Irak und Afghanistan Bush besucht Kriegsschauplätze
Mit Stippvisiten im Irak und in Afghanistan verabschiedet sich US-Präsident Bush von den amerikanischen Soldaten. Einheimische zeigen ihm jedoch, wie unwillkommen er ist

© Saul Loeb/AFP/Getty Images
Bush und Karsai: Eine letzte Umarmung vor dem Wechsel
Wie seine Amtsjahre verlaufen auch die vermutlich letzten Auslandsauftritte von US-Präsident George W. Bush nicht reibungslos: Bei einer Pressekonferenz in der irakischen Hauptstadt Bagdad musste sich der Texaner geistesgegenwärtig ducken, um einem fliegenden Schuh auszuweichen. Der irakische TV-Journalist Montasser al-Saidi hatte bei einer Pressekonferenz beide Schuhe in Richtung Bush geschmettert und ihn als “Hund“ beschimpft. Unter Tumulten wurde er sofort festgenommen und abgeführt.
Inzwischen haben sich verschiedene Regierungskritiker mit al-Saidi solidarisiert: "Wir gratulieren ihm zu seinem mutigen Auftreten", erklärte die regierungskritische irakische Nachrichtenagentur INA am Montag. Der sunnitische Rat der Religionsgelehrten sprach von einem "historischen Moment", in dem Bush und der Weltöffentlichkeit gezeigt worden sei, "was die Iraker von der Besatzung halten".
Bush hatte zuvor mit dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki symbolisch das Sicherheitsabkommen zwischen beiden Staaten besiegelt, das den Abzug der US-Truppen bis 2011 vorsieht. "Der Krieg ist noch nicht vorbei", hatte der US-Präsident betont. Vor seinem Weiterflug nach Afghanistan besuchte er US-Truppen in Bagdad.
Am Montag traf Bush in Kabul den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Er lobte dabei die Fortschritte des Landes. Die Bedingungen seien "viel besser, als sie es 2001 waren". Damals hatten Nato-Truppen das Regime der Taliban gestürzt. Bush betonte aber auch, dem Land stünden noch "schwere Tage" bevor. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den vergangenen Jahren rapide verschlechtert.
Karsai dankte Bush für die Unterstützung der USA und bekannte sich zur Zusammenarbeit mit der internationalen Staatengemeinschaft. Das Land werde der Internationalen Gemeinschaft nicht erlauben, Afghanistan zu verlassen, "bevor wir vollständig auf unseren Füßen stehen".
- Datum 20.04.2009 - 13:28 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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und seit dem Bushbesuch in Afghanistan poltert nun das Parlament gegen Karzai wegen der Verleihung von Amannullah Medaille an Bush. Mehrere Abgeordnete des Unterhauses kretisieren das Vorgehen Karzais scharf mit der Begründung: Dass der ehemalige afghanische König Amannullah Khan immer für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in Afghanistan gekämpft habe, und Bush dagegen setzte sich in seiner Amtszeit für Kriege ein. Die Redner betonen, dass die amerikanische Soldaten und ihre Verbündeten jeden Tag unschuldige Afghanen töten und Karzai zeichne so einen Menschen mit der höchsten Auszeichnung, welche das Land besetze.
Nun fordern sie ein Gesetz zu erlassen, das darüber befinden soll, dass eine Medaillevergabe in Zukunft nur in Absprache mit dem Parlament ermöglicht.
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