Cholera in Südafrika Die Epidemie breitet sich aus
In Südafrika haben sich Hunderte mit Cholera infiziert. Reisende sollten den Nordwesten des Landes meiden und auf saubere Wasserquellen und Toiletten achten

© Justine Gerardy/AFP/Getty Images
Die Gefahr ist nicht vorbei: Zwei Cholerakranke werden in einer Klinik im Nordwesten Südafrikas behandelt
In Südafrika breitet sich die Cholera-Epidemie an der Grenze zu Simbabwe weiter aus. Bisher sind in dem Land rund 800 Menschen erkrankt und mindestens acht Kranke gestorben.
Das Auswärtige Amt empfiehlt, Reisen in die Region Vhembe an der Grenze zu Simbabwe zu unterlassen. Die südafrikanische Regierung hat Vhembe wegen der Cholera-Epidemie zum Katastrophengebiet erklärt. Dort sei der Zustrom an erkrankten Simbabwern am größten, schreibt das deutsche Außenministerium. Touristen, die den Nordwesten Südafrikas bereisen, sollten nur gechlortes Wasser trinken, desinfizierte Sanitäranlagen benutzen und keine von Straßenhändlern zubereitete Speisen essen. Häufiges Händewaschen kann Cholera-Bakterien abtöten.
Der Ausbruch der Cholera dauert ein bis fünf Tage und zeigt sich meist durch plötzlich einsetzenden Brechdurchfall. Schmerzen haben die meisten Patienten vorerst nicht, leiden aber unter hohem Flüssigkeitsverlust, trockenen Schleimhäuten, Blässe, tonlose Stimme, Wadenkrämpfen und Teilnahmelosigkeit. Urlauber sollten bei diesen Symptomen unbedingt den Arzt aufsuchen, empfiehlt die Organisation Deutsches Grünes Kreuz. Generell sei die Ansteckungsgefahr für Touristen aber eher gering.
Die Krankheit kann mit Antibiotika rasch geheilt werden. Gegen den Wasser- und Mineralstoffverlust verordnen Mediziner zudem Natrium- und Kaliumtabletten. Eine Impfung kann zudem eine Ansteckung verhindern. In Simbabwe fehlen solche Medikamente.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt deswegen vor einer weiteren Ausbreitung der Cholera. Die Zahl der Toten habe sich mittlerweile auf 800 erhöht, teilte die WHO mit. Mehr als 16.000 Menschen seien in der Grenzregion erkrankt. Von weitaus schlimmeren Zahlen geht die Hilfsorganisation Oxfam aus. Deren Geschäftsführer Paul Bendix sagte am Freitag, er rechne insgesamt mit etwa 60.000 Erkrankten. Die Situation der Menschen verschlimmere sich durch die schlechte Wasserqualität und den Hunger dramatisch. Oxfam betreibt in Simbabwe mehrere Hilfsprojekte.
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen geht ebenfalls von einer Ausweitung der Epidemie aus. Der Unicef-Vertreter in Simbabwe sagte, dass viele Krankheitsfälle nicht registriert würden, da die Krankenhäuser geschlossen seien. Die Welthungerhilfe befürchtet, dass die Cholera sich auf weitere Länder im Süden Afrikas ausbreitet, wenn die Krankheit nicht in Simbabwe ausgerottet werde.
- Datum 20.04.2009 - 16:03 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE/dpa
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"Die "stark dramatisierte Cholera-Epidemie" wird als Ausrede genutzt, um die Regierung Mugabe zu stürzen" - so Südafrika-News - muss man noch mehr erwähnen? Vielleicht fällt Goswin Baumhögger jetzt ein kluger Grund ein, wieso die mangelnde Mitwirkung des Westens bei der Rückkehr zur Subsistenzwirtschaft zur Cholera beigetragen hat?
Haben Sie ihn schon gefragt?
Zwischendurch - zur Erinnerung: In Hamburg hat es auch diverse Cholera-Epidemien gegeben - allerdings war niemals Lübeck schuld - sondern eher die Bedürfnisse der nach Repräsentation und neuen Steuereinnahmen gierenden Hamburgischen Bürgerschaft - Ergebnis: "Nach zehn Wochen nahm die Zahl der Neuerkrankungen ab. Insgesamt waren während der Epidemie 16.956 Menschen erkrankt und 8.605 gestorben. Zur Erinnerung wurde bei der Eröffnung des Hamburger Rathauses im Innenhof der so genannte Hygieia-Brunnen aufgestellt."
Das ist gerade einmal 116 Jahre her - noch nicht einmal ein Wimpernschlag!
Menschen sterben - und in Dritt-Welt-Ländern sterben sie schneller; deshalb heissen diese Länder so - aber sie haben auch mehr Kinder... Die Bevölkerung wird also kaum aussterben - sie machen es so wie einer unserer Heroen - J.S.Bach - und zeugen einfach mehr Kinder - tja, so ist es.
Damals in Hamburg kam Robert Koch vorbei und hat uns die Leviten gelesen und ausnahmsweise hat die Hamburgische Bürgerschaft einmal auf die Worte eines Wissenschaftlers gehört - wer kommt jetzt bei Robert Mugabe vorbei?
So gerne reden wir in Europa von der Selbstverantwortung der Völker, um dann doch bei jeder kleinen Kleinigkeit das Schülerlotsen-Mützchen aufzuziehen - eine wirkliche Heuchelei!
Im Grunde genommen kolonisieren wir Afrika immer noch - wie sollen diese Länder Erfahrungen machen, wenn nach Horror-Berichten in Medien die Forderungen nach humanitären Eingreifftruppen aufkommt? Weltbank, IWF, Entwecklungshilfe etc. - alle wissen sie es besser, was der Bevölkerung der dritten Welt hilft, als die Menschen dort selbst.
Wer hat uns in Mittel-Europa geholfen, die schmerzhaften Erfahrungen der Völkerwanderung, des Zusammenbruchs des römischen Reiches, die zunehmende Verstädterung, die Industrialisierung etc. zu verkraften?
NIEMAND!!!
Ganz einfach - wer eine Gesellschaft westlichen Wohlstands haben möchte, muss entweder furchtbar viel Öl haben (V.A.E. etc) oder sich zu einer westlichen Gesellschaft entwickeln - da hilft auch kein Putin oder Mugabe! Und es wird schmerzhaft - kein Bekämpfen von Aids durch Geschlechtsverkehr mit Jungfrauen, kein Duschen nach einer Vergewaltigung einer HIV-infizierten Frau...
Diese Lektionen (sie müssen vielleicht - hoffentlich nicht alle durchmachen) sollten wir den Vökern der dritten Welt nicht vorenthalten.
Die andere Möglichkeit ist die der Rekolonialisierung - will das wirklich irgendjemand?
Erwachsen werden tut weh - man muss sich von Träumen verabschieden, von Ideen (siehe Zusammenbruch der UDSSR). Auch wir müssen uns immer wieder von solchen Träumen verabschieden; die aktuelle Wirtschaftskrise ist hoffentlich ein Anlass, auch unser Wirtschaftmodell zu überdenken und zu korrigieren! Wer hat das noch gesagt, das ein vollkommener Markt transparent wäre und kaum horrende Renditen zulassen würde?
Wir leben in einer unvollkommenen Welt und können nur danach streben, sie zu verbessern - Menschen sterben, das ist ihr Los und ihr Schicksal - wchtig ist nur, was sie aus dieser direkten Erfahrung machen.
Und wer hat die Idee entwickelt, das Universum wäre gerecht? Von "gnädig" ganz zu schweigen!
Dann kommen jetzt wahrscheinlich die Leser mit den Vorstellungen von Rauschebärten "in coelis" - die sind aber auch nicht besser als die Bankmanager!
Schönen desillusionierten 3. Advent!
Polemikos
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