Bei der Vorstellung seines neuen Ministers in Chicago sagte der designierte US-Präsident Barack Obama: "Im 21. Jahrhundert wissen wir, dass die Zukunft unserer Wirtschaft und unserer nationalen Sicherheit unauflöslich mit einer Herausforderung verbunden sind: Energie." Amerika müsse neue Formen der Energie entwickeln und zugleich einen neuen Umgang mit Ressourcen erlernen, sagte er. Dies sei nicht nur eine Herausforderung für die Regierung, sondern für die gesamte Gesellschaft.

Obama hob bei der Vorstellung seines neuen Ministers die Bedeutung einer unabhängigeren Energieversorgung für die USA hervor. "Alle von uns kennen die Probleme, die in unserer Abhängigkeit von fremdem Öl ihre Ursache haben." Die US-Wirtschaft sei eingeschränkt, Reichtum werde in feindliche Staaten übertragen, und wir sind abhängig von instabilen Regionen.

Zwar hätten auch andere Präsidenten vor ihm die Bedeutung einer größeren Unabhängigkeit der Energieversorgung betont, sagte Obama. "Dieses Mal muss es aber anders sein, dieses Mal dürfen wir nicht versagen." Bei einem Treffen mit dem früheren Vizepräsidenten und Vorkämpfer des Klimaschutzes, Al Gore, hatte der Senator vor wenigen Tagen den Kampf gegen den Klimawandel als eine dringliche Angelegenheit bezeichnet, der zudem Arbeitsplätze schaffe.

Chu, der neue Energieminister und jetzige Leiter eines staatlichen Forschungslabors in Kalifornien, hatte 1997 den Nobelpreis erhalten. Er gilt als ein Vorreiter der Bewegung für eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien. Er sagte, er wolle sich dafür einsetzen, dass die Welt die Herausforderung des Klimawandels bewältigen werde.

Obama berief zugleich die frühere Leiterin der US-Umweltschutzbehörde, Carol Browner, zur Koordinatorin für Energie und Klimapolitik im Präsidialamt. Diese Stelle gab es bislang nicht.