Finanzmärkte Die umstrittene Zinspolitik der Notenbanker
Um schlimmere Verwerfungen zu verhindern, wollen die Notenbanken das freie Spiel der Marktkräfte beeinflussen. Das verzögert eine Lösung der Krise, sagt unser Börs-o-Meter
Der freie Markt hat derzeit wahrlich keinen guten Ruf. Von gierigen Heuschrecken ist die Rede, die die Krise verursacht haben sollen. Spekulanten stehen am Pranger, weil sie Aktien verkauft haben, die ihnen gar nicht gehören, in der Hoffnung, sie später billiger zurückkaufen zu können.
Dabei haben wir es längst nicht mehr mit freien Finanzmärkten zu tun. Seit Monaten haben die Regierungen an den Aktienmärkten das freie Spiel der Kräfte ausgesetzt - in der Hoffnung, den Kursverfall bremsen zu können. Die Kurse aber sanken dennoch, weil sich der Markt eben nur begrenzt zähmen lässt; am Ende holt er sich doch, was ihm zusteht. Der freie Fall der Kurse lässt sich zwar kurzfristig stoppen, langfristig aber nicht. Die Krise wird zwar verschoben, nicht aber gelöst.
Nun wendet sich der Staat nach den Aktienmärkten auch den Rentenmärkten zu. Die US-Notenbank wird ihre Zinsen diese Woche wohl soweit senken, dass eine Null vor dem Komma steht. Ob sie ganz auf Null geht oder nur auf 0,5 Prozent, macht ökonomisch keinen Unterschied - niedriger können die Zinsen nicht sinken.
Das Problem: Selbst wenn die kurzfristigen Renditen sinken, können die Zinsen für langfristige Finanzierungen teuer bleiben oder sogar steigen. Viele Unternehmen und Haushalte brauchen aber langfristig Kredite. Für sie wird es so schwieriger sich zu refinanzieren, wenn die Banken ihre Zinssätze hoch halten. Die Notenbank hat hier nur begrenzt Einfluss: Zwar kann sie deutlich machen, dass ihr die hohen Renditen nicht passen, per Dekret kann sie eine Zinssenkung jedoch nicht verordnen.
Hinzu kommt, dass die expansive Politik der Regierungen das Zinsniveau eher nach oben treibt. Die Höhe der langfristigen Renditen wird normalerweise durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage und den Inflationserwartungen der Marktteilnehmer bestimmt. Verschuldet sich der Staat nun weiter, erhöht sich das Angebot am Kapitalmarkt, noch dazu wirkt eine solche expansive Politik inflationstreibend, was die Renditen eher erhöht denn senkt. Das kann den Notenbanken nicht gefallen.
Deshalb werden sie sich etwas anderes einfallen müssen. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass die Währungshüter auch an den Kapitalmärkten intervenieren, selbst lange Renten aufkaufen oder sogar ein explizites Renditeziel für bestimmte Laufzeiten formulieren. So können sie das Zinsniveau steuern. Allerdings nur wenn sie glaubhaft versichern können, dass sie wirklich alle Anleihen aufkaufen, selbst wenn die Renditen über das Ziel hinausschießen.
- Datum 09.04.2009 - 10:38 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"der markt holt sich was ihm zusteht"
geh produktiv arbeiten
die ddr war unbestritten in vielem schlecht,aber sie hatte einen asozialenparagrafen,den wir in umgekehrter form heute wieder bräuchten,da es offensichtlich keine andere möglichkeit gibt,die finanzmacht zu realwirtschaftlicher wertschaffung zu zwingen.
das war jetzt nicht SO ernst gemeint,aber in anbetracht der tatsache,dass wirtschaftswissenschaft heute ja als zweig der psychologie betrachtet wird,wäre es notwendig,die real arbeitenden bevölkerungsteile auch ordentlich zu pudern
ok,d.tschland ist eine exportabhängige wirtschaft und deshalb ist die binnennachfrage(löhne und gehälter) irrelevant,dieses gilt im umkehrschluss natürlich auch für die einkommen der finanziellen oberschicht.
wenn es für d.tschland egal ist,wieviel geld die unteren 2\3 der gesellschaft zum verkonsumieren haben,da dieser beitrag als marginal angesehen wird,ist die höhe der einkommen der oberen 1\3 immer zu hoch,da diese ihr geld (?böswillig?) immer dem konsum entziehen.
und ja.dieser kommentar trieft vor uninformiertheit,ressentiments und revanchismus aber WIRTSCHAFT IST PSYCHOLOGIE und ich bin psychologisch gesehen grade ganz schön angefressen
wahrscheinlich war es auch ziel dieser formulierung(markt-zusteht)solche reaktionen zu provozieren um der kritik so besser ihre berechtigung absprechen zu können
im endeffekt habe ich nur zu oft nachdenkseiten gelesen-das kann ja nur zu sowas führen
einen schönen tag noch
ihr kneipenterrorist
Krisen haben in gewisser Weise auch eine Bereinigungsfunktion. Wenn man mit aller Macht versucht dagegenzusteuern, verhindert man auch die Entwicklung von Neuem, vielleicht Besserem.
Den Markt mit Zinssenkungen mit Geld zu überschwemmen ist sicher nicht die richtige Lösung, um mit der Krise fertigzuwerden.
Vielmehr sollte der Staat und auch die Unternehmen in Infrastruktur investieren, die sich dann nachhaltig auszahlen wird.
Der Marktausblick ist ja nach wie vor nicht so rosig, man siehe hier:
http://www.sharewise.com/...
... für Rudi Ratlos und Udo Nervenberg ...
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