Krisentreffen Regierung appelliert an Unternehmen

Die Politik könne die Konjunktur alleine nicht stützen, sagt Kanzlerin Merkel. Außenminister Steinmeier ruft die Firmen auf, Beschäftigte möglichst lange zu halten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) haben zu einem nationalen Kraftakt gegen die Wirtschaftskrise aufgerufen. "Es kommt darauf an, dass wir gemeinsam Verantwortung übernehmen", sagte Merkel vor dem Krisentreffen im Kanzleramt, an dem neben Vertretern der Koalition auch Topmanager, Verbandsvertreter und Ökonomen teilnahmen. Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften müssten an einem Strang ziehen.

Steinmeier warb ebenso für gemeinsames Handeln. Der Staat müsse gezielt entlasten: "Es muss kraftvoll gehandelt werden, aber auch mit Köpfchen." Neben mehreren Bundesministern, Bundesbank-Präsident Axel Weber und den Vorsitzenden der großen Gewerkschaften nahmen auch Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann, Siemens-Chef Peter Löscher und Telekom-Boss René Obermann an dem Krisentreffen teil. Konkrete Beschlüsse wurden jedoch nicht erwartet.

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Merkel zufolge will die Regierung im Januar entscheiden, ob sie neben dem bereits beschlossenen Konjunkturpaket weitere Maßnahmen gegen die Krise für erforderlich hält. Außerdem will die Kanzlerin noch in dieser Woche mit den Ministerpräsidenten über das Vorziehen von Investitionen in die Infrastruktur zu beraten. "Alles, was wir im nächsten Jahr tun, sollte Deutschland stärken und kein Strohfeuer sein."

Steinmeier betonte, jeder Euro müsse im Jahr 2009 sinnvoll für Beschäftigung ausgegeben werden. "Das darf nicht das Jahr der Entlassungen werden." Er appellierte an die Unternehmen, Beschäftigt so lange wie möglich zu halten und angesichts der Krise nicht voreilig zu entlassen.

Leser-Kommentare
  1. Arbeitnehmer müssen den Gürtel enger schnallen. Lohnforderungen sollen "real" sein. Ackermänner und Zumwinkels greifen ungeniert weiter in den Honigtopf. Bürger sollen Kredite aufnehmen und kaufen, kaufen, kaufen. Regieren ist ja sooo einfach.

  2. Steuerschecks für Leute die gar keine Steuern zahlen (können)? Soll das jetzt ein Witz sein, oder halten die ihr Volk für total bekloppt
    Seit wann zahlen Rentner, Sozialhilfeempfänger, Billiglöhner, Studenten, Kinder etc. Steuern, die man ihnen erlassen oder mildern könnte? - Alles Augenwischerei.

    • Anonym
    • 14.12.2008 um 19:46 Uhr

    Wäre es nicht so traurig, man müsste lachen. Ist unsere Regierung derart machtlos, dass sie an Unternehmen "appellieren" muss? Verflucht nochmal, es geht hier darum, ob dass Jahr 2009 zur schieren Katastrophe für das Deutsche Volk ausartet, oder ob man jetz, wo eventuell, auch wenn nicht mehr viel, Zeit ist, etwas zu tun, und was tun die?
    Sie sitzen stundenlang zusammen und es kommt nichts dabei heraus!
    Kann mir mal jemand sagen, warum in unserem Staat jede Entscheidung Wochen, ja Monate dauert?, während in anderen Ländern der Welt, unter jedmöglichem Regierungssystem, Entscheidungen innerhalb von Tagen möglich sind, sitzen unsere Führer zusammen und warten, warten und warten. Gegen blinden Aktionismus, wie es ach so schön heißt, bin ich auch, das führt zu nichts. Und auch einfach mit Milliardenbeträgen um sich zu werfen kann die Lösung nicht sein - wohl eher das Problem. Aber dass man einen Lösungsweg nicht konsequent zu Ende denkt und dann dementsprechend handelt, Herr Gott nochmal, wenn man dazu nicht in der Lage ist, dann hat man eben als FÜhrungspersönlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland nichts mehr verloren!
    Warum habe ich eigentlich seitdem ich mich für Politik interessiere das Gefühl, dass unsere Führungsriege mehr und länger darüber diskutiert, wie man uns verarschen könnte, als darüber, wie man uns helfen könnte, ein besseres Leben zu führen?

  3. Schönes Bild, liebe Zeit! Da flattert sie mit ihren Flügelchen wie ein Kanarienvögelchen tiefen unten bei den Kohleflözen, derweil das Gas langsam nach oben kriecht.

    Die besseren Reden werden anderswo gehalten:

    "Stattdessen werden die Emissionen jedoch laut Prognose der Internationalen Energieagentur aller Wahrscheinlichkeit nach über das nächste halbe Jahrhundert um fast 100 Prozent ansteigen. Damit hätten wir genügend Treibhausgase produziert, um auf einen Schlag gleich mehrere der kritischen Tipping Points zu passieren."

    Zu finden bei Telepolis: Wer wird die Arche bauen?

  4. Was wir wirklich brauchen, sind Investitionen in die Zukunft. Wir brauchen wirklich Hilfe für Unternehmen um Arbeitsplätze zu sichern!
    Gerade kleine Firmen, die vom Export abhängig sind, brauchen zur Zeit dringend Kredite um Entwicklungen und Aufträge zu finanzieren. Auch um ausländischen Kunden Finanzierungen anzubieten, die wegen der Krise keine Kredite von Ihrer Bank bekommen. Als kleines Unternehmen muss man jetzt auch noch Bankaufgaben übernehmen, da die Banken nicht mehr ihre eigentlichen Aufgabe nachkommen!
    Was macht die Bundesregierung? Außer den Banken zu helfen? Ein Programm "Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung" KfW-Sonderprogramm 2009 mit 15 Milliarden Euro.
    Doch für die o.g. Aufgaben sind die Kredite nicht vorgesehen! Statt dessen sind in dem Programm Kredite für Investitionen in Gebäude und Anlagen, Lager usw. vorgesehen. Welches kleine Unternehmen das unter der Krise leidet baut Büros, Hallen oder kauft Anlagen? Und die ausländischen Kunden sind dadurch immer noch nicht in der Lage Maschinen zu kaufen. Es muss irgendwann doch auch den letzten auffallen, dass wir als Exportweltmeister am meisten vom Export abhängig sind. Die Banken und die Regierung scheinen jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren zu haben!
    Was wir brauchen, sind Investitionen in die Zukunft. Staatliche Unterstützung bei der Entwicklung neuer Produkte. Andere Länder wie Japan gehen bereits diesen Weg. Was für uns wiederum Wettbewerbsnachteile nach sich bringt, wenn wenn wir diesen Weg nicht gehen. Es ist tausend mal besser Mitarbeiter für Entwicklungen und den Bau von Prototypen, als für Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit zu bezahlen!
    Unsere Entwicklungen von heute, sind die Produkte von Morgen. Und da sollte es unser ureigenes Interesse sein, dort Weltklasse zu bleiben.

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    Deutschland ist wohl noch Exportweltmeister. Das ist eines der Probleme in der Krise, denn man hat dafür den Binnenmarkt durch die Niedriglohnpolitik gezielt geschwächt (dazu Prof. Thomas von der Vring: "Bilanz der Lohnzurückhaltung 2000-2007 im volkswirtschaftlichen Kreislauf Deutschlands"; wcco0y847.homepage.t-online.de/Aufsaetze/Bilanz%20LZ.pdf).

    Dass nun der Steuerzahler dafür geradestehen muss, die vor allem im Ausland entstandenen Finanzverluste auszugleichen, ist abenteuerlich. Denn es werden mit Steuern die Gewinne abgesichert, die man in Deutschland nicht als Lohn ausgezahlt, sondern in das Ausland verschoben hat. Der langjährige Verzicht im Binnenmarkt führt also nun zu noch mehr Verzicht. Das war natürlich so nicht geplant, aber dass das Modell "Löhne wie in China, leben wie in Deutschland" funktionieren könne, hat doch wohl niemand ernsthaft erwartet?

    Insofern ist es eigentlich unsinnig, schlechtem Geld noch gutes hinterherzuwerfen. Aber was will die Regierung anderes tun, wenn sie nicht von heute auf morgen den Zusammenbruch erklären will? Dass innerhalb einer Woche 500 Mrd. Euro für die Finanzindustrie bereitgestellt und Sparguthaben garantiert wurden, ist selbst erklärend.

    Ich denke, dass die Menschen hier klug und flexibel genug sind, ihre persönlichen Vorteile und Fähigkeiten einzuschätzen und zu nutzen. Das verlangt ein Umdenken und auch die Fragen, was man real für seine Leistung bekommt, und wie weit man sich fremden Interessen beugen muss, werden gestellt werden. Unangenehm ist das nur für die, die meinen, dass alles gesteuert, reguliert und überwacht werden muss, damit Geld aus Geld entstehen kann. Weil das Datum so schön passt, nenne ich als Beispiel Melitta Bentz, die zusammen mit ihrem Mann am 15. Dezember 1908 mit einem Firmenkapital von 73 Pfennigen das heute noch in Familienbesitz befindliche Unternehmen Melitta gegründet hat. Wie erfolgreich war diese Frau mit einer einfachen, nutzbringenden Idee im Vergleich zu den Finanzjongleuren, denen man heute hinterherläuft!

    Alles Gute
    Kai Hamann

    Deutschland ist wohl noch Exportweltmeister. Das ist eines der Probleme in der Krise, denn man hat dafür den Binnenmarkt durch die Niedriglohnpolitik gezielt geschwächt (dazu Prof. Thomas von der Vring: "Bilanz der Lohnzurückhaltung 2000-2007 im volkswirtschaftlichen Kreislauf Deutschlands"; wcco0y847.homepage.t-online.de/Aufsaetze/Bilanz%20LZ.pdf).

    Dass nun der Steuerzahler dafür geradestehen muss, die vor allem im Ausland entstandenen Finanzverluste auszugleichen, ist abenteuerlich. Denn es werden mit Steuern die Gewinne abgesichert, die man in Deutschland nicht als Lohn ausgezahlt, sondern in das Ausland verschoben hat. Der langjährige Verzicht im Binnenmarkt führt also nun zu noch mehr Verzicht. Das war natürlich so nicht geplant, aber dass das Modell "Löhne wie in China, leben wie in Deutschland" funktionieren könne, hat doch wohl niemand ernsthaft erwartet?

    Insofern ist es eigentlich unsinnig, schlechtem Geld noch gutes hinterherzuwerfen. Aber was will die Regierung anderes tun, wenn sie nicht von heute auf morgen den Zusammenbruch erklären will? Dass innerhalb einer Woche 500 Mrd. Euro für die Finanzindustrie bereitgestellt und Sparguthaben garantiert wurden, ist selbst erklärend.

    Ich denke, dass die Menschen hier klug und flexibel genug sind, ihre persönlichen Vorteile und Fähigkeiten einzuschätzen und zu nutzen. Das verlangt ein Umdenken und auch die Fragen, was man real für seine Leistung bekommt, und wie weit man sich fremden Interessen beugen muss, werden gestellt werden. Unangenehm ist das nur für die, die meinen, dass alles gesteuert, reguliert und überwacht werden muss, damit Geld aus Geld entstehen kann. Weil das Datum so schön passt, nenne ich als Beispiel Melitta Bentz, die zusammen mit ihrem Mann am 15. Dezember 1908 mit einem Firmenkapital von 73 Pfennigen das heute noch in Familienbesitz befindliche Unternehmen Melitta gegründet hat. Wie erfolgreich war diese Frau mit einer einfachen, nutzbringenden Idee im Vergleich zu den Finanzjongleuren, denen man heute hinterherläuft!

    Alles Gute
    Kai Hamann

  5. genau die jenigen, die sich noch vor kurzem als Global-Player feiern ließen und nationale Interessen mit einem geringschätzigen Lächeln quittierten. Das diese überhaupt anreisen und zuhören zeigt, es gibt was zu holen. Denn die Zugeständnisse / Zusagen, die die Regierungsvertreter erbitten müssen (bald sind ja Wahlen!), die werden ihren Preis haben.
    Ein Mitnahmeeffekt mit patriotischer Verantwortung so zu sagen. Genial!

  6. Die Frage hierzu lautet also:

    Wie kann gewährleistet werden, dass konsumiert wird, der Staat ausreichend Steuern einnimmt, aber die Steuerbelastung dennoch ausgeglichen, d.h. gerecht gestalltet wird? Richtig?

    Gibt's weitere Vorschläge oder anders gefragt, wie kann das gelöst werden?

    http://www.bundesfinanzmi...
    http://de.wikipedia.org/w...
    http://de.wikipedia.org/w...
    http://de.wikipedia.org/w...

  7. Deutschland ist wohl noch Exportweltmeister. Das ist eines der Probleme in der Krise, denn man hat dafür den Binnenmarkt durch die Niedriglohnpolitik gezielt geschwächt (dazu Prof. Thomas von der Vring: "Bilanz der Lohnzurückhaltung 2000-2007 im volkswirtschaftlichen Kreislauf Deutschlands"; wcco0y847.homepage.t-online.de/Aufsaetze/Bilanz%20LZ.pdf).

    Dass nun der Steuerzahler dafür geradestehen muss, die vor allem im Ausland entstandenen Finanzverluste auszugleichen, ist abenteuerlich. Denn es werden mit Steuern die Gewinne abgesichert, die man in Deutschland nicht als Lohn ausgezahlt, sondern in das Ausland verschoben hat. Der langjährige Verzicht im Binnenmarkt führt also nun zu noch mehr Verzicht. Das war natürlich so nicht geplant, aber dass das Modell "Löhne wie in China, leben wie in Deutschland" funktionieren könne, hat doch wohl niemand ernsthaft erwartet?

    Insofern ist es eigentlich unsinnig, schlechtem Geld noch gutes hinterherzuwerfen. Aber was will die Regierung anderes tun, wenn sie nicht von heute auf morgen den Zusammenbruch erklären will? Dass innerhalb einer Woche 500 Mrd. Euro für die Finanzindustrie bereitgestellt und Sparguthaben garantiert wurden, ist selbst erklärend.

    Ich denke, dass die Menschen hier klug und flexibel genug sind, ihre persönlichen Vorteile und Fähigkeiten einzuschätzen und zu nutzen. Das verlangt ein Umdenken und auch die Fragen, was man real für seine Leistung bekommt, und wie weit man sich fremden Interessen beugen muss, werden gestellt werden. Unangenehm ist das nur für die, die meinen, dass alles gesteuert, reguliert und überwacht werden muss, damit Geld aus Geld entstehen kann. Weil das Datum so schön passt, nenne ich als Beispiel Melitta Bentz, die zusammen mit ihrem Mann am 15. Dezember 1908 mit einem Firmenkapital von 73 Pfennigen das heute noch in Familienbesitz befindliche Unternehmen Melitta gegründet hat. Wie erfolgreich war diese Frau mit einer einfachen, nutzbringenden Idee im Vergleich zu den Finanzjongleuren, denen man heute hinterherläuft!

    Alles Gute
    Kai Hamann

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