Anschlag auf Passaus Polizeichef Großfahndung nach dem Täter

Alois Mannichl wurde vermutlich von einem Neonazi niedergestochen, weil er gegen Rechtsextreme vorgegangen war. Politiker fordern ein hartes Vorgehen gegen Rechts

Nach dem Attentat sprach der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Sonntag von einer neuen Dimension rechter Verbrechen in dem Bundesland. Der 52 Jahre alte Mannichl war wegen seines Vorgehens gegen Rechtsextreme vor allem im Internet von den Rechten geschmäht worden.

Trotz einer Großfahndung in Niederbayern und dem angrenzenden Österreich konnte der Täter zunächst nicht gefasst werden. Sollten sich die bisherigen Ermittlungsergebnisse bestätigen, sei das "eine Eskalation der Gewalt", betonte Innenminister Herrmann. Er kündigte Konsequenzen an und schloss nicht aus, dass der Anschlag auf Mannichl zu einer neuen Diskussion über ein mögliches Verbot der NPD führen könne. Auch die bayerische SPD-Landtagsfraktion forderte ein entschlossenes Handeln gegen Neonazis, ebenso wie die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth. "Das ist ein Angriff auf uns alle", sagte Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU).

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Der unbekannte Täter, der als etwa 1,90 Meter groß und glatzköpfig beschrieben wurde, hatte Mannichl vor der Tür seines Reihenhauses in der Dunkelheit aufgelauert, ihn zunächst mit nationalistischen Parolen beleidigt und ihm dann ein Messer in den Bauch gerammt. Die elf Zentimeter lange Klinge verfehlte das Herz nur knapp. 

Nach einer Notoperation ist der Polizeichef außer Lebensgefahr. Die Ärzte hoffen, dass Mannichl zu Weihnachten wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden kann. Er und seine Familie wurden unter Polizeischutz gestellt.

"Viele Grüße vom nationalen Widerstand", soll der Täter während der Attacke zu Mannichl gesagt haben. Anschließend warf der Mann das Messer in der Nähe weg und fuhr mit einem Auto davon. Die Polizei schließt nicht aus, dass in dem Wagen ein Komplize wartete.

Der Polizeichef konnte nach dem Anschlag noch selbst seinen Kollegen Hinweise auf den Täter geben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen versuchten heimtückischen Mordes - zwar in alle Richtungen, aber eine rechtsextremistische Tat gilt als die wahrscheinlichste Version.

In Passau hatte es in diesem Jahr mehrere Polizeiaktionen gegen die rechte Szene gegeben. Im Juli hatten Rechte nach der Beerdigung eines ehemaligen Neonazi-Funktionärs in der Stadt randaliert und mehrere Menschen angegriffen. Da bei der Beisetzung auch eine Hakenkreuzflagge in das Grab geworfen wurde, hatten die Ermittler später das Grab öffnen und die Fahne entfernen lassen.

Leser-Kommentare
  1. [...]

    abendzeitung. de/muenchen/72560

    [Gelöscht. Bitte unterlassen Sie das wörtliche Kopieren fremder Texte. Danke. /Die Redaktion pt.]

  2. [...]

    ksta. de/html/artikel/1228515327225.shtml

    [Gelöscht. Bitte unterlassen Sie das Kopieren fremder Texte - beschränken Sie sich bitte auf den Link zur Quelle und eine kurze Zusammenfassung in eigenen Worten. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • Anonym
    • 14.12.2008 um 16:35 Uhr

    sind die braunen Relativierer sofort zur Stelle.

  3. schreit dann auch mal die Rechtskonservative Ecke auf, die gestern noch behauptete, wir haben kein Problem mit Rechtsextremismus.
    Schlimm dass dafür erst ein Mensch angegriffen werden muss, der einem nicht egal ist...

  4. Ich kann keine neue Dimension rechter Gewalt erkennen.

    Daß "Migranten" und profilierte Antifaschisten um ihr Leben bangen müssen, ist doch gelebte Tradition in diesem Lande.

    Ich hoffe doch nicht, daß wahr ist, was ich vermute, daß mit "neuer Dimension" gemeint ist, daß es diesmal einen Vertreter der Obrigkeit erwischt hat, und daß für rechte Politiker erst darin etwas bemerkenswert Verwerfliches liegt.

  5. "Alois Mannichl wurde vermutlich von einem Neonazi niedergestochen."

    Da bringen die Einen Darstellungen anderer Straftaten, (deren Urteile z.T. nicht wirklich nachvollziehbar erscheinen).

    Und Andere bezeichnen sie dafür wieder gleich als „braune Relativerer“.

    Nur Genaues weiß keiner von beiden Seiten, oder war einer dabei?

    Aber alle sind schon wieder schlauer als die Ermittlungen, welche noch andauern.

    Der Polizeichef hat zunächst einmal die Person beschrieben, und aus den nationalistischen Parolen, welche der Täter nach dem Angriff zum Opfer sagte, liegt die Vermutung eines rechtsradikalen Hintergrundes auch durchaus nahe.

    Aber gerade mit Vermutung sollte man spätestens seit Vorfällen wie November 2007 in Mittweida etwas zurückhaltender agieren.

    Da hat damals auch tagelang die gesamte Republik „geglüht“ und eine ganze Region wurde als braun verunglimpft, weil man „angeblich tatenlos“ von den Balkonen zugeschaut habe.
    Heute ist das ehemalige Opfer verurteilt, weil es die Straftat lt. Gerichtsurteil nie gegeben haben soll.

    Solange hier also keine detaillierten Ermittlungsergebnisse vorliegen, halte ich persönlich etwas mehr Zurückhaltung für angebrachter.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • LB
    • 14.12.2008 um 18:08 Uhr

    Wenn die ersten beiden Beiträge keine Relativierung sind, was dann? Sie stehen inhaltlich in keinem direkten Zusammenhang zur Tat. Erklären Sie mir das doch bitte.

    Noch ist nichts bewiesen, soviel ist klar. Darauf weisen Sie zurecht hin. Doch die Hinweise deuten schon ziemlich deutlich auf eine rechtsextreme Tat hin (Ausruf und Erscheinung des Täters), das geben ja auch Sie zu.

    Eine "neue Dimension" (typische politische Empörungsäußerung) kann ich allerdings auch nicht erkennen.

    MfG aus dem Pott
    LB

    • Anonym
    • 15.12.2008 um 4:50 Uhr

    Antenne 1: ich bin keineswegs dafür, die Kriminalitätsrate unter ausländischen Jugendlichen als gesellschaftliches Problem zu vernachlässigen. Dass diese existiert (die bayrische Polizei hat darüber ein ausgiebiges PdF, ich bin momentan zu faul, danach zu suchen) und man dagegen vorgehen muss, ist klar.

    Gleichzeitig: es ist eindeutig ein Defensivmechanismus der Neonazis, dass sie, wann immer irgendwo über (nachgewiesene oder vermutete) rechte Gewalt berichtet wird, sofort irgendwelche Verbrechen von Ausländern oder Linken (Danke Schwarzbart für Ihren Kommentar hierzu!!) aufzählen. Die Tat des ursprünglichen Artikels wird dabei niemals irgendwie verurteilt, und oftmals nicht mal erwähnt.

    Da solche Postings nichts weiter im Sinn haben, als das zuerst erwähnte Verbrechen herunterzuspielen, bezeichne ich den ersten Kommentator als braunen Relativierer.

    MfG

    >>Der Polizeichef hat zunächst einmal die Person beschrieben, und aus den nationalistischen Parolen, welche der Täter nach dem Angriff zum Opfer sagte, liegt die Vermutung eines rechtsradikalen Hintergrundes auch durchaus nahe.

    Aber gerade mit Vermutung sollte man spätestens seit Vorfällen wie November 2007 in Mittweida etwas zurückhaltender agieren. <<

    schreiben Sie.

    Damit bezeichnen Sie es implizit als naheliegend, Mannichl hätte sich die Verletzungen selbst beigebracht, jedenfalls sei eine Beurteilung vorschnell, solange dies nicht zweifelsfrei ausgeschlossen sei.

    Zu dem Vorgang in Mittweida habe ich Informationen gesucht, und unter anderem diesen Eintrag gefunden. Darin heisst es, und die Schuhe darin, die passen, können Sie sich gerne anziehen:

    >>Solche Vorfälle sind natürlich besonders bitter, da diese von Neonazis und Sympathisanten ausgeschlachtet werden, um die zahlreichen Überfälle von Rassisten und Rechtsextremisten zu relativieren. Außerdem wird die Glaubwürdigkeit der Opfer rechter Gewalt angekratzt - und viele Menschen und staatlichen Stellen wollen die Übergriffe sowieso schon nicht wahrhaben.<<

    Offenbar spielt es bei der juristischen Beurteilung von Morden oder Mordversuchen keine oder kaum eine Rolle, ob beispielsweise ein rechtsextremer Hintergrund vorhanden ist.

    Aus der politischen Diskussion aber versuchen Sie die von der Staatsanwaltschaft zu Protokoll gegebenen Sätze des Angreifers - «Viele Grüße vom nationalen Widerstand. Du linkes Bullenschwein, du trampelst nimmer auf den Gräbern unserer Kameraden herum.» herauszunehmen, indem Sie verlangen, erst müsse zweifelsfrei geklärt werden, ob der schwerverletzte Polizeichef nicht gelogen, das Ganze nur vorgetäuscht habe.

    Abgesehen davon, dass Sie ihm so indirekt eine Straftat unterstellen - da gilt übrigens die Unschuldsvermutung, niemand muss beweisen, dass er nicht gelogen hat! - ist das zwar nicht das mieseste, was ich hier an Kommentaren gelesen habe, einiges zur Opferrolle von Rechtsradikalen übertrifft Sie da noch um Längen -, es stellt aber einen unglaublich dreisten Versuch dar, die Diskussion darüber, ob und wie hier ein couragierter Polizeibeamter, und mit ihm die Polizei selber, eingeschüchtert werden sollte, mit nur scheinbar vernünftigen Gründen, in Wirklichkeit aber unerträglichen Verdrehungen und angedeuteten Unterstellungen, zu verhindern.

    • LB
    • 14.12.2008 um 18:08 Uhr

    Wenn die ersten beiden Beiträge keine Relativierung sind, was dann? Sie stehen inhaltlich in keinem direkten Zusammenhang zur Tat. Erklären Sie mir das doch bitte.

    Noch ist nichts bewiesen, soviel ist klar. Darauf weisen Sie zurecht hin. Doch die Hinweise deuten schon ziemlich deutlich auf eine rechtsextreme Tat hin (Ausruf und Erscheinung des Täters), das geben ja auch Sie zu.

    Eine "neue Dimension" (typische politische Empörungsäußerung) kann ich allerdings auch nicht erkennen.

    MfG aus dem Pott
    LB

    • Anonym
    • 15.12.2008 um 4:50 Uhr

    Antenne 1: ich bin keineswegs dafür, die Kriminalitätsrate unter ausländischen Jugendlichen als gesellschaftliches Problem zu vernachlässigen. Dass diese existiert (die bayrische Polizei hat darüber ein ausgiebiges PdF, ich bin momentan zu faul, danach zu suchen) und man dagegen vorgehen muss, ist klar.

    Gleichzeitig: es ist eindeutig ein Defensivmechanismus der Neonazis, dass sie, wann immer irgendwo über (nachgewiesene oder vermutete) rechte Gewalt berichtet wird, sofort irgendwelche Verbrechen von Ausländern oder Linken (Danke Schwarzbart für Ihren Kommentar hierzu!!) aufzählen. Die Tat des ursprünglichen Artikels wird dabei niemals irgendwie verurteilt, und oftmals nicht mal erwähnt.

    Da solche Postings nichts weiter im Sinn haben, als das zuerst erwähnte Verbrechen herunterzuspielen, bezeichne ich den ersten Kommentator als braunen Relativierer.

    MfG

    >>Der Polizeichef hat zunächst einmal die Person beschrieben, und aus den nationalistischen Parolen, welche der Täter nach dem Angriff zum Opfer sagte, liegt die Vermutung eines rechtsradikalen Hintergrundes auch durchaus nahe.

    Aber gerade mit Vermutung sollte man spätestens seit Vorfällen wie November 2007 in Mittweida etwas zurückhaltender agieren. <<

    schreiben Sie.

    Damit bezeichnen Sie es implizit als naheliegend, Mannichl hätte sich die Verletzungen selbst beigebracht, jedenfalls sei eine Beurteilung vorschnell, solange dies nicht zweifelsfrei ausgeschlossen sei.

    Zu dem Vorgang in Mittweida habe ich Informationen gesucht, und unter anderem diesen Eintrag gefunden. Darin heisst es, und die Schuhe darin, die passen, können Sie sich gerne anziehen:

    >>Solche Vorfälle sind natürlich besonders bitter, da diese von Neonazis und Sympathisanten ausgeschlachtet werden, um die zahlreichen Überfälle von Rassisten und Rechtsextremisten zu relativieren. Außerdem wird die Glaubwürdigkeit der Opfer rechter Gewalt angekratzt - und viele Menschen und staatlichen Stellen wollen die Übergriffe sowieso schon nicht wahrhaben.<<

    Offenbar spielt es bei der juristischen Beurteilung von Morden oder Mordversuchen keine oder kaum eine Rolle, ob beispielsweise ein rechtsextremer Hintergrund vorhanden ist.

    Aus der politischen Diskussion aber versuchen Sie die von der Staatsanwaltschaft zu Protokoll gegebenen Sätze des Angreifers - «Viele Grüße vom nationalen Widerstand. Du linkes Bullenschwein, du trampelst nimmer auf den Gräbern unserer Kameraden herum.» herauszunehmen, indem Sie verlangen, erst müsse zweifelsfrei geklärt werden, ob der schwerverletzte Polizeichef nicht gelogen, das Ganze nur vorgetäuscht habe.

    Abgesehen davon, dass Sie ihm so indirekt eine Straftat unterstellen - da gilt übrigens die Unschuldsvermutung, niemand muss beweisen, dass er nicht gelogen hat! - ist das zwar nicht das mieseste, was ich hier an Kommentaren gelesen habe, einiges zur Opferrolle von Rechtsradikalen übertrifft Sie da noch um Längen -, es stellt aber einen unglaublich dreisten Versuch dar, die Diskussion darüber, ob und wie hier ein couragierter Polizeibeamter, und mit ihm die Polizei selber, eingeschüchtert werden sollte, mit nur scheinbar vernünftigen Gründen, in Wirklichkeit aber unerträglichen Verdrehungen und angedeuteten Unterstellungen, zu verhindern.

    • LB
    • 14.12.2008 um 18:08 Uhr

    Wenn die ersten beiden Beiträge keine Relativierung sind, was dann? Sie stehen inhaltlich in keinem direkten Zusammenhang zur Tat. Erklären Sie mir das doch bitte.

    Noch ist nichts bewiesen, soviel ist klar. Darauf weisen Sie zurecht hin. Doch die Hinweise deuten schon ziemlich deutlich auf eine rechtsextreme Tat hin (Ausruf und Erscheinung des Täters), das geben ja auch Sie zu.

    Eine "neue Dimension" (typische politische Empörungsäußerung) kann ich allerdings auch nicht erkennen.

    MfG aus dem Pott
    LB

    Antwort auf "Es heißt im Artikel"
  6. nicht zufällig wird vermutet, dass der attentäter aus dem bereich der faschisten kommt.
    zulange sind die rasistischen gewalttaten der sogenannten neofaschisten in deutschland akzeptiert wurden.
    es wird zeit, dass die polizei ihre strategie des schutzes faschistischer aufmärsche in den städten überdenkt und die gerichte ein generelles verbot aussprechen. denn faschismus ist keine meinung, sondern ein verbrechen.
    die nazis sind nicht nur eine gefahr für linke und immigranten, sondern auch für die politische "kultur" in diesem land. es stellt sich nur die frage, wer braucht diese faschisten?
    das mittel der faschisten, unliebsame funktionsträger staatlicher macht, durch attentate aus dem weg zu räumen, ist ja auch nicht neu. weimar läßt grüßen.
    mit entsetzen lese ich dann in den beiden ersten kommentaren berichte über straftaten von immigranten. es ist an der grenze des vertretbaren, eigentlich geht es darüber hinaus, dies hier lesen zu müssen. der verfasser versucht indirekt durch seine einstellung derartiger kommentare, den eindruck zu erwecken, dass faschistische gewalt gerechtfertigt werden könnte, wegen von immigranten begangener straftaten. jeder gute und seriöse journalist würde eine derartige berichterstattung meiden. da sie den eindruck zu vermitteln sucht, dass die herkunft eines menschen etwas mit der disposition für straftaten zu tun hätte.
    dem liegt ein rassitisches weltbild zugrunde, bzw. bedient ein solches.
    Erinnert sei hier noch mal an die aktion der vvn/bda "nonpd", besser währe vielleicht "no-nazis".

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