Wirtschaftswissenschaften Zwischen Markt und Marx

Die Finanzkrise löst eine Debatte über die Inhalte des Wirtschaftsstudiums aus. Studenten fordern neue Ansätze in der Lehre, Professoren überdenken ihre Standpunkte

Draußen vor dem Hauptgebäude der Kölner Universität sieht alles nach einem friedlichen Dezemberabend aus: Auf dem Vorplatz thront ein erleuchteter Weihnachtsbaum, die letzten Studenten machen sich auf den Heimweg und verschwinden in der Dunkelheit. Drinnen in Raum XIII verfolgen aber noch knapp 100 Zuhörer einen brisanten Vortrag – und das ganz freiwillig. „Die Ethik des Profits. Ist reines Profitstreben ethisch gerechtfertigt?“, fragt dort Hartmut Kliemt. Der Professor der Frankfurter School of Finance and Management ist extra als Gast nach Köln gekommen, um über Moral und Verantwortung in der Wirtschaft zu sprechen. Ein Thema, das im regulären Kölner Lehrplan nicht vorkommt.

„Jeder Manager muss wissen, welchen Profit er überhaupt erringt“, sagt Kliemt. Es gebe einen großen Unterschied zwischen dem kurzfristigen Profit für einen Quartalsbericht und den langfristigen Zielen eines Unternehmens. Dann kommt Kliemt, der selbst eine gediegene rot-schwarze Fliege trägt, auf den ehrbaren Kaufmann zu sprechen. „Man kann auch die Reputation eines Unternehmens maximieren“, sagt er. Insgesamt hält Kliemt Profitstreben zwar für gerechtfertigt – mahnt aber im Zweifel zur Moral.

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Für viele angehende Volkswirte sind das ungewohnte Töne. In den vergangenen Jahren herrschte an den meisten Wirtschaftsfakultäten vor allem eine Geisteshaltung: Der Eigennutz. In den Vorlesungen wurden Kosten minimiert und der Nutzen maximiert. Griff der Staat in den Markt ein, wurde dies verurteilt. Doch die Finanzkrise sorgt nun für reichlich Gesprächsstoff in den Hörsälen zwischen Passau und Kiel. Neben Bankmanagern sind schließlich auch zahlreiche Ökonomen in Verruf geraten, da sie sich strikt gegen zum Teil notwendige Regulierungen stellten.

Doch jetzt werden viele Studenten aktiv. Sie organisieren Diskussionsrunden, schreiben Artikel und machen Vorschläge zu Änderungen im Lehrplan. „Es ist doch offensichtlich, dass die heutige Lehre nicht zu verantwortungsvollem Handeln angestiftet hat“, sagt Katharina Beck, Präsidentin der Studenteninitiative Oikos International. Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, an Wirtschaftsfakultäten Themen wie Nachhaltigkeit und Verantwortung in der Lehre zu verankern. „Die Finanzkrise bietet uns dazu eine riesige Chance“, sagt Beck.

Ihre Initiative hat den Kölner Vortrag zur Ethik des Profits mitorganisiert und einige Tage vorher eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Finanzmärkte auf die Beine gestellt. „So viele Leute wie noch nie“ seien zu den Veranstaltungen gekommen, sagt ein Oikos-Mitglied. Aufgegriffen wird die Krise auch im monatlichen Studenten-Magazin der Kölner Wirtschaftsfakultät. Im Artikel „Nachruf auf ein Wirtschaftsmodell“ kommt ein Redakteur zu dem Schluss, dass eine Fortführung der alten Modelle „zukünftig kaum noch durchführbar“ erscheint.

Regulierungen, Eingriffe des Staates und die Frage nach der Moral – dass auch wirtschaftsfreundliche Studenten solche Themen diskutieren, liegt vielerorts an den düsteren Aussichten. „Für uns bedeutet Finanzkrise, dass Arbeitsplätze abgebaut werden“, sagt etwa Lorenz Leuchtenberger, Wirtschaftsstudent im Automobilbereich an der Universität Nürtingen-Geislingen. Er kann es nicht immer verstehen, wenn sein Professor Staatsbürgschaften für Autokonzerne ablehnt.

Das Problem an der Sache: Kein Professor will offen zugeben, dass er in einigen Punkten jahrelang falsch lag. Mancher sagt nun, dass er die Krise schon immer habe kommen sehen. Andere Wissenschaftler klammern sich noch fester an ihren alten Lehrstoff. Ein Thema ist die Finanzkrise fast überall. Was die Studenten bewegt, greifen auch erste Dozenten auf.

So zum Beispiel Johann Eekhoff, Kölner Professor für Wirtschaftspolitik. Er war in den neunziger Jahren Staatssekretär während der Regierung Kohl und ist Botschafter der reformorientierten Initiative Neue Soziale Markwirtschaft. Bisher trat Eekhoff vor allem für eine Lockerung des Kündigungsschutzes sowie flexiblere Löhne ein. Doch die Finanzkrise hat Eekhoff in manchem Punkt offenbar umdenken lassen. Erst hat er seinen Studenten die Krise erläutert, dann machte er ungewohnte Lösungsvorschläge: So forderte er zum Beispiel die „Einflussnahme des Staates auf Managergehälter zum moralischen Verhalten in der Wirtschaft und in der Gesellschaft“.

An anderen Universitäten werden derweil schon ganze Vorlesungen zur Finanzkrise angeboten. An der Münchner Ludwigs-Maximilians-Universität können Studenten nun das Fach „Zur Geldpolitik in Zeiten der Finanzkrise“ belegen. Darin zeigt Gerhard Illing die Notwendigkeit der Unterstützung der Banken auf, um einen Zusammenbruch des Systems zu verhindern.

Noch stärker spüren amerikanische Wirtschaftsstudenten die Auswirkungen der Finanzkrise. Denn der Elite-Universität Harvard sind bereits 20 Prozent ihres Stiftungsvermögens abhandengekommen. Ihr Geldtopf fasst nur noch 28 Milliarden Dollar, weil die Universität Teile ihres Vermögens mit riskanten Anlagen verloren hat. In der Lehre selbst bringen manche US-Ökonomen sogar das kommunistische Urgestein Karl Marx ins Spiel. Daron Acemoglu vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) erklärt mithilfe von Marx’ Thesen, wie politische Macht und wirtschaftliche Entwicklung zusammenhängen.

Ob Karl Marx bald in deutschen Hörsälen zum gängigen Lehrstoff zählen wird, bleibt abzuwarten. Eines ist für Wirtschaftsstudenten allerdings klar: Die Zeiten sind spannend.

 
Leser-Kommentare
  1. Für den, der sich mit Wirtschaftstheorie beschäftigt ist der Umschwung in der Lehre nicht sonderlich überraschend. Die Theorien, die zur Erklärung der um sich greifenden Krise bemüht werden, sind ja nicht gerade neu. Neu ist allerdings, dass man sich nun mit einem Male dafür interessiert. Wer in den vergangenen Jahren oder Jahrzehnten darauf verwies, dass die herrschenden Zustände nicht haltbar, weil auf Dauer nicht finanzierbar, wurde mit großen Augen von unerschütterlichen Optimisten abgekanzelt. Was aber passiert ist nun allerdings nicht sonderlich überraschend.

    Apropos Marx: für die Volkswirte war er immer ein bedeutender Denker, was vielleicht nicht unbedingt auf seine politische Theorie zutreffen mag. Wichtig für das Verständnis der Zeitläufe ist er allemal.

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    ...Sie gehören offensichtlich nicht zum Kreis jener, die sich damit beschäftigt haben. Erstens gibt es keinen Umschwung in der Lehre, außer vielleicht bei Eekhoff, aber den nimmt in der Forschung eh keiner ernst.
    Zweitens war Marx für Volkwirte noch NIE (oder schon sehr lange nicht mehr) ein bedeutender Denker. Viel wichtiger ist er ironischerweise für die Politikwissenschaftler. Das sehen Sie daran, dass alle Journalisten, die keine Ahnung von Wirtschaft, aber ein bisschen von Politik, jetzt wieder Artikel über Marx schreiben.

    PS: Hörsaal XIII ist ein ziemlich kleiner Hörsaal.

    • Cuauti
    • 18.12.2008 um 23:10 Uhr

    Leute, die mit der Weltwirtschaftskrise vor der Haustür mit Rückgriff auf Walras eine Gleichgewichtstheorie entwickeln, werden angesichts einer Weltwirtschaftskrise nicht ihre Theorie ändern. Vor 1930 hielt man die Neoklassik mit ihren „Grenznutzen“ für nicht empirische Quacksalberei und die Institutionalisten blühten. Dann kam der neoklassische Aufschwung im wirtschaftlichen Abschwung mit Frank H. Knight, Jacob Viner, Henry Schultz in Chicago (wo Samuelson initiiert wurde) und etwas später mit Schumpeter und Leontief in Harvard. Und alle fanden Keynes sehr lächerlich. Erst nach einem intensiven Entlernen können Neoklassiker wieder Wirtschaft begreifen.

    ...Sie gehören offensichtlich nicht zum Kreis jener, die sich damit beschäftigt haben. Erstens gibt es keinen Umschwung in der Lehre, außer vielleicht bei Eekhoff, aber den nimmt in der Forschung eh keiner ernst.
    Zweitens war Marx für Volkwirte noch NIE (oder schon sehr lange nicht mehr) ein bedeutender Denker. Viel wichtiger ist er ironischerweise für die Politikwissenschaftler. Das sehen Sie daran, dass alle Journalisten, die keine Ahnung von Wirtschaft, aber ein bisschen von Politik, jetzt wieder Artikel über Marx schreiben.

    PS: Hörsaal XIII ist ein ziemlich kleiner Hörsaal.

    • Cuauti
    • 18.12.2008 um 23:10 Uhr

    Leute, die mit der Weltwirtschaftskrise vor der Haustür mit Rückgriff auf Walras eine Gleichgewichtstheorie entwickeln, werden angesichts einer Weltwirtschaftskrise nicht ihre Theorie ändern. Vor 1930 hielt man die Neoklassik mit ihren „Grenznutzen“ für nicht empirische Quacksalberei und die Institutionalisten blühten. Dann kam der neoklassische Aufschwung im wirtschaftlichen Abschwung mit Frank H. Knight, Jacob Viner, Henry Schultz in Chicago (wo Samuelson initiiert wurde) und etwas später mit Schumpeter und Leontief in Harvard. Und alle fanden Keynes sehr lächerlich. Erst nach einem intensiven Entlernen können Neoklassiker wieder Wirtschaft begreifen.

  2. ...Sie gehören offensichtlich nicht zum Kreis jener, die sich damit beschäftigt haben. Erstens gibt es keinen Umschwung in der Lehre, außer vielleicht bei Eekhoff, aber den nimmt in der Forschung eh keiner ernst.
    Zweitens war Marx für Volkwirte noch NIE (oder schon sehr lange nicht mehr) ein bedeutender Denker. Viel wichtiger ist er ironischerweise für die Politikwissenschaftler. Das sehen Sie daran, dass alle Journalisten, die keine Ahnung von Wirtschaft, aber ein bisschen von Politik, jetzt wieder Artikel über Marx schreiben.

    PS: Hörsaal XIII ist ein ziemlich kleiner Hörsaal.

    Antwort auf "Überraschend?"
  3. Wichtiger als das Thema "Moral" wäre eine kritische Diskussion der "Methodik" in der Wirtschaftstheorie. Es ist nun mal so: Kann man ein Modell nicht hinreichend validieren, dann hat es für den praktischen Gebrauch keinen Wert. Erst recht lassen sich damit keine Prognosen erstellen.

    Und die Gleichgewichtsmodelle der jeweiligen Schulen, die so großen Einfluss auf die Politik haben, sind eben nicht hinreichend validiert. Aber wie kommt es dann, dass Ökonomen täglich in den Medien präsent sind mit Prognosen? Die dürfte es nämlich gar nicht geben. Und wie begründet eigentlich ein Krugman seine Forderung nach einem Riesen-Konjunkturprogramm? Wirklich auf fundierten wissenschaftlichen Grundlagen oder nur auf die Mitgliedschaft in einer der bekannten Schulen?

    Fundierte wissenschaftliche Kriterien heißt vor allem: interdisziplinär anerkannte Kriterien! Diese müssen halt auch einer Physikerin plausibel sein, z.B. Frau Merkel.

    Wenn sich das nicht machen lässt, Pech gehabt. Dann wird eben der Rat der Wirtschaftsweisen so lange abgeschafft, bis den Ökonomen etwas eingefallen ist.

    Die Studenten handeln richtig, den Herren Professoren jetzt massiv auf die Füße zu treten, bis diese sich selbst kritisch in Bezug auf Anwendung einer sauberen Methodik hinterfragen.

    Dann kann es auch nicht mehr passieren, dass z.B. am IFO-Institut eines Herrn Prof. Sinns Studien erstellt werden, die hohe Arbeitslosigkeit bei Einführung eines Mindestlohns prognostizieren, welche sich aber bei näherem Hinsehen als fauler Zauber herausstellen, z.B. durch die Annahme einer ominösen nirgends bewiesenen Lohnelastizität von 0,75, welche als Input in die betreffende Studie einging.

    Diese unwissenschaftliche Studie wurde monatelang in den Medien, von Lobbyisten und einschlägigen Politikern zitiert. Ein Student wäre für so einen gravierenden methodischen Fehler aus dem Seminar geflogen. Eine solch schlechte Studie lädt geradezu ein zum Missbrauch durch Lobbyisten. Ein Physiker könnte über so ein Machwerk nur den Kopf schütteln.

    Dass den Ökonomen so etwas durchgelassen wird, dass sie sich vor allem selbst das durchgehen lassen, da liegt das gravierende Problem.

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    • doof
    • 16.12.2008 um 19:08 Uhr

    :-)
    auch was ds "können" von physikern anbelangt.

    Ein Beispiel für ungenaues Arbeiten seitens eines Professoren zu benutzen, um die gesamte Ökonomik in Verruf zu bringen ist eine unzulässige Induktion, was, wenn man wissenschaftliche Methoden anderer kritisiert natürlich einen sehr faden Beigeschmack hat.
    Auch in anderer Feldern der Wissenschaft finden methodische Fehler statt und bleiben für einige Zeit unkorrigiert.
    Welche sollten übrigens die interdisziplinär anerkannten Kriterien für Wissenschaft Ihrer Meinung nach sein?

    "die Gleichgewichtsmodelle der jeweiligen Schulen", "Krugmann [...] wirklich auf fundierten wissenschaftlichen Grundlagen[?]"
    Vielleicht haben Sie vor mehr als 20 Jahren studiert und die Entwicklung in der VWL seither nicht mitbekommen, aber die derzeitige Methodik als nicht rigoros zu bezeichnen ist nun wirklich lachhaft. Und einem gerade gekürten Nobelpreisträger Unwissenschaftlichkeit vorzuwerfen, ist ähnlich absurd.

    Was meinen Sie mit die Gleichgewichtsmodelle, und welche jeweiligen Schulen schweben Ihnen vor? (Gerade die Theorie des Gleichgewichtspreises als Koordinationsinstrument ist ja wohl die valideste Aussage der VWL überhaupt.)

    Übrigens meinen Sie natürlich eine Lohnelastizität von -0,75. Wenn das die härteste Annahme der Studie ist, was ist dann daran zu kritisieren?

    • doof
    • 16.12.2008 um 19:08 Uhr

    :-)
    auch was ds "können" von physikern anbelangt.

    Ein Beispiel für ungenaues Arbeiten seitens eines Professoren zu benutzen, um die gesamte Ökonomik in Verruf zu bringen ist eine unzulässige Induktion, was, wenn man wissenschaftliche Methoden anderer kritisiert natürlich einen sehr faden Beigeschmack hat.
    Auch in anderer Feldern der Wissenschaft finden methodische Fehler statt und bleiben für einige Zeit unkorrigiert.
    Welche sollten übrigens die interdisziplinär anerkannten Kriterien für Wissenschaft Ihrer Meinung nach sein?

    "die Gleichgewichtsmodelle der jeweiligen Schulen", "Krugmann [...] wirklich auf fundierten wissenschaftlichen Grundlagen[?]"
    Vielleicht haben Sie vor mehr als 20 Jahren studiert und die Entwicklung in der VWL seither nicht mitbekommen, aber die derzeitige Methodik als nicht rigoros zu bezeichnen ist nun wirklich lachhaft. Und einem gerade gekürten Nobelpreisträger Unwissenschaftlichkeit vorzuwerfen, ist ähnlich absurd.

    Was meinen Sie mit die Gleichgewichtsmodelle, und welche jeweiligen Schulen schweben Ihnen vor? (Gerade die Theorie des Gleichgewichtspreises als Koordinationsinstrument ist ja wohl die valideste Aussage der VWL überhaupt.)

    Übrigens meinen Sie natürlich eine Lohnelastizität von -0,75. Wenn das die härteste Annahme der Studie ist, was ist dann daran zu kritisieren?

    • doof
    • 16.12.2008 um 19:08 Uhr

    :-)
    auch was ds "können" von physikern anbelangt.

    Antwort auf "Wichtiger als Moral"
  4. Es würde reichen, wenn die Damen und Herren Professoren, auch aus dem Sachverständigenrat und anderen Beiräten von wirtschafts- und finanzpolitisch relevanten Beiräten, sich mehr mit den grundlegenden Aussagen des Nobelpreisträgers Joseph Stiglitz beschäftigen würden und bspw auch mit der Frage, warum ein so überragender ökonom wie Joseph A. Schumpeter Sozialist / Sozialdemokrat war.
    Jedenfalls erscheinen auch mir die Erklärungsmuster der Herren Professoren Sinn (IFO) , Rürup und auch Franz ( beide SVR) als außerordentlich bescheiden und für politische Handlungsoptionen wenig brauchbar.
    Könnte es nicht auch sein, dass die weitbeklagte Unzulänglichkeit der Berliner Politik auch an solchen Ratgebern liegt?
    Vielleicht sehe ich es viel zu kritisch, aber ich bin mir sehr sicher, zumindest nicht ganz unrecht zu haben.

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    Die Machtstrukturspitzen wissen genau was für sie gut ist und engagieren sich dann die entsprechenden Ökonomen, die die Dinge verschleiern sollen und die r e a l e n, für Außenstehende unerkannte Machtstrukturen machen lassen sollen.

    Die Ökonomie als Wissenschaft ist wie die Polizei ein Anhängsel der realen Claninteressen, wobei letztere hierarchisch transparent ist und Übergriffe sehr wahrscheinlich in die Diskussion kommen.

    • Cuauti
    • 18.12.2008 um 22:58 Uhr

    Schumpeter hat nicht nur als Direktor seine Bank ruiniert – schuldhaft – sondern versuchte auch in Harvard Keynes lächerlich zu machen. Wer sich an Walras orientiert, kann nicht in Kreisläufen denken und deren Zusammenbruch voraussehen. Gute Ökonomen sind die, die erfolgreich an der Börse spekulieren, weil sie in Kreisläufen denken und da kenne ich nur Ricardo, Keynes und Sraffa.

    Die Machtstrukturspitzen wissen genau was für sie gut ist und engagieren sich dann die entsprechenden Ökonomen, die die Dinge verschleiern sollen und die r e a l e n, für Außenstehende unerkannte Machtstrukturen machen lassen sollen.

    Die Ökonomie als Wissenschaft ist wie die Polizei ein Anhängsel der realen Claninteressen, wobei letztere hierarchisch transparent ist und Übergriffe sehr wahrscheinlich in die Diskussion kommen.

    • Cuauti
    • 18.12.2008 um 22:58 Uhr

    Schumpeter hat nicht nur als Direktor seine Bank ruiniert – schuldhaft – sondern versuchte auch in Harvard Keynes lächerlich zu machen. Wer sich an Walras orientiert, kann nicht in Kreisläufen denken und deren Zusammenbruch voraussehen. Gute Ökonomen sind die, die erfolgreich an der Börse spekulieren, weil sie in Kreisläufen denken und da kenne ich nur Ricardo, Keynes und Sraffa.

  5. einfach mal auf dieses jährliche jämmerliche, lächerliche "Gutachten" der "Wirtschaftsweisen" verzichten, was sowieso nie stimmt und ein haufen Kohle kostet? Wer braucht diese Leute, wer bezahlt die? Sind die für Ihre Gutachten irgendwie haftbar? Wenn ein Staiker schreibt, ja die Brücke hält, dann sollte sie halten, sonst hat er ein riesiges Prblem.

    Darf jeder Wirtschafts"wissenschaftler" eigentlich schreiben, was er will? Ist sowieso alles scheiß egal ode wie

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    Naja, dass man das Wirtschaftswachstum nicht auf eine Nachkommastelle genau vorhersehen kann, ist klar und das ist den Wirschaftswissenschaftlern auch klar, allerdings will die Öffentlichkeit genaue Zahlen hören und somit bekommt sie sie.
    @wladimir2k4: Guter Beitrag!

    Naja, dass man das Wirtschaftswachstum nicht auf eine Nachkommastelle genau vorhersehen kann, ist klar und das ist den Wirschaftswissenschaftlern auch klar, allerdings will die Öffentlichkeit genaue Zahlen hören und somit bekommt sie sie.
    @wladimir2k4: Guter Beitrag!

  6. "Für viele angehende Volkswirte sind das ungewohnte Töne. In den vergangenen Jahren herrschte an den meisten Wirtschaftsfakultäten vor allem eine Geisteshaltung: Der Eigennutz. In den Vorlesungen wurden Kosten minimiert und der Nutzen maximiert. Griff der Staat in den Markt ein, wurde dies verurteilt."

    Wer so etwas schreibt war anscheinend noch nie in einer VWL-Vorlesung, die Universitäten die ich zum Vergleich ranziehen kann schreiben staatlichen Eingriffen zum Teil schon positive Effekte zu (Internalisierung negativer externer Effekte, Gesamtnutzenmaximierung durch öffentliche Güter uws.)
    Dieser Artikel ist für mich reine Stimmungsmache, nachdem nun Manager ihre Schelte kassiert haben, ist nun also eine falsche universitäre Lehre anzuprangern.
    Vielleicht könnte man ja mal den Fokus auf die Tatsache legen, dass die Politik sich statt von unabhängigen Fachleuten, lieber von Lobbyisten beraten lässt, dass sie sich mit anderen Staaten einen Deregulierungswettbewerb geliefert und die Möglichkeit zur Ausgliederung von Milliarden in Zweckgesellschaften selbst für Landesbanken zugelassen hat. Dass niemand "genau hingeschaut" (eher weggeschaut) hat, als das risikoreiche Geschäft mit der Verbriefung von Schrottimmobilien noch funktionierte (dabei lernt jeder 1. Semestler dass höhere Zinsen automatisch ein höheres Risiko implizieren).
    Aber auf die Verantwortlichkeit der Politik wird in keinem Artikel eingegangen, man streitet sich in der bayrischen Landtagswahl um ein Rauchverbot während in den Bilanzen der Banken schon die Bomben ticken und der Wählerbetrug für die nächste Wahl (freiwilliger Entlassungsverzicht für 2009) schon vorbereitet wird, anstatt den Laden mal gründlich aufzuräumen. Was kann man von der Presse eigentlich überhaupt noch erwarten ausser diesem Gedöns Marx vs. Markt?
    (Was man von einem gelernten Müllermeister als Bundesminister für Wirtschaft und Technologie zu halten hat, weiss man ja bereits!)
    Ach und ob nun Wirtschaftsethik unterrichtet wird oder nicht, würde in Zukunft auch keinen einzigen Manager davon abhalten, bestehende gewollte Lücken auszunutzen um sich den nächsten Ferrari zu verdienen! Wer so etwas glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

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    Man verachte mir die Müllermeister nicht. Vielleicht gibt es wenigsten dort einige, die 1+1 zusammenzählen können und nicht den Kreditrevolvingsystemen (Kreditkartenschulden, Staatsschulden) ein ewiges Leben zutrauen. Akademischer Hochmut ist wahrlich nicht angebracht, nachdem Akademia grade so wort- und konzeptreich versagt. Kamen doch die frühen Warnungen aus der nicht populären Austrian School of Economics und von ähnlich bösen Leuten, wie Jim Rogers, dem Spekulanten. Die wussten halt auch ohne Computermodelle wie der Hase läuft. Das Ganze ist so einfach, logisch und klar - ohne Finanzmathematik.

    Der Konsumkreditorgie der Obamas, Browns, Sarkzys und anderer nicht zu folgen ist sicher nicht der schlechteste Weg. Man fühlt sich ja wie im Karneval: Kamelle, dä Zoch kütt! Der Gang zum Zahnarzt kann ja noch verdrängt werden.

    Man kann das Ganze ja akademisch abhandeln - aber bleiben wir mal trivial: Ich freu mich schon darauf, dass bald auf allen Autobahnen gleichzeitig gebaut wird und endlich die Dorfstraße von Pusemuckel nach Hasental verbreitert wird. DAS sind wenigstens Investitionen in unsere Zukunft und bezahlen sich sozusagen selbst! Kamelle! Kamelle! ...........

    Man verachte mir die Müllermeister nicht. Vielleicht gibt es wenigsten dort einige, die 1+1 zusammenzählen können und nicht den Kreditrevolvingsystemen (Kreditkartenschulden, Staatsschulden) ein ewiges Leben zutrauen. Akademischer Hochmut ist wahrlich nicht angebracht, nachdem Akademia grade so wort- und konzeptreich versagt. Kamen doch die frühen Warnungen aus der nicht populären Austrian School of Economics und von ähnlich bösen Leuten, wie Jim Rogers, dem Spekulanten. Die wussten halt auch ohne Computermodelle wie der Hase läuft. Das Ganze ist so einfach, logisch und klar - ohne Finanzmathematik.

    Der Konsumkreditorgie der Obamas, Browns, Sarkzys und anderer nicht zu folgen ist sicher nicht der schlechteste Weg. Man fühlt sich ja wie im Karneval: Kamelle, dä Zoch kütt! Der Gang zum Zahnarzt kann ja noch verdrängt werden.

    Man kann das Ganze ja akademisch abhandeln - aber bleiben wir mal trivial: Ich freu mich schon darauf, dass bald auf allen Autobahnen gleichzeitig gebaut wird und endlich die Dorfstraße von Pusemuckel nach Hasental verbreitert wird. DAS sind wenigstens Investitionen in unsere Zukunft und bezahlen sich sozusagen selbst! Kamelle! Kamelle! ...........

  7. Seit Jahren lese ich in deutschen Publikationen praktisch nichts über das spannende Thema "Business Ethics". Zur wirtschaflichen Seite kann ich auch fachlich wenig sagen. Aber mein Gefühl, dass da ein ganzer Wissenschaftszweig zu mechanistisch und am Leben der Menschen vorbei denkt, scheint zumindest nicht ganz falsch zu sein. Wenn jetzt wieder mehr Hinterfragen, Suche nach Alternativen, eigenständiges Denken, Glaubwürdigkeit und Ethik gefördert werden, finde ich persönlich es gut.

    Alles Gute
    Kai Hamann

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