Jemen Drei Deutsche entführt
Nach offiziellen Angaben handelt es sich bei den Geiseln um eine Mitarbeiterin der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und ihre Eltern, die dort Urlaub machten

© Khaled Fazaa/AFP/Getty Images
Historische Stadt Radaa: Eine UN-Mitarbeiterin und ihre Eltern wurden dort entführt
Die Entführung der drei Deutschen geschah etwa 130 Kilometer südöstlich von Sanaa. Bewaffnete Stammesangehörige hatten der Frau und ihren Eltern bei einem Besuch in der historischen Stadt Radaa aufgelauert und sie in ihre Gewalt gebracht.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte die Entführung: Bei dem Verschwinden der Deutschen müsse man von einer Straftat ausgehen. Das Krisenreaktionszentrum des Ministeriums und die zuständigen Stellen der Bundesregierung stünden in Kontakt mit dem Jemen und seien um schnelle Aufklärung bemüht.
Hintergrund der Tat sei der Streit zweier Stämme um Grund und Boden, hieß es in Sicherheitskreisen im Jemen. Wie ein Sprecher der jemenitischen Regierung mitteilte, wollen die Täter die Deutschen benutzen, um drei Verwandte freizupressen, die nach einem Streit um Landbesitz vor zwei Monaten festgenommen worden waren.
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen riegelte die Polizei ein unwegsames Gebiet unweit von Radaa ab, wo die Geiseln vermutlich festgehalten werden. Unterdessen bemühten sich Clanchefs des beteiligten Bani-Dhabian-Stammes darum, Kontakt zu den Kidnappern aufzunehmen, um die Freilassung der Deutschen zu erwirken. Angehörige des Clans der drei inhaftierten Jemeniten hatten zuvor bereits ohne Erfolg gegen die Festnahme ihrer Stammesbrüder demonstriert.
- Datum 15.12.2008 - 14:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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