Krisentreffen Konzerne wollen auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten

Die großen deutschen Wirtschaftsunternehmen boten bei dem siebenstündigen Konjunkturgipfel im Kanzleramt eine entsprechende Selbstverpflichtung für das kommende Jahr an

Bei dem Treffen am Sonntagabend haben Politik und Wirtschaft ihren Willen für eine konzertierte Aktion gegen die Konjunkturkrise in Deutschland bekräftigt. Dazu gehört auf Seiten der Dax-Konzerne der mögliche Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für 2009. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte am Sonntag nach einem mehrstündigen Krisengipfel im Kanzleramt, Vertreter der Realwirtschaft hätten erklärt, "dass es eine Verabredung geben sollte, dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommt".

Bei dem mehrstündigen Treffen von Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Banken und Wissenschaft unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zeichnete sich auch ab, dass ein zweites Konjunkturpaket der Bundesregierung immer wahrscheinlicher wird. Die Runde sei sich einig gewesen, dass Investitionen in Bildung, Kommunen, Breitbandverkabelung und Infrastruktur "allemal sinnvoll sind", sagte Steinbrück.

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Im kommenden Monat sollen nach den Worten von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) die Weichen gestellt werden: "Wir haben uns verabredet, dass wir Ende Januar entscheiden, was zusätzlich zu tun ist." Steinbrück sagte, bei der Runde seien Möglichkeiten zur Bekämpfung der Krise besprochen worden. Dabei seien etwa Investitionsprogramme oder Konsumanreize besprochen worden. Auch die Kreditklemme sei Thema gewesen.

Es habe in der Runde kontroverse Meinungen gegeben, räumte Glos ein: Als Beispiel führte Steinbrück die Frage an, wie man Konsumenten entlasten könne. Glos sagte zu Steuersenkungen vor der Bundestagswahl, die seine Partei fordert, aber die von der SPD und der Kanzlerin abgelehnt werden: "Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir uns am Schluss in einem Mix einigen werden."

Leser-Kommentare
  1. mich mal NICHT aufzuregen.

    Was da gerade abläuft, ist ja an Schwachsinn nicht mehr zu überbieten. Da trifft sich die "deutsche Elite" bei Schnittchen und Kaviar, um zu beschliessen, dass man nichts zu beschliessen hat.

    Zwischen all den "es sollte nicht", "wir wollen nicht", "eventuell", "nicht auszuschliessen" und all den anderen Leerhülsen bleibt nach einem durchlesen des Artikels nichts als eine Leere im Kopf. ( So fühlen sich Politiker wohl permanent )

    Hallo, von einer Politik und von unseren "Eliteführern" verlange ich mehr als so ein rumgeseiere. Aber das wäre wohl zuviel erwartet.

    Bleibt mir also nichts zu tun, als mal wieder in die Tischkante zu beissen und festzustellen, dass dieser Planet von größenwahnsinnigen Spinnern regiert wird.

    Eine schöne Woche noch.

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    • Anonym
    • 15.12.2008 um 8:29 Uhr

    dem ist nichts hinzuzufügen - wahrhscienlich hätte ich es nicht einmal so schön formulieren können.
    Man setzt sich zusammen um nichts zu tun, aber man geniest eben das gesellige Beisammensein. Naja, armes Deutschland. Oder vielmehr: arme Deutsche.

    Ich kann Ihnen da nur beipflichten.
    Es ist doch toll etwas zu versprechen, das man sowieso schon vor hatte. War es doch schon in letzter Zeit der allgemeine Tenor der Industrie die Fachkräfte nicht einfach auf die Straße zu setzen nur weil der Gewinnzuwachs gerade prozentual nicht mehr im zweistelligen Bereich liegt.
    Weil die Industrie gemerkt hat, das es extrem schwer ist wieder Fachkräfte zu bekommen wenn es wieder aufwärts geht. Wen wunderts wenn die gleichen Leute die Fachkräfte verlangen keine Ausbilden wollen. Da kommen die aber auch noch dahinter.
    Was die Größenwahnsinnigen Spinner angeht. Ich dachte das wäre allgemein bekannt. Denen geht es doch immer nur um Machterhalt.

    ...danke, bravo und ebenfalls eine schöne woche hoffentlich nicht beim kieferorthopäden.

    • Anonym
    • 15.12.2008 um 8:29 Uhr

    dem ist nichts hinzuzufügen - wahrhscienlich hätte ich es nicht einmal so schön formulieren können.
    Man setzt sich zusammen um nichts zu tun, aber man geniest eben das gesellige Beisammensein. Naja, armes Deutschland. Oder vielmehr: arme Deutsche.

    Ich kann Ihnen da nur beipflichten.
    Es ist doch toll etwas zu versprechen, das man sowieso schon vor hatte. War es doch schon in letzter Zeit der allgemeine Tenor der Industrie die Fachkräfte nicht einfach auf die Straße zu setzen nur weil der Gewinnzuwachs gerade prozentual nicht mehr im zweistelligen Bereich liegt.
    Weil die Industrie gemerkt hat, das es extrem schwer ist wieder Fachkräfte zu bekommen wenn es wieder aufwärts geht. Wen wunderts wenn die gleichen Leute die Fachkräfte verlangen keine Ausbilden wollen. Da kommen die aber auch noch dahinter.
    Was die Größenwahnsinnigen Spinner angeht. Ich dachte das wäre allgemein bekannt. Denen geht es doch immer nur um Machterhalt.

    ...danke, bravo und ebenfalls eine schöne woche hoffentlich nicht beim kieferorthopäden.

    • Anonym
    • 15.12.2008 um 8:29 Uhr

    dem ist nichts hinzuzufügen - wahrhscienlich hätte ich es nicht einmal so schön formulieren können.
    Man setzt sich zusammen um nichts zu tun, aber man geniest eben das gesellige Beisammensein. Naja, armes Deutschland. Oder vielmehr: arme Deutsche.

    Antwort auf "Und ich verzichte ..."
  2. HURRA - Die Konzerne verzichten auf betriebsbedingte Kündigungen. Endlich wird in diesem Land wieder etwas für die Menschen getan. Entgegen der Gepflogenheiten bei Zeitarbeitersfirmen (Sklavenvermittlern), Zulieferern, ausgelagerten Firmenteilen, ..., konnten sich die Konzerne zur Ankündigung einer solch edelmütigen Großtat durchringen.

    An der Vermarktung der Idee sollte allerdings noch gearbeitet werden. Ich empfehle hier den Blick nach Nordkorea zu wenden. In wärmevermittelnder Pose waren hier letzte Woche Bilder der dortigen Führung bei Besichtigung einiger irgendwie auch funktionierender Landwirtschaftsbetriebe zu sehen. Sonst denken die Meisten noch, der eigene Arbeitsplatz wäre die Normalität. Ebenso sollten kleine Filmchen in Erwägung gezogen werden, in welchen die übriggebliebenen etwa drei Vorzeigebetriebe, -objekte der jeweiligen Konzerne vorgestellt werden. Eine Sendung dieser halte ich (wie zu DDR-Zeiten) beim Sandmann für die erste Wahl. Wo sonst werden Eltern und Kinder noch gleichzeitig erreicht.

  3. Mein Gott, bin ich bescheiden geworden: Wenn der "Konjunkturgipfel" einen Beitrag dazu geleistet hat, dass Frau Merkel und Herr Steinbrück aus ihrem Tiefschlaf mit Beißreflex aufwachen, bin ich schon zufrieden. Die psychologische Wirkung eines solchen Gipfels ist auch nicht schlecht, er zeigt nämlich, dass alle gesellschaftlich bedeutenden Kräfte grundsätzlich bereit sind, zur Abfederung der Krise zusammenzuarbeiten.

    Jetzt müssten Merkel und Steinbrück nur noch ihren Warte-Plan aufgeben und sich an die Spitze einer dementsprechenden konzertierten Aktion in Europa setzen. Das ist aber wohl etwas zuviel Optimismus. Die Wirtschaftskorrespondenten werden daher wohl auch in den kommenden Wochen nicht darum herum kommen, weiterhin massiv Druck auf die Bundesregierung zu machen. Immerhin dürfen sie sich durch den Gipfel ermuntert fühlen. Er ist nämlich vor allem das Ergebnis der Arbeit sehr verantwortungsbewusster Journalisten.

  4. Ich kann Ihnen da nur beipflichten.
    Es ist doch toll etwas zu versprechen, das man sowieso schon vor hatte. War es doch schon in letzter Zeit der allgemeine Tenor der Industrie die Fachkräfte nicht einfach auf die Straße zu setzen nur weil der Gewinnzuwachs gerade prozentual nicht mehr im zweistelligen Bereich liegt.
    Weil die Industrie gemerkt hat, das es extrem schwer ist wieder Fachkräfte zu bekommen wenn es wieder aufwärts geht. Wen wunderts wenn die gleichen Leute die Fachkräfte verlangen keine Ausbilden wollen. Da kommen die aber auch noch dahinter.
    Was die Größenwahnsinnigen Spinner angeht. Ich dachte das wäre allgemein bekannt. Denen geht es doch immer nur um Machterhalt.

    Antwort auf "Und ich verzichte ..."
  5. Die Konzerne wollen und machen genau das Gegenteil mit der Unterstützung der Frau Merkel. Es wir viel mehr Arbeitslose geben. Keine Steuereinnahmen mehr und wovon will Frau Merkel den Kombilohn zahlen? Wieso wird die MWST nicht massiv sofort gesenkt. Die Erhöhung konnte Sie auch sofort durchführen für Nichts. Ich habe nirgends gelesen: Die Erhöhung wurde für den Schuldenabbau genommen. Dafür versenkte und versenkt unser Geld nur im Ausland, erfolglos. Wieviel hätte man bei uns in die Bildung, Ausbau der Kinderbetreuung usw. verwenden können bzw. haben können!! Der Erfolg der Frau Merkel ist regelmäßig nachzulesen bei der EU, PISA, OECD usw..

  6. "Keine betriebsbedingten Kündigungen" im Klartext: Die alten Pfründe bleiben gesichert, junge Menschen müssen eben warten, bis die Krise vorbei ist, dann können sie sich als Leiharbeiter bewerben. Solange werden sie in Maßnahmen und Weiterbildungen gesteckt, diese zahlen wir alle.
    Interessant wird es, wenn wir erfahren, wer sich da wieder die Taschen vollstopft, denn das der Staat das irgendwie fördert, ist ja wohl klar.

  7. 8. Show

    Jeder, der irgendwelche auch nur "unterste Managementebene"- Erfahrung hat, weiss, dass Besprechungen in so einem Rahmen keinen Sinn machen, nur Kosten.
    Aber geschenkt, medienwirksam am Sonntag, wo wie einfachen Leute frei haben, rackern sich die ab - toll!
    Alarmierend finde ich die Absichtserklaerung der Industrie : mir war noch gar nicht so klar, wie hoch der Anteil der Leiharbeiter schon ist!
    Bestuerzend finde ich, dass man Investitionen in Infrastrukturprojekte noch immer nicht taetigt : ein Argument gegen solche ist doch, dass sie erst spaet greifen. aber durch Vor-sich-her-schieben wird es nicht schneller und es gibt ja wohl keinen Zweifel daran, dass das auf jeden Fall passieren muss!

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