jahr zurück zubezahlen? Und woher kommt dieses Geld?
c) Wohin gingen die besten, intelligentesten, jungen Absolventen der Top-Unis dieser Welt? Lehman Brothers und Goldman Sachs.
Lagen sie alle falsch? Haben sie alle das System nicht verstanden?
d) Wenn ich für 100 Euro an die Notenbank 0% Zins bezahle, warum sollte ich sie dann weiter verleihen?
Die Probleme liegen tiefer. Das Nachfrage-Wachstum in vielen Branchen und vielen Märkten ist nicht mehr schnell genug - Deutschland, Schweiz und Co. wachsen primär in den Exporten.
Will eine Bank nun ihre internen Margen erreichen und intelligente Menschen reich werden, sind sie fast gezwungen zu spekulieren. Dies, das Wissen sie besser als ich, hat dazu geführt, dass mehr als 96% des Kapitals dieser Welt dafür eingesetzt wird - doch es ist ein Nullsummenspiel und generiert "keine" Wertschöpfung.
Deshalb dominiert das Exposure in Derivate, Swaps und Co. die reale Börse, Kreditvergabe etc.. Die Börse wurde unter bestimmten Annahmen erfunden, viele dieser Annahmen werden heute direkt verletzt.
Sind wir ehrlich:
Wenn ich Rolltreppen herstelle nur für Deutschland, dann kenne ich zu 99.99% die Marktgrösse in 5 Jahren. Ich werde konstant mit ca. 5% wachsen. Meine Marge wird gleichbleiben, da ich die Kosten-Ersparnisse dem Kunden durch Preissenkung weitergebe.
200 Leute arbeiten bei mir. Das Unternehmen ist solide.
Lohnt es sich für eine Bank mit einem Rendite-Ziel von 15% bei mir zu investieren? Die Antwort ist nein. Nur wenn ich:
a) Ins Ausland gehe -> Neue Absatzmärkte
b) Merge
c) Verkauf
Somit sind wir beim Kern der Problems. Die "Wertschöpfung" für Banken kann nicht mehr normal durch solides Wachstum generiert werden. Nur noch durch "künstliche" Wertschöpfung wie Fusionen, Export und Verkauf.
Also ich sehe da niemanden, der das derzeitige Weltfinanz- oder gar Welthandelsssystem in Frage stellen will. Wenn hier jahrelang undurchsichtige Finanzderivate "under the counter" gehandelt wurden, und das auch noch in diesem Ausmass, so ist das ja wohl eher eine Bankrotterklärung der Kontrolleure.
Die Transaktionen von KfW und Landesbanken lagen ja stets ordnungsgemäss auf dem Tisch. Da liegt die Vermutung nahe, dass beide Augen zugedrückt wurden, solange man das Geld zum Stopfen von Haushaltslöchern gut brauchen konnte. Schon erstaunlich, dass bisher niemand wissen wollte wo das Geld von den 10+% Zinsen, das über die Jahre kassiert wurde geblieben ist.
Vor wenigen Tagen hat die FED den "household net value" noch mit 57 Billionen USD angegeben. Da sind die Schulden der Privathaushalt schon abgezogen. Das reicht allemal als Garantie für die 10 Billionen Staatsschulden. Vielleicht wird man hier und da etwas Tafelsilber an die Gläubiger abgeben müssen (z.B. wenn die Chinesen mal wieder einen US-Hafen kaufen wollen) aber bis zur Einführung von Zwangsanleihen und Zwangshypotheken ist noch etwas Zeit.
Um nachzuschauen wie sowas geht empfehle ich deutsche Geschichtsbücher.
...während um sie herum alle in Panik geraten, könnte das vielleicht damit zu tun haben, daß Sie die Situation nicht richtig einschätzen.
Schon mal drüber nachgedacht?
Sicher, wenn man sich nur gesteuerten Wohlfühl-Journalismus a lá ZEIT zu Gemüte führt, könnte man zu Schluß kommen, daß alles halb so wild ist, und bald alles wieder beim alten ist.
Ich empfehle mal einen Blick auf telepolis, da gibt es eine 3-teilige Serie zur Finanzkrise.
Teil 1: Das Ende des "Goldenen Zeitalters" des Kapitalismus und der Aufstieg des Neoliberalismus
Teil 2: Explosionsartige Ausweitung der Finanzmärkte in der Clinton-Ära
Teil 3: Von der Immobilienspekulation zum Zusammenbruch der globalen Defizitkonjunktur
...während um sie herum alle in Panik geraten, könnte das vielleicht damit zu tun haben, daß Sie die Situation nicht richtig einschätzen.
Schon mal drüber nachgedacht?
Sicher, wenn man sich nur gesteuerten Wohlfühl-Journalismus a lá ZEIT zu Gemüte führt, könnte man zu Schluß kommen, daß alles halb so wild ist, und bald alles wieder beim alten ist.
Ich empfehle mal einen Blick auf telepolis, da gibt es eine 3-teilige Serie zur Finanzkrise.
Teil 1: Das Ende des "Goldenen Zeitalters" des Kapitalismus und der Aufstieg des Neoliberalismus
Teil 2: Explosionsartige Ausweitung der Finanzmärkte in der Clinton-Ära
Teil 3: Von der Immobilienspekulation zum Zusammenbruch der globalen Defizitkonjunktur
Gewinner bzw. welche die durch die Krise nichts verlieren, sind wohl die Energiemonopole. Die saugen unsere Volkswirtschaft weiter fleißig aus und machen sich schamlos die Taschen voll. Ohne das Kartellamt wären die noch schamloser.
Das die Regierung denen nicht richtig auf die Finger klopft ist schon eine Kumpanei.
So kann man keine Kaufkraft stärken, wenn einige wenig den Staat aussaugen.
Wie dumm müssten die Chinesen sein, den USA den Garaus zu machen? Das würde bedeuten, Verluste zu realisieren. Es ist recht simpel. Mitgehangen, mitgefangen (oder umgekehrt). Die Chinesen haben gar keine andere Wahl, als im Dollar zu bleiben.
"Die Chinesen haben gar keine andere Wahl, als im Dollar zu bleiben."
Wenn dieses so ist, bleiben die Wirtschaftsspannungen als zukünftiges Futter für Weltwirtschaftserschütterungen erhalten. Die Krise schreit nach einer brutalen Abwertung des Dollars. Japan und China können ihre Devisenbstände von einer bzw. zwei Billionen Dollar nicht weiter aufstocken.
"Die Chinesen haben gar keine andere Wahl, als im Dollar zu bleiben."
Wenn dieses so ist, bleiben die Wirtschaftsspannungen als zukünftiges Futter für Weltwirtschaftserschütterungen erhalten. Die Krise schreit nach einer brutalen Abwertung des Dollars. Japan und China können ihre Devisenbstände von einer bzw. zwei Billionen Dollar nicht weiter aufstocken.
Der Artikel zeigt meines Erachtens ein durchaus realistisches Szenario. Seine Schwachstelle ist jedoch der rein wirtschaftliche Blickwinkel. Aufgrund der "Abkoppelung" der Wirtschaft aus den gesellschaftlichem Gesamtbild jedoch, gibt der Artikel leider keine Hinweise auf wichtige Wechselwirkungen und Auswirkungen auf den Menschen an sich. Man sollte niemals vergessen, ein "wirtschaftlicher Aufschwung" und die Verbesserung der gesellschaftlichen Gegebenheiten können mittlerweile weitgehend unabhängig voneinander stattfinden.
Berücksichtigt man diese Erkenntnis, ist der Artikel durchaus auf solider Grundlage verfaßt, wie ich mit einigen kurzen Beispielen erläutern möchte. Zum besseren Verständnis wähle ich allerdings den Blickwinkel einiger menschlicher Bedürfnisse. Im Hinterkopf sollte man hierbei auch immer die Abhängigkeit des Einzelnen vom System insgesamt behalten.
1 - China: Ein Großteil der chinesischen Bevölkerung erlebte durch den wirtschaftlichen Aufschwung eine Verschlechterung der Lebensqualität. Nicht nur wirtschaftlich gesehen kann ein Fernseher (je nach Programm) natürlich eine Steigerung der Lebensqualität darstellen. Stellt man diesem Faktum jedoch einen Verlust an Familie, Wohneigentum (auch wenn es nur eine Holzhütte ist), eine massive Ausbeutung der Arbeitskraft mit allen Folgen, ... gegenüber, erscheint der Fernseher schnell sehr armselig.
Der wirtschaftliche Aufschwung brachte China zudem einen Strukturwandel, welcher gelinde gesagt halsbrecherisch verantwortunslos war und ist. Allein folgender Gedankengang spricht hier Bände; chinesischer Bauer verliert sein Land, welches mit einer Firma bebaut wird, Bauer wird entlassen, ehemaliger Boden ist nicht mehr nutzbar, ... .
Die finanziellen Reserven Chinas spielen für den Bauern keine Rolle, sie sind zudem global eine Gefahr. Denn was soll hiervon gekauft werden. Man sollte ebenfalls nicht vergessen, fast chinesichen Produkte sind gelinde ausgedrückt Verbrauchsgüter. Natürlich kann China das Geld auch verleihen (wie aktuell und bisher gehandhabt), oder sich global einkaufen, - und dann? Kaufen die USA wie gehabt mit dem geliehenen Geld weiter in China ein, beginnen die chinesischen Tochterunternehmen in den USA selbst den Markt zurückzuerobern? Unter welchen sozialen Aspekten soll eine solche Wirtschaft funktionieren? Was passiert, sollte jemand wie bisher Gewinne erwirtschaften wollen?
Man sieht also durchaus, China ist weit von guten Chancen in der Krise entfernt.
2 - Balkan: Nun ist der Balkan groß, aber mir sind umindest einige Gegenden bekannt, welche auch mittelfristig die Auswirkungen am wenigsten zu spüren bekommen dürften. Gründe sind neben einem hohen Anteil an Subsistenzwirtschaft vor allem zumindest eine gewisse Infrastrukur (hält aber auch nicht ewig), und die bereits vorhandene Abkopplung eines großen Bevölkerungsteiles von der Weltwirtschaft. Man darf aber auch hier nicht die in weiten Teilen bereits vorhandenen mafiösen Negativstrukturen (siehe z.Bsp. Kosovo) außer Acht lassen, welche durchaus eine Verstärkung bzw. Ausbreitung (auch in unseren Gefilden) erfahren können.
3 - Naturvölker: Diese dürften kurzfristig verschont werden. Eine Verstärkung des äußerlichen Druckes auf ihre Lebensgrundlagen (soweit noch möglich) ist jedoch sehr wahrscheinlich.
4 - Sachsen: In weiten Bevölkerungsteilen Sachsens liegt bereits eine Lebensweise am Existenzrande vor. Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger (oft dasselbe und regional mit Rentnern teils die Mehrzahl) können kurzfristig sogar von der Krise aufgrund vorläufig sinkender Preise sogar profitieren. Selbst aufgrund einer Kündigung kann sich die Lebensweise Einzelner sogar verbessern. Wer auf Hartz-IV-Niveau arbeiten geht, erfährt mit einer Kündigung zumindest erst einmal eine finanzielle Verbesserung, sofern die noch vorhandenen Möglichkeiten zu Subsistenzwirschaft und Selbstbehelf genutzt werden. Wer mit oder ohne Arbeit finanziell seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann, ist je nach Selbstbild und Möglichkeiten durchaus in der Lage mit der zusätzlichen Zeit sein Leben zu verbessern. Bei zwei "Normaleinkommen" im Haushalt kann die Lage dagegen schnell existenzbedrohend werden. Auch hier sind aber bereits die mittelfristigen Folgen als negativ zu bewerten, es seien nur weitere Vertreibungen aufgrund behördlicher und gesellschaftlicher Zwänge, sowie die Infrastruktur genannt.
5 - Viktoriasee: Hier sehen wir im Fischfang eines der Paradebeispiel für regional Abhängigkeit in Entwicklungsländern von der Weltwirtschaft. Unter faktisch völliger Vernichtung der örtlichen Lebensgrundlagen wurden eine hohe Abhängigkeit von der aktuellen globalen Wirtschaftslage geschaffen. Jede Schwankung bedeutet hier bereits eine höchste Gefährdung der Menschen vor Ort.
Auch darf keinerfalls die weltweit anstehende Vernichtung von Kulturen und Völkern aufgrund der durch wirtschaftliche Verantwortungslosigkeit entstehenden Wanderungsbewegungen und der Tolerierung menschenbedrohender Praktiken aufgrund wirtschaftlicher Interessenn vernachlässigt werden. Heute schon eine massive Bedrohung, könnte hier noch einmal eine Ausweitung bevorstehen.
Was möchte ich mit meinen Beispielen verdeutlichen. In seinen Kernaussagen hat der Artikel erst einmal recht. Aber, es wird die Sinnhaftigkeit von wirtschaftlich/ gesellschaftlichen Strukturen angeführt, welche maßgeblich für den aktuellen Zustand verantwortlich sind. Führen wir diese aber nur fort, wird die Menschheit keine Weiterentwicklung in einem ethisch positiven Sinne erfahren, eine weitere Verschlechterung der Lebensqualitäten für einen immeren größeren Teil der Menschen ist die logische Folge. Denkt man noch an die verpassten Chancen in Wissenschaft und Forschung ein System, welches nur einer Würdigung teilhaftig werden kann - auf den Müllhaufen der Geschichte, für kommende Generationen als abschreckendes Beispiel.
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