Neben Hauptdarsteller Tom Cruise, der Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielt, stellten sich am Montagabend unter anderem Kenneth Branagh, Bill Nighy, Eddie Izzard und Regisseur Bryan Singer dem Blitzlichtgewitter der Fotografen am Broadway. Zur Uraufführung waren auch die deutschen Schauspieler Thomas Kretschmann und Christian Berkel angereist. Sebastian Koch begleitete seine Lebensgefährtin, Carice van Houten, die als Nina von Stauffenberg zu sehen ist.

Für einen Hollywoodfilm mit glänzender internationaler Besetzung war die Feier ungewöhnlich zurückhaltend. Operation Walküre wurde der Öffentlichkeit nicht in einem großen Premierenkino präsentiert, sondern in einem kleineren Saal des renommierten Lincoln Centers. Neben den Fotografen harrten im Nieselregen nur mehrere Dutzend Fans aus. Darunter waren auch einige Scientology-Gegner, die durch Gitter abgeschirmt lauthals gegen Cruise protestierten.

Obwohl die erste Kritik im Filmfachblatt Variety zwiespältig war – die Premierengäste zeigten sich begeistert von der in den USA wenig bekannten Geschichte um die Wehrmachtsoffiziere, die am 20. Juli 1944 versucht hatten, mit dem Attentat auf Adolf Hitler den Krieg zu beenden. Für einige Zuschauer war es wie eine Geschichtsstunde.

Die Walküre -Dreharbeiten in Deutschland im vergangenen Jahr hatten Schlagzeilen gemacht. Für kontroverse Diskussionen sorgte vor allem, ob ein bekennender Scientologe wie Cruise die Hauptrolle übernehmen dürfe. Auch um die Genehmigung für Aufnahmen im Innenhof des historischen Berliner Bendlerblock gab es heftige Querelen.

In den US-Kinos läuft der zeitgeschichtliche Film am 25. Dezember an. Das qualifiziert Walküre noch für das Oscar-Rennen im Frühjahr. Die Europapremiere ist am 20. Januar kurz vor der Berlinale in der deutschen Hauptstadt geplant. Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat läuft deutschlandweit am 22. Januar in den Kinos an.