Ein italienischer Gastwirt aus Erfurt darf in dem Mafia-Buch der Journalistin Petra Reski nicht mehr als mutmaßliches Mitglied der kalabrischen "Ndrangheta" erwähnt werden. Das Landgericht München I bestätigte nach Angaben vom Dienstag die von dem Wirt erwirkte einstweilige Verfügung gegen eine Passage des Buches Mafia ­ Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern . Damit wurde der Widerspruch des Droemer Verlags zurückgewiesen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

In der mündlichen Verhandlung am Montagabend hatte die Journalistin, die auch für die ZEIT schreibt, die Quellen für ihre Behauptung über den Gastronomen genannt. Sie habe Schriftstücke von einem leitenden Ermittler der Anti-Mafia-Behörden in Rom erhalten und mit diesem auch gesprochen. Der Fahnder habe ihr bestätigt, dass gegen den Gastwirt wegen Mafiazugehörigkeit "in leitender Position" ermittelt werde.

Auch Staatsanwälte in Duisburg und Köln hätten ihr die Passage über den Mann bestätigt. Dem Gericht reichte dies aber nicht aus. Zweifel an den Quellen der Autorin gingen zu deren Lasten. Der Anwalt des Wirts erklärte, die Behauptungen über seinen Mandanten seien unwahr. Eine schriftliche Begründung der Gerichtsentscheidung steht noch aus.