OECD-Vergleich Deutschland bei frühkindlicher Bildung nur Mittelmaß

Bei der Förderung von Kindern unter sechs Jahren gibt es hierzulande noch viel zu tun. Vor allem die skandinavischen Länder schneiden weit besser ab

Gute Förderung im Kindergarten kann Benachteiligung ausgleichen

Gute Förderung im Kindergarten kann Benachteiligung ausgleichen

Bei der Qualität der Betreuung der Jüngsten erreicht Deutschland im Vergleich aller 25 OECD-Staaten nur Platz 14. Dies geht aus der ersten internationalen Vergleichsstudie hervor, die das Kinderhilfswerk Unicef am Donnerstag vorstellte.

Zehn Mindeststandards hatten die Forscher festgelegt, um zu messen, wie gut es um die Förderung der Kinder bestellt ist. Von diesen kann Deutschland nur fünf erfüllen. Die besten Noten für seine Kindergärten und Krippen erhält dagegen Schweden, das allen zehn Kriterien gerecht wird.

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Zur Spitzengruppe jener sechs Länder, die mindestens acht Merkmale erfüllen, gehören auch andere skandinavische Staaten wie Dänemark, Finnland und Norwegen. Auch Frankreich ist vorne mit dabei.

Für Carsten Schneider von Unicef ist wichtig, dass es bei dieser Untersuchung im Gegensatz zu Schulstudien nicht um Leistung geht. „Wir wollen nicht PISA in den Kindergarten hineintragen.“ Zu messen versucht haben die Wissenschaftler vielmehr, wie es um die Qualität des Angebots und die Verwirklichung der Rechte der Kinder bestellt ist.

Zu den Kriterien gehört deswegen neben der Ausbildung und der Bezahlung der Erzieher oder dem Vorhandensein besonderer Förderprogramme für benachteiligte Kinder auch die Frage, ob die Staaten ein wenigstens einjähriges Elterngeld anbieten.

Verschiedene Studien seien zu dem Urteil gekommen, dass unter einjährige Kinder am Besten zu Hause betreut werden, sagte der Autor der Studie, Peter Adamson. Deswegen sei es ein Qualitätsmerkmal, wenn Kinder dieses Alters gar nicht oder nur zu einem geringen Teil außer Haus betreut würden.

Leser-Kommentare
  1. Über Unzulänglichkeiten der Schulen wird seit längerem diskutiert. Wie erreicht man in möglichst heterogenen Klassen mit einer Lehrperson ein größtmögliches Maß an Förderung für jeden einzelnen Schüler ohne das es etwas kostet. So weit so schlecht.
    Nun scheinen viele des Glaubens, für kleine Kinder kann es nichts besseres geben als möglichst früh, möglichst ganztags in einer Kita untergebracht zu werden. So wird auch die Bildung der Jüngsten Ideologiedebatten und Endlosdiskussionen ausgesetz.
    Schüler dürfen es jetzt schon ausbaden, Kleinkinder und Kindergartenkinder werden folgen.

    • gauss
    • 11.12.2008 um 20:56 Uhr

    Man vergleicht höchst unterschiedliche Länder und bekommt am Ende das erwartete Ergebnis. Das sind wirklich spannende Untersuchungen. War es nicht zu erwarten, dass die frühkindliche Betreuung in Skandinavien besser ist als hier? In Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland ist es ökonomisch zwingend erforderlich das beide Elternteile arbeiten. Dies schon seit den 60er Jahren. Hätte es keinen Ausbau der Fremdbetreuung gegeben, so hätte es wohl mittlerweile den gesellschaftlichen Kollaps gegeben. Ein ähnliches Modell hat die DDR ja auch gehabt, jedenfalls haben die Skandinavier (zumindest die Finnen) sich dort Anleihen geholt.
    Anders die BRD. Hier war es in den 60er und 70er Jahren gar nicht nötig, dass beide Elternteile arbeiten gingen, ökonomisch betrachtet. Und auch heute schauen viele schwedische Ingenieure neidisch gen Süden, zu teureren Lebenshaltungskosten paaren sich niedrigere Bruttolöhne. Bei den Dänen war es früher nicht anders, hat sich in den letzten 20 Jahren aber eher umgekehrt.

    Daher ist die Betreuungsituation auch ungleich "schlechter". In Deutschland gab es einfach nicht den Bedarf.
    Man vergleicht hier 2 komplett unterschiedliche Systeme, nimmt aber nur die Krieterien des einen Systems. Und empört sich dann, dass das erwartete Ergebnis eingetroffen ist. Aber man sollte sich auch einmal fragen, was es den Skandinaviern denn letztendlich bringt und gebracht hat. Fehlende Integration, Ghettos mit annähernd 100% Ausländeranteil (!!) wie z.B. in Schweden, ein weltweit schlechtere Wettbewerbsfähigkeit als Deutschland, eine Kriminalität in den Städten Kopenhagen und Stockholm mit denen Berlin nicht mithalten kann, eine unterirdische medizinische Versorgung da das Geld eben woanders gebraucht wird, etc. Die Schweden pumpen Milliarden von Kronen in die frühkindliche, solidarische Betreuung von Migranten und sie erhalten nichts als Ghettos. Genau wie in Berlin. Die Polizei wagt nicht mehr alleine in Brennpunkte zu fahren, etc. Als habe man permanent ein déjà vu.

    Bildung ist gut, gerne auch schon ganz früh. Aber alle Eltern müssen das für sich entscheiden. Die einen wählen die Kita, die anderen bleiben zuhause. Wir sind ein freies Land. Da braucht man keine Studien, deren Ergebnis vorweg klar ist.

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    "that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"

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    Alleine wenn ich schon das bescheuerte Wort "Fremdbetreuung" höre. Mir war mein vater fremder als jede nachbarin oder Studentin, die auf mein Kind aufpasste. Immer dieses herabsetzende Vokabular. was wollen Sie denn? dann hat also eine typische neudeutsche Kleinfamilie mit papa, mama und kind den gesamten rest der welt als "fremde" und bleibt am besten isoliert und verblödet alleine für sich, vollends, in ihre Plattenbauwohnung in der tristen vorstadt. Und die Kinder bleiben uns dann später als asoziale, weltferne geschädigte Erwachsene, deren Psychologenkosten die von drei Kita-Betreuerinnen übersteigen.
    In den usa sagt man, dass sich jeder Dollar, den man ins "frühe" Kind steckt, sich später siebenfach bezahlt macht.

    Alleine wenn ich schon das bescheuerte Wort "Fremdbetreuung" höre. Mir war mein vater fremder als jede nachbarin oder Studentin, die auf mein Kind aufpasste. Immer dieses herabsetzende Vokabular. was wollen Sie denn? dann hat also eine typische neudeutsche Kleinfamilie mit papa, mama und kind den gesamten rest der welt als "fremde" und bleibt am besten isoliert und verblödet alleine für sich, vollends, in ihre Plattenbauwohnung in der tristen vorstadt. Und die Kinder bleiben uns dann später als asoziale, weltferne geschädigte Erwachsene, deren Psychologenkosten die von drei Kita-Betreuerinnen übersteigen.
    In den usa sagt man, dass sich jeder Dollar, den man ins "frühe" Kind steckt, sich später siebenfach bezahlt macht.

    • Rahab
    • 11.12.2008 um 21:03 Uhr

    keinen vergleich, um zu dieser feststellung zu gelangen. aber schön, wenn andere das auch merken - und mit vergleichszahlen belegen.

  2. Bildung für Spermien und Eizellen. Vermutlich wird dabei festgestellt, dass Deutschland in diesem Bereich hinterherhinkt, weil es dort Co-Edukation betreibt. ;-)

    Wer für alles offen ist , kann nicht ganz dicht sein.

    • Vadis
    • 11.12.2008 um 21:50 Uhr

    Herumgehacke auf Kinder überhaupt und unter sechs etc. Ceterum censeo, pueritiam esse delendam? Wollt ihr nicht eher Ruhe geben, bis die embryonale Pisastudie kursiert: Auweia, die skandi-navi-schen Embryos liegen mal wieder vorne. Pränatales Coaching per DVD erobert die europäischen Märkte.

    Worauf will solches Unterfangen eigentlich hinaus: auf Educational Gleichschalting. Alle gleich klug, alle gleich clever? Wer überhaupt erdreistet sich, allgemeingültige Parameter für Kindsein, Jugendsein, Erwachsensein, Berufsein, Erfolgsein, Menschsein aufzustellen? Philologisches Sezierertum nenne ich das, nicht ohne dass es mich ans Sektieren erinnerte.

    Oh, Himmel, lass mich Pommes Majo sein. Lass mich bildungsmäßig abkacken, durch Tiefen waten, dass ich Leben fresse und darüber ein Buch schreibe, notfalls über das periodische Bluten von Hämorrhoiden. Dazu kaufe ich mir einen Fremdwörterduden, ohne den auch ich die afteroiden Beschwerden nicht korrekt geschrieben hätte. Wenn das jetzt 'ne pisaische Frage gewesen wäre, Punkteabzug – und Skandinavier hätten keine solchen Malaisen, ja das wäre doch Wettbewerbsverzerrung erster ach du meine Güte.

  3. Also, ich wohne schon lange im "besseren" Land. Und wie schon gesagt, man kan ^Äpfel und Birnen nicht vergleichen.
    Denoch, Deutschland hat defizite...besonders der Berreich Bildung. Das was eigentlich das höchste Gut sein sollte. In D hätte ich nicht arbeiten können, selbst wenn ich wollte. Keine Kinderbetreung, undflexible Arbeitgeber. Hier ist das alles kein Thema.
    Auch die Haltung der Betreuenden ist anders. Hier wird JEDEN Tag etwas mit den Kindern unternommen, die ELtern täglich via EMail auf dem laufenden gehalten. Den Kindern wird Spass, ESSEN (!!!) und Bildung geboten. Doch , dies hat seinen Preis ! Und das muss ich aus eigener Tasche bezahlen.
    Auch wird das Personal hier besser Anerkannt, besser bezahlt und gefördert.

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    • giobio
    • 11.04.2009 um 22:12 Uhr

    ...gibt es schon auch in allen deutschen Kindergärten.
    Gut, im Einzelfall schmeckt mal das Essen nicht, und es gibt manchmal auch Tage, da hat es "keinen Spaß" gemacht, aber wer erklärt mir die Unterschiede im Bildungsangebot der einzelnen Kigas? Ich sehe sie nach vielen Kindergartenjahren immer noch nicht, und wir leben hier nicht gerade auf dem Mond.

    • giobio
    • 11.04.2009 um 22:12 Uhr

    ...gibt es schon auch in allen deutschen Kindergärten.
    Gut, im Einzelfall schmeckt mal das Essen nicht, und es gibt manchmal auch Tage, da hat es "keinen Spaß" gemacht, aber wer erklärt mir die Unterschiede im Bildungsangebot der einzelnen Kigas? Ich sehe sie nach vielen Kindergartenjahren immer noch nicht, und wir leben hier nicht gerade auf dem Mond.

  4. Ihr macht die deutsche Mutter noch vollends wahnsinnig.
    Sie beginnt eh schon mit der transuterinen musikalischen Schulung im 1.Schwangerschaftsmonat.
    Die Ausbildung einer zweiten Sprachdomäne in der sprachdominanten Hemisphäre innerhalb der frühkindlichen Prägungsphase ist ein Muss.
    Rumsauen draußen im Dreck ist giga-out.

    Die deutsche Mutter mit "Jean-Claude on Tour" auf der Heckscheibe schafft so bis zum Schuleintritt lockere 100.000km Transferstrecke zu Kungfu, Ballett, Klavier und Sprachunterricht.

    Diese Strecke wächst am Ende exponentiell, wenn als Frucht all dieser ängstlichen Bemühungen die Fahrten zur Ergotherapie und zur Verordnung von Ritalin, Medikinet, Atomoxetin etc. hinzukommen.

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    • Rahab
    • 12.12.2008 um 9:40 Uhr

    na, dann wird sich die deutsche wie un-deutsche muttre zu helfen wissen...

    • Rahab
    • 12.12.2008 um 9:40 Uhr

    na, dann wird sich die deutsche wie un-deutsche muttre zu helfen wissen...

    • Rahab
    • 12.12.2008 um 9:40 Uhr

    na, dann wird sich die deutsche wie un-deutsche muttre zu helfen wissen...

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